Zum Abstrahlverhalten von Lautsprechern

  • Das Abstrahlverhalten eines Lautsprechers ist ein sehr wichtiges Kriterium zur Abschätzung der Qualität eines Lautsprechers.

    Was ein gutes Abstrahlverhalten ist kann hier diskutiert werden.


    Mache bevorzugen eine breite horizontale Abstrahlung. und eine stark gebündelte vertikale Abstrahlung.

    Ich möchte so einen Lautsprecher nicht in den Surroundkanälen haben.


    Meine Meinung zum VERTIKALEN Abstrahlverhalten aus einem anderen Thread:


    Bei den meisten Herstellern sieht das horizontale Abstrahlverhalten meist recht gut aus. Weniger gut ist in der Regel das VERTIKALE Abstrahlverhalten. Leider vermisse ich diese Messung bei vielen Herstellern. Das ist aber im Heimkino extrem wichtig, weil die Lautsprecher ja in der Regel etwas über Ohrhöhe angebracht sind. Bei Lautsprechern, bei denen die Hochtöner über den Mitteltönern angebracht sind hat man oft einen relativ grossen Einbruch im Frequenzgang. Sehr stark ist dies bei Hochtonhörnern mit 10" oder 12" Mitteltönern der Fall.

    Ich persönlich verändere meine Sitzposition während eines Filmes häufig. In der Regel starte ich relativ senkrecht sitzend und gegen Ende des Filmes liege ich fast.

    Das bedeutet aber, dass sich der Winkel zum Surround Lautsprecher stark ändert und somit auch die Lage des Einbruchs im Frequenzgang. Man kann dieses Problem bei der Einmessung also nicht mit einem EQ lösen.

    Ich sitze also in der Regel 10-20 Grad unter den Lautsprechern und 10-20 Grad horizontal ausserhalb der Achse.

    Für mich als Planer haben die Ascendo Koaxe nun einen entscheidenden Vorteil. Das Abstrahlverhalten ist bekannt und vertikal und horizontal sehr ähnlich. Es wird nur von der Schallwand beeinflusst. Aber das kann ich ja korrigieren.

    Ich weis also sehr genau welchen Frequenzgang ich an meiner Sitzposition zu erwarten habe.

    Auch die THE 6, die auf den ersten Blick nicht so gut aussieht, weil Sie eine Aufwertung des Abstrahlverhaltens aufweist ist in dem Bereich wo ich Sie verwende aber sehr gut. Wie viele andere Koaxe hat Sie relativ starke Schwankungen auf Achse. Die Abweichungen zwischen 10 und 30 Grad, also dort wo man sitzt, sind aber sehr gering. Meiner Meinung nach ist das Abstrahltverhalten sehr Praxisorientiert ausgelegt. Es ist wie ich finde für Profis gemacht und nicht für schöne Prospektmessungen.

    Viele Grüsse


    Farshid


    R-T-F-S

    Authorized Dealer for Ascendo, Barco, Sim2, Trinnov, Wisdom Audio, Screen-Research, Stewart, HCM, Moovia, MadVR, Acurus, Cinemike, Hegel, JVCKenwood, Sony, Rotel, B&W, Marantz, Arcam, KEF, Anthem, Screen-Excellence, Audio-Excellence, Lumagen, Panamorph, Focal, Primare, HMS, In-Akustik, ProgressiveAudio, Parasound, Manger, Monitor Audio, Wharfedale, Audiolab, Keces, Furutech, Elac, M&K Sound, Pro-Ject, Roon, Nucleus, Waversa, ATC, Zappiti, Mutec, IsoTek, Acousence.

  • Was ein gutes Abstrahlverhalten ist kann hier diskutiert werden.

    Da können wir eigentlich gleich abbrechen, denn außer einem möglichst konstantem Abstrahlverhalten über alle Frequenzen (bezogen auf eine Dimension), sehe ich da kein Kriterium.


    Ob horizontal oder vertikal breit/eng, hängt extrem vom Einsatzzweck, Sitzabstand (bzw. Hörbereich) und der Hörpräferenz ab. Wenn ich eines bei den langen (theoretischen und praktischen) Studien zu dem Thema gelernt habe, dann, dass das eine ideale Abstrahlverhalten per Definition nicht existiert.


    Man kann allerdings aus einem gegebenen Abstrahlverhalten in einem gegebenen Raum mit gegebenem Sitzabstand grob den Klangeindruck vorhersagen. Lokalisationsnähe, wahrgenommene Größe, helles/dumpfes Klangbild usw. hängen direkt davon ab. Dann kommt es darauf an, was man lieber mag. Klingt plakativ, ist aber leider so.

  • Ob horizontal oder vertikal breit/eng, hängt extrem vom Einsatzzweck, Sitzabstand (bzw. Hörbereich) und der Hörpräferenz ab.

    Ja - aber:

    Damit gibt es schon Richtungen für einen gegebenen Einsatzzweck, Sitzabstand und eine Hörpräferenz.

    Für mich ist das

    1) für die Hauptlautsprecher der Hörebene ein horizontal gleichmäßig eher breites und (insbesondere für die Frontlautsprecher) ein vertikal enges Abstrahlverhalten und

    2) für die Deckenlautsprecher ein gleichmäßig breites Abstrahlverhalten.

  • Damit gibt es schon Richtungen für einen gegebenen Einsatzzweck, Sitzabstand und eine Hörpräferenz.

    Genau. Aber nur, wenn einem die Hörpräferenz bekannt ist. Dann kann man gezielt in die Richtung entwickeln, so wie wir das ja bei der Aries M gemacht haben. :)


    Ich denke aber, vielen ist gar nicht klar, was sie mögen. Die Korrelation zwischen Abstrahlverhalten und Wahrnehmung muss erst umständlich hergestellt werden. Das geht leider nur empirisch. Als Richtwerte kann man sagen:


    Niedriges Bündelungsmaß:

    • helles, "offenes" Klangbild
    • größere Lokalisationsentfernung
    • diffusere Phantomschallquellen


    Hohes Bündelungsmaß:

    • dumpferes Klangbild
    • geringe Lokalisationsentfernung
    • gut abgegrenzte Phantomschallquellen


    Und das beinhaltet noch nicht mal die Unterscheidung zwischen vertikal und horizontal. Und auch hier ist der Einsatzzweck entscheidend. Z.B. kann eine horizontal enge Abstrahlung (eher unüblich) in einem asymmetrischen Raum/Aufstellung sehr sinnvoll sein, weil dann die asymmetrischen seitlichen Reflexionen ausgeblendet werden (selbst getestet damals). Aber in typischen Heimkinos ist natürlich horizontal breiter als vertikal alleine schon wegen der zwei Sitzreihen sinnvoll. Zumindest für die Frontlautsprecher. Vertikal eng bei den Surrounds muss wegen des großen Winkelbereichs auch nicht unbedingt gut passen.

  • Ob horizontal oder vertikal breit/eng, hängt extrem vom Einsatzzweck, Sitzabstand (bzw. Hörbereich) und der Hörpräferenz ab. Wenn ich eines bei den langen (theoretischen und praktischen) Studien zu dem Thema gelernt habe, dann, dass das eine ideale Abstrahlverhalten per Definition nicht existiert.

    Was ja letztlich hier auch bestätigt wird:

    Auch die THE 6, die auf den ersten Blick nicht so gut aussieht, weil Sie eine Aufwertung des Abstrahlverhaltens aufweist ist in dem Bereich wo ich Sie verwende aber sehr gut.

    5 Euro für´s Phrasenschwein: es kommt halt auf das Gesamtkonzept an.

  • Gut funktionieren tut vieles. Die Frage ist doch, ob es mit einem frequenzkonstanten Abstrahlverhalten noch ein bisschen besser wäre. :zwinker2:

    Kommt drauf an was man dafür opfern muss.

    Des Weiteren ist ein stetiges Bündelungsverhalten horizontal und vertikal aussermittig leider sehr selten.

    Viele Grüsse


    Farshid


    R-T-F-S

    Authorized Dealer for Ascendo, Barco, Sim2, Trinnov, Wisdom Audio, Screen-Research, Stewart, HCM, Moovia, MadVR, Acurus, Cinemike, Hegel, JVCKenwood, Sony, Rotel, B&W, Marantz, Arcam, KEF, Anthem, Screen-Excellence, Audio-Excellence, Lumagen, Panamorph, Focal, Primare, HMS, In-Akustik, ProgressiveAudio, Parasound, Manger, Monitor Audio, Wharfedale, Audiolab, Keces, Furutech, Elac, M&K Sound, Pro-Ject, Roon, Nucleus, Waversa, ATC, Zappiti, Mutec, IsoTek, Acousence.

  • Ich denke aber, vielen ist gar nicht klar, was sie mögen. Die Korrelation zwischen Abstrahlverhalten und Wahrnehmung muss erst umständlich hergestellt werden. Das geht leider nur empirisch.


    Ja, das stimmt.

    Wenn man dann aber weiß, welches Abstrahlverhalten zu den eigenen Hörpräferenzen passt dann erreicht man damit einen deutlichen Schritt nach vorne.


    Und das beinhaltet noch nicht mal die Unterscheidung zwischen vertikal und horizontal.


    Bei der gezielten Einstellung horizontal - vertikal sehe ich * für meine Hörpräferenz * die Möglichkeit, die Vorteile der von dir genannten Charakteristiken zu kombinieren.


    Vertikal eng bei den Surrounds muss wegen des großen Winkelbereichs auch nicht unbedingt gut passen.


    Bei der früher verbreiteten höheren Anordnung der Surround Lautsprecher (5.1, 7.1) sehe ich das auch so, da empfiehlt sich auch eine Anwinklung.

    Bei der heutzutage üblichen Anordnung der Surround Lautsprecher in der Hörebene in Kombination mit Höhen-/Deckelautsprechern (z.B. 7.1.4) ist das unkritischer.

    :zwinker2::sbier:

  • Gibt es vielleicht noch weitere Beschreibungen von Vor- und Nachteilen einer breiten vs. engen Abstrahlcharakteristik?

    Für all diejenigen, welche sich die empirische Evaluation erleichtern wollen und dass man eine Idee hat wie sich die Unterschiede anhören können.

  • Es gibt hier im Forum viele die für viele Sitzplätze ein gutes Ergebnis wollen - dagegen gibt es die Egoisten (mich z.b.) die einen perfekten Platz wollen und da ist eben ein anderes Abstrahlverhalten gewünscht :)

  • Wenn die Bündelung zu stark ist hast Du den Eindruck, dass sich das Klanggeschehen direkt vor Dir abspielt. Dieses berühmte "Mitten in die Fre..e".

    Ich halte so ein Klangbild für einen grossen Nachteil. Die Abbildung der Frontlautsprecher sollte idealerweise auf der Linie der Frontlautsprecher oder dahinter statt finden. Durch den Schall der Surrounds können so Objekte gezielt in den Raum gezogen werden. Umgekehrt geht das ja nicht.

    Zu wenig Bündlung kann aber genauso nachteilig sein. Bei grossen Hörabständen ab z.B. 6m benötigt man die starke Bündelung damit es vom Klang nicht zu diffus oder undefiniert weit weg klingt. Es ist also immer sehr vom Raum und der Sitzposition abhängig und zu einem Teil auch vom Geschmack abhängig wie viel Bündelung genau richtig ist.

    Viele Grüsse


    Farshid


    R-T-F-S

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  • Also ich will für mein Egoistenkino kein enges Abstrahlverhalten.

    Ich halte es da mit der These: So breit wie möglich, so eng wie nötig.

    Viele Grüsse


    Farshid


    R-T-F-S

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  • Wie schon geschrieben gehören Abstrahlverhalten und Raumakustik zusammen.

    Meine Philosophie vereint Aspekte von Grobalt und RTFS :

    Vertikal möglichst eng, dazu für Stereo (L, R) Absorber an den Erstreflexionspunkten an Decken und Boden um den vertikalen indirekten Schall zu minimieren.

    Horizontal gleichmäßig breit, dazu für Stereo (L, R) Absorber nur an den Erstreflexionspunkten und im mittleren und hinteren Seitenwand- sowie Rückwandbereich Diffusoren um den horizontalen nützlichen indirekten Schall zu erhalten (mehr dazu habe ich in meinem Bauthread geschrieben, siehe auch Ausführungen von F. Toole).

    Mit dieser Kombination erreiche ich sowohl die hohe Präzision wie bei einer engen Abstrahlung als auch die räumliche und umhüllende Wiedergabe wie bei einer breiten Abstrahlung.

  • Bei den meisten Herstellern sieht das horizontale Abstrahlverhalten meist recht gut aus. Weniger gut ist in der Regel das VERTIKALE Abstrahlverhalten. Leider vermisse ich diese Messung bei vielen Herstellern. Das ist aber im Heimkino extrem wichtig, weil die Lautsprecher ja in der Regel etwas über Ohrhöhe angebracht sind.

    Im Eingangspost hast Du kritisiert, dass es von den meisten Herstellern keine vertikale Messungen des Abstrahlverhaltens gibt.

    Da bin ich voll bei Dir. :respect: Hier haben Coaxe einen Vorteil, wenn sie keinen dritten Weg haben und bei 80 Hz getrennt werden.
    So ein Lautsprecher wie der THE 6 hat ja nur ein 165 mm Chassis verbaut. Der ist sicher vom Bass begrenzt. :think:
    Als Deckenlautsprecher könnte ich mir den gut vorstellen. Ich hatte dazu auf die Schnelle, auch keine Messungen gefunden.
    Kannst Du uns als gutes Beispiel mal die vertikale Abstrahlung eines erwachsenen Main Lautsprecher von Ascendo hier mit einstellen?

  • Klar.

    The 15BE




    The 6 passive OnWall

    Auf 0 Grad ist das nicht sehr toll. 10, 20 und 30 Grad sind aber sehr eng beieinander.

    Viele Grüsse


    Farshid


    R-T-F-S

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  • Erin, dessen Reviews ich sehr schätze, hat gestern Abend noch ein interessantes Video auf seinem YT Kanal "Erin's Audio Corner" veröffentlicht, das auf das Abstrahlverhalten unterschiedlicher Lautsprechersystemen eingeht und dabei auch Coax-Punktschallquellen mit anderen zwei- und mehrwege Systemen vergleicht:


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    Gruss

    Chris

  • Ich denke aber, vielen ist gar nicht klar, was sie mögen. Die Korrelation zwischen Abstrahlverhalten und Wahrnehmung muss erst umständlich hergestellt werden. Das geht leider nur empirisch. Als Richtwerte kann man sagen:


    Niedriges Bündelungsmaß:

    • helles, "offenes" Klangbild
    • größere Lokalisationsentfernung
    • diffusere Phantomschallquellen

    Hallo Nils,


    in Fairland’s neuem GGNTKT Studio, in dem die neuen S1 Modelle mit 180 Grad horizontaler AMT-Treiber Abstrahlung in einer Infinite Baffle Wall installiert sind, habe ich eine ganz andere Erfahrung gemacht:


    Wenn man die Anlage im Stereobetrieb laufen lässt und mit seiner Nasenspitze direkt an der Leinwandmitte steht, d.h. fast +- 90 Grad zum linken und rechten Frontlautsprecher, nimmt man eine ultra-präzise Center-Phantomschallquelle wahr, so als würde der Center hinter der Leinwand spielen.



    Gruss

    Chris

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