Beiträge von Wooderson

    Ich weiß ja nicht, ob Du mich damit meinst...


    Also ich habe schon etliche DBA-Kinos mit unterschiedlicher Subwooferauswahl gehört und konnte jedes Mal sagen, welche Chassis ausgewählt wurden (wenn es welche hier diskutierten waren). Sie haben halt einen Charakter.


    Und falls Du mich meintest, sagst Du damit, dass meine Aussagen nicht legitim sind? Also der böse Gewerbliche sagt das nur, weil er die dicke Kohle macht?

    Nein, damit warst weder Du noch jemand spezielles gemeint, aber ich habe diesen Habitus oft erlebt.


    Ich finde aber na wir vor zweifelhaft die beschriebenen Höreindrücke eindeutig den Treiber zuzuordnen. Zumindest fehlen – so wie es dargelegt wurde – alle Details dazu.

    D.h. auch wenn bei einem Hörtest rauskommt - klingt gleich - habe ich für meinen Teil einfach mehr Freude an einem "guten" Chassis.

    Das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Ich denke, die Mehrheit der Selbstbauer tickt so, d.h. es wird verbaut weil man es einfach so will. Das ist auch absolut legitim, solange man es nicht so darstellt als ob es objektiv hörbare Vorteile mit sich bringt. Ansonsten ist man selbst schnell in der Voodoo-Ecke, dort ist dieses Verhalten nämlich die Regel.

    Warum spielt dann zB ein JBL Chassis „schlecht/unpräzise“ gegenüber zB einen Dayton?


    Woran liegt das deiner Meinung nach?

    Die zu klärende Frage ist doch: Liegt das am Treiber?

    Das eindeutig zu beantworten ist relativ aufwendig, das besagen ja die letzten 10 Posts hier...

    Wenn der LS kein Potenzial hat zB präzise/differenziert zu spielen wie soll es dann der Raum schaffen?

    Die Situation gibt es eben NIE. Du hörst den Treiber immer im Raum und mit Abstimmung, aber eigentlich nie isoliert den Treiber. Wenn man mal verschiedenen Treiber entzerrt im RAR gehört hat, ist man verblüfft wie gleich alles klingt.


    Bei korrekter Auslegung spielt das Material kaum eine Rolle. Ich persönlich würde den Einfluss auf das Gesamtergebnis vielleicht auf 10-20 % quantifizieren, der Rest = das meiste ist Raum, Abstimmung und Amping.


    EDIT: Amping meint hier nicht "Verstärkerklang", sondern quantitativ entsprechende Leistung und stabiles Netzteil mit Ausdauer.

    Und da ist ein Chassis-Vergleich vor allem im DBA Verbund super aufwändig.

    Das sehe ich auch so, weswegen man eigentlich keine überprüfbare Aussage machen kann, das es an den Treibern liegt.

    Ich denke der Weg über (lineares!) Verschiebevolumen und passendem Amping ist schon der richtige, insofern ist die Treiberwahl im Bassbereich eigentlich einfach.

    Naja, je weniger es verzerrt, desto "schlanker" ist der Bass. Und das spielt sich auch im Bereich unter den 10% schon ab.

    Da scheint es mir einen Widerspruch zu den anerkannten Hörschwellen zu geben.

    Daher meine Vermutung, das es eher andere Effekte sein müssen, die aber möglicherweise mit THD korrelieren.

    Es kommt u. A. auch auf die Verteilung der Verzerrungen an. Und da trennt sich die Spreu vom Weizen und es kommt zu einem unterschiedlichen Klang.

    Ich bin mir nicht sicher was damit gemeint ist?

    Die einzelnen Klirrkomponenten, d.h. Ausprägung über Frequenz?

    Der Ohr ist ja ziemlich unempfindlich gegenüber THD im Bass, je nach Pegel und Frequenz sind 10 oder 20% kein Problem, d.h. nicht zuverlässig detektierbar (kann jeder an diversen Hörbeispielen selbst testen).


    Vielleicht ist es dann auch eher IMD? Oder sonstiges Verhalten des Treibers wenn er in den Grenzbereich kommt?


    Kurz zur Einordnung: Meiner Erfahrung nach hängt der Klang vom Bass kaum vom Treiber ab, solange man ihn nicht übersteuert oder sonstige groben Fehler in der Abstimmung hat. Der Einfluss von Raum, Abstimmung/Entzerrung ist um Potenzen größer.

    Ist es kein Nachteil dabei, wenn die Lautsprecher nicht angewinkelt sind?

    Das kommt natürlich auf das Abstrahlverhalten der Lautsprecher und die Sitzposition (bzw Breite der Reihe) an. Eine Ausrichtung ist nicht immer notwendig, bei mir (nur 2x Sitze) war es das nicht. Selbst wenn, ließe sich sicher auch eine an beiden Enden angewinkelte Wand bauen.

    Ich habe mit direktem Wandeinbau gute Erfahrungen. Dabei sind die Lautsprecher (meist flache) mit einer harten Wand umgeben, also nicht in Fächern die mit Dämmmaterial ausgekleidet sind – ist bei mir wahrscheinlich nicht das was hier oft mit baffle wall bezeichnet wird. Vorteile sind keine Boundary-Effekte durch Refelexionen an der Rückwand, verbreiterte Abstrahlung (konzeptabhängig, aber sinnvoll für Surround) und Pegelgewinn. Es gibt eigentlich keine Nachteile, außer die bauliche Integration in den Raum (die Raumwand ist eben dann die Schallwand, wie in vielen Tonstudios auch).

    Ja ich baue passive Weichen.


    Meine Weichen arbeiten wenn möglich mit weniger als 6 dB Filter.

    Was hat das mit linearphasig zu tun?

    Auch ein Filter 1. Ordnung dreht die Phase. Die großen Nachteile einer solchen flachen Trennung möchte ich hier gar nicht thematisieren, aber bei den hier diskutierten resonanzbehafteten Treiber (Seas Excel) ist das schon eher grobe fahrlässig. Es mag aber durchaus sein, das diese Fehler als klanglich "interessant" empfunden werden können.


    Bei dem scheinbar zur Verfügung stehenden Budget wäre eine aktive Ansteuerung und Umsetzung mittels FIR Zielkurven ohnehin sinnvoll, dann würden sich diese skurrilen Diskussionen über passiver Filter auch in Wohlgefallen auflösen....

    Das ist ein typischer fall von das Pferd von hinten aufgezäumt = falsch herum.

    Die Komponenten stehen am ENDE und nicht zu Beginn fest.

    Ich würde mir zu Beginn Gedanken um das Abstrahlverhalten, Sitzabstand, Pegelbedürfnissse, etc machen um dann zu Treibergrößen, Schallführungen und etwaige Strategie zur Verschaltung zu kommen.

    Vieles davon ist im Vorfeld simulierbar.

    Und irgendwann ganz am Ende kann man in den Katalogen auf Treibersuche gehen, bestellen und die Herstellerangaben validieren (=messen).

    schauki hat das sinngemäß beschrieben und auf entsprechende Literatur verwiesen. Dieser Tipp ist mehr Wert als dieser Thread hier leisten kann.


    Ansonsten ist das – sorry – kopfloses Geld ausgeben durch den Kauf von Komponenten die möglicherweise gar nicht dafür geeignet sind. Das muss man sich wirklich wie ein Rezept beim kochen vorstellen, die individuelle Qualität der Zutaten ist nicht das entscheidende. Das Flickwerk mit passiven Saugkreisen um die Performance von überteuerten Boutique Treibern zu retten ist zu ein Beispiel.

    Zum Thema Kondensator:

    Wenn man mal im Hochtonbereich mit Kompressionstreiber und Hörner gearbeitet, erfährt mal leicht, das durch den großen Wirkungsgrad fast keine Aktivelektronik rauscharm zu betreiben ist. Deswegen setzt man einen passiven Filter 1. Ordnung = einen Kondensator vor dem HF Zweig ein. Dimensionierung richtet sich natürlich nach angestrebter Trennung. Diese Filterung wird dann mit dem DSP ergänzt, so das in Summe eine Abstimmung entsteht. Durch den Kondensator werden DSP + DAC + Idle Geräusche der Endstufe gedämpft. Wie gesagt, das ist Stand der Technik bei vielen aktiven PA Systemen oder allgemein Aktivlautsprechern mit Hochwirkungsgradtreibern.

    Eigentlich schon. Bei mir rauscht jedes DSP. Es kommt auf die D/A Wandlung an.

    Es gibt da eben gute und schlechte. Die einen halt stärker, die anderen weniger. Bisher am besten fand ich eben MiniDSP (HD Version) und das Hypex.

    Das Thema wäre vor 30 Jahren eins gewesen, heutige Wandler haben einen unhörbaren Rauschteppich.

    Kritischer ist die Aussteuerung und also wie kommt das Signal mit welchem Pegel rein. Denn es gilt shit in, shit out.


    EDIT: Es sollte kalt sein, dass ich mich auf den "Leerlauf" beziehe, also ohne starke Filterung im DSP – die ja, so wie ich es verstanden habe, hier auch nicht vorgenommen wurde.

    Danke für das Feedback zum Quadra 500.


    Im Allgemeinen rauschen DSPs eigentlich nicht, es ist meist ein Problem der Gain-Struktur. Wie wurde das Signal denn eingespeist?


    Was man in solchen Fällen auch immer machen kann, ist einen kleinen passiven Hochpass/Kondensator vor den Hochtöner zu legen, das empfiehlt sich alleine schon wegen der Betriebssicherheit. Das wird teilweise auch bei Aktivlautsprecher und im PA Bereich gemacht – bei Hochwirkungsgradtreibern im HF geht es ja auch nicht anders – allerdings muss man das alles mit abstimmen.


    Die Hypex Plate Amps rauschen sehr wenig, das ist gut angestimmt für die konsumerüblichen Einspeisepegel.

    Limiter machen eigentlich immer Sinn, weil man das Material sicher bis in den Grenzbereich fahren kann. Man könnte natürlich argumentieren, dass, wenn das öfters passiert, die Auslegung zu klein ist. Ich finde aber, es ist der effizienterer Ansatz.


    Normal hat man 2- oder 3-stufigen Limiter, also für Peak, RMS und Thermo. Bei (geschlossenen) Subs und passendem Amp läuft der Treiber eigentlich nicht ins mechanisches Limit, sowas kann man aber auch gut vorher simulieren (Auslenkung vs. Verstärkerleistung vs. Einbausituation) und entsprechend auslegen. Vorsicht auch vor zu kleinen Verstärker, deren Clipping ggfs auch Treiber zerstören können. Hoch- und Mitteltöne brauchen eigentlich immer/eher Limiter, ein weiterer Vorteil von Aktivboxen.

    Zum Thema Endstufen habe ich neulich noch was interessantes gefunden, leider ohne Preis. Den werde ich aber bei Gelegenheit erfragen, da mir die Betreuung unserer Wellenfeldsynthese-Anlage aufgetragen wurde.

    http://fouraudio.com/de/produkte/ppa-serie.html


    Mit Dante-Eingängen und Powersoft-Amps, wie geil!

    Nein, das sind Pascal Module. Preise gibt es nur für Gewerbliche.


    EDIT: Dante ist schon sehr geil, also wenn man es von der Quelle aus hat (z.b. JBL Synthesis Pre-Amps). Selbst wenn die nachfolgende Kette (z.b. Aktivboxen, oder hier das Hypex-Plate) nicht Dante-fähig sind, kann man mit einfachen Adapter Dante > AES3 wandeln und wäre dann vollkommen digital.

    Beurteilung nach objektiven Kriterien ist aber schwer genug und funktioniert auch nicht immer. Daher differenziert man ja in der Qualitätssicherung zwischen Verifizierung und Validierung. Dein Motor im Beispiel kann alle objektiven Kriterien erfüllen und der Kunde kann es trotzdem scheisse finden ... Das eine ersetzt nicht das andere und man kann nicht alles objektivieren, dem einen fällt das auch schwerer als anderen.

    Der Ersatz von Subjektivismus war auch gar nicht mein Punkt, sondern aus Fehlen jeglicher objektiven Angaben.