Raum und Boxengrösse

  • Hallo zusammen


    Ich bin am vorsortieren der Boxen. Bis vor kurzen war ich voll auf der Teufellinie, bis ich vernommen habe, dass diese rein im Stereobereich nicht gerade vorne mitspielen. Da ich aber noch einen Thorens Plattenspieler habe mit Platten und diese gerne bei einem Glas Whisky :kiss: höre, ist mir die Stereoqualität doch wichtiger... :)


    Also, was nun? Als Komposition wollte ich vorne zwei grosse Standboxen, Center, Bass und zwei direkte Surround-Boxen habe. Nun ist es so, dass je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich von der Grösse der Boxen. Habe mal gelesen, dass grosse Boxen in kleinen Räumen eher problematisch werden können. Mein Kinoraum hat ca. 20m2. Soll ich nun eher vier kleinere Regalboxen nehmen oder hat die effektive Grösse keinen Einfluss?
    Gibt es irgendwie einen "Guide", was die Boxengrösse anbelangt? Ich weiss, dass die Grösse nichts bis Wenig mit der Qualität zu tun hat, aber......


    Danke für euren Input und viele Grüsse
    McGeorge

  • Servus,


    nach meiner Meinung solltest Du Dir über Deine Investitionssumme gedanken machen und dann Dir verschiedene Boxen in Deinem Raum anhören.
    Der Raum macht die Musik und desto besser die Boxen zu Deinem Raum passen um so mehr Musikqualität hast Du dann.


    Auch ist es wichtig, dass die Elektronik zu den LS passt.


    Daher nicht Blind kaufen sondern ausprobieren.


    Selbstbauboxen sind immer eine preiswerte und qualitative gute Möglichkeit.


    Gruß Mad Ralph :mad:

  • Hallo McGeorge


    es freut mich, dass Du Dir noch andere Lautsprechersystheme anhören wirst.
    Andere Mütter haben auch noch schöne Töchter. :zwinker2:


    STEREO


    Ich denke es ist gut wenn man zum Stereo hören Vollbereichslautsprecher besitzt.
    Abhängig von Deinen Raummoden sollten Lautsprecher in der Lage sein, den Frequenzbereich von 20 - 20.000 Hz möglichst gleichmäßíg wiedergeben zu können.
    In meinem Raum habe ich eine Mode bei 25 Hz. Ein Lautsprecher der bis ca. 30 - 35 Hz
    wiedergibt ist also vollkommen ausreichend für mich.
    Membranfläche ist durch nichts zu ersetzten. So muß jedes einzelne Chassis nicht so weit auslenken und verursacht somit weniger Verzerrungen.


    SURROUND


    Was nun besonders gut ist. Die obigen Stereolautsprecher sind beste Voraussetzung für ein gutes Surroundset. Im Idealfall hätte man fünf gleiche Lautsprecher, die Fullrange spielen können. Es gibt keine Auftrennung zum Subwoofer. So muß der SUB nur für Surround verwendet werden und gibt nur den LFE wieder (ca. 20 - 120 Hz).
    Das Problem: Wenn jeder Lautsprecher Fullrange spielen kann und darf, kann es sein dass die Raummoden stark angeregt werden. Bei unzurechender Bassabsorbierung kommt es zum wummern und dröhnen. Darum benötigt man ein gutes Bassmanagemnt.


    BASSMANAGEMENT


    Mehrere Bassquellen bzw. Subwoofer regen den Raum gleichmäßiger an.
    Eine gute Möglichkeit ist es, sich aktive Lautsprecher zu kaufen.
    Jeder einzelne Lautsprecher kann somit genau auf den Raum abgestimmt werden.
    Moden werden wirksam bekämpft. Auch im Selbstbaubereich (DIY) ergeben sich hier ungeahnte Möglichkeiten. Leider sind aktive Lautsprecher im Konsumerbereich kaum zu finden.
    Die eingebauten Equalizer der Receiver (Audyssey ect.) taugen meißt nicht sehr viel.
    Darum bitte Vorsicht bei dieser Alternative. In jedem Fall sollte der Bassbereich elektronisch zu regeln sein.


    ALTERNATIVE


    Zweiwegelautsprecher von 80 - 20000 Hz. Alles darunter an den LFE weiterleiten.
    Der LFE Ausgang wird an eine Behringer DCX 2496(oder ähnliches) weitergegeben, der alle Raummoden wirksam bekämpfen kann. (Messequipment erforderlich.)
    Mit dem Behringer kann auch ein DBA oder eine Multisublösung realisiert werden.
    Der LFE stellt somit den dritten Weg der Lautsprecher dar.
    Equalizer und elektronische Raumkorrekturen des Frequenzganges stellen nur die drittbeste Lösung dar. Die richtige Aufstellung der LS, Abhörplatzes und die sorgfälltige Optmierung des Raumes, sind für eine hochwertige Musikwiedergabe unerlässlich.


    Hier gibt es noch ein ganz nettes PDFzum Thema zu lesen


    PS. Ich sage zu meiner Frau auch immer das die größe nichts mit der Qualität zu tun hat, aber das will sie mir nicht abnehmen. :laugh:


    Gruß Andi

  • Hi McGeorge,


    für die Auswahl der Lautsprecher spielen natürlich viele Faktoren eine Rolle.
    Neben dem Raumvolumen ist vor allem die Raumgeometrie für die Basswiedergabe ausschlaggebend. Aus dieser ergibt sich die Verteilung der Raummoden über den Frequenzbereich. Ein Raum mit einem günstigen Kantenverhältnis und somit gleichmäßiger Modenverteilung erlaubt für Musikwiedergabe im Normalfall den Einsatz von Standlautsprechern ohne Subwoofer-Unterstützung. Mein Raum hat ebenfalls ca. 20qm und eine ungleichmäßige Modenverteilung. In so einem Fall wird man ohne Subwoofer keine akzeptable Basswiedergabe erreichen. Vielleicht kannst du ja mal eine Skizze deines Raumes hier posten?
    Sollte die Raumgeometrie den Einsatz von Standlautsprechern erlauben, ist die Auswahl eigentlich nur noch eine Budget-Frage. Im mittleren bis gehobenen Preissegment würde ich hier eher zu passiven Hifi-Lautsprechern tendieren. Aktive Standboxen sind keine Schnäppchen.
    In den meisten Räumen wird man aber mit einer Front/Subwoofer-Kombi die besseren Ergebnisse erreichen.
    Tja - und hier wird es jetzt interessant.
    Natürlich kann man auch in diesem Fall Standlautsprecher als Fronts verwenden - auch, wie in meinem Fall, in einem 20qm Raum. Ich habe z.B. sowohl die Kef XQ5 (4-Wege), als auch die XQ-20 (2-Wege-kompakt) bei mir stehen und erziele mit den XQ-5 das bessere Ergebnis. Ein 17er Chassis stößt in der Dynamik unterhalb 200 Hz doch schnell an Grenzen.
    Solltest du dich für ein Konzept mit Subwoofern entscheiden, muss ich dir dringendst ans Herz legen, Messequipment anzuschaffen (Vielleicht hast du es ja auch schon). Eine vernünftige Einstellung und Ankopplung der Subs an die Mains ist sonst nicht möglich.
    Im Heimkinobereich wird ja meistens mit AVR´s gearbeitet, die dann das Bassmanagement u.u. mit übernehmen. Damit habe ich keine Erfahrung und kann somit die damit erzielbaren Ergebnisse nicht beurteilen.
    Ansonsten wäre die von Andi empfohlene DCX sicher eine Überlegung wert.
    Allerdings hat auch die Behringer ihre Schattenseiten, aber dazu zu gegebener Zeit vielleicht mehr.


    Beim Einsatz von Subwoofern in rechteckigen Räumen mittlerer Größe gibt es eigentlich nur 3 Varianten die Sinn machen:
    - Multisub mit 2 Subs
    - SBA mit 4 Subs
    - DBA mit 8 Subs


    Ist dein Raum unsymetrisch scheiden SBA und DBA aus. In diesem Fall könnte auch ein 3. Sub nötig werden.


    Ich habe das ganze jetzt mal so zusammengeschrieben, um meine eigenen Erfahrungen zu rekapitulieren und um zu zeigen, dass man sich vor der Entscheidung für eine bestimmte Box zunächst grundsätzliche Gedanken über das Konzept machen sollte.


    Schreib doch bitte noch etwas zu Budget, Raum und akustischen Maßnahmen.


    Viele Grüße
    Andreas

  • Hallo Leute,


    auch ich möchte noch ein paar Tips geben.


    Die Größe der Ls hat mit dem Klang nichts gemein !
    Da geht es rein um Pegel !
    Da wir hier auch des öfteren schon über Bassprobleme im Raum diskutiert haben, ist meiner Meinung nach die beste Lösung immer einen aktiven Bassbereich zu haben.
    Das hat mit Schnelligkeit und Anpassungsvermögen zu tun !
    Bei einem passiven 3-Wege Ls ist der Bass immer zu langsam.
    Das geht nicht anders .


    Wer sehr gerne Musik hört und einen ungünstigen Raum hat, den empfehle ich mal einen Dipol Sub zu probieren !


    Diese sind von der Größe recht klein und regen den Raum kaun an, da sie beide Halbwellen in den Raum abgeben.


    Bei starken Kinopegeln kann man diese aber leicht überfordern.
    Dann empfiehlt es sich diese bei ca. 40 Hz zu trennen und noch einen Sub für den bereich darunter zu benutzen.


    Preißlich ist das alles noch weit unterhalb von Fertig-Subs, die einigermaßen klanglich spielen.


    Gruß
    Chris

  • Hi McGeorge,


    meine Vorgänger haben schon fast alles Wichtige vorweggenommen. Man kann zwar sagen, daß große Lautsprecher/Full Range etwas mächtiger spielen ("Punch"), während kleine Chassis etwas filigraner und leichtfüßiger sind. Ansonsten hat das mit Raumgröße oder Qualität nichts zu tun.


    Andi hat ja schon gute Hinweise gegeben und Ralph hat schlicht Recht: Probieren. Was Dir gefällt, kann kein Anderer sagen.


    Airmotion:
    Nicht böse sein, aber bzgl. Dipol-Sub muss ich Dir widersprechen. Dipols können ganz heftigst den Raum anregen, meiner hätte am Anfang fast das Kino zerlegt. Sie haben nur Ausrichtungs-Keulen statt Kugelwellen wie ein Sub. Je nach Anordnung sind diese Keulen unterschiedlich. Meine Linkwitz-W-Form hat z.B. zwei unterschiedlich große, gerichtete Keulen. Und Dipole sind Schnellewandler statt Druckwandler und haben Modenmaxima in der Raummitte statt in den Ecken.


    Ansonsten können sie sehr präzise (ja, das geht auch im Bass) und schnell spielen. Für Musik also gut. Und von Pegeleinbußen ist keine Spur. Mein Dipol spielt ohne jeglichen Pegelabfall bis 21 Hz herunter, weil er heruntergeregelt ist. Nicht herauf.


    Nachteile sind:
    1. nicht im Laden um die Ecke zu kaufen
    2. durch die Richtungsabhängigkeit noch mehr Abstimmungsaufwand


    Die Größe hängt vom Chassis ab, meine Doppel-18'' z.B.sind nicht wirklich klein. Aber man braucht nur das Volumen der Chassis, Du sitzt quasi im Lautsprecher.


    Big Daddy

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