Greenwood - Kinobaubericht

  • Bei Aktivierung der Laufzeit wurde alles noch viel schlimmer. Bei einer Verpolung eines Arrays ebenso. Die Stimmung war dahin und wir haben nach 3-4h erst einmal Abendbrot gegessen :beat_plaste

    Man denkt man kommt dem Ziel näher, muss aber immer weiter zurück gehen und die Zeit rennt....wer kennt es nicht.:sad:

  • Gestärkt nach einem leckeren Essen und etwas Ratlosigkeit bat mich Uwe, mich des Subs noch einmal anzunehmen, da ihn das echt wurmte. Die Tatsache, dass mit den gesetzten EQ's ein recht ordentlicher Frequenzgang resultierte und widerum mit keiner der üblichen Einstellung eine Verbesserung erzielt werden konnte, bestärkte mich in der Annahme, dass die Subs bewusst so eingestellt wurde wie sie waren. Sie liefen also derzeit als entzerrte Multisubs.

    Also einmal kurz auf Anfang, EQ raus, Laufzeit grob rein, Pegel hinten -2dB, Polung ein Array positiv, eines negativ und das Ergebnis war zum Mäusemelken und einfach nicht nachvollziehbar. Nach einigem hin und her viel auf, dass der Impuls sich beim Verpolen nicht nur spiegelte, sodnern sich merkwürdig veränderte und anders anhörte. Alles sehr suspekt. Irgendwann fiel dann der Schalter und das Problem war erkannt. Es wurde beim Umschalten trotz eines Verlinkens immer nur ein Kanal invertiert an den Stereoendstufen jedes Arrays. Weiterhin hatte Uwe scheinbar schon hardwareseitig ein Array verpolt und vergessen.

    Nachdem wir all diese Probleme erkannt hatten und eine Funktion fanden, die eine Anpassung der Pegel der einzelnen Arrays in 0,1dB-Schritten ermöglichten, machte es endlich klick! Was waren wir happy! Die 26Hz-Mode blieb wie angenagelt und da führte auch kein Weg herein. Insgesamt gibt es immernoch einige Ausschwinger aber gerade bei 26Hz waren wir uns einig, dass das eher vielleicht noch etwas aufpeppt und zudem nun so deutlich mehr Tiefbass, Ausgewogenheit und Knackigkeit gegeben ist. Weiterhin lief der Frequenzgang so wieder relativ sauber hoch und der Bass war auch überall im Raum wieder recht homogen entgegen der zuvorigen Einstellung.


    Das Ergebnis sieht als Subwoofer so aus, dabei nicht irritieren lassen, von dem vermeintlich längeren Nachhallzeiten. Der Ausgangspegel ist bei einigen Frequenzen nun auch deutlich höher, zudem ist Uwe auch ab und an durch den Raum gewandert während des ganzen Prozederes :) :



    Als LFE sieht es dann wie folgt aus (recht ähnlich aufgrund der hohen Trennfrequenz):




    Danach mussten die Laufzeiten und Übergänge natürlich wieder optimiert werden.





    In der Summe ergab sich so laut Uwe eine deutliche Steigerung zumr Vorab-Situation. Ich sehe in den Übergängen noch Potenzial aber es war zu dem Zeitpunkt bereits nach Mitternacht und wir wollten es aufgrund des Ergebnisses auch erst einmal dabei beruhen lassen. Die ersten Hörungen waren für mich etwas ernüchternd und ich wollte schon am EQ nach Gehör spielen bis Uwe bemerkte, dass ich den manuellen EQ aktivieren muss, den wir zuvor eingestellt hatten, da dieser durch die Scene-Einstellungen wieder abgeschalten war. Puh. Nach dem Umschalten war alles gleich viel frischer und differenzierter. Den Sub habe ich zu den Messungen dann nach Gehör noch 1,5dB abgesenkt, fand das aber so dann schon wirklich richtig gut und auch nicht zu fett oder angedickt. Da haben wir es mal richtig krachen lassen und dabei bemerkt, dass Uwe normalerweise wohl auch 10-20dB leiser hört, als ich es tue. Das würde den Basspegel auch etwas erklären.

    In der Summe läuft die Front so nun auch gleichmäßiger. Ich würde aber gern wie angesprochen mit einer tieferen Trennfrequenz noch einmal nachjustieren. Membranfläche ist genügend da und ich denke da wäre noch eine ganze Ecke zu holen. Auch in der Tonalität sehe ich noch etwas Potenzial in Frische und Antritt im Mittelton.



    Weil ich es gerade noch im Vergleich sehe, probiere auch ruhig mal noch den Center noch 1,5dB anzuheben. Da blieb einfach nciht mehr genügend Zeit für einen Abgleich der Pegel usw. und die Surrounds stehen auch ncoh völlig aus.

  • Ach was ich auch interessant finde, aber noch nicht deuten kann. Bei 21Hz fällt der Pegel innerhalb 170ms auf ein Tief von -37db und steigt danach wieder an. Oberhalb der ersten Längsmode bei 29Hz ebenso nach 120ms schon -30dB und wieder ein Anstieg. Direkt bei der Mode sogar nach 90ms -22dB und dann schwingt die ewig nach. Als wenn in dem ganzen Bereich etwas großflächig schwingt und das DBA als solches so schon ordentlich funktioniert. Wie bereits angesprochen klingt es aber aufgrund der Tiefe der Frequenz nicht unsauber. Das kann man auf dem Wasserfall oben auch erahnen, dass im Bereich der ersten Längsmode das Ausschwingen zunächst besser ist und dann wieder ansteigt.


    Edit: Hier sieht man bei Betrachtung 1s dass der Bereich unter der ersten Mode wie wellenartig zu schwingen scheint. Sehr merkwürdig, das habe ich bisher so noch nicht gesehen



    Das hintere Array ist nun mit 18,2ms verzögert und um 1,8dB zum vorderen Array abgesenkt. Die aufgearbeiteten relevanten Messergebnisse sende ich dir gern noch einmal per mail oder Whattsapp zu. Falls du es im Text überliest, Center +1,5dB, wenn du wieder daheim bist :big_smile:

  • Hallo Martin,


    bevor ich die Augen zumache ( liege schon im Bett, muss morgen zeitig raus) nochmals vielen vielen Dank für diese überragende Dokumentation und Erläuterung der Messungen und Ergebnisse. ( Woanders wäre das fast schon eine Bachelorabeit!):heilig::heilig::heilig:


    Ja, diese seltsame Eigenheit der Yamaha PX Endstufenserie hat uns viel Arbeit gemacht...


    Wen es interessiert: Man kann diese DSP- Stereoendstufe so konfigurieren , das Kanal A der Master, Kanal B der Slave ist. So muss man alle DSP -Einstellungennur am Kanal A vornehmen. Der sogenannte Channel-link stellt dann den Kanal B exakt genau so ein............ähhhh zumindest theoretisch.


    Bei der Invertierung z.Bsp. macht er das nicht! Hier muss man Kanal B händisch umschalten! Die PEQs und vieles andere funktionieren aber so wie es soll...


    Da ich je eine Stereoendstufe für die Front- und eine für die Rearsubs verwende, hatten wir dadurch zwischenzeitlich ganz absonderliche Konstellationen, vorn links und rechts normal, hinten links invertiert und hinten rechts aber normal. Die Messkurven waren dementsprechend grauslich....



    Martin, dass mit dem Center teste ich :opi:


    Gute Nacht


    Uwe

  • Ja zwischenzeitlich hatten wir auch zwei unterschiedliche Setups, bei denen Laufzeittechnisch sich noch keines wirklich als besser herausfiltern ließ. Weiterhin messen sich die Mains identisch laut und dennoch ist der Phantomcenter deutlich nach rechts versetzt. Erst ein Pegelunterschied zwischen R/L von 2-2,5dB brachte den Center in die Mitte. Hören und Messen sind dann auch noch zwei paar Schuhe und von diesen Phänomenen gibt es oft häufige.


    Ich mache das alles total gern (mittlerweile seit 15 Jahren) und stehe da vorallem bei dieser spontanen Sympathie auch mit viel Leidenschaft zur Seite. Dabei kann man immer wieder viel lernen und löst sich auch aus dem eigenen Gewohnheitskreis etwas heraus. Es gibt doch nichts schöneres, als wenn gerade jemand so hörerfahrenes wie Uwe danach begeistert ist und sagt, das war ein toller Sprung. Ich hoffe zumindest und appelliere auch an andere sich da nicht von Dankbarkeit und Höflichkeit befangen zu lassen und zu äußern, wenn nach so einer Session manches noch nicht so toll ist. So ein Setup muss auch einstellungstechnisch reifen und manchmal ist auch so eine Nacht ein Schuss in den Ofen oder ein Schritt zurück. Das kennt eigentlich jeder, der schon lange einstellt und wird dafür auch nicht böse sein.

    Ich habe früher einige Fahrzeuge eingestellt und da lernt man sehr schnell, dass man Anlagen zwar technisch verbessern kann aber gerade die tonale Vorstellung doch von Hörer zu Hörer sehr auseinanderdriftet und das muss man auch akzeptieren und dementsprechend agieren. MIr bringt das nichts, wenn es mir danach total gefällt, aber der Uwe oder andere sind damit nicht glücklich, auch wenn man manchen einen Wegweiser mit auf den Weg geben möchte :big_smile: Das Stereosetup zeigt aber klar, dass Uwe und ich in manchen Bereichen da ähnliche Vorstellungen haben. :sbier:

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