Rogers "Black Pearl"

  • Diesen Sommer werden mein Heimkinofreund Roger und ich erstmalig das HKV Sommerfest besuchen. Das wird geil und wir freuen uns. Roger ist dem einen oder anderen hier bereits persönlich bekannt.


    Weniger bekannt ist Rogers Kino. Sein ‚Black Pearl’ hat es aber definitiv verdient, hier beim HKV näher vorgestellt zu werden. Also, Scheinwerfer an.


    Aber mal der Reihe nach…


    Roger ist in Sachen Heimkino ein alter Haudegen und befasst sich mit dem Thema schon rund 20 Jahre. Er ist ein typisches Vertreter seiner Zunft. Ein Do It Yourself Man, der sein Kino selber ertüftelt, gebaut und kalibriert hat (bis auf die Bildkalibrierung). Dabei hat alles mal klein angefangen und wurde über die Jahre hobbytypisch immer besser und besser.


    Auf Rogers Homepage findet ihr denn seinen Heimkinoblog der seine Heimkinokarriere und den chronologischen Werdegang des Kinos im Detail beschreibt.


    Gewisse Veränderungen in seinem Kino habe ich mit zu verantworten. So wurde kurzer Hand ein neuer und erst 4 Monate alter Sony VW790 just wieder verkauft und gegen den dann zumal brandneuen LG OLED 97 Zoll eingetauscht. Roger war glaube ich der erste Besitzer in der Schweiz dieses phänomenalen Monsters und der Entscheid war der Dümmste nicht. Die bei mir erlebte Immersion hatte ihm nämlich keine Ruhe mehr gelassen und ihn so sehr angestachelt, seine Bildphilosophie radikal zu überdenken. Ich mag mich noch lebhaft an diese Diskussionen zurück erinnern.


    Auch die Raumakustik unseres Kinos hat Roger Stirnrunzeln verursacht und ihn dazu ermutigt, seinem ehemals überdämmten Kino den Zahn zu ziehen und mit gezielten Eingriffen von 1D Diffusoren den Raum wieder lebendiger zu gestalten.


    Und zu guter Letzt hat auch er die Vorzüge einer digitalisierten Videothek erkannt und seine ca. 2500 DVD‘s, Blu-rays und UHD‘s in mühevoller Arbeit auf sein NAS gebannt. Roger ist nämlich auch ein Sammler und Haptiker wie ich und hatte sich ebenfalls lange gegen die Digitalisierung gewehrt. Das ist nun Geschichte. Einzig beim Thema madVR ziert er sich noch. Ein PC komme nicht in sein Kino… Aber da werde ich hartnäckig dran bleiben. Denn Roger ist ein IT-Mensch und eigentlich wie geschaffen für dieses Feature und den Bau eines gescheiten HTPC‘s. Mein Bauch jedenfalls sagt mir, dass ich ihn bald rum habe und da was gehen wird…


    Mittlerweile hört Roger auch Stereomusik in seinem Kino. Etwas, was er sich bis vor geraumer Zeit noch nicht vorstellen konnte. Aber hauptsächlich werden Filmabende mit seiner Familie gemacht, auf der PS5 gezockt oder Serien gesuchtet.


    Kommen wir nun aber zum eigentlichen Highlight, seinem ‚Black Pearl‘.


    Masse des Kinos: 3.5 x 3.5 x 2.3


    Obwohl der Raum noch kleiner als der unsere ist, wirkt es alles andere als beengt. Roger hat mit viel Liebe zum Detail sich ein richtig schönes und durchdachtes Kino gebaut, aber seht selber:





    Das Lautsprecherlayout ist ein 7.3.5. Roger nutzt nämlich einen Doppelcenter, den er perfekt auf den Referenzplatz hin eingestellt hat. Mir ist der OLED allerdings etwas zu hoch montiert, aber Roger war es wichtig, dass der untere Center auf einer guten Höhe positioniert werden kann:




    In Sachen Vorstufe hat sich Roger erst vor Kurzem ein neues Schätzchen gegönnt, die wunderschöne neue AV10 von Marantz. Diese hat eine Yamaha 5100 ersetzt. Die Marantz macht aber nur das Processing und Delaying:




    Seine Einmessung wurde über REW gemacht. Entzerrt wird über die integrierten DSP‘s seiner Aktiv-Lautsprecher.


    Im Einsatz sind 12x Neumann KH80 DSP, die bei 80Hz getrennt werden:




    Roger hat sich für ein Zweiwegebass entschieden. So nutzt er 2x Neumann KH750 DSP (12 Zöller), die zwischen 25Hz - 80 Hz spielen:




    Für den Infrabassbereich zwischen 25 Hz - 10Hz hat sich Roger erst jüngst ein rund 120 Kg schweres 24 Zoll Monster mit 6kW Endstufe von Ascendo gegönnt. Die Typenbezeichnung lautet Ascendo SMS G24 DSP:




    Wie bereits erwähnt hat Roger alles selber gekonnt eingemessen. Ich muss sagen, dass ihm die Abstimmung sehr gut gelungen ist. Chapeau Roger! Hier seine Messprotokolle:




    Auch der OLED wurde kalibriert, dieser allerdings professionell:




    Als Quellen nutzt Roger derzeit folgende Geräte:


    - Panasonic UDP 9004

    - Zidoo Z1000 Pro (Mediaplayer/NAS)

    - AppleTV 4K 3. Generation

    - Sony PlayStation 5

    - Vu+ Solo 4K (Kabelreceiver TV)


    Sein NAS ist ein Synology 80TB mit SSD-Cache.


    Bedient, gesteuert (inkl. Licht) wird das Kino über eine Harmony Elite von Logitech.


    Der Sitzabstand beträgt 1:1 zum OLED. Bequem macht man es sich auf einer Dreier-Leder-Couch in Schwarz.


    Fazit:


    Ich begleite Rogers Kino nun schon länger und konnte die verschiedenen Evolutionsstufen hautnah miterleben. Mittlerweile spielt Rogers Kino in Bild und Ton groß auf und gehört mit zu den besten Kinos, die ich bisher erlebt habe. Spürbar hat die räumliche Wiedergabe gewonnen, die nun dank den diversen Diffusoren deutlich plastischer und dreidimensionaler spielt als noch in den Anfängen. Der Sound löst sich nun komplett von den Speakern und baut in der Horizontalen, Vertikalen und vor allem auch in der Tiefe eine tolle Bühne auf. Die Monitore bilden hochpräzise ab und die AV10 konnte in Sachen räumlicher Abbildung der Yamaha ggü. mmn nochmals einen oben drauf setzen. Der Bass ist trocken, kickend und wenn es sein muss mächtig. Die Anbindung an die kleinen Neumänner ist Roger super gelungen. Das spielt sehr harmonisch und sphärisch auf und es macht in jeglicher Disziplin einfach Spaß bei ihm zu hören, ohne dabei zu ermüden. Es nervt nämlich nichts. Es war eine lange und aufwändige Reise, aber seine Akribie hat sich definitiv bezahlt gemacht.


    Das Bild ist sowieso über alle Zweifel erhaben und ich wünschte mir, ich hätte auch den Platz mir den 97 Zöller ins Kino zu stellen. Das Bild wirkt riesig und performed fantastisch. Auch bei Roger taucht man nun wunderbar ein ins Bild.


    Roger meint, dass er nun angekommen ist. Ich kann das durchaus verstehen und wüsste nicht, was er noch besser machen könnte. So möchte ich Roger auf diesem Wege nochmals zu seinem tollen Kino beglückwünschen. Alles richtig gemacht Roger, und, im Gegensatz zu mir, alles in eigener Regie.


    Respekt mein Freund! Du darfst stolz sein auf deine schwarze Perle, dein ‚BLACK PEARL‘. :sbier:


  • Hallo,


    sehr schönes Kino, welches mit viel Herzblut über die Jahre gewachsen ist und Roger hat sich sehr viel Mühe gegeben, aus diesem Filmtempel eine Perle zu machen. :respect:


    Gruss Zervix

  • Coole Sache! Aber eine Frage hätte ich da...


    ... grade die Genelecs bieten sich förmlich dafür an einen Phantomcenter mit den LR Lautsprechern zu machen. Hat er das probiert? Ich kann mir vorstellen das dies noch besser klingen könnte als ein Doppelcenter und der TV könnte auch tiefer. Weniger Reflexionen der Center LS hätte man aucg weil oben und unten doch sehr nah an Boden und Decke ist.


    VG

  • Ich habs heute mit denken und schreiben. Meinte natürlich Neumann. Ändert aber generell nichts an der Frage, weil die den Genelecs ebenbürtig sind :zwinker2:


    Hatte beide schon im Tonstudio und beide können sehr schöne breite Phantomcenter abbilden im Stereodreieck.

  • Keya


    Ich müsste Roger fragen, ob er sich damit auseinandergesetzt und allenfalls getestet hat. Der Doppelcenter ist nicht erst, seit der OLED da hängt. Die waren schon, als Roger noch eine Leinwand da hängen hatte.


    Du bist ja ein bekennender Freund des Phantomcenters. Ich bspw. bin es nicht. Ich kann dir aber versichern, dass Rogers Lösung bestens funktioniert. Es gibt ja hier noch andere Beispiele im Forum, die sehr gut funktionieren ( Aries  ANDY_Cres etc.). Es ist halt ein gewisser Aufwand, aber der kann sich bezahlt machen.


    Auch hier gilt einmal mehr, dass es verschiedene Lösungsansätze gibt, die ein gutes Resultat liefern. Ist letztlich Geschmacksache (und auch ein Einfluss von Psychoakustik, denn sogar meine suboptimale Lösung funktioniert ganz gut :zwinker2:).

    Nichts sieht hinterher so einfach aus wie eine verwirklichte Utopie…

  • Hatte ja selber damit zu kämpfen. Wenn der Phantomcenter mich nicht so gut überzeugt hätte... wäre ein zweiter Center als nächstes dran gewesen, weil ich vom Prinzip auch viel erwarte. War halt eine Idee, die es möglich gemacht hätte den Screen tiefer zu bekommen.


    Was die Frage bzgl. der anderen Zuschauer angeht... das hängt davon ab ob es ein Ego Kino ist und wieviel Wert die Mitgucker drauf legen.

  • Was die Frage bzgl. der anderen Zuschauer angeht... das hängt davon ab ob es ein Ego Kino ist und wieviel Wert die Mitgucker drauf legen.

    Ein Phantomcenter aus oberem und unterem Center wird für die seitlichen Plätze ebenso als Center lokalisiert wie ein echter. Nur bei einem Phantomcenter aus R+L ist das nicht so.

  • Ja, ich meinte mit LR, links und rechts. So habe ich es ja aktuell bei mir und es funktioniert sehr gut. In meinem Raum, mit meinen Lautsprechern sogar besser als ein dedizierter Center unterm Bild. Auf der MLP ist es sowieso mega gut... aber ich sitze auch schonmal rechts oder links von der MLP auf dem Sofa und das Funktioniert immer noch gut mit den Dali Opticon MK2. Die sind aber auch dafür bekannt sehr breit abzustrahlen. Ein Klipsch mit Horn beispielsweise würde wahrscheinlich ausserhalb der MLP nicht so gut funktionieren. Mein Sofa ist 3 Meter breit, erst ganz außen merkt man dann den fehlenden Center, wobei das jetzt auch nicht unhörbar wäre.

  • Schönes Kino, sehr gemütlich!


    Im ersten Moment etwas ungewohnt fand ich, dass das LEDE-Prinzip umgedreht wurde, mit Diffusoren (sehr schön übrigens, welche sind das wenn ich fragen darf?) vorn an den Seiten und Absorbern an der Rückwand. Liegt das an den verwendeten Lautsprechern, dass das Gesamtkonzept so stimmiger klingt?

  • Was auf den Fotos schwer erkennbar ist, dass Roger nicht nur vorne neu mit Diffusoren arbeitet, sondern auch hinten seitlich und an der Rückwand. Begründung: der Raum war vorher nahezu schalltot. In seinem Heimkinoblog, den ich hier im Bericht verlinkt habe, kann man den Aufbau der Wände gut sehen. Man wusste es zu dieser Zeit einfach noch nicht besser. Man sollte sich die Positionierung der vorderen Diffusoren deshalb so nicht abkupfern. Ausser man eskalierte die eigene Absorption. Bei Roger funktioniert diese akustische Korrektur gut, ist aber wie gesagt der Ausgangslage geschuldet.


    Die Module? Ich weiss nur, dass sie nicht günstig sind. Namen / Hersteller werde ich nachreichen.


    Edit/ du hattest noch nach den Lautsprechern gefragt. Ja, die performen sehr gut. Aber 1000x wichtiger ist mmn die Einmessung, und diese ist eben wirklich gut. L/R sind bspw. nicht eingewinkelt, sondern auf 90 Grad positioniert, damit die Diffusoren überhaupt greifen. Funktioniert tadellos, was man rein optisch so nicht erwarten würde. Tricks & Kniffs.

    Nichts sieht hinterher so einfach aus wie eine verwirklichte Utopie…

    Einmal editiert, zuletzt von Stephan V.ideo ()

  • Was auf den Fotos schwer erkennbar ist, dass Roger nicht nur vorne neu mit Diffusoren arbeitet, sondern auch hinten seitlich und an der Rückwand. Begründung: der Raum war vorher nahezu schalltot. In seinem Heimkinoblog, den ich hier im Bericht verlinkt habe, kann man den Aufbau der Wände gut sehen. Man wusste es zu dieser Zeit einfach noch nicht besser. Man sollte sich die Positionierung der vorderen Diffusoren deshalb so nicht abkupfern. Ausser man eskalierte die eigene Absorption. Bei Roger funktioniert diese akustische Korrektur gut, ist aber wie gesagt der Ausgangslage geschuldet.


    Die Module? Ich weiss nur, dass sie nicht günstig sind. Namen / Hersteller werde ich nachreichen.


    Edit/ du hattest noch nach den Lautsprechern gefragt. Ja, die performen sehr gut. Aber 1000x wichtiger ist mmn die Einmessung, und diese ist eben wirklich gut. L/R sind bspw. nicht eingewinkelt, sondern auf 90 Grad positioniert, damit die Diffusoren überhaupt greifen. Funktioniert tadellos, was man rein optisch so nicht erwarten würde. Tricks & Kniffs.

    Finde ich wirklich sehr spannend, wenn mal Kinos abseits den "normalen" Konzepts installiert werden. Den Blog werde ich mir mal anschauen. Ich habe leider noch nie aktive Monitore wie die Neumann hören können.

    Der riesige TV ist sowieso klasse ;-)

  • Hallo,


    Stephan V.ideo

    Nochmal einige Überlegungen :)

    Du hast geschrieben die Subs werden von 25 - 80 Hz eingesetzt, der 24 Zoll AS von 10 - 25 Hz.

    Nur läuft dann der LFE Kanal auch bis 120 Hz ? Oder ist der auch bei 80 Hz begrenzt ?

    Vielleicht die Subs von 40 - 80 Hz laufen lassen (zzgl. LFE bis min. 120 Hz) und den 24 Zoll von 10 - 40 Hz, dann wirst du nochmal mehr Druck im Bass bekommen.

    Ggf. auch einmal 24 Zoll 10 - 50 Hz (bis etwa erste Raummode), die beiden Subs 50 - 120 Hz und erst bei 120 Hz zu den Rest LS übergeben.

    Auch das wird im Bass nochmal mehr Druck erzeugen können.

    Also vielleicht einmal als weitere Option probieren, wenn der Roger Lust dazu hat. :zwinker2:


    ANDY

  • Hallo Andy,


    ob du es glaubst oder nicht… so ähnlich habe ich ihm das auch vorgeschlagen, den ‚Großen‘ doch höher zu trennen. Bis wohin läuft der LFE? Gute Frage… haben wir nicht näher erörtert.


    Roger begründet die Trennung bei 25Hz mit einer ausgeprägte Mode bei 30Hz.


    Übrigens macht der Infra schon Spass und funktioniert egal bei welcher Lautstärke. Das gibt dem Klangteppich quasi wie ein Fundament und eine Größe, die schon cool ist.


    Musst ihn halt mal besuchen mit Pascal zusammen.


    Gruss, Stephan

    Nichts sieht hinterher so einfach aus wie eine verwirklichte Utopie…

  • Hallo Andy,


    ob du es glaubst oder nicht… so ähnlich habe ich ihm das auch vorgeschlagen, den ‚Großen‘ doch höher zu trennen. Bis wohin läuft der LFE? Gute Frage… haben wir nicht näher erörtert.

    Hallo Stephan,


    das glaube ich Dir. :)

    Der LFE läuft normal bis 120 Hz, wobei bei LR4 Trennung auch gern bis 150-160 Hz eingestellt werden kann. Ansonsten verliert der LFE Kanal schon merklich bei 100 Hz Pegel.

    S. auch jüngst die Diskussion z.B. zu Star Trek 2009 Warp Szene. :zwinker2:

    Ich vermute der Roger hat das auch nur bis 80 Hz am Laufen.

    Roger begründet die Trennung bei 25Hz mit einer ausgeprägte Mode bei 30Hz.


    Übrigens macht der Infra schon Spass und funktioniert egal bei welcher Lautstärke. Das gibt dem Klangteppich quasi wie ein Fundament und eine Größe, die schon cool ist.

    Ja normal sollte die erste Raummode erst bei ca. 49 Hz kommen (Theorie) :) .

    Der Punkt ist man sollte den Infra quasi in den Raum modelieren, also damit er Wirkung zeigt OHNE die Raummode zu sehr anzuregen.

    Dazu dann mit dem anderen Bass (Subs) verheiraten. Das ist in der Justage vermutlich nicht ganz optimal zu lösen mit der Vorstufe.

    Vielleicht ist dazu auch eine andere Aufstellung nötig, als es jetzt (nicht mittig Raum) der Fall ist.

    Ggf. sogar vorn mittig die bessere Wahl wäre.

    Anhand der ETC Energie Messung sieht man es auch, das es noch nicht ganz optimal ist.

    Musst ihn halt mal besuchen mit Pascal zusammen.

    Ja das können wir einmal machen und dann ggf. helfen in einer mögl. Optimierung :sbier:


    ANDY

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