Posts by Wil-HT

    alpenpoint


    Ob Punch wirklich das richtige, allgemeingültige Wort ist vermag ich nicht zu entscheiden.

    Aber ja, die HKV1615 (ein Gesamtkonzept und nicht nur eine Endstufe) hat ein schnelles Attack, kaum einen Treshhold und ein extrem kurzes Release. Oder einfach: Schnell auf die Fresse und fertig.



    Danke dafür, dass du dein zweites Zitat von mir aus dem eingebetteten Zusammenhang heraus gerissen hast.

    Es hatte durchaus seinen Grund warum der Satz davor und die folgenden OHNE Absatz oder sonstige Trennung da stehen.


    Da du es aber auf Blindtests ummünzen willst, sei es so.

    Ich erachte Blindtests als richtig und wichtig. Sie haben für mich auf die "getestete" Person bezogen eine sehr hohe Aussagekraft.

    In Bezug auf die Methodik beschreibt schauki immer wieder die wichtigen Punkte.

    Ich selber habe auch immer wieder Blindtest erlebt - als die geteste Person. Natürlich habe auch ich mit einem Bias zu kämpfen. Mal konnte ich keine Unterschiede hören, mal geringe, aber auch schon deutliche.


    Und dennoch ist die einseitige Fixierung auf den "Blindtest" als einzig gültige Aussage eine technoid-verbohrte Sicht auf die Dinge unter Nicht-Akzeptanz der Unterschiedlichkeit der Menschen.


    Daher die Frage:
    Spielst du ein Instrument? Ein akustisches? Durftest du irgendwann mal Noten lernen?

    Gibt es irgendeine komplexe wie gute Aufnahme, die du hunderte Male, evtl. sogar tausende Male gehört hast? Deren Noten und Partitur du kennst?

    Willst du wirklich abstreiten, dass man in diesem Fall ein "anders" in der Reproduktion nicht hören kann?


    Vielleicht mag es aber auch sein, dass wir, ganz individuell betrachtet, einfach nicht gut genug hören um alles zu hören was reproduziert wird oder einfach unsere "interne Datenverarbeitung" nicht trainiert und geschult ist.

    Hattest du mal Umgang mit blinden und/oder sehbehinderten Menschen?

    Für mich waren diese Erlebnisse sehr ernüchternd: Im direkten Vergleich musste ich mir eingestehen, dass ich kurz vor taub bin. So vieles habe ich nicht wahrgenommen; so vieles konnte ich nicht differenzieren; so vieles konnte ich räumlich nicht einordnen ....

    Mag es also sein, dass wir nicht wahr haben wollen, dass andere Menschen unter Umständen anders hören, mehr hören, besser hören als wir selber?


    Oder noch ein Bespiel: Unterhalte dich mal mit einem Dirigenten.

    Besser noch - höre dir mit einer Dirigentin etwas zusammen an und unterhaltet euch dann darüber. Für mich immer wieder erhellend und bei mir kommt ein starkes "down-to-earth"-Gefühl auf.


    Derartige Erfahrungen und viele weitere mit professionellen Audio-Arbeitern bringen mich zu der Aussage, dass ein Blindtest ein extrem starkes Mittel ist. Aber halt immer nur in Bezug auf die Person, die den Test "erhört".

    alpenpoint


    Die Beschreibung von Klang ist wirklich unglaublich schwierig.

    Zu unterschiedlich ist unser Hören, unsere Wahrnehmung, unsere Erfahrung, unser Empfinden, etc.


    Ich kann sehr gut nachvollziehen was Nilsens meint.


    "klingt langsam" - ob das schon blumig ist vermag ich nicht zu beurteilen. Eine Vorstellung davon was gemeint sein könnte habe ich aber schon.

    Analogien sind schwierig und hinken meist. Dennoch ein Versuch:


    Hast du mal Kampfsport gemacht? Oder bewusst angeschaut?

    Wenn ein Karateka einen Zuki ausführt - gerader Schlag mit der Faust - dann ist das eine extrem schnelle und präzise Bewegung. Es wird keine/kaum Kraft aufgewendet, dafür aber Schnelligkeit.

    Ein Schwergewichtsboxer hingegen bringt Gewicht und Kraft in einen Schlag, erreicht aber beileibe nicht die Präzision und Geschwindigkeit des Karateka; die Wucht hingegen kann überlegen sein.


    Eine HKV1615 wäre in diesem Fall der Karateka ....



    Natürlich ist auch das akustische Gedächtnis eine trügerische und nicht absolute Sache.

    Aber stell dir vor, du hast gewisse Aufnahmen, bzw. Teile daraus, schon hunderte Male, tausende Male konzentriert gehört.

    Klar, du hörst immer nur die Aufnahme und nicht das Original. Du kannst nicht bewerten was "richtig" ist; Aber kennst du eine Aufnahme derart in-und-auswendig, dann kannst du sehr schnell und bestimmt sagen, was anders ist.

    Gehe mal ans andere Spektrum der Soundreproduktion, in die Veranstaltungstechnik.

    Da wird heutzutage auch wahnsinnig viel gemessen und korrigiert. Und dennoch triffst du fast immer irgendwann den Ton-Ing. durch die Location laufen und dabei "seine" Referenz-Titel hören: Er kennt die Titel derart gut, dass er aus dem gehörten "in dieser Location" "mit diesem Setup" "in dieser Config" sich ein Bild der Reproduktionsgüte und -Bedingungen machen kann.


    Musiker und Instrumentenbauer stimmen ihre Instrumente übrigens auch sehr präzise ohne die Verwendung von anderen Gerätschaften als den eigenen Ohren.

    Immer wieder faszinierend zu vernehmen, dass "das Instrument erst auftauen" müsse, da es sonst nicht klingt - gemeint waren in den Fällen Geigen und Gitarren nach dem Transport im Winter.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Unterschied hören würde.

    Klassischen Musikern glaube ich aber, wenn sie mir derartiges über ihr Arbeitsgerät erzählen.

    Wenn du diese beiden völlig unnötig Sätze weglassen hättest, wäre deine Antwort perfekt.

    Ich stelle mir immer die Frage, warum beginnt man eine Antwort auf eine Frage mit einer abwertenden Einleitung.


    Schöne Grüße Max

    Hi Max,


    ganz offen, neutral und mit aufrichtigem Interesse gefragt:

    Was meinst du damit? Was ist abwartend? Ich verstehe es nicht wirklich - meinst du, dass ich den Fragesteller herabwerten will oder meine eigene Antwort?

    Wirklich, ich möchte verstehen, was an meinen Worten eine derartige Wahrnehmung auslöst.


    Die Intention war nämlich eine gegenteilige - ich wollte abmildern, dass ich auf die "eigentliche" Frage nicht eingehe.

    Scheint so, dass hier mal wieder die Defizite einer schriftlichen Kommunikation per Internet zu trage treten, die es in einem persönliche RL-Gespräch nicht gäbe.

    ANDY_Cres

    Technisch bin ich bei dir. Durfte bei dir ja auch wunderbares bewundern.


    Aber: Zwischen 5k€ und 25k€ liegt eine Welt.


    Bisher war für einige / viele ein Gerät alá NZ800 ein once-in-life-time Traum. Auch dieser kostet objektiv betrachtet schon sehr viel Geld.

    Diese Klasse von Geräten wird es schwer haben, da sich viele Käufer fragen werden ob die xx % mehr an Performance den Aufpreis wert sind.


    Und nein, es geht dabei nicht um eine absolute Betrachtung der Leistung. Es geht um eine relative, subjektive Bewertung für eine Kaufentscheidung.

    Was Du mit dem optimierten Raum meinst, weiß ich nicht. Da musst Du mir kurz helfen.


    Ansonsten hoffe ich, dass der 1200 Yamaha ohne den AVR noch klarer und kraftvoller im Stereobetrieb sein wird.

    Raumakustik ist gemeint.
    Hast du sämtliche relevanten Reflexionspunkte bedämpft und ggfs. Diffusoren eingebracht?
    Hast du deinen Bass sowohl seitens der Raummoden als auch seitens der Abklingzeit "im Griff"?

    Bumblebee möchte auf die Wichtigkeit der Raumakustik raus und auf die Mächtigkeit von ART.
    Ich schließe mich dahingehend an, dass Raumakustik 85% des Klangs ausmachen. Da ist ein Wechsel auf einen anderen Stereo-Amp nachrangig.



    Edit:

    Danke für den schönen Bericht :respect:

    GAREA

    Ich kann deinen Frage und dein Abwägen aus Sicht der technischen Aspekte nachvollziehen.

    Es gibt valide Gründe, warum individuell eine Platzierung von FL und FR NICHT hinter eine Leinwand, sondern neben ihr, präferiert wird. Dies kann wahlweise die Qualität des Tons oder die Qualität des Bildes mittels einer nicht-perforierten/schalldurchlässigen Leinwand sein.

    Hier ist abzuwägen.


    Aber bei deinem letztgenanten Punkt möchte ich nachfragen:

    Hast du schon mal den Eindruck gehabt in einem "handelsüblichen" Heimkino, dass Bild und Ton räumlich auseinander gelaufen sind, wenn die LS unmittelbar neben der LW stehen? Nimmst du die Bild-Ton-Kohärenz in der Praxis als merkliches Problem war?


    Ich frage offen und neutral, da ich das Thema etwas zu eindimensional betrachtet sehe.

    Neben den Winkeln kommen die Reproduktionseigenschaften der vielen verschiedenen Lautsprecher dazu die Raumakustik hat einen großen Einfluss auf die wahrgenommene Ortung, der konkrete Aufbau der Front spielt mit rein, etc.

    In gut gemachten Heimkinos, wovon es hier im Forum viele gibt, konnte ich bisher keinen Nachteil "erhören" wenn die LS außerhalb der LW platziert wurden.

    Viel häufiger und für mich gravierender tritt für mich der oben genannte Punkt der zerrissenen Klangfelder auf, wenn der Winkel zwischen FL/FR und SR/SL zu groß wird.

    Sehr sehr selten habe ich es gehört, dass ein Schallereignis ganz allein und ausschließlich auf FL oder FR gemixt wurde.

    Das ist eine wirklich interessante Frage Viktor.


    Ich vermute fast, dass wir "Insassen" der Heimkino-Bubble und speziell hier im Forum ein verzerrtes Bild sehen.

    Für uns sind diese Entwicklungen gerade eine Sensation und auch generell ist der Stellenwert eines besseren Bildes für viele von uns viel Wert.


    Schaue ich mich in der realen Welt, um Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis um, so sind

    a) die Beamerbesitzer eine geringe Anzahl an Leuten

    b) die ausgegebenen Summen idR viel geringer als hier im Forum und

    c) die Haltedauer der Geräte (auch TVs) merklich länger als bei uns in der Bubble.

    Gratuliere, das ist doch ein schöner Erfolg und sieht gut aus.


    Nein, in diesem Chart wirst du eine Verpolung nicht sehen.

    Schaue dir dafür die Sprungantwort an.


    Oder mach den Batterie-Test:

    Alle Chassis sollten sich in die gleiche Richtung bewegen bei Anlegen der Spannung. Bewegt sich eins (oder mehrere) in die andere Richtung, hast du es verpolt angeschlossen.

    Tár


    Stream, Amazon Prime, UHD HDR, 5.1


    Die Dirigentin Lydia Tár befindet sich auf dem Zenit ihrer Karriere. Der Höhepunkt, die Live-Einspielung einer Mahler-Symphonie, steht kurz bevor.

    Lydia, hervorragend gespielt von Cate Blanchett, hat sich durch die Welt der Klassik nach oben gekämpft. Bei Leibe keine einfache und "schöne" Branche - hinter den Kulissen geht es durchaus dreckig zu: Machtverhältnisse und -missbrauch, Intrigen, Günstlingswirtschaft, Sexismus, etc.

    Der Film spielt in der heutigen Zeit und betrachtet aktuelle gesellschaftliche Themen. Die Protagonistin geht ihren Weg durch die Welt der Klassik und schnell merkt man, dass auch sie korrumpiert wurde.

    Auf der einen Seite die Künstlerin, auf der anderen Seite die Maestro - die Chefin, nicht frei von menschlichen Schwächen.

    Die Handlung spitzt sich zunehmend zu, wenn auch ruhig und bedächtig erzählt. Das Ende kann als überraschend betrachtet werden, bei uns wurde es kontrovers diskutiert.


    Mich hat der Film mitgenommen, er hat mich angeregt im Nachhinein mehr erfahren zu wollen. Es hat sich gelohnt.

    Sehr fein, teils sehr subtil, wird hier ein Geschehen gewoben, was eine faszinierende Ambivalenz aufwirft.

    Es lohnt sich auf die Kleinigkeiten von Anbeginn an zu achten; viele kleine Details vervollständigen das Geschehen - und doch fällt es leicht sich in den Film fallen zu lassen.


    Tár ist ein kleines Meisterwerk, das gekonnt mit verschiedensten Aspekten des heutigen intellektuellen und kulturellen Betriebs jongliert. Ob Cancel Culture, immerwährende Social Media Präsenz, Identitätsbewegung, Genie & Klassik, etc.

    Die Erzählweise ist nicht jedem seine Sache, das Ende auch nicht. Dazu schadet es nicht ein gewisses Vorwissen über den Klassik-Betrieb zu haben.

    Dennoch möchte ich eine Empfehlung aussprechen.


    Film: 8/10



    Das Bild im Amazon Prime Stream war gefällig mit gutem Kontrast. Mehr aber auch nicht. Auflösung und Schärfe haben eher an FHD erinnert als an UHD.

    HDR-Momente gab es. Insgesamt wurde aber oft ein eher dunkles Setting gewählt. Die Farben wirkten oft gewollt entsättigt, wiesen aber keine offensichtlichen Fehler auf.

    Insgesamt gefiel das Bild dennoch, da es auf übergebührlich verfremdende Effekte verzichtete und primär mit der Kamera und Licht gearbeitet wurde.


    7/10



    Der Ton dieses ruhigen und eher dialoglustigen Films ist genrebedingt kein Mega-Highlight.

    Das Sounddesign hingegen war klasse und besticht durch die vielen kleinen Momente. Die reale Gegebenheit wird meist sehr glaubwürdig eingefangen und fühlt sich genau an dem Ort, den einem das Auge vermittelt. Sei es eine Unterführung in Berlin, sei es Keller, sei es ein Hörsaal in der Uni. Die Szenen mit klassischer Musik und dem Orchester weisen ein hohe Dynamik und Feinheit auf.

    Der Film ist nicht angetan als Effektfeuerwerk wahrgenommen zu werden, bietet aber ein herausragendes Sounddesign. Chapeau.


    8/10

    Manchmal hast du an den XLR-Ausgängen eine höhere Spannung anliegen.

    Somit hast du mehr Headroom, eine höhere SNR.


    So auch wirklich symmetrisch übertragen wird per XLR hast du geringere Einstreuungen. In wiefern diese in einem relevanten Bereich auftreten muss individuell betrachtet werden (Störquellen, Kabellänge, etc.)

    JamesBond007

    Du startest deine Frage mit der Formulierung wie „ihr“ das Problem lösen würdet.


    Vor der Beantwortung dieser Frage sollte zuerst die Frage nach der Priorität gestellt werden. Was bist du bereit für welche Lösung an „Nachteilen“ zu akzeptieren.


    Warum fange ich so verschwurbelt an?

    Ich durfte sowohl bei Aries als auch bei ANDY_Cres Doppelcenter-Lösungen hören.

    Aries hst mir auch vorgeführt, wie nahezu stufenlos er die wahrgenommene Höhe des Centers definieren kann.

    Sehr beeindruckend. Nach dieser Demonstration habe ich alle theoretischen Bedenken gegenüber einer Doppelcenter-Lösung ad Acta gelegt.

    Es sei an der Stelle angemerkt, dass mein Fokus in der Bewertung auf einer Reihe, auf einem MLP liegt.


    In einem dedizierten Heimkino kann man zwei Center schön verstecken. In einem Wohnzimmer ist das eine Herausforderung.

    Oder könntest du gar mit zwei Centern sichtbar in der Wohnlandschaft leben?


    In meinem Wohnzimmer befindet sich der Center unterhalb des TVs - zu niedrig. Durchaus auch hörbar.

    Hier akzeptiere ich es aber und lebe damit, da es primär ein Wohnzimmer ist. Klare Priorisierung seitens der Anforderungen.

    Im Heimkino hingegen sieht es anders aus.


    Hier habe ich den Gedanken ernsthaft durchgespielt und hatte nach den gemachten Erfahrungen überhaupt keine Bedenken.

    Es wäre ein gangbarer Weg gewesen.

    Aber auch hier habe ich mich aus individuellen Gründen und Priorisierungen dagegen entschieden:

    Der von mir ausgewählte LS baut mindestens 57cm hoch. Ich möchte meine Leinwand aber extrem niedrig installieren.

    Es galt einen Zielkonflikt abzuwägen - was immer nur individuell geht.

    Meine Wahl fiel auf akustisch transparente LW mit extrem niedriger Montage.


    Besser? Schlechter? Irrelevant.

    Eigene Ziele definieren, priorisieren und für sich selber Entscheidungen treffen.

    Matt wird kein Problem sein. Ein Gain von 1 sollte auch passen.


    Die eigentliche Frage ist Folie oder Tuch?


    Folien scheinen sehr viel stärker zum Speckle zu neigen; Tücher hingegen eher/meist unproblematisch.