Stewart wirklich so gut?

  • Hallo Freunde,


    bin im Netz auf dieses Video gestossen.


    Am Anfang viel Marketing Geschwurbel, aber dann doch einige für mich interessante Fakten und Vorführungen.


    Der Hammer aber war ein 1:1 Vergleich mit einer Davis -Leinwand. Die war regelrecht blau im Vergleich zur Stewart...


    Auch der Hinweis auf die potentielle Unschärfe von AT- Gewebeleinwänden ( weil der Webfaden rund ist) schien mir stichhaltig.


    Da man ja immer nach besserem strebt, könnte ich mir vorstellen..... usw.usw. :big_smile:


    Allerdings meinte der Vortragende, die Löcher wären winzig klein, man würde diese ab 3 m Sehabstand nicht mehr sehen. Das wäre bei mir ein Ausschlusskriterium, ich sitze ca 2,8 m weg vor meiner ähnlich breiten Leinwand.


    Hat jemdand von euch eine AT-Stewart Leinwand?


    LG


    Uwe

  • Ja ich habe eine!
    Wie viele war ich vorher auf der suche nach dem besten Tuch, habe Muster auf Bild und ton Tauglichkeit gemessen, mich beraten lassen und einige Selbstbau LW durch. Diese suche zeigen einige oder lange Fäden auch hier ;)


    Dann hab ich mir mal die Stewart live angeschaut. Zum ersten mal konnte ich ohne Messtechnik sagen das diese LW Bild technisch neutral ist. Ich komme gerne an, suchen ist nicht so mein ding :byebye:
    Ich sitze 3,8m vom meiner LW und sehe keine Löcher und würde behaupten das die 3m die Stewart angibt, für die nicht Sichtbarkeit sicher richtig ist. ich würde sagen das es auch schon ab 2m kein Problem mehr sein muss, nur ist das eben nicht garantiert! Das musst du dir mal selbst anschauen wie du das wahrnimmst.

  • Wobei eine perforierte Folie gegenüber einem Gewebetuch IMHO Bildmäßig immer erstmal im Vorteil gegenüber einem Gewebetuch ist, da muss sie nicht unbedingt von Stewart kommen.
    Ich denke die Entscheidung die noch vor der Entscheidung für oder gegen Stewart liegt ist eben genau die zwischen Gewebetuch und perforierter Folie.
    Erstere hat Vorteile im Ton, Nachteile im Bild, letztere hat Nachteile im Ton, Vorteile im Bild. Beides systembedingt.


    Wenn man sich für die Folie entschieden hat kann man weiter suchen nach der besten Folie, aber IMHO ist die Grundsatzentscheidung der schwierigere Teil.

  • Hallo Oto,


    sei mal so lieb und rutsche bei Deinem nächsten Filmabend auf ca. 2,5 m an die Leinwand ran. Wenn Du da keine Löcher siehst, sehe ich wahrscheinlich auch keine... :sbier:


    hocky, Du meinst, microperforierte Leinwände sind im Ton schlechter als Gewebeleinwände?



    Natürlich müsste es die Stewart auch als Meterware für Diy geben. Mal gugln ob um Frankfurt herum jemand mit Stewart handelt.


    LG


    Uwe

  • hocky, Du meinst, microperforierte Leinwände sind im Ton schlechter als Gewebeleinwände?


    Ja, der Anteil der Löcher an der Gesamtfläche ist bei einer Folie wesentlich kleiner als bei einem Gewebetuch. Deshalb ist das Bild bei einer Folie auch automatisch besser: der Bildeindruck ist homogener und es geht nicht so viel Licht (Gain) wegen der Löcher verloren.
    Wenig Löcher => gut für´s Bild, schlecht für den Ton und umgekehrt.
    Ich schwanke da aber auch noch und habe meine persönliche Entscheidung noch nicht getroffen...



    Zitat

    Natürlich müsste es die Stewart auch als Meterware für Diy geben. Mal gugln ob um Frankfurt herum jemand mit Stewart handelt.


    Ich glaube das kannst Du direkt knicken - AFAIK gibt es bei Stewart nur Komplettleinwände.

  • Hallo Uwe, ich habe eine Studiotek 130 AT, allerdings leider noch nicht im Einsatz, da der Heimkinobau noch läuft. Aus einem Gespräch mit einem Händler, der Stewart verkauft kann ich Hockys Punkt, dass man den Kauf der Tuches knicken kann, bestätigen.


    Der Preis des einzelnen Tuches sei fast so hoch wie die komplette Leinwand....


    Leider wohnst Du ein bisschen weit weg von Frankfurt, sonst hättest Du, sobald das Tuch eingeklippst ist, gerne vorbeikommen können.

  • Also ich kann nur von den nicht Akustik Transparenten berichten.


    Ich hatte eine Celexon,eine Hivilux, dann selbstbau mit Gerriets Scene Tuch.
    Das Gerriets „Scene“ wirkt auf Produkt Bildern recht gelb, ist es aber nicht eher etwas kalt weiß.
    Keine Struktur, von der Oberfläche ähnelt es der Cima Serie und dem Tuch Neve. In der Neutralität aber nicht.


    Platz 1 Studiotek 100 kostet in 100“ aber schon 3800€ :D
    Platz 2 Cima Serie Tuch Neve kostet so um 2200€
    Platz 3 mein Gerriets Scene (kostet fast nichts)
    Platz 4 das Studiotek 130, bei meiner Distanz sah ich glitzern


    Vorallem in der Schärfe sind die Studiotek Tücher top Level.
    Aktuell hab ich wieder meine alte hivilux 100“ hängen hab mir mein selbstbau Tuch versaut und ging nicht mehr sauber.
    Die ist regelrecht unscharf dagegen.


    Beste preisleistung hat das Tuch Neve der Cima Serie.
    Wer top Level haben möchte muss das Studiotek 100 nehmen

  • Nabend,


    die Sache (AT Leinwand) ist schon komplexer, als es so normal einfach per Hersteller definiert werden könnte.
    ich habe mir die Sache sehr aufwendig gemacht.
    Denn das bloße hinhängen von "Schnipseln" (A4 Muster) reicht weder für eine wirkliche Beurteilung des Bildes im GEsamten, dito auch für den Ton, wenn ich nur das Stück vor einen Lautsprecher halte/montiere und so messe.
    Das reicht Imo so nicht, denn was passiert unter Winkeln in der generellen Reflexion dahinter usw.
    Letzteres kannst du wirklich nur im Raum beurteilen, wenn mehr Fläche abgedeckt wird und die LS genau in der tatsächlichen Konstellation Probe gestellt werden.


    So habe ich nicht nur Stücke, sondern zum Teil ganze Leinwände gekauft (kl. bestellgröße), diese zerflückt und in eigene Rahmen gespannt.
    Dann linken LS damit überdeckt und den rechten nicht. Somit im Direktduell immer "live" verglichen, was wie und wo schlechter wird usw.
    Dabei ist ganz entscheidend, das immer im Winkel zum Tuch angeordnet wird, sowohl horizontal + vertikal, was sich günstig auf Hochtonverluste auswirkt.


    ich bin ohnehin sehr drastisch vorgegangen in meiner Auswahl, denn an oberster Stelle sollte das Bild nicht an Schärfe verlieren.
    Und so haben sich alle Gewebetücher nacheinander disqualifiziert (hier so die gängigen + eigene Quellen und Markentücher) NICHTS war tauglich.
    Insbesondere für meine PJ Helligkeit ging das gar nicht.
    Insofern kamen für mich nur Folien perforiert in Frage.
    Auch hier Vielles unbrauchbar und jegliche Gainverstärkung führte zu drastisch gesteigerten Lochstruktur Sichtbarkeit.
    Letzteres sollte also ohnehin gleich ausgeschlossen werden, wenn man relativ dicht davor sitzt/schaut.


    Und da ist in der Tat das Studiotek in Gain 0,9 (also nicht wieder auf 1 oder 1,3 aufgebohrt) mit ca. 320.000 Löcher pro QM bestens geeignet.
    Nur ich wollte das nicht in 225 Zoll bezahlen bei Stewart als Motorleinwand. :waaaht:
    Kurzum ich bin (immer noch teuer) bei Screen Research gelandet mit einem nahezu identischen Tuch (dito Lochanzahl usw.)
    Gain um 0,88 bei absolutre Planlage (daher nochmal höhere Anforderungen an den Leinwandaufbau).


    Und jetzt der Ton ?
    ich wußte das ich hier LS verwenden sollte, die aktiv per DSP und genügend Dampf entwickeln müssen.
    Und genau damit ist auch das Tonspiel par Exelance für mich aufgegangen, ich habe sogar noch "Headroom", da diese LS extrem hochauflösend spielen (Adam V5 also alle drei quer) und ich sogar durch die Leinwand noch in Trinnov Settings "bändigen" musste.
    Konkret gehen ca. 4 DB im Hochonbereich verloren und am Center (hier habe ich Akustikleinwandstoff + Leinwand davor) nochmal 1-1,5 zusätzlich verloren.
    Nur das sind Zahlen die mich zuvor auch hätten abgeschreckt nur im Original macht sich das null bemerkbar, da die LS das kompl. kompensieren können.


    Im Fazit habe ich so KEINEN Kompromiss, im Gegenteil habe ich beides auf höchste Ansprüche trimmen können.
    Wichtiger Anteil ist neben den geeigneten LS, eben auch der Abstand der LS hinter der Leinwand. Hier sollten schon 15 cm das Miniumum sein. Und wie beschrieben alles anwinkeln.
    Habe die LS extra auch etwas höher gehängt mit leichter Neigung nach unten (bedingt Center und der Gleichheit zueinander)


    Von daher (wink an Hocky) würde ich das Curved LW, Abstand PJ auch 8-9 m und das dann noch mit Gewebetuch nicht für bildoptimal ansehen.
    Du verlierst deutlich Objektivschärfe und damit Potential, was schon Curved und der höhere Abstand an den ggf. Consumer Gerätschaften mit den hohen Zoomobjektiven so "verzapfen".
    Und für den Ton nicht relevant auf perforierte Folien zu gehen, wenn mit geeigneten LS.


    Anbei ein paar Bilder mit pedeantischen Feindetails :big_smile:
    1. Perforierte Leinwand von vorn
    2 . Perforierte Leinwand von hinten mal durchfotografiert
    3 + 6 Das wichtige schwarze Backing dahinter auch mal durchfotografiert und extra im Bereich Hochton erweitert perforiert (selbst schablone dafür gefertigt)
    4. Die Abstände zueinander (LS Center zu bedrucktes LW Akustiktuch ca. 10 cm, dann zum Backing ca. 7 cm, Backing zur eigentlichen Leinwand
    ca. 4 cm)
    5. Auch der bedruckte Stoff wurde im Hochton bereich erweitert perforiert

  • Vielen Dank Andy, sehr interessant.


    Von daher (wink an Hocky) würde ich das Curved LW, Abstand PJ auch 8-9 m und das dann noch mit Gewebetuch nicht für bildoptimal ansehen.
    Du verlierst deutlich Objektivschärfe und damit Potential, was schon Curved und der höhere Abstand an den ggf. Consumer Gerätschaften mit den hohen Zoomobjektiven so "verzapfen".
    Und für den Ton nicht relevant auf perforierte Folien zu gehen, wenn mit geeigneten LS.


    Dass das beschriebene Setup nicht optimal ist für´s Bild weiß ich ja, deshalb bin ich ja am Grübeln aktuell. ;)  
    Bisher habe ich mich hauptsächlich um den Ton gekümmert und das Bild erstmal beiseite gelassen. So langsam muss ich mich aber auch darum kümmern.
    Mein Aha-Erlebnis hatte ich ja als ich wegen Umbau vor einiger Zeit meine Gewebeleinwand verkauft und übergangsweise auf die nackte Wand projeziert habe - da fiel mir erst auf wie unruhig und inhomogen das Bild vorher war.
    Seitdem geht bei mir tatsächlich auch die Tendenz Richtung perforierte Folie.
    Die beckersounds haben sicher genug Reserven um das auszugleichen.


    Die Projektorfrage ist ja bei mir auch noch offen und bzgl. der Plazierung bin ich noch relativ flexibel, der muss nicht an der Rückwand hängen, ich könnte ihn auch weiter nach vorne ziehen.
    Am Curved möchte ich aber noch weiter festhalten, ich find´s cool auch wenn´s keinen richtigen Sinn macht. :big_smile:


  • Wichtiger Anteil ist neben den geeigneten LS, eben auch der Abstand der LS hinter der Leinwand. Hier sollten schon 15 cm das Miniumum sein. Und wie beschrieben alles anwinkeln.


    Andy hat das perfekt erklärt :sbier: nur würde ich als minimun 20cm sehen, das kamm bei meinen messungen am besten ;)  
    ist dieser platz nicht vorhanden, dann würde ich absatnd von einer folie nehmen. dann bekommt man den ton nicht mehr gut hin, stimmen abstände und winkel, würde ich auch behaupten das es kein kompromiss bei der ton wiedergabe darstellt.

  • Ich habe mittlerweile gleich mehrere Stewart-Leinwände ausführlich getestet.
    Aufgefallen ist mir jedes Mal besonders positiv, wie präzise die Farbreproduktion auf diesen Bildwänden ist.
    Beim Stewart Studiotek 100 gab es praktisch keinerlei Messunterschiede zwischen der reflektiven und Lichtstrommessung.


    Hier zum Beispiel ein A/B-Vergleich unter optimalen Heimkino- und Wohnzimmerbedingungen mit Tageslichteinfall.
    TEST: STEWART STUDIOTEK 100 vs. PHANTOM HALR

  • Das liest sich zwar ganz nett (bis auf den Preis...) aber könnt ihr wirklich den Unterschied zwischen Gewebetuch und einer nicht gewebten LW im Filmbetrieb ausmachen?
    Wenn ich den Desktop/kleine Schrift projeziere kann ich die Unterschiede natürlich sehen, sobald aber ein bewegtes Filmbild zu sehen ist geht das doch völlig unter..


    Oder muss ich einfach zum Augenarzt gehen und von 160% Sehstärke auf 300% Upgraden?

  • Also für mich ist das als vorher absolut unerfahrener Projektornutzer sofort aufgefallen. Erste Leinwand billig, gewebt genutzt und unzufrieden. Nach 2 Wochen mal in den Fachhandel sowas vor Ort anschauen und es war für mich SOFORT klar, ich brauche eine Folie bei 3m Abstand. Zumindest bei den gewebten und den Folien, die ich bisher gesehen habe.

  • Das liest sich zwar ganz nett (bis auf den Preis...) aber könnt ihr wirklich den Unterschied zwischen Gewebetuch und einer nicht gewebten LW im Filmbetrieb ausmachen?
    Wenn ich den Desktop/kleine Schrift projeziere kann ich die Unterschiede natürlich sehen, sobald aber ein bewegtes Filmbild zu sehen ist geht das doch völlig unter..


    Nein, die Struktur nimmt man IMHO in hellen Bildbereichen trotzdem wahr. Wobei es natürlich deutliche Unterschiede in der Webung gibt, ohne Frage.
    Ich behaupte einfach mal den Unterschied zwischen einem Gewebtuch und einer Folie sieht jeder, auch bei einem Abstand >3m.


  • Einfach mal während des Films ein Stück Folie (zur Not auch nur ein weißes Blatt Papier) vor die Gewebeleinwand halten. Ich halte den Unterschied bei mir aus 3,60m für extrem marginal und es gibt ja auch noch feiner gewebte Tücher.


    Wobei das "Stück" aber schon Richtung 1m² gehen sollte, ansonsten ist eine Bewertung IMHO sowieso nicht möglich, bei keiner LW.
    Und wie gesagt, es sollten sich dann auch helle Bildanteile dort befinden - ich nehme da z.B. gerne Himmel mit viel ziehenden, weißen Wolken.

  • Irgendeinen Tod wird man am Ende sterben müssen.
    Es ist halt alles eine Frage des Preises.


    Bei bislang allen mikroperforierten Folien konnte ich die Löcher aus 5 Meter Entfernung noch sehen.
    Bei den guten Gewebetüchern finde ich die Leinwandstruktur bei hellen Szenen ab 4 Meter Entfernung "unsichtbar".


    Was jemanden nun mehr stört, ist Geschmacksache.
    Ich nutze die schalldurchlässige Alphaluxx Reflax, weil diese für mich den besten "Kompromiss" aus Bild- und Tonqualität bedeutet.
    Allerdings nehme ich in hellen Szenen die Struktur aus 2,80 Meter Betrachtungsabstand durchaus wahr, was mich aber nicht sonderlich stört.


    Auffallend finde ich, dass die Stewart-Leinwände absolut farbneutral sind, während die Alphaluxx etwas zu kühl ist.
    Der Alphaluxx-Test folgt in Kürze, inklusive Vergleich mit dem Stewart Studiotek 100.

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