Mysterium Sprungantwort

  • Auf der Grafik mit der Sprungantwort zum Breitbänder kann man zumindest sehen, dass sich ein Breitbänder als Punktschallquelle naturgemäß sehr viel einfach tut mit der Zeitrichtigkeit. Danke für die Grafik.


    Ich denke auch, das sich ein aktiver Lautsprecher mit der Dynamik leichter tut, dass hat eben auch mit den Weichenbauteilen, den kurzen Lautsprecherkabeln und dem Dämpfungsfaktor zu tun. Das mit dem höheren Klirr halte ich auch für ein Gerücht. Jede Endstufe kommt ins klippen wenn sie an Ihrer Leistungsgrenze betrieben wird. Aber dafür gibt es auch einen anderen Thread. >>> REW - Klirrmessungen
    (Meine Cuba Libre ist ein Aktivlautsprecher) Das ist aber ein andere Baustelle und Klirr lässt sich auch meines Wissens nicht unbedingt aus der Sprungantwort ablesen. :cheer:


    Dann mal weiter im Text. Eine gute Sprungantwort von einem 3-Wege Lautsprecher zu bekommen, ist in jedem Fall deutlich schwerer, als ein einzelnes Chassis. Nach meinen Wissensstand kann Zeitrichtigkeit, mit nur einem Sprung, nur auf zwei verschiedene Arten erreicht werden.
    1. Die Korrektur des Signales mit FIR Filtern.
    2. Frequenzweichen mit flachen 6 dB Filtern und gleichzeitigem physikalischen Versatz der Chassis


    Die Übersetzung von FIR-Filtern aus dem englischen bedeutet "finite impulse response filter".
    Diese DSP Filter sind nicht nur in der Lage den Frequenzgang aalglatt am Sitzplatz glatt zu bügeln. Die Korrektur berücksichtigt auch Raumreflexionen, Phasenverdrehungen und das Zeitverhalten. Wenn jemand z.B. einen Lautsprecher verkehrt herum angeschlossen hätte, dann würde die Korrektur diesen Fehler berichtigen können.


    Eine führende Software zur Erstellung von FIR Filtern heißt Acourate und stammt von der Firma Audio Vero.
    Hier im Forum gibt es bereits einige Infos zu dem Thema >>> Acourate macht süchtig


    Schauen wir uns nochmal die Sprungantwort vom borher bereits geposteten DÁppo-Lautsprecher mit der invertierten 18 dB LeCleach Weiche an. Dieses mal gemessen mit Acourate.



    Nun erfolgt die Einmessung am Sitzplatz und die Korrektur mit den FIR Filtern von Acourate. Dann eine Blick auf den schnurgeraden Frequenzgang. Bitte auf die Skalierung achten. :)



    ... und anschließend der Blick auf die Sprungantwort.



    Der Hochtöner schnellt physikalisch bedingt noch etwas vor, aber sonst sieht es ganz gut aus. :respect:


    Das gute an FIR Filtern ist, dass die Sprungantwort auch am Sitzplatz perfekt ist und nicht nur etwa 100 cm vor dem Lautsprecher.
    Die FIR Filter haben den Nachteil, dass sie das Signal durch die Bearbeitung lange verzögern, was gerade auch wegen Lipsync ein Problem im Heimkinobereich sein kann. Frequenzen vom Hoch bis Mitteltonbereich werden zwischengespeichert, bis der Tiefton so weit ist. Ob die Musik durch die Korrektur nun gewinnt oder etwa nur verschlimmbessert wird, spaltet die audiophilen Hörer in zwei Läger auf und die Meinungen zum Thema FIR Filter sind unterschiedlich.

  • Accuton hat jetzt neue Chassis entwickelt, die trotz einer flachen Schallwand zeitrichtig spielen.


    >>> PDF Accuton CELL CONCEPT DRIVERS


    Ich habe einen Lautsprecher von Michael Weidlich gefunden, der diese Chassis verbaut hat. Herr Weidlich ist ein großer Verfechter der zeitkohärenten Wiedergabe und der Analyse mit Hilfe der Sprungantwort.



    Der Schall von Hochtöner, MItteltöner und Tieftöner trifft zeitgleich am Hörplatz ein. Es sind keine einzelnen Stufen und separate Ein und Auschwingvorgänge zu sehen. Diese Sprungantwort kommt damit dem Ausgangssignal schon sehr nahe.


    Quelle:
    >>> weidlich amur


    Auf der Seite lassen sich noch einige weitere Lautsprecher finden die auf Zeitrichtigkeit getrimmt sind.


    Ich durfte schon mal die >>> OCEAN der Firma MYRO ( ca.15.000.- €) im direkten Vergleich mit der Arabba von ISOPHON mit Diamanthochtöner (ca. 40.000.- € ) hören. Für meinen Hörempfinden hatte die OCEAN klanglich einiges besser gemacht.

  • Hi Andi,


    ich muss sagen, daß. die Sprungantwort beeindruckend gut aussieht!


    Allerdings ist meiner Meinung nach die Grafik optimiert auf eine fixe Entfernung, bei der das auch so passt. Da die Chassis sich alle auf verschiedenen Höhen befinden, dürften sie nicht gleichermaßen bei z.B. 1 m, 3 m und 5 m zeitrichtig spielen. Sagt uns schon der gute alte Pythagoras. Nur bei einer Punktschallquelle oder einer wie bei Wilson Audio verschiebbaren Chassislösung ist das bei allen Entfernungen möglich.


    Weiterhin ist der Lautsprecher für uns Kinofreunde mangels Center vermutlich uninteressant. Trotzdem Danke!


    Big Daddy

  • Zitat

    Allerdings ist meiner Meinung nach die Grafik optimiert auf eine fixe Entfernung, bei der das auch so passt.


    Da hast Du sicher recht und der Weidlich wird aus diesem Grund auch entsprechende Aufstellungsempfehlungen haben.


    Zitat

    Weiterhin ist der Lautsprecher für uns Kinofreunde mangels Center vermutlich uninteressant. Trotzdem Danke!


    Für die Kinofreunde mit dickem Geldbeutel hat die Fa. Myro ja auch noch größere Lautsprecher im Programm.
    Ich würde gerne mal die neue >>> Time im Vergleich zu einer Sasha von WA hören.



    Zitat

    Hast die Ocean/Myro beim Mette gehört oder?!
    Die sind echt gut die Teile und verglichen mit anderen sogar "Preislich OK"


    Genau so war es. Da geistert auch von mir noch ein Bericht von dieser Hörsession rum.


    Das sollte hier aber keine Werbeveranstaltung für Myro werden.
    Das auch andere Väter hübsche Töchter haben möchte ich nachfolgend aufzeigen.


    Hier der Link zur >>> Stereophile Quad Reference ESL-2805
    Ein Elektrostat Lautsprecher mit nur einer großen Membran.




    Die >>> Thiel CS3.7
    Ein 3-Wege Lautsprecher von Jim Thiel





    Sehr gut gefällt mir auch die >>> Dunlavy Audio SC-IV
    Ein 3-Wege Lautsprecher von Dunlavy Audio Labs


  • HI Andi,


    Deine zweite Antwort verstehe ich nicht so ganz. Die Time ist auch nicht gerade der optimale Center.... Hinlegen kann man ihn nicht. Theoretisch kann ich natürlich jeden Lautsprecher nehmen und hinter eine akustisch transparente Leinwand stellen. Mit bekannten Nachteilen des Höhenabfalls und zu naher Position bei der Rückwand bzw. unterschiedlichen Abständen zur Rückwand von Main und Center.


    Einen expliziten Center sehe ich nicht.


    Big Daddy

  • Zitat

    Einen expliziten Center sehe ich nicht.


    Das ist wohl richtig, den sehe ich auch nicht. Ich dachte es geht Dir mehr um den Pegel.
    Ein liegender Center hat immer ein anderes Abstrahlverhalten als ein Standlautsprecher, von daher halte ich drei gleiche Lautsprecher für homogener.
    (Von der Sprungantwort ganz zu schweigen) Ein Entwickler wie der Michael Weidlich würde den Standlautsprecher (Center) sicher gerne auf Deine Bedürfnisse anpassen, wenn er weiß dass der LS hinter eine Leinwand kommt. :zwinker2: Main und Center könnten kreisrund, im gleichen Abstand aufgestellt werden, wo liegt hier das Problem. Ein gleicher Abstand der Lautsprecher zur Rückwand ist IMHO nicht unbedingt wünschenswert, da sonst auch die Raumoden alle gleichzeitig angeregt werden. Das ist bei einer Kreisaufstellung von Lautsprechern ja immer so. dagegen hilft nur der Wandeinbau.

  • Natürlich würde man dann alle drei Lautsprecher in einer Kreisanordnung mit gleichem Abstand zum Hörplatz stellen. Aber: Das passt dann klanglich auch überhaupt nicht, da Center und Hauptlautsprecher gänzlich andere Abstände zur Rückwand haben!


    Wer sich mal die Mühe gemacht hat, die Lautsprecher im Raum hin und her zu bewegen, weiß, wie unterschiedlich sie sich schon bei wenigen Zentimetern (ja teils selbst Millimetern) anhören.


    Von deutlich anderen Abständen zur Seitenwand ganz zu schweigen. Der vermeintlich gleiche Lautsprecher wird also schlicht anders klingen. Insofern erschließt sich mir nicht der Vorteil, unbedingt einen dritten identischen Lautsprecher zu nehmen.

  • Damit das Thema hier nicht so offtopic läuft, möchte ich noch einen neuen >>> Beitrag über die Aufstellung von Lautsprechern eröffnen. Dort habe ich auch erläutert warum ich es gut finde, drei gleiche Lautsprecher in der Front zu verwenden.


    Das Thema mit den Sprungantworten wollte ich gerne mit einer Aufgabenstellung schließen. :byebye:


    Wer kann mir sagen, was diese Sprungantwort zu sagen hat ?
    Wie viele Wege hat der Lautsprecher vermutlich und wie sind die Chassis angeschlossen ?


  • Hoch und Mittelton invertiert und Tiefton normal angeschlossen...
    DIese Sprungantwort sagt mir, dass der Tieftöner etwas spät dran ist,
    um diese Uhrzeit lasse ich es mal bei der Aussage :ohmy:

  • Deine Einschätzung ist völlig richtig.


    Zitat

    In the time domain, the B99's impulse response (fig.6) is conventional and clearly shows the unavoidable floor reflection 3ms after the initial pulse. This reflection can also be seen in the step response (fig.7), but more important, this graph reveals that both tweeter and midrange units are connected in inverted acoustic polarity. The woofers, however, whose contribution can barely be made out at the far right of the graph, are connected in positive acoustic polarity.


    Es handelt sich um die >>> Burmester B99


    Leider konnte ich keine Sprungantworten von den aktuellen Isophon Lautsprechern im Portal von Stereophile finden.
    Die Messungen der >>> Isophon Europa II finde ich jetzt nicht so prickelnd. Der Lautsprecher hat halt auch 10 Jahre auf dem Buckel.

  • Ich finde es zumindest Klasse, daß Stereophile als einziges Magazin intensive Messungen durchführt und diese auch noch einen Monat nach Erscheinen der gedruckten Ausgabe auch frei ins Netz stellt! :respect:

  • Das finde ich auch große klasse von der Stereophile.


    Jetzt möchte ich doch noch mal auf die ISOPHON zurückkommen.
    Zuvor hatte ich ja noch auf die Messungen der Europa II verlinkt. Hier nochmal die Sprungantwort davon.



    Ich habe nun auf meinem Rechner noch eine Sprungantwort der sehr gut klingenden ISOPHON Berlina RC 7 gefunden, die ich bei Stefan im Raum hören und messen durfte.



    Wenn man die beiden obenstehenden Sprungantworten miteinander vergleicht, dann kann man schon eine gewisse Ähnlichkeit feststellen. Nach nun 10 Jahren Entwicklungszeit, sind aber nun offensichtlich alle Chassis richtig rum angeschlossen. :rofl: Durch die Raummesung hat man bei 4 Millisekunden schon Einflüsse durch die Bodenreflexionen im Graphen. Von einer idealen Sprungantwort leider auch noch weit entfernt.

  • An dieser Stelle kann ich auch malk zwei neue Messungen einfügen. Die Messung sind naürtlich nicht ideal weil sie im Raum gemacht wurden.
    Man kann aber schon ganz gut sehen, dass alle ein ähnliches Verhalten aufweisen.


    Hier handelt es sich um die Sprungantwort der Adam Audio Cloumn Mk3.
    Die Störungen zwischen 5 und 6 Millisekunden sind schon auf Reflexionen vom Raum zurückzuführen.




    Das hier ist die Messung von der Nuvero110.
    Die Störungen zwischen 3 und 5 Millisekunden sind schon auf Reflexionen vom Raum zurückzuführen




    Beide Messungen wurden im Raum, mit einem Abstand von 100 cm gemessen.

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