Pimp my Box !

  • Nach dem die ICEQB´s nun bald einem Ende zugehen, möchte ich meine ersten Gehversuche mit den Lautsprechern machen.


    Nach dem mir bei Visaton die 50 mm Kalotten so gut gefallen hatten, habe ich mich noch einmal an meine MBL 311 erinnert, die bei mir rausgeflogen waren, weil sie für das Heimkino zu wenig belastbar waren. Davon stehen noch 6 Stück in meinem Keller. Den Mitteltonbereich der MBL 311 hatte ich im Vergleich zu den Dynaudio Contour T2.5 als besser empfunden. Was liegt also näher, als die MBL Kompaktboxen (200mm breit, 250mm tief, 430 mm hoch) im Tieftonbereich zu unterstützen.


    Zunächst habe ich mir die MBL 311C4 dafür noch einmal näher angesehen.


    >>> Beschreibung
    >>> Ansicht


    Der Neupreis in 1998 war tatsächlich 2200 DM pro Stück. :mad:


    Die Bestückung von oben nach unten.



    Den Hochtonbereich übernimmt der >>> Soft Dome Tweeter D21/2 von Dynaudio
    Er spielt in einem Bereich von 4000 Hz bis Fledermaushohen 45000 Hz
    Dieser Hochtöner stellt vermutlich keine Limitierung in der Lautstärke dar.
    Er nimmt nominal 130 Watt Leistung entgegen.


    Die Gnadenlosen haben da für Ihren Test 1000 Watt reingejagt. :dry:


    Unterhalb 4000 Hz überlässt er das Feld einer >>> Dynaudio Kalotte D-52 AF die bis 700 Hz spielt.
    Auch die Mitteltonkalotte ist mit Nominal 200 Watt relativ hoch belastbar.


    Beide Kalotten sind passiv passiv getrennt und hängen an einem Lautsprecherterminal.



    Das zweite Lautsprecherterminal, der Bi-Wire fähigen 311, wird an einen 13 cm
    Tieftöner weitergeben.



    Er überträgt einen Frequenzbereich von 700 - 38 Hz (laut Herstellerangabe). Das Fabrikat davon ist mir nicht bekannt. Ich weis nur, dass dieser Lautsprecher für meine Anforderungen eher als Mittel/Tieftöner geeignet ist und aktuell den limitierenden Faktor vom Pegel ausmacht. Ich werde also aus den 3-Wege Lautsprechern 4-Wege Lautsprecher machen.


    Die Chassis werden dann unterhalb von 200 - 300 Hz entlastet, somit werden auch höhere Pegel möglich. Betreibt man den Tieftöner als Mittel/Tieftöner, müßte die auf 45 Hz abgestimmte Bassreflexöffnung geschlossen werden.
    Da werden sicher noch einige Messungen folgen, bis die endgültige Übernahmefrequenz fest stehet. Nach dem die neuen Lautsprecher möglichst Fullrange von ca. 35 - 24000 Hz laufen
    sollten die Basschassis nicht zu klein ausfallen. Ich habe mich für je 2 x 8" Chassis entschieden und habe heute schon welche bestellt.


    Ich werde die Lautsprecher dann mit den Dynaudio T2.5 vergleichen. Wenn sie besser spielen,
    dürfen sie eventuell bleiben, oder ich such noch ein bischen weiter, wenn es mir Spass macht.


    So könnten dann die MBL mit Bassergänzung, in der Cinebar aussehen.



    Gruß Andi

  • Zitat

    ich finde es sehr mutig von Dir, sich als professioneller Halblaie an solch ein Mamut-Projekt heranzuwagen


    Danke Captain
    irgend etwas muß man mit seiner freien Zeit ja anfangen. :byebye:


    Das Projekt sehe ich jedoch noch nicht als sehr anspruchsvoll.
    Im Grunde genommen werden hier nur fertige Kompaktlautsprecher um eine paar Bässe erweitert.


    Der zusätzliche Mittelöner von den MBL dürfte den Mitteltonbereich besser auflösen, als die Dynaudio. Die Mitten sind vom Tieftonbereich entlastet. Durch die 2 x 20 cm Bässe steht mehr Membranfläche zu Verfügung. Die höhre Anzahl der Basschassis sollen den Raum gleichmäßiger anregen. Mittel und Hochtöner der MBL liegen im Gegensatz zu den Dynaudio Standboxen auf Ohrhöhe. Der ICEQB bietet mehr Leistung als die ARCAM Endstufe. Ich rechne für die MBL gute Chancen aus.


    Grüß Andi

  • Eigentlich wollte ich als Bassunterstützung für die MBL zwei 8“ Chassis der Firma Dayton aus der Referenzserie besorgen >>> Dayton RS225 PDF


    Ich weiß aus zuverlässiger Qualle das die Chassis gute Messdaten haben.
    Die Membran ist aus Aluminum mit einem Phaseplug und sehen sehr gut aus.
    Mit einem Preis von € 64.— wären sie zudem noch echte Schnäppchen gewesen.


    >>> [url=http://www.intertechnik.de/Lautsprecher-Shop/Lautsprecher/Dayton/1768,de,6175,52594]intertechnik shop[/url]


    Leider bekommt Intertechnik diese Chassis erst im August wieder rein.
    Das ist mir eindeutig zu spät. So mußte ich mich um Ersatz umschauen.


    Als Ersatz habe ich nun den AL200 ausgesucht, der ist von der Firma Visaton.
    Mit 118.- € pro Stück muß ich nun deutlich tiefer in die Tasche greifen.
    Mit einem Wirkungsgrad von ca. 88dB und einer Resonanzfrequenz von 32 Hz stellt der Bass eine guten Kompromiss, von Wirkungsgrad und Tiefgang dar. Das schnelle ein und ausschwingen der Chassis ist mir wichtig, um einen guten Kickbass wiedergeben zu können.
    Eine Aluminummembran hat nur wenig Partialschwingungen und Verformung und arbeitet eher Kolbenförmig.


    Hier die Kurzbeschreibung von Visaton


    20 cm (8") High-End-Tieftöner mit steifer Aluminium-Membran, stabilem Aludruckgusskorb und elastischer Gummisicke. Geringste mechanische und elektrische Verluste durch Polkernventilierung, hinterlüftete Zentrierung und Kapton-Schwingspulenträger. Hohe Impulsdynamik durch leichte Alumembran.



    Wenn ich nun WinISD mit den Chassidaten füttere bekomme ich ein Volumen von ca. 22 Liter für ein geschlossens Gehäuse vorgeschlagen. Durch die aktive Entzerrung mit einem DSP dürfte das Volumen auch noch etwas kleiner sein. Das ist ja zur Zeit auch Mode bei
    vielen Subwooferherstellern.



    Bei HIFI-Selbstbau gibt es ein Tool bei dem man das Volumen von geschlossenen Gehäuse einfach errechnen kann. Beim AL200 wirft das Programm 23 Liter aus bei einer linearen Abstimmung von QTC 0,707. Das eingebrachte Absorbtionsmaterial vergrößert das Volumen um ca. 10 – 15 %.


    Dieses Ergebnis wäre für einen freistehen Lautsprecher nicht sehr zu gebrauchen. Der – 3 dB Punkt (Eckfrequenz) ist auf der Simulation schon bei 60 Hz erreicht und lässt somit keinen großen Tiefgang erwarten. Für die Eckaufstellung, bei der ich unterhalb 200 Hz einen um 6 dB lauternen Pegel habe, dürfte diese Abstimmung aber ganz gut passen


    Durch die große Membranfläche und 8 mm linearen Hub, sollten genügend Leistungsreserven zum entzerren zur Verfügung stehen. Bei 40 Hz nehme ich den Bass dann schon aus dem Rennen, um meine tiefste Raummode bei 32 Hz nicht so stark anzuregen. Hier werde ich die Lautsprecher mit einem Hochpass durch die MiniDSP begrenzen.


    Die Messung von Visaton für den AL200 sieht zwar anders aus, als die Simulation von WinISD, aber bei näherem hinsehen fällt auf, dass auch bei dieser Messgrafik der Frequenzgang von 200 auf 20 Hz nur um 12 dB abfällt. Bei 40 Hz sind das lediglich 6dB die mit dem DSP korregiert werden müßten.



    >>> VISATON AL200


    Was die Visatongrafik aber auch zeigt, ist das für Metallchassis typische aufbrechen in den
    Schallpegelspitzen bei 3000 – 5000 Hz, bis dahin sollte das Chassi aber längst aus dem Rennen sein. Mir ist ein ausführlicher Test des AL200 bekannt, der die Einsatzfähigkeit des bis zu einer oberen Trennfrequenz von ca. 800 Hz bescheingt.
    Die Eignung eines Chassis für seinen Arbeitsbereich wird u.a. vom Klirrfaktor abhängig gemacht. Bei der Resonanzfrequenz (fs = 32 Hz) möchte ich es dann möglichst aus dem rennen nehmen.

  • Nach dem ich bis heute leider immer noch keine Netzteile der Firma THEL bekommen habe,
    mache ich parallel mit meinem Lautsprecherprojekt weiter.


    Wenigstens sind die vier Visaton AL200 bei mir eingetroffen.



    Ich habe mir einige Gedanken zum Gehäuse gemacht. Meine Vorgaben waren.
    a) Das Volumen soll bei 20 Liter liegen
    b) Parallele Wände, wegen stehender Wellen, so weit wie möglich vermeiden
    c) stabiler Aufbau um Gehäuseresonanzen so weit wie möglich zu vermeiden
    c) Breite Schallwand, damit der Lautsprecher auch ohne Einbau einen tiefen Bafflestep bekommt.


    Lautsprecher werden in der Regel 30 Grad eingedreht um sie auf den Hörplatz auszurichten.
    Bei einem eingebauten Lautsprecher ist daher auch die Schallwand angewinkelt um das Stereodreieck zu realisieren.



    Besser wäre natürlich, dass die Wände einen nahlosen Übergang zum Gehäuse haben, um wie eine unendliche Schallwand wirken zu können. Bei mir werden die Lautsprecher ja in einem Verbau verschwinden. Gehäuseresonanzen des Lautsprechers sollten damit nicht mehr auftreten.


    Nach dem Motto „form follows function“ ergibt sich nach Rückversicherung durch den Experten folgende Gehäuseform für einen Ecklautsprecher.


  • wie hoch sollen die raufspielen? 300 Hz etwa max. ?


    Da hast du noch Wellenlängen von über 1 m, da spielen weder baffle step, noch Einwinkelung eine Rolle, es sei denn du machst die Schallwand 1 m breit.


    Stehende Wellen können auftreten ab halber Wellenlänge. Allerdings entstehen auch in nicht-rechtwinkligen Räumen stehende Wellen, dann aber höherfrequenter.


    Wichtig sind gute Verstrebungen.
    Auch eine Bedämpfung des Innenvolumens ist i.d.R. nicht notwendig, bei Bassreflex sogar eher hinderlich, zumindest sollte bei BR der Weg von Chassisrückseite zu Reflexkanal frei bleiben.


    Bei diesen Frequenzen und deinen Abmessungen ist das prinzipiell ein Rundstrahler, nur durch deinen Eckeinbau machst du ihn zu einem Viertel- bzw. Achtelraumstrahler, damit steigt der Schalldruck im Bassbereich, aber du regst eben auch deine Längs- und Quermoden maximal an.


    Gibts eigentlich irgendwo (un-equalisierte) Frequenzgänge von deinem Kino?

  • Zitat

    wie hoch sollen die raufspielen? 300 Hz etwa max. ?


    In Verbindung mit den MBL´s werde die 8" Bässe nur bis maximal 300 Hz spielen lassen, dass ist schon richtig. Ich habe aber vor, die gleichen Bässe in einem weiteren Projekt mit einer 3" und einer 1" Kalotte zu verheiraten. Dann müssen ddie Bässee bis ca. 500 Hz rauf spielen. Dann ist mann bei ca. 30 - 40 cm für die haleb Wellenlänge und die Sache mit den stehendenn Wellen sieht schon wieder ganz anders aus. Die Schallwand selber hat ingesamt eine breite von 63 cm.



    Wenn ich die eingebauten Dynaudio T 2.5, Fullrange am Hörplatz messe, ohne das Bassmanagement oder Acourate zu bemühen, komme ich zu folgendem Ergebnis.


  • Ok.


    Die Messung zeigt schon die massiven Bassüberhöhungen wie ich mir dachte. Und mit 80 dB auf der y-Achse ist das noch ziemlich geschmeichelt dargestellt.


    Damit dus nicht, wie manch andere, falsch verstehst: Ich mag dir damit nicht an den Karren fahren!


    Ich möcht sowieso mal bei dir vorbeikommen und auch selber messen, dann kann man auch mal vergleichen.

  • Hi Christian


    Du bist herzlich eingeladen, mal eine Messsession zu machen.


    Diese Bassüberhöhung von ca.7 dB ist auch der Grund warum ich es mal mit Selbstbau versuchen möchte. Darum habe ich auch ein geschlossens Bassgehäuse gewählt, dass unterhalb von 200 Hz flach abfällt. Dynaudio hat die Lautsprecher ja im RAR entwickelt und nicht für den Wandeinbau.
    Der Waneinbau gibt unterhalb 200 Hz dazu. Modenmäßig habe ich aber schon schlimmeres gesehen. Insgesamt bewegt sich der Frequenzgang aber mit +/-8 dB im völlig normalen Rahmen. Das ist kein gemittelter Wert und worde an einer STelle gemessen.


    Stereo höre ich mit der Korrektur durch Acourate (FIR Filter). Dann sieht die Amplitude so aus. Du darfst gerne auch noch einen Blick auf die Skalierung werfen. :zwinker2:



    Im Heimkinobereich verzichte ich auf die FIR Filter und die Beehringer managed den Bassbereich. Die Trennung erfolgt dann bei 80 Hz.
    Den Bassberecih unter 100 Hz habe ich ganz gerne 5 dB lauter.


    Am optimalsten fände ich im HK 5 Fullrangelautsprecher und einen seperaten LFE.

  • Als Zwischenstand wollte ich mitteilen, dass ich das Projekt "Pimp my Box" eingestellt habe.
    Zu diesem Entschluss bin ich nach einigen Versuchen und Messungen gekommen.
    Das liegt hautpsächlich an dem wirkungsgradschwachen Mitteltöner der MBL´s die sehr tief
    abgestimmt sind. Nach verschließen der Bassrefelkanales steht einfach zu wenig Pegel im gewünschten Bereich zur Verfügung. Gerne hätte ich den Stimmbereich möglichst von einem Chassis wiedergegeben. Ich werde die MBL´s nun als ganze LS verkaufen und für die Cinebar eigene Ecklautsprecher entwickeln.

    Unter dem Name "Cuba Libre" werde ich hierfür einen eigenen Thread eröffnen.


    Die Aktivelektronik "ICEQB" möchte ich an kommenden Wochende dafür fertig machen.
    Die Eigangs erwähnten Basschassis und Gehäuse wurden von mir schon in weiser vorasusicht, als Module für die "Cuba Libre" herausgesucht und berechnet.


    Bis Bald


    Andi

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