Ja, klar kennt die alte Einmessung meinen neuen Raum nicht. Genau das ist ja der Punkt. Umso erstaunlicher ist für mich, dass die neue Einmessung (also die im aktuellen Raum) klanglich schlechter klingt.
Das kann Zufall sein, spricht aber entweder nicht gerade für die Software oder ich habe beim Einmessen einen Fehler gemacht. Vermutlich eher Letzteres – nur wüsste ich nicht, welchen. Genau das meine ich mit „random“ bzw. „kann funktionieren, muss aber nicht“. Ein Messpunkt, drei Messpunkte, … am Ende scheint das Ergebnis teilweise ziemlich stark zu schwanken.
Der Raum selbst ist ruhig (Grundrauschen unter 30 dB). Die Lautsprecher stehen pegelseitig sehr gleichmäßig im Raum, d. h. am MLP sind die Pegelunterschiede schon ohne Einmessung/DSP minimal. Beim Frequenzgang ist das natürlich etwas anderes – der Room-Sim in REW zeigt ja schon bei Änderungen im Zentimeterbereich deutliche Unterschiede.
Zur Akustik: Früher habe ich in einem Schlafzimmer mit Möbeln, Bett, Schrank usw. geschaut. Dadurch waren manche Probleme (vor allem Nachhall/T60 und Echos) schon durch das Mobiliar etwas entschärft. Der neue Raum ist dagegen ein eher dedizierter Kellerraum mit vergleichsweise blanken Wänden, wenig Mobiliar und niedrigerer Decke. Entsprechend treten akustische Probleme hier deutlich stärker zutage.
Der Vorteil ist aber: Ich kann in diesem Raum viel freier akustische Maßnahmen umsetzen als im alten Schlafzimmer.
Als Absorber dient aktuell fast die komplette Verkleidung der Frontwand. Ich verlinke einfach mal mein „Kino“ – über die Bilder bekommt man wahrscheinlich am schnellsten ein Gefühl für die Situation.
Die akustischen Maßnahmen (noch nicht abgeschlossen) sollen den Nachhall verbessern, Erstreflexionen reduzieren und Teile der Raummoden-Problematik abmildern. „Teile“ deshalb, weil ich für tiefe Frequenzen deutlich dickere Absorber bräuchte.
Was mich einfach wundert: Wie kann eine Einmessung/Berechnung im realen, aktuellen Raum klanglich deutlich schlechter ausfallen als irgendeine alte Einmessung, die weder zum Raum noch zum Setup passt (zumal inzwischen sogar mehr Lautsprecher im Setup sind)? Das finde ich schon bemerkenswert – und ehrlich gesagt ziemlich schräg.
Ob das dann Ziel einer "Automation" bzw. Berechnung sein sollte oder sogar sein dürfte? Ich denke: "Nein!" Denn dafür benötige ich keine Automatik, sondern bin vermutlich schneller und nachvollziehbarer mit manueller Einmessung am Ziel. Warum? Weil ich dort Kontrolle über die Paramter habe, die ich selbst verschiebe. Die Parameter der Automatik kenne ich nur bedingt.
Unabhängig davon ist das aktuelle Ergebnis für mich klar verbesserungswürdig – jedenfalls wenn ich die alte Einmessung in diesem Raum als Referenz nehme.
Der Thread zu meinem Kino:
Kino / Gästezimmer (das „micro“)