Das Multiroom reloaded

  • Mein aktuelles Heimkino soll einige Upgrades und Optimierungen bekommen. Der letzte Bauabschnitt ist mittlerweile 5 Jahre her und wurde ohne viel Wissen bzgl. Akustik usw. umgesetzt.

    Ich plane das Kino in mehreren Bauabschnitten zu erweitern, da ich gerade im Bezug auf Akustik noch einiges planen und hören will. Außerdem lässt sich durch die Abschnitte das Budget etwas besser aufteilen.


    Ausgangslage

    Momentan projiziere ich mit meinem Beamer (BenQ TH681) direkt auf die blanke Kellerwand. Die nicht gerade ordentlich verputzt wurde und lauter Macken aufweist. Die Bildbreite ist aktuell ca. 2,70m.


    An Lautsprechern habe ich ein ein Jamo 5.1 Set bestehend aus

    • 2x Jamo S626 als Front Left/Right
    • 1x Jamo S62 als Center
    • 2x Jamo S622 als Back Left/Right
    • 1x Jamo Sub 660 als Subwoofer


    Befeuert wird das ganze von einem Denon X4500H den ich bereits angeschafft habe um später auf Atmos upgraden zu können.

    Als Sitzplätze haben wir 4x Poäng mit entsprechenden Hockern und unter zweien Buttkicker verbaut die ich mit einem alten Yamaha AVR betreibe.

    Die Decke im Kinobereich ist umlaufend mit einer Abkastung versehen die indirekt durch LED-Strips beleuchtet wird. Im Leinwand Bereich sind 4 Dimmbare Spots verbaut. Die Decke haben wir in einem Anthrazit gestrichen. Die Seitenwände sind mit einem schwarzen Molton-Vorhang versehen und als Bodenbelag ist ein niedrigfloriger Teppich verlegt.


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    Der Raum

    Mein Kino ist im wahrsten Sinne ein Multiroom Kino denn es muss sich den verfügbaren Platz mit einem Fitness und Schlafbereich teilen. An der grundsätzlichen Raumaufteilung möchte ich auch nichts verändern, da uns das Kino zwar wichtig ist Fitness und Schlafbereich aber erhalten bleiben soll.


    Der L-Förmige Raum stellt mich gerade in Bezug auf Akustik noch vor einige Fragen die ich sobald ich die Akustikplannung erweitert habe, gerne mit der HKV-Schwarmintelligenz lösen würde :)

    Der Schlauch, in dem das Kino unterkommt, ist 7,30m x 3,48m x 2,27m (LxBxH). Wobei der hintere Bereich vom Fitness-Bereich genutzt wird. Es können aber z. B. Lautsprecher im Fitness-Bereich an den Wänden hängen und die Rückwand akustisch behandelt werden.

    Etwas tricky ist außerdem, dass eine Abkastung (grob 35x35cm) an der Decke durch den Raum verläuft.


    758-6de5ed8b-large.jpg


    Ziele

    • 5.1.4 Atmos-System
    • Möglichst breites Bild, also AT-Leinwand
    • Elektrische Maskierung der Leinwand (Selbstbau)
    • Raumakustik deutlich verbessern (klingt aktuell wie in einer Höhle)
    • Die Einbauten sollten relativ flexibel sein, da wir zur Miete wohnen
    • Mittelfristig Upgrade des Beamers auf 4K
    • 4 Sitzplätze in einer Reihe
  • Hi =)

    Die Wand links im Kino ist somit tatsächlich "nur" durch Molton verdeckt, und dahinter kommt der Fitnessraum?

    Kann mir vorstellen dass das für die Akustik eine ordentliche Herausforderung wird? Bin ich auch mal gespannt was da für Vorschläge kommen =)


    Planst du die ganze Wand als Leinwand umzugestalten, sodass du für die Maskierung genügend Platz hast? (Technik, Stoffbahn etc) oder soll die Leinwand eher als "Aufsatz block" zum deinstallieren gedacht sein? Du meinst ja, dass das System flexibel sein soll da Miete. Willst du das so bauen, dass du es beim Umzug einfach von der Wand nehmen kannst?


    Alles in allem eine super interessante Sache, mit Herausforderungen!

  • Die Wand links im Kino ist somit tatsächlich "nur" durch Molton verdeckt, und dahinter kommt der Fitnessraum?

    Hier mal eine andere Perspektive des Raums. Der Bereich zwischen Fitness und Kino ist momentan komplett offen und kann es auch bleiben, sodass die z.B. Rears oder Akustikmaßnahmen auch in den Fitnessbereich wandern können. Der Beamer wird auch hinter die Abkastung in den Fitnessbereich wandern müssen um meine gewünschte Bildbreite hinzubekommen. Dazu aber demnächst mehr.



    Planst du die ganze Wand als Leinwand umzugestalten, sodass du für die Maskierung genügend Platz hast? (Technik, Stoffbahn etc) oder soll die Leinwand eher als "Aufsatz block" zum deinstallieren gedacht sein? Du meinst ja, dass das System flexibel sein soll da Miete. Willst du das so bauen, dass du es beim Umzug einfach von der Wand nehmen kannst

    Ja die Nische plane ich durch eine Art Baffle-Wall zu schließen. Das wird ein Holzständerwerk was die Lautsprecher aufnehmen kann. Als Aufhängung für die Leinwand dient und dann auch Befestigungspunkte für die Maskierung bietet. Das wird zwar eine relativ enge Kiste da die Nische 50cm tief ist, aber ich habe hier schon andere Beispiele mit noch weniger Platz gesehen ;)
    Das Ständerwerk bin ich gerade am planen und werde dazu später nochmal was posten.

  • Und weiter gehts. Wie oben erwähnt plane ich ein Holzständerwerk zu bauen, um darin die Lautsprecher unterzubringen und eine Befestigungsmöglichkeit für die AT-Leinwand zu schaffen.

    Ich habe vor auch hier einen Schritt nach dem anderen zu gehen und erstmal nur das Ständerwerk inkl. Regalböden zu bauen.


    Dh. füllen mit Absorbern, Einbau von DBA und ggf. verwandeln in eine Baffle Wall sind erst später geplant. Dafür will ich direkt genug Platz im Ständerwerk lassen um die og. Schritte später umzusetzen. Spricht aus eurer Sicht und Erfahrung etwas dagegen?


    Dann findet ihr anbei eine Skizze wie ich das Ständerwerk inkl. Lautsprechern plane.

    Ich habe probiert mich relativ genau an die Dolby Vorgaben für 5.1 zu halten.



    Wie seht ihr die beiden Streben die recht nah an FL und FR stehen, werden die Probleme verursachen und sollte ich den Fronts lieber etwas mehr Luft lassen?


    Und wie ist das mit den Rears? Ich bin bis vor kurzem davon ausgegangen das ich diese deutlich weiter nach hinten versetze. Wenn ich mir nun die Dolby Vorgabe anschaue sind die ja doch recht nah am Hörplatz. Macht Dolby hier einfach nur eine Vorgabe da die meisten nicht in der Mitte des Raums sitzen können oder warum werden so starke Winkel empfohlen?

  • Hallo Random.dodo.

    Vor die Chassis der Front Speaker / Center / Rears sollte definitiv kein Holz des Holzständerwerks. Bei Subwoofern kann man das vllt. verschmerzen. Ich sehe auch bei dir keine Notwendigkeit das tun zu müssen.

    Du bist ja derzeit noch vollkommen frei, was das bauen angeht. Wenn du später ein DBA bauen möchtest und es jetzt mit vorbereiten willst, geht sich das dann sowieso von deinen derzeitig eingezeichneten Maßen des Holzständerwerks nicht aus.

    Ich denke auch du wirst Schwierigkeiten mit deinen geplanten vier Sitzplätzen bekommen, da dann die Tür nicht mehr aufgehen wird. Ich rechne mit 60cm Breite pro Sitzplatz. Mitte ist jetzt 1,72 von der Wand weg, die Tür selbst ist eine 86er, denke ich. Da wird diese schon nur noch um ein paar Grad zu öffnen sein, da sie sonst am Sitz anschlägt oder wie verhält sich das aktuell mit deinen Pöangs?

    Wie breit planst du die Leinwand? Das bestimmt dann auch den Sitzabstand, oder andersherum:zwinker2:

    Deine Akustikmaßnahmen die in den Bereich des Fitnessbereichs "gehen können", sind denke ich Wunschdenken. Entweder du ziehst dort eine Wand ein und baust die entsprechend damit sie einen akustischen Zweck erfüllt (was ich aufgrund der Mietsituation verstehe, wenn du sagst "mache ich eher nicht") oder du nutzt die Rückwand für akustische Maßnahmen und deine Fitnessgeräte stehen halt mit ihm "Kino".

    Durch deine Vorgaben was bleiben muss, wirst du bei deinem Kino einige Kompromisse eingehen müssen.

  • Hallo sandt1,


    danke für deine Antworten :)

    Wie schaut es mit der Rear-Anordnung (110° zum Platz) aus? Macht es Sinn sich an Dolby zu halten oder sollte ich die vorhandene Raumtiefe noch mehr ausnutzen?

    Ich denke auch du wirst Schwierigkeiten mit deinen geplanten vier Sitzplätzen bekommen, da dann die Tür nicht mehr aufgehen wird.

    Sorry da war mein Plan noch nicht genau genug, bei der Tür handelt es sich um eine Tür die nach außen geöffnet wird. Mit ein Grund warum ich an den Poäng festhalte ist das ich die äußeren beiden bei Bedarf wegschieben kann um so einen perfekten Referenzplatz zu haben. Wenn wir zu Viert schauen ist es halt ein Kompromiss und es gibt keinen 100% Referenzplatz mehr.


    Wie breit planst du die Leinwand? Das bestimmt dann auch den Sitzabstand, oder andersherum :zwinker2:

    Die Leinwand wird eine 16:9 mit einer sichtbaren Bildbreite von 332cm. Der Sitzabstand wird dann 1:1 betragen. Gerade in Bezug auf die Bildhöhe bei 16:9 ist das natürlich etwas gewagt. Wir haben es allerdings mit mehreren Filmen auf der rohen Wand getestet und für uns passt das. Dadurch das ich auch im Kino zocken will ist mir 16:9 wichtig. Wenn Besuch da ist wird es eh meistens 21:9 Content sein was dann ja deutlich weniger Gewöhnungsbedürftig sein sollte.


    Bei der Rückwand im Fitnessbereich wird denke ich mittelfristig ein DBA einziehen um die Raumakustik im Bass-Bereich halbwegs in den Griff zu bekommen.

  • An die Dolby Vorgaben würde ich mich schon versuchen zu halten.

    Ich würde jedoch an deiner Stelle, wenn eh die Einbeziehung der Rückwand geplant ist, auf 7.1 gehen. somit hättest du die Surrounds auf 90 Grad (der eine sitzt direkt neben der Tür) und die Tiefe des weiteren Raums besser genutzt.

    Ok wenn die Tür nach außen aufgeht, dann passt es ja wieder und über die Pöangs wird ja auch hier viel über den Sitzkomfort im Verhältnis zum Preis geschrieben :thumbup:.

    Ich habe selber eine 16:9 Leinwand und sitze nahezu 1:1, von daher wirst du bei mir keinen Aufschrei verursachen:poppy:

    Als nächstes würde ich die seitlichen Erstreflexionspunkte mal berechnen. Je nachdem wie tief das Fenster sitzt wirst du da was basteln müssen.

  • Ja 7.1 wäre cool, würde aber bei meinem AVR eine extra Endstufe brauchen, da ich auch noch 4x Heights verbauen will.
    Außerdem bekomme ich die Surrounds vermutlich nicht an den Wänden unter.
    Und mein Molton-Vorhang würde die Surrounds vermutlich zu stark dämpfen.
    Ich zeichne das aber mal mit ein und tüftel mal ein bisschen.

    Erstmal danke für deine Hilfe und dein Feedback :)

  • Nun noch eine Frage zum fiktiven DBA. Meint ihr das bei der Raumgröße von ca. 25qm (ohne Schlafbereich) ein 4x4 (4 vorn, 4 hinten) DBA mit nicht all zu teuren 12" Chassis (z.B.JBL stage 1210) ausreicht?

    Der Bass muss für mich nicht extrem stark schieben, es geht mehr darum vernünftig wahrnehmbaren Bass zu haben und damit verbundene Moden im Griff zu haben. Deshalb auch das DBA.


    Ich frage das erstmal alles recht vage, da ich im Ständerwerk dann schonmal entsprechende Ständer vorsehen will um dort später die Subwoofer unterzubringen.
    Dazu würde ich dann je nach Chassis mal Gehäuse berechnen und einzeichnen.

  • Das Gitter eines DBA (sprich die Anzahl an einer Wand) richtet sich nicht nach der Größe des Raumes in Qm sonder Breite und Höhe.

    Bei einer Raumbreite von 3,48 dürftest du mit einem 2x2 Gitter hinkommen, wenn ich es richtig im Kopf habe.

    Da ist aber der CrownK2 bessere Ansprechpartner:sbier:(wo lies sich das nochmal nachlesen bis wohin es wirkt?)

    Und ja auch billige Chassis machen Bass, sicher nicht so differenziert wie ein 400€ Chassis. Da muss aber jeder für sich selbst entscheiden.

  • Die nicht voraus kalkulierbare Herausforderung ist eher das offen angrenzende Schlafzimmer.

    Ob ein DBA hier überhaupt greift ist zweifelhaft, mit viel Glück zumindest etwas in den Längstmoden. Dafür müssen die hinteren Sub's dann aber an die Wand im Fitnessraum, aber das hast du aber wahrscheinlich bedacht?

  • Ja, da ich im Fitnessbereich nicht viel Tiefe habe um wirkungsvolle Absorber zu verbauen habe ich auf ein DBA gehofft, was ich deutlich schmaler anlegen könnte.
    Im Fitnessbereich würde ich mit ca. 25cm Tiefe planen die ich von der Wand abziehen könnte.


    Der Schlafbereich ist wirklich tricky und ich habe noch keine Idee wie ich damit umgehen kann. Was leider nicht geht ist ihn Schallhart abzugrenzen sodass wirklich ein Schlauch entsteht.


    Was wäre aus eurer Sicht jetzt ein guter Weg? DBA erstmal außen vor lassen. Ständerwerk bauen und Erstreflektionen behandeln und dann erstmal messen wie der Raum sich verhält?

  • Es geht auch mit 20cm Tiefe, je nach Chassis.

    Da du zur Miete wohnst, würde ich trotzdem auf eine schallharte Wand mit Türe zum Schlafbereich nicht verzichten. Es ist durchaus möglich, eine Wand zu bauen, die nur mit ein paar Schrauben links und rechts an der vorhandenen Wand befestigt ist. Als da wäre ich kreativ genug, um mir das nicht nehmen zu lassen:big_smile:

  • Sehr schönes Objekt mit viel Potential.


    Ich könnte mir gut vorstellen, unter den Unterzug zwischen Kino und Fitness eine -später wieder demontable Ständerwerk"wand" zu bauen mit einer Tür in der Mitte als Zugang zum Fitness und einem Loch über der Tür für den Projektor. Hier könnten die Backsurrounds und u.U. auch zusätzliche Subwoofer für ein Multisub-Konzept integriert werden.


    LG


    Uwe

  • Ja kann ich verstehen. Das bauen wäre für mich auch erstmal nicht das Thema.
    Der Schlafbereich ist so allerdings schon relativ beengt und wenn ich dort noch eine Wand vorsetze wird es zu eng und dunkel im Schlafbereich.

    Unser Schlafzimmer ist 2,75m x 3,5m, weil es eben nur zum schlafen ist, haben die Kids die größeren Zimmer. Und dunkel soll es eh sein, also keine Ausrede:big_smile:

    Aber du kannst es ja erstmal offen lassen und schauen, wie es sich messtechnisch verhält.

    Das DBA kann durchaus auch als Multisub funktionieren, vermutlich durch den offenen Bereich sogar besser.

    An deiner Stelle würde ich jetzt einfach auf ein 2x4er Gitter setzen.

  • Unser Schlafzimmer ist 2,75m x 3,5m, weil es eben nur zum schlafen ist, haben die Kids die größeren Zimmer. Und dunkel soll es eh sein, also keine Ausrede :big_smile:

    Aber du kannst es ja erstmal offen lassen und schauen, wie es sich messtechnisch verhält.

    Ich merke schon ich komme nicht gegen die Argumente an :zwinker2: Aber das klingt doch nach nem Plan. Erstmal offen lassen und schauen wie der Raum sich verhält.
    Also DBA doch schonmal mit einplanen? Habe was von ca. 65L Gehäusen für die JBL 1210 gelesen.

    Die Antwort von Moe mit ~96Hz Grenzfrequenz verunsichert mich allerdings etwas.
    Dh. das DBA kommt auf max 96Hz runter? Bitte seid nachgiebig mit mir, im Bereich Lautsprecher liegt noch eine steile Lernkurve vor mir :beated:

    Ich könnte mir gut vorstellen, unter den Unterzug zwischen Kino und Fitness eine -später wieder demontable Ständerwerk"wand" zu bauen mit einer Tür in der Mitte als Zugang zum Fitness und einem Loch über der Tür für den Projektor.

    Das wäre meine Wunschlösung gewesen, die Fitnessgeräte brauchen aber leider ziemlich viel Platz und stehen fast bis an den Unterzug, deshalb werde ich das offen lassen müssen und den Fitnessbereich mit Akustisch behandeln. Erstmal mit nem DBA an der Rückwand des Fitnessbereich und dann ggf. mit weiteren Absorbern an Wänden und Decke, je nachdem wie der Raum sich dann in den Messungen verhält. Ich hoffe ja noch darauf das dem Schall bis in den Fitnessbereich die Puste ausgeht und ich nicht zu viel im Fitnessbereich machen muss :rofl:

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