A Dark Song (2016)
Amazon Kaufstream (War sonst nirgends zu bekommen), HD, 5.1 OV mit Auromatic
Sophia (Catherine Waalker) mietet in Wales ein Anwesen und heuert den Okkultisten Joseph Solomon (Steve Oram) an, um ein komplexes und langwieriges Ritual durchzuführen.
Bis auf wenige Szenen findet der Film in diesem Haus mit diesen beiden Protagonisten statt. Sophia ist sehr entschlossen, aber ein wenig ungeduldig, doch die Zügel hat Joseph in der Hand, der alles andere als ein einfacher Zeitgenosse ist. Auch wenn wir viel von Vorbereitung ud Durchführung von Teilen des Rituals mitbekommen, ergeht sich der Film nicht in irgendwelchen irrelevanten Details. Es braucht auch seine Zeit, bis wir die echten Motivationen beider Figuren erfahren.
Das Ritual selbst zieht sich über Monate und ist daher weit weg von Genrefilmen in denen es um irgenwelche Beschwörungen geht, die man mal nebenher am Abend macht.
Beide Figuren reiben aneinander was nicht ohne Konflikte bleibt. Als Zuschauer fragt man sich die ganze Zeit, ob der Film sich wirklich übersinnlich entwickelt, oder ob alles nur eine Masche sein könnte. Die Spannung erzeugt der Film über eben die Reibung und die exorbitante psychische wie physische Belastung Sophias. Was erstmal schwurbelig und langweilig klingt empfand ich tatsächlich als sehr kurzweilig. Kameraarbeit, Set-Design und vor allem die Leistung beider Darsteller überzeugen auf ganzer Linie.
Der Film wird zunehmend creepy und ist eher ein echter Nail-Biter als ein Es-springt-mich-an-Horror. Im hinteren Drittel zieht er dann das Tempo deutlich an. Da ich "gut" darin bin in solche Filme einzutauchen habe ich hinten heraus tatsächlich ein wenig Umgebungslicht angeschaltet.
"A Dark Song" sieht man im Genre immer mal wieder in Listen bzgl. Geheimtipps (Hidden Gems) und nach Sichtung muss sich sagen: Zurecht!
Ob man mit dem Thema und der gesamten Storyentwicklung etwas anfangen kann ist ein anderes Thema, aber die Umsetzung ist hervorragend gelungen.
Von mir gibt es 7 von 10 rollende Köpfe