"The Compromise" Der steinige Weg zum eigenen Kino

  • Hallo Heimkino Begeisterte,


    willkommen zum Baubericht zu meinem kleinen Heimkino.


    Ich bin noch recht neu hier auf der Plattform, jedoch habe ich schon die ein oder andere Erfahrung in Sachen Heimkino gemacht. Seit ich 2002 vom Heimkinovirus infiziert wurde, träume ich davon, mir ein eigenes Zimmer für mein Kino einzurichten. Da ich ein altes Bauernhaus mit Nebengebäude und Scheune habe, stand für mich relativ schnell fest, dass ein geeigneter Raum für das Kino nur in der Scheune zu realisieren ist. Also wurde erst einmal ein provisorisches Wohnzimmerkino eingerichtet, in welchem ich bis heute gefangen bin. Denn der Weg vom Haupthaus in die Scheune musste erst noch durch das marode Nebengebäude geebnet werden.


    Da der Weg zu meinem Kino ein sehr Steiniger war und ich unheimlich viele Kompromisse eingehen musste, meine Lebenssituation sich vor einigen Jahren stark veränderte, wählte ich den Namen „The Compromise“. Für viele ist ein Kompromiss negativ besetzt, für mich bedeutet er aber auch Flexibilität und Bereitschaft, sich auf veränderte Situationen einzustellen. Ich liebe die Herausforderung aus einem alten Haus viel Lebensqualität heraus zu holen, aber die Würde des Hauses zu erhalten. Ohne Kompromisse geht das nicht und der ein oder andere Kompromiss hat mich persönlich schon viel weiter gebracht, als wenn ich mich ohne Grenzen austoben könnte.



    Ein paar Eckpunkte zu meinem ursprünglichen Konzept:


    1) Ich möchte das Kino in den Wohn- und Lebensbereich integrieren, aber dennoch ein eigenständiges Zimmer dafür haben.


    2) Technik und DVD`s sollen weitestgehend außerhalb des Kinos aufbewahrt werden.
    (Das hat nicht ganz geklappt, weil mir eine Idee, die Möglichkeit eröffnet hat die Filme im Kino aufzubewahren, aber die Technik bleibt weitestgehend draussen.)


    3) Ich möchte keine Unsummen in das Projekt investieren.
    (Darüber muss ich immer wieder herzlich lachen…. )


    4) Ich möchte keine schwarze Höhle, sondern es soll auch ein Raum sein, um Musik darin zu hören und sich dabei wohl zu fühlen.


    In meinem Bauvorhaben soll ein neues Wohnzimmer, Gäste WC (1,5 qm), Vorraum für das Kino (10 qm) und das Kino (23 qm) selbst plus eigenem Technikraum (2,5 qm) entstehen, zusammen etwa 60 qm zu bebauende Wohnfläche.


    Das komplette erste Stockwerk des Nebengebäudes (26 qm) soll mein zukünftiges Wohnzimmer einnehmen. Direkt daran angeschlossen der Vorraum zum Kino, nur durch zwei Treppenstufen und die Fachwerkbalken getrennt und vom Vorraum gelangt man schließlich in das eigentliche Kino.





    Grundriss


    Im Kino sind zwei Sitzreihen eingezeichnet, es wird aber nur eine geben, weniger ist manchmal mehr....


    Leider steht das Kino in meiner Prioritätenliste nicht vorne an, ich baue immer, wie ich Zeit, Lust und vor allem Geld habe. Bis alles fertig ist, werden sicher noch zwei oder drei Jahre ins Land gehen. Das gibt mir natürlich die Gelegenheit, immer noch einmal über Dinge beim Bau nachzudenken. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich alle Arbeiten, bis auf den Dachstuhl des Nebengebäudes, selbst erledige. Zum einen macht es mir Spaß und zum anderen könnte ich sonst ein solches Projekt nicht finanzieren. es ist also die klassische Muskelhypothek.


    Bestand der Gebäude, bevor ich mit dem Umbau angefangen habe:


    In der Scheune war die Ausstattung rudimentär. Das Dach ist gut, die Wände sind größtenteils in Fachwerk ausgeführt, das Holz ist gut, aber die Gefache waren fertig. Es existierten nur Außenwände, was mir natürlich entsprechende Gestaltungsmöglichkeiten gab. Leider sind baulich bedingt nur Deckenhöhen bis 2,20 m möglich und einzelne Teile der Scheune haben unterschiedliche Bodenhöhen.
    Es waren weder Heizung, Strom, Wasser oder Abwasserleitungen vorhanden.


    Hier ein Blick in die Scheune von der Garage aus. Heute wäre das Bild nicht mehr möglich da hier zwischenzeitlich eine neue Decke eingezogen wurde.





    Hier der Blick in Richtung des Nebengebäudes





    Das Nebengebäude, in welchem das Wohnzimmer unterkommen soll, sieht da schon anders aus. Das Dach ist fertig, die Wände auch, bis auf die Hälfte des Erdgeschosses, in welchem ein Teil der Küche und die Heizung untergebracht sind. Also wurde erst einmal ein Bauantrag gestellt und nach dessen Erteilung auch gleich das Nebengebäude bis auf die brauchbaren Bereiche abgetragen. Neue Außenwände wurden hochgezogen, ein neuer Dachstuhl wurde gestellt und das alte Wohnhaus, mit der Scheune, durch das neue Nebengebäude verbunden.




    Blick aus der Scheune in das Nebengebäude 1996


    Soweit zu den Grundlagen meines Heimkinotraumes, ich bin natürlich schon ein bisschen weiter, aber lange noch nicht fertig. Ich werde nach und nach mein Bildmaterial aufarbeiten und ein paar erklärende Worte dazu schreiben. Aber bitte seht mir nach, dass es seine Zeit dauern wird. Zum einen möchte mein Arbeitgeber, dass ich in regelmäßigen Abständen meiner Berufung nach gehe und ich führe alle weiteren handwerklichen Tätigkeiten beim Umbau selbst aus. Das dauert dann halt manchmal länger als man möchte. Manchmal arbeite ich aber auch schneller, als das Geld vorrätig ist. Diese Zeit werde ich nutzen, um Euch auf dem Laufenden zu halten.


    Schöne Grüße
    Frank

  • Das wird ja ein großes und spannendes Projekt, wünsche dir viel Kraft dafür und vor allem viel Spaß dabei!!


    Zu überlegen waere evtl., ob man das Kino um 180°dreht...wenn du eh nur eine Sitzreihe realisieren möchtest, sollte der Platz reichen und auf der anderen Seite könntest du eine etwas breitere LW anbringen.


    Saludo
    tomeu

  • Hallo zusammen,


    danke für die Komentare. :)


    @marcelman; ich bringe Euch nach und nach auf den heutigen Stand. :o)


    kottan; dankeschön. :o)


    tomeu; vielen Dank. Da ich schon deutlich weiter bin, ist schon alles Fix. Aber ich bekomme 3m Leinwandbreite hin, mir reicht das. :o)


    Aus Platznot gab es im Oktober 2003 den Startschuss für mein Kino. Ich brauchte Platz für Betonmischer, Schubkarre, Gerüst und anders Nützliches, beziehungsweise weniger Nützliches, halt alles was man nicht unbedingt in der Wohnung lagern möchte. Alles sollte auf dem Scheunenboden in sechs Meter Höhe sein Lager finden, also sozusagen, direkt über dem Kino. So konnte ich damals zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. In diese Zwischendecke sollten auch schon Rohre für eine Lüftungsanlage mit eingebaut werden, um später einmal nicht im schummrigen Kino zu ersticken. Selbstverständlich sollte der Projektor, damals noch ein Sony VPH 1270, eingehaust werden, um die lästigen Lüftergeräusche zu eliminieren.


    Das heißt, ich hatte in 2003 schon alle Leitungen in die Decke eingebracht und war von nun an, an mein Raumkonzept gebunden.



    Einbau der Deckenbalken 10 x 20 cm





    Die Decke besteht aus der Dampfsperre, 16 cm Wolle und dann 2,2 cm Rauhspund.





    Die Lüftungsrohre in der Decke.






    Die verklebten Rohre von unten.





    Schöne Grüße
    Frank

  • Hallo,


    nachdem ich beim Zwischendeckenbau schon das Thema Be- und Entlüftung in meinem Kino angesprochen hatte, möchte ich gleich mein Konzept dazu vorstellen.


    Zuluft:
    Ich möchte die „frische“ Luft aus dem Vorraum absaugen, damit ich schon vorgewärmte Luft in den Kinoraum bringe. Im Technikraum, unter der Decke, befinden sich die beiden Zulüfter. Der für das Kino, schaufelt die Luft über 125er KG-Rohre in einen Schalldämpfer und von dort, nach unten durch die Bühne in das Kino. Der Lüfter für den Projektor schaufelt durch 70er HT-Rohre die Zuluft unter der Decke entlang, durch die teilweise schon in der Decke verlegten Rohre in die Hushbox.


    Allerdings gibt es hier eine kleine Besonderheit, denn im Wohnzimmer, das direkt an den Vorraum angrenzt steht ein Kaminofen. Damit ich nicht, durch den entstehenden Unterdruck, die Abgase durch den Schornstein herein sauge muss ich für einen Druckausgleich sorgen. Diesen habe ich unmittelbar hinter dem Kaminofen eingebracht, damit ich den Ofen direkt mit Frischluft von Außen versorgen kann.







    Abluft:
    Die Abluft sauge ich aus dem Kino unmittelbar hinter der Sitzreihe in der Decke ab. Sie geht durch die Decke auf den Scheunenboden, durch einen Schalldämpfer und Lüfter nach Außen. Die Abluft aus der Hushbox geht über 70er HT-Rohre wieder zurück in den Vorraum.


    Als Lüfter benutze ich Wallair Rohr-Radial-Lüfter Ø 100 mm für die Hushbox und Wallair Rohr-Radial-Lüfter Ø 125 mm für das Kino. Ich betreibe die Lüfter nicht mit voller Leistung, die Luftgeräusche wären zu groß. Durch einen glücklichen Zufall fand ich in meinem Besitz noch ein Transformator 230V / 110V, welche die GI`s in Deutschland verwenden um ihre, aus Amerika mitgebrachten Geräte, zu betreiben. Dieser Trafo hat genug Leistung, meine vier Lüfter zu versorgen. Die Lüfter, mit 110V betrieben, leisten genug Luftleistung, bei brauchbarer „Lärmbelästigung“. Im Moment überlege ich noch eine Schaltung zu installieren, welche mir erlaubt, die Anlage, zum Durchlüften, mit voller Leistung zu betreiben.





    Schöne Grüße
    Frank

  • Hallo,


    weiter geht es mit den Außenwänden der Scheune, welche sich im Bereich des Kinos befinden. Ich musste fast alle Gefache aus den Außenwänden entfernen
    und neu ausmauern. Die Gefache, welche direkt zur Nachbarscheune gingen, habe ich mit 100mm Ytong Steinen ausgemauert. Die Gefache auf der Rückseite
    der Scheune wurden dann mit Schwemmsteinen ausgemauert.






    Nein, mein „Gerüst“ ist nicht umgefallen, da hat auch nichts gewackelt. Es ist halt blöd, wenn die Böcke zu hoch sind, aber ohne Gerüst nichts geht.



    Schöne Grüße
    Frank

  • Hallo,


    jetzt ging es daran die Wände zu stellen, im Großen und Ganzen waren die Positionen schon beim einbringen der Lüftungsrohre in der Decke festgelegt worden.


    Hier der Blick in die Scheune, während ich aufgeräumt und unnütze Dinge entsorgt hatte. Es ist leider das einzige Bild, welches die Scheune vor dem Umbau im
    Obergeschoss, von innen zeigt.






    Da ich noch nach einer Standesgemäßen Behausung für die AV-Geräte Ausschau hielt, kam mir ein Angebot meines Arbeitgebers gerade recht. Ein 19 Zoll Rack, sollte entsorgt werden, ich fragte freundlich, ob ich es denn kostenfrei für meinen Arbeitgeber entsorgen dürfte, bekam einen Lieferschein und war nun stolzer Besitzer dessen. Es hat hier in der zukünftigen Wand des Technikraumes schon einmal Platz genommen, um später, auf einem eigenen Sockel montiert zu werden.


    Einen Wehmutstropfen gab es allerdings, das Rack war 80cm tief. So passte es leider nicht in meinen geplanten Technikraum. Also habe ich es kurzerhand auf die Tiefe von 60cm, zugegeben ein wenig Stümperhaft, gekürzt. Da das nachher aber sowieso niemand mehr sieht, ist es für mich kein Problem. Das Rack steht wie eine eins, wackelt nicht und ist gerade.


    Jetzt wurden zuerst die Deckenprofile der Wände gesetzt, da hier alles gerade war und man einen Überblick über die Winkel hat.






    Weiter ging es in Richtung Technikraum, hier wurde der Sockel für das Rack gebaut und die Profile für die erste Wandschale gestellt.



    Schöne Grüße
    Frank

  • Hallo,


    als nächstes ging es an die vordere Wand, wo Leinwand und Front hinkommen. In diesem Bereich ist ein Versatz von ca. 30 Zentimeter im Scheunenboden.
    Dieser Versatz ist zustande gekommen, weil ich in der Garage, die dahinter, unten drunter liegt, eine Deckenhöhe von mindestens 2,5 Meter haben wollte. In
    der Garage brauche ich halt Platz, auch nach oben. Wobei zwei fuffzig auch nicht wirklich die Macht sind. Daher war auch an dieser Kante Schluss mit Kino.
    Aber die Länge von 5,3 Meter für mein Kino, reichen mir voll und ganz.


    Die Wand ist mit Blechprofilen, 20cm Dämmung und je zwei Lagen 15mm OSB-Platten aufgebaut. Es gibt hier bewusst keine Steck-, oder Lautsprecherdosen.
    Die werden alle in der Bühne eingelassen.


    Hier die Wand von der Scheunenseite




    Jetzt wundern sich garantiert einige, weshalb ich hinter der Leinwand ein Fenster einbaue.
    Das hat einen sehr simplen Grund. Da unser Bauernhaus, 1894 gebaut wurde, hat es kein besonders üppiges Treppenhaus. Hier scheiterte schon der ein
    oder andere Schank, als er vom Erdgeschoss in den ersten Stock transportiert werden sollte. Also musste ich mir Gedanken machen, wie ich später meine
    Sitzmöbel in Wohnzimmer und auch Kino bekomme. Da ich in der Garagendecke damals eine Luke gelassen hatte, in welcher mich zwischenzeitlich sogar
    ein Elektrischer Hebezug unterstützt, lag es nahe, im Bereich der Leinwand ein ausreichend großes Fenster einzubauen, damit später Sofa und andere
    sperrigen Möbel in die neuen Räumlichkeiten einziehen können. Das Fenster ist übrigens ein gebrauchtes, mit zwei Fenster Flügeln, so kann ich zwischen
    den Scheiben noch 60mm Wolle einbringen und habe neben der zusätzlichen Dämmung auch 100% igen Lichtschutz.





    Dann ging es innen weiter, Dämmung einbringen, Dampfsperre und zwei Lagen 15mm OSB.






    Hier galt es auch den Bodenversatz ausreichend zu dämmen und mit der Dampfbremse zu versehen.







    Schöne Grüße
    Frank

  • Als nächstes kam der Technikraum an die Reihe. OSB- und auch Rigipsplatten wurden gleich aufgeschraubt, damit ich den Strom Verteilerkasten setzen
    konnte. Weil die Hauptsicherung schon einmal draußen war, wurde der Stromanschluss im Haus gleich auch von 1 x 25A auf Drehstrom 3 x 36A umgestellt
    und die drei Verteiler- und Zählerkästen neu bestückt und verdrahtet.





    Dann ging es daran das Rack final zu verschrauben.





    Jetzt bekam das Rack noch Seitenwände spendiert. Diese sollen später noch mit Noppenschaum verleidet werden. Weil der Noppenschaum sich so
    schlecht reinigen lässt, wird er erst eingeklebt, wenn mein Kino in Betrieb geht.








    Die Langlöcher im Rackboden sind für Leerrohre, welche verlegt werden, wenn der Trockenestrich im Technikraum eingebracht wird.





    Schöne Grüße
    Frank

  • weiter geht es mit der, auf die Leinwand gesehen, linken Außenwand. Wie im Plan (Beitrag 1) zu sehen, sollte diese schräg nach vorne zu laufen.
    Hier verschwende ich ein bisschen Platz, aber die Optik der schräg nach vorne zulaufenden Wände war es mir wert.






    Um den Platz nicht vollends zu verschwenden plante ich eine Subwooferkiste in der Wand, auf einem Viertel der Raumlänge, ein. Heute würde ich
    den Subwoofer zwar nicht mehr dort einplanen, da ich mich mit der Position doch sehr festgelegt habe, aber falls alle Stricke reißen, kann ich das
    Loch mit Wolle, Folie und Rigips zu machen und gut ist es. Deshalb lasse ich es erst einmal so und teste, wenn ich soweit bin, ob ich mir damit
    nicht ein akustisches Ei gelegt habe.









    Unter der Folie sieht man noch, dass ich im Bereich der Lampen und Lautsprecher OSB Reste verbaut habe, so kann ich die Lautsprecher später
    einfach mit Spax-Schrauben an der Wand fest machen und habe kein blödes Gefummel mit Hohlraumdübeln.






    Auf dem letzten Bild ist die Wand soweit in OSB fertig.
    An den Sesseln sieht man, dass ich hier schon ein wenig mit den Sitzpositionen herumgespielt hatte.






    Schöne Grüße
    Frank

  • weiter geht es mit der Wand zum Vor- und Technikraum. Hier stand schon die erste Trennwand mit 50mm Profilen. Jetzt wurde eine weitere Wand mit 70mm Profilen davor gestellt. Hiermit wollte ich einen etwas höheren Schallschutz erreichent. Und ganz ehrlich, eine dickere Wand macht irgendwie mehr her…..
    In dieser Wand wurden im Bereich des Technikraumes gleich das Rohr für die Zuluft im Bodenbereich der Bühne und eine Kabeldurchführung eingebaut.







    Zur normalen Tür wird es bei mir auch noch einen Nebeneingang ins Kino geben. OK, er ist ein wenig klein geraten, aber für die Katzen in unserem Haushalt reicht der Durchgang vollkommen. Die Katzen sind fast immer im gleichen Raum und ein ständiges rein und raus zur normalen Tür würde mich sehr stören, deshalb kam mir die Idee mit der Katzenklappe. So kann die Tür geschlossen bleiben und die Miezen können doch rein und raus wie sie wollen.





    Weiter geht es mit dem Wandaufbau. Die obligatorischen OSB Reste fanden auch hier, als Befestigungshilfe für Lautsprecher und Wandlampe, Verwendung.
    Die Wandverkabelung wurde eingebracht und gleich noch einen Satz 2 x 6² für eventuelle Subwoofer an der Rückwand eingezogen.





    Hier noch einmal die, in OSB, fertig gestellte Wand. Rechts von der Tür sieht man auch schon die Kabel für die Futronix P 400 Lichtsteuerung.





    Schöne Grüße
    Frank

  • weiter geht es im Technikraum. Hier wurde im Bereich zum Vorraum der Rohrdurchlass für die Lüftung eingebaut. Ein KG-Rohr 125mm Ø.
    Unter der Decke des Technikraumes wurden die Rohre weiter geführt und teilen sich in den Strang für die Raumluft, mit einem 125er Lüfter
    und den Strang für die Projektor Zuluft, mit 100mm Ø, auf.







    Noch einmal etwas näher an den Lüfter für die Zuluft des Projektors.





    Hier sieht man durch die Tür aus dem Vorraum, wie die Rohrleitung von der Decke nach unten und dann in Richtung Kino durch die Wand geht.
    Der dickere Teil des Rohres ist mein Schalldämpfer, hier gehe ich von 125mm auf 150mm und habe im Rohr einen Noppenschaum eingelegt.
    Der Effekt ist schon sehr gut, vielleicht werde ich aber doch noch einen handelsüblichen Schalldämpfer verbauen, mal sehen. Das entscheide
    ich, wenn die Türen eingebaut und das Rack zum Kino abgedichtet ist. Zurzeit hört man noch zu viel Direktschall des Ventilators.






    Natürlich betreibe ich die Lüfter nicht direkt an 230V, sie sind zwar an normale Wandsteckdosen angeschlossen, welche allerdings nicht mit 230V
    gespeist sind. Hier kommt jetzt der untere Teil meines Racks ins Spiel. In diesem Bereich werden alle 230V Anschlüsse verschaltet. In das Rack
    gehen drei unterschiedliche Phasen, eine für die Lüftung, eine für das Licht und die dritte für die AV-Geräte. Alle Lampen und Steckdosenkabel
    landen hier, das heißt, ich kann nachträglich alle Stromkreise verwalten und zur Not aus einer Steckdose, einen Anschluss für eine Stehlampe
    machen, welche ich nach Belieben in den Lichtkreisen verschalten kann.





    Um Standby-Verbrauch zu vermeiden, habe ich ein Techniknetz geschaltet. Das bedeutet, wenn ich das Techniknetz einschalte, bekommen alle
    Geräte Strom und die Lüftung für den Projektor geht an. Diese Verschaltung wurde mit einem Schütz (großes Relais) realisiert. Es gibt allerdings
    auch noch ein Dauerstromnetz für Geräte, die durchlaufen müssen.


    Für die Raumluft kommt das zweite Schütz ins Spiel, mittels Taster wird die Lüftung eingeschaltet. Ich betreibe die Lüftung nur mit 110V, diese
    Spannung bekomme ich durch den schwarzen Transformator, welcher unten links im Rack steht.






    Hier sieht man die Taster, die linken beiden für das Techniknetz und die rechten beiden für die Raumlüftung, dass die roten jeweils die Austaster
    sind, dürfte klar sein. Ich suche noch nach der Möglichkeit, dass mir jemand die Frontplatte entsprechend graviert, aber im Moment überlege ich sogar,
    noch einen weiteren Taster für die Raumlüftung einzubauen, damit zum schnellen Durchlüften, volle 230V an den Raumlüftern anliegen.



    Schöne Grüße
    Frank

  • Hallo zusammen,


    bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich im Kino bauen, jetzt musste aber der Weg zum Kino geebnet werden. Das bedeutete, dass das Nebengebäude abgerissen und neu aufgebaut werden musste.
    Diesen Teil erspare ich Euch einmal, das war sehr langwierig und eine größere Muskelhypothek, da ich bis auf den Dachstuhl alles alleine gebaut habe.


    Dann passierte einige Zeit lang nichts, um genau zu sein….


    fünf Jahre und eine Scheidung später…


    So läuft das Leben, ich hätte nie gedacht, dass die Beziehung meiner (Ex)Frau und mir jemals zerbricht...
    Immerhin waren wir 29 Jahre zusammen und 22 Jahre davon verheiratet...


    Versuchend die Trennung und die Scheidung zu verarbeiten habe ich mich erst einmal zurückgezogen. Zerfressen von der Furcht, mein Haus auch noch zu verlieren, gefrustet, das Geld zusammen halten zu müssen und hoffend, dass nichts größeres kaputt geht.
    Sinnierend über den Sinn meines Lebens und für wen ich das letztendlich alles mache...


    „Du machst alles nur für Dich, also mach weiter“.


    Da alle flüssigen finanziellen Mittel, zusammen mit meiner Exfrau ausgezogen waren, musste ich etwas kleinere Brötchen backen. Wichtig war, erst einmal zu sehen, ob ich das Haus weiter alleine halten kann, immerhin ist noch eine Hypothek drauf. Nach etwa einem Jahr war mir klar, dass ich die Restlaufzeit der Hypothek überstehen kann, ohne mich zu verausgaben, es blieb sogar immer
    noch ein bisschen Geld übrig. Also fing ich an, mit meinem Ausbau weiter zu machen, langsamer, immer so wie Geld zur Verfügung stand, aber es ging weiter.


    An den Weiterbau des Kinos war erst einmal nicht zu denken, immerhin war ja noch das betriebsbereite Provisorium im Wohnzimmer verfügbar. Außerdem verschieben sich die Prioritäten ein wenig, wenn man plötzlich Single ist. Wichtig wurde mir, einen beheizbaren, 35 Quadratmeter großen zusätzliche Raum in der Scheune einzurichten, um diesen als Werkstatt für Holzarbeiten zu nutzen. Der Raum ist zwar noch nicht fertig eingerichtet, aber das wichtigste zum basteln ist drin, ich habe sogar noch ein paar nette Maschinen gekauft. Das eröffnet ganz andere Möglichkeiten, wenn man auch im Winter, ohne sich den Hintern abzufrieren, basteln kann.


    Jetzt komme ich zu dem Punkt, wo es hier im Forum wieder interessant wird, zu berichten. Ich muss jetzt so langsam mein altes Wohnzimmer, welches ja auch als Wohnkino genutzt wird, auflösen, damit ich im Anbau weiter arbeiten kann. Also muss das Kino weiter gebaut werden, sodass ich Filme darin schauen kann. Es wird in überschaubaren Schritten weiter gehen, weil ich ein Auge auf das Geld haben muss. Neue Audio und Videotechnik wird es erst einmal nicht geben, vorerst ziehen die alten Geräte in den neuen Raum ein, wenn ich mit den gestalterischen Arbeiten soweit fertig bin.
    Wenn das Haus in etwa drei Jahren abbezahlt ist, können wir über neue AV Technik reden und da freue ich mich wahrlich darauf.



    Schöne Grüße
    Frank

  • Hallo zusammen,


    jetzt kommt der aktuelle Stand in den angrenzenden Räumen um das Kino herum.
    Dann geht es dann mit Neuigkeiten im Kino weiter.







    Die Schränke stehen schon in der Baustelle, weil ich die Möbel hier geparkt habe. Ich möchte die alten Möbel ungerne in der ungeheizten
    Scheune lagern, bis ich sie final aufstellen kann. Der Apothekerschrank, aus den 1950ern, kommt in mein Arbeitszimmer. Der Wikingerstuhl ist ein Selbstbauprojekt.







    Auf diesem Bild erkennt man vielleicht ein wenig, weswegen ich mein altes Wohnzimmer mit Wohnkino auflösen muss. Im hinteren Teil erkennt
    man mein Arbeitszimmer, welches später in das alte Wohnzimmer kommt. Das Arbeitszimmer brauche ich dringender als ein Wohnzimmer.


    Hier jetzt der Vorraum zum Kino, hinter dem Heizkörper muss noch eine zweite Lage Rigips installiert werden, das mache ich, wenn ich den Raum
    mit Tapete und Holzboden fertig mache. Der 50er Jahre Apothekerschrank wird später, wenn er aufgearbeitet ist, nur ein klein wenig nach links
    verschoben um den Katzeneingang zum Kino frei zu geben.





    Im Vorraum gibt es drei Türen (okay, bisher nur zwei…), die linke öffnet den Weg zum Kino, die mittlere zum Technikraum und die rechte Tür führt
    zum Gästeklo. Die dritte Tür wird installiert, wenn ich den Fliesenboden aus meinem alten Arbeitszimmer heraus gestemmt habe. Ich möchte beim
    Bauschutt Transport nicht schon den Rahmen zerkratzen.




    Im Gästeklo müssen noch die Dehnfugen zwischen Bodenfliesen und Sockel gezogen werden, die Tapeten müssen an die Wand und der Thron muss
    installiert werden. Die Kloschüssel wird erst montiert, wenn die Tapeten kleben, sonst falle ich ständig über die Schüssel beim tapezieren.




    Hier der Technikraum, unter der Folie schlummert noch ein Vertiko aus der Gründerzeit, welches hier nur geparkt ist, bis ich einen Platz im Wohnzimmer
    dafür habe. Alte Möbel muss man halt kaufen, wenn sie einem angeboten werden, wenn man sucht findet man meist nichts gutes.
    Im Technikraum werden später auch der Router und die Verteilung der Cat Kabel für das ganze Haus platziert.
    Die Tür auf der anderen Seite führt zu meiner Holzwerkstatt und ist zugleich auch der Hintereingang in die Wohnung.





    Schöne Grüße
    Frank

  • Wie beim Kino Vorraum, dem WC und dem Technikraum musste ich den Boden erst einmal grade bekommen. Unter diesen
    Räumen ist der ehemalige Schweinestall, hier hatte man in 1877, Preußische Kappen, das sind Ziegeldecken, die ähnlich wie
    ein Gewölbe funktionieren, eingebaut. In den vorderen Räumen musste ich zwischen vier und sechzehn Zentimeter Trockenschüttung
    einbringen um den Trockenestrich zu verlegen. Die Schüttung muss in den dickeren Bereichen ab zehn Zentimeter verdichtet werden,
    damit sie später dort nicht zusammensackt.
    Im Kino hatte ich an der tiefsten Stelle aber schon 24 Zentimeter aufzufüllen, irgendwie war mir das nichts und ich habe hier eine
    Kantholz Lösung verbaut.









    Als Belag kam Rauhspund, welchen ich bei mir noch zwei Jahre zum trocknen liegen hatte und, bevor er montiert wurde, einmal durch
    den Dickenhobel gejagt wurde. Das war einer der Momente, wo ich heilfroh war, Single zu sein. Die Frau an meiner Seite hätte mir die
    Murmel herum gedreht.... mehrfach... Ich musste das übrigens hier machen, draußen hatte es geschneit und ich brauchte etwa zwölf Meter
    verfügbare Länge. Brettlänge, also fünf Meter, zum einfädeln, der Hobel und wieder fünf Meter zu ausfädeln. Nebenbei hatte ich über
    400 Liter feinste Hobelspähne produziert... Das mache ich so nie wieder...., wer weiß..., hat aber Spaß gemacht.
    Ich habe die Bretter in fünf Etappen gehobelt, also bitte die Späne mal fünf nehmen.





    Unter den Sitzmöbeln fand auch gleich ein Bodentank Platz, mit Strom und Leerrohr, wer weiß, was mir noch alles einfällt.





    Tja, und dann hat der Spezialist vergessen Bilder zu machen, als der Boden final verlegt war.
    Übrigens, die Räume unter dem Kino sind beheizt, weswegen ich hier keine Dampfsperre benötige.



    Schöne Grüße
    Frank

  • ich bitte zu bedenken, dass die folgenden Bilder mit einem 10mm Weitwinkel Objektiv gemacht wurden.
    Wenn da etwas schepp aussieht, könnte es die Verzeichnung der Optik, oder doch meine nachlässige handwerkliche Ausführung sein.


    Die Raummaße: Länge 5,21m, Breite vorne 3,67m, Breite an der breitesten Stelle 4,76m und die Breite der Rückwand 3,58m


    Die Raumhöhe: 2,19m an der höchsten Stelle.


    Asymmetrisch im Raum ist ein Deckenbalken, welcher nicht zu entfernen ist. Im hinteren Teil ist noch eine Diagonalstrebe, sie ist ebenfalls
    notwendig. Die Diagonalstrebe im vorderen Teil konnte ich entfernen und dafür habe ich eine, in Verlängerung des Balkens, in meiner
    Werkstatt verbaut, welche die Funktion der entfernten Strebe übernimmt.


    der Kinoraum, wie er Anfang Januar 2019 aussah:




    Im Türrahmen stehend, der Blick in den Raum.
    Die Leinwand kommt rechts, wo zur Zeit die mobile Werkbank steht, hin.




    Der Blick von hinten rechts nach vorne links.




    Der Blick von hnten links, nach vorne rechts




    Das wird der Blick vom Hörplatz zur Leinwand werden. An der Frontwand erkennt man schwarze Gaffa Tape Ecken, dort soll die Leinwand
    hin, 16/9, 300cm Bildbreite.




    Ein paar Erklärungen zum Raum:


    Das Fenster, welches Ihr an der Frontwand seht, benötige ich um größere Möbel in den ersten Stock des Hauses zu bringen.
    Das Treppenhaus im Haupthaus ist so eng, dass ein Sessel hoch zu bringen, schon fast eine unlösbare Aufgabe darstellt. Das Fenster ist so groß,
    dass ein normales Sofa durch passt und es ermöglicht mir lange Gegenstände ins Haus zu bringen (Leinwand...).
    Die Leinwand möchte ich klappbar machen. Ich rechne damit, dass ich vielleicht alle zwei oder drei Jahre an dieses Fenster muss.


    Das 19 Zoll Rack soll die Geräte beherbergen.


    Die Dartscheibe ist in der Wand eingelassen und soll mittels Türen zu erreichen sein, also im Normalfall nicht sichtbar verborgen.


    Die hinteren Ecken wurden im Winkel abgestellt und beherbergen selbst gebaute DVD Regale. Die Regale bleiben hinten offen und bekommen nur eine
    Rückwand aus schwarzem Stoff und an den Böden schmale leisten, damit die DVD's einen Anschlag haben. Man sieht 4cm Wolle, dann kommt die
    Dampfsperre und der Rest der Ecke ist komplett mit Wolle verfüllt. Vielleicht habe ich Glück und ein paar tiefere Frequenzen tappen in meine Falle.



    Schöne Grüße
    Frank

  • Hallo Frank,


    sehr schönes Projekt und tolle handwerkliche Umsetzung….nicht nur was das Kino angeht. Die Räume wirken schon auf den Fotos sehr gemütlich….und auch von mir Respekt dafür, dass Du dich wieder berappelt hast und Dein Ding weiter durchziehst. :respect::respect:
    Die Steinwand im Vorraum gefällt mir auch sehr gut….so einen Stein suche ich auch noch. Ist das der Luberon?


    Grüße
    Franz

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