Maximum Length Sequence Diffusor

  • Moin,
    ich bin auf der Suche nach Infos zu MLS Diffusoren. Gearslutz bietet zwar viele Infos, jedoch finde ich das Forum recht unübersichtlich und mir fehlt teils das nötige Verständnis, die Jungs sind oft sehr sehr tief in der Materie...


    Hintergrund: Ich baue gerade das Haus meiner Großmutter um und dort soll natürlich auch ein Kino Platz finden. Die Bude ist rund 150 Jahre alt und dementsprechend klein (obwohl schonmal angebaut wurde). Es gibt nur einen Raum, der für ein Kino in Frage kommt und dieser besitzt leider einen quadratischen Grundriss von 3,4x3,4m. Daher soll ein SBA/DBA verbaut werden, aber dazu in einem späteren Bauthread mehr.... Und nein, es kommt leider wirklich kein anderer Raum in Frage :-( , immerhin kann ich Technik und Beamer im Nebenraum unterbringen, was schonmal mehr Platz und weniger Wärme schafft...


    Solch ein kleiner Raum ist sehr schnell stark bedämpft, daher möchte ich ihn möglichst diffus gestalten ohne jedoch auf die Dämpfung tiefer Frequenzen zu verzichten. Der einfache Weg wäre nun, alle Absorberflächen (die nicht an Erstreflektionspunkten liegen) mit Holz zu verkleiden und je nach gewünschtem "Tiefpass" die Schlitzebreite zu wählen...


    Dann bin ich auf die MLS Abfolge gestoßen, die scheinbar häufig in Tonstudios Verwendung findet um eine gewisse Diffusität bei gleichzeitiger Absorption dahinter zu realiseren. So oder so ähnlich sieht das dann aus: [Blockierte Grafik: https://www.gearslutz.com/board/attachments/bass-traps-acoustic-panels-foam-etc/496654d1441868627-diy-binary-amplitude-diffuser-anyone-diffusorber1.jpg]


    Hat jemand das schonmal so gebaut und kann etwas zur Theorie erläutern ? Muss man auf irgendwas spezielles achten?


    VG
    Chris

  • Das sieht sehr interessant aus. Ich versuche es mal mit einer Erklrärung für die Wirkungsweise.
    Im Grunde genommen handelt es sich nicht um einen typischen Diffusor. Die Reflexionen sollten zu unterschiedlichen Zeiten reflektiert werden und hier bricht sich der Schall auf einer Ebene.


    Durch die Spalten entsteht so was wie ein Schlitzplattenresonator. Der Abstand von den Latten untereinander, die Stärke der Latte und die Raumtiefe dahinter, bestimmen die Wirkfrequenz. Vareiert der Abstand von den Latten wirkt der Resonator breitbandiger. Würde man die Wand schräg montieren wäre die Breitbandigkeit noch größer.


    Sicher ist das trotz dem sehr interessant um den Raum nicht zu überdämpfen. Der Hochtobereich wird dann zum Teil durch die Latten reflektiert.
    So was lässt sich aber auch durch eine Rigipsdecke mit Streulochung realisieren. >>> Kanuf Claneo Akustik


    Es gibt aber wohl auch einen Rechner für die Abfolge>>> mls Folge berechnen

  • Hallo Andi,
    danke für deine Erläuterungen. Ich habe mittlerweile auch weiter zum Thema gelesen und einige interessante Whitepapers gefunden.


    Der Ersteller dieser Dokumente hat das Konzept auch schonmal erfolgreich in einem ähnlich kleinen Raum wie meinem angewendet. Es ist der Studio Designer Bogic Petrovic. Er hat diese einfachen MLS oder Newell 543 Abfolgen-Verkleidungen mit flachen Brettern (wie wohl im Bild zu sehen) weiterentwickelt. Dazu werden durchlässige Diffusoren verwendet, die vor Dämpfungsmaterial befestigt sind und somit ebenfalls Bassabsorption zulassen und für höhre Frequenzen ihrem Namen gerecht werden.


    http://www.aes.org/tmpFiles/elib/20190615/18225.pdf
    http://myroom-acoustics.com/ho…om_Design-white_paper.pdf


    Für Heimkinozwecke wird man das evtl. noch teilweise modifizieren müssen, aber das Konzept bleibt interessant.

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