Grobplanung Heimkino mit Detailfrage: SBA / DBA Umsetzung trotz Türe in der Rückwand?

  • Kann ich dir die Tage raussuchen, funktioniert aber nur bis etwa 90Hz, danach wirds kacke. Da ich die LCR bei 80Hz ankoppeln will, ist es nicht so schlimm und Dämmung kommt auch noch rein. Hinter meiner Trockenbauwand kommt noch ein 20qm Raum. Ich vermute der Bass kann dort auslaufen.

  • Ich habe mir nun ein UMIK-1 Messmikrofon bestellt und werde den Raum akustisch vermessen. Hier habe allerdings keinerlei praktische Erfahrung. Sollte ich etwas bestimmtes beachten, um explizit den Einfluss der Trockenbauwand herauszumessen?

    Messequipment: UMIK-1, PC, REW. Als Ausgabequelle habe ich insgesamt 2 Play 5 Sonos Lautsprecher nebst Sonos Sub zur Verfügung - die ich direkt an den PC koppeln kann. "Richtige" Lautsprecher habe ich noch nicht, werden erst angeschafft, wenn das Konzept steht.

    Geplanter Messaufbau: Lautsprecher in die Ecke(n) an der Betonwand, Messmikrofon diagnoal in die Ecke an der Trockenbauwand.


    Haut das hin? Sollte ich 1 oder 2 Lautsprecher verwenden?


    Ich hoffe ich bekomme das in den Griff, schön wäre ein SBA an der Betonwand mit Dämmung (notfalls mit Beplankung) an der Trockenbauwand.

  • Hier reicht ein Subwoofer zum messen aus, da zur Beurteilung nur bis max. 150Hz nötig sind, eher sogar nur bis 100Hz.

    Würde den Sub direkt an die Front stellen, muss nicht zwingend in der Ecke sein.

    Dann mit 90db Pegel im Tefton messen, wenn der Sub das kann, wenn nicht dann soviel wie es geht.


    Messbereich: 0-150Hz


    Messpositionen:

    - In der Raummitte des eigentlichen Kinos

    - direkt vor der Trockenbauwand "im" Kino

    - direkt vor der Trockenbauwand im

    Technikraum

    - direkt an der Rückwand im Technikraum

  • :thumbup: super, danke, das sollte so klappen.

  • Aber nochmal zum Verständnis zum DBA: Die Rückwand eines DBA (also bei mir die Trockenbauwand) müsste zwingend schallhart sein, richtig? Oder anders gefragt: Die rückseitigen Subs des DBA müssten mit wenig Abstand an einer schallharten Wand angebracht sein. Bei mir wären sie durch die akustisch durchlässige Trockenbauwand (da aktuell unbehandelt) quasi mit 290 cm Entfernung zur nächsten Betonwand (also "mitten im Raum"), was wohl nicht funktionieren kann bzw. unbeherrschbar sein wird, oder?

  • Aber nochmal zum Verständnis zum DBA: Die Rückwand eines DBA (also bei mir die Trockenbauwand) müsste zwingend schallhart sein, richtig? Oder anders gefragt: Die rückseitigen Subs des DBA müssten mit wenig Abstand an einer schallharten Wand angebracht sein. Bei mir wären sie durch die akustisch durchlässige Trockenbauwand (da aktuell unbehandelt) quasi mit 290 cm Entfernung zur nächsten Betonwand (also "mitten im Raum"), was wohl nicht funktionieren kann bzw. unbeherrschbar sein wird, oder?

    Mache erstmal die Messungen, dann kann man weiter schauen. Bei zu durchlässiger Trockenbauwand ist ein DBA grundsätzlich schon raus, eher noch ein SBA draus machen oder halt mehr beplanken.

    Aber es wird sich zeigen.

  • So ich melde mich zurück - nach einem Crashkurs REW & UMIK-1 habe ich nun folgende Messungen durchgeführt und poste hier die Ergebnisse:


    (A) Audioquelle: Play5 + Sub an der vorderen Betonwand, mittig

    (M.K.1) Messposition: In der Raummitte des eigentlichen Kinos

    (M.K.2) Messposition: Direkt vor der Trockenbauwand im Kino

    (M.K.3) Messposition: Direkt vor der Trockenbauwand im Kino / Ecke

    (M.T.1) Messposition: Technikraum direkt vor der Trockenbauwand im Technikraum

    (M.T.2) Messposition: Technikraum - Rückwand im Technikraum - allerdings vor einem großen Regal mit Glaswand


    Anmerkung: Grundrauschen im Kinoraum 50 dB, im Technikraum ca. 54dB aufgrund eines Lüfters im Technikraum der 24/7 läuft. Bei Messung MK3 musste ich Level wie folgt anpassen: -12 sBFS auf -19,30 dBFS.


  • Grundsätzlich ist wie zu erwarten schonmal klar zu erkennen, dass hier eine "Vermischung" beider Räume stattfindet.

    Die 1. Längstmode vom Kinoraum bei 25Hz, ist vor der Trockenbauwand praktisch nicht vorhanden und geht vollständig durch.

    Die 2. und 3. Längstmode bei 50Hz und 75Hz ist trotz der Trockenbauwand real der Raumlänge und sehr stark ausgeprägt.

    Im Technikraum vor der Betonwand, wäre normal die 1. Längstmode bei 17Hz stark ausgeprägt, diese verschiebt sich etwas nach oben unter knapp 20Hz und ist aber mit sehr wenig Energie kaum ausgeprägt.

    Hier ist die Frage, was der Sonos Sub dort überhaupt noch reproduziert, um diese stark anzuregen.


    Positiv hervorzuheben wäre hier, dass "eigentlich" nur ab 50Hz aufwärts effektiv bedämpft werden müsste, was mit überschaubaren Materialeinsatz und sehr hohen Absorbtionsgrad möglich ist.


    Das Dilemma, was ich bisher beobachtet habe ist, dass hier die 25Hz nach der Bedämpfung auf einmal wieder vorhanden sind, weil der Strömungswiderstand des Absorbers mit 5kPa. oder 6kPa. deutlich zu hoch ist und diese reflektiert.

    Da die Trockenbauwand für so tiefe Frequenzen akustisch nicht vorhanden ist, würde der Absorber ziehmich nah an der Schnellezone sitzen, was prinzipiell natürlich erstmal optimal und auch gewünscht ist.

    Das funktioniert bei solchen Dimensionen wie hier mit über 3m Dicke, nur mit einem Akustikvlies und einem Strömungswiderstand von 1kPa.

    Davon 60cm im Kino vor der Trockenbauwand und 60cm im Technikraum vor der Trockenbauwand.

    Das ist utopisch viel mit über 10m3 Material, abgesehen vom Preis.


    Ich persönlich würde hier die Trockenbauwand verstärken und ein DBA installieren.

  • Du hast nicht zufällig soviel Mineralwolle da, um die Rückwand 60cm zu bedämpfen?

    Mit eingepackten Paketen lässt sich so auch eine Tendenz erkennen, auch wenn diese etwas komprimiert sind.


    Wobei, Dämmmaterial benötigst du eh für vorne und hinten, auch beim DBA, auch wenn nicht so dick. So könntest du aber im Vorfeld ein SBA testen.

  • Du hast nicht zufällig soviel Mineralwolle da, um die Rückwand 60cm zu bedämpfen?

    Mit eingepackten Paketen lässt sich so auch eine Tendenz erkennen, auch wenn diese etwas komprimiert sind.


    Wobei, Dämmmaterial benötigst du eh für vorne und hinten, auch beim DBA, auch wenn nicht so dick. So könntest du aber im Vorfeld ein SBA testen.

    Nein, leider habe ich soviel Mineralwolle nicht da und Mineralwolle gerne mit Akustikvlies ersetzen - wenn auch teurer. Allerdings könnte ich dies ggf. besorgen, für die Seiten und Decken und (falls DBA) vorne und hinten würde ich tatsächlich sowieso einiges benötigen.


    Also ich kann Deine Aussagen oben gut verstehen und es klingt plausibel. Durch das SBA werden u. U. durch Reflektion am Absorber Moden des Kinoraums störend, die unbehandelt nicht zu Tage treten. Jetzt braucht es nur noch eine Lösung für das Dilemma. Ich scheue keinen Aufwand die Trockenbauwand zu bearbeiten oder sogar eine weitere Wand einzuziehen, wichtig wäre es halt, dass die Maßnahmen auf "baustellenseite" im Kino bleiben. Die andere Seite ist fix & fertig und komplett eingerichtet inkl. Elektro, Fußboden nebst -leisten, verschraubte Einrichtungsgegenstände an der Wand, usw. In der Trockenbauwand ist Elektroinstallation, LAN usw.. Klar, bevor das Heimkino gar nichts wird müsste ich halt ...


    Wie könnte eine einseitige Beplankung / Maßnahme aussehen um doch noch einen DBA (z. B. vorne 2x3 und hinten 2x2) zu realisieren?

  • Das Dilemma, was ich bisher beobachtet habe ist, dass hier die 25Hz nach der Bedämpfung auf einmal wieder vorhanden sind, weil der Strömungswiderstand des Absorbers mit 5kPa. oder 6kPa. deutlich zu hoch ist und diese reflektiert.

    Das hattest du schon mal irgendwo mit Messungen gepostet, oder? Gibt es einen Link?

    Ansonsten stimme ich dir in fast allen Punkten zu. :)

    Mit 5kPa würde ich nicht über 50 cm dicke gehen, ob die 25 Hz Mode davon beeinflusst wird? Da der TE Akustikvlies bevorzugt würde Caruso mit 3kPa und 60 cm preislich auch passen und noch bessere Ergebnisse liefern. Und sollte keinen negativen Einfluss bei 25 Hz haben.

    Ich bleibe beim SBA.

    :sbier:

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