Dem HSB sein dediziertes Heimkino

  • Ich überlege, einen Raum in meiner Wohnung zum Kino umzuwidmen und mein Wohnzimmerkino damit aufzugeben bzw. umzuziehen.


    Problem: Der Raum ist 10qm winzig.


    Was ich gerne erreichen würde:

    1. Besserer Sound (d.h. vor allem besseres Bassmanagement)

    2. Größeres Bild

    3. Wohnzimmereinrichtung entschlacken (Speaker raus, Lowboard raus, Absorber raus, nur noch TV und Couch drinlasssen)


    Bei Punkt 2 hänge ich gerade gewaltig. Der Raum ist 316x317cm groß. Ich wollte die Lautsprecher in einer mit AT-Stoff bespannten Holzkonstruktion verbergen und davor eine Rahmenleinwand anbringen. Die Rückwand wollte ich zu einem 60cm tiefen Absorber wandeln, damit ich ein SBA betreiben kann. D.h. ich knapse schonmal einen Meter Raumtiefe ab.


    Die Unterhaltung mit ChatGPT zeigt zwei Probleme:

    1. Bei ca. 190cm Sitzabstand empfiehlt ChatGPT eine Leinwandbreite von gerade einmal 120cm. Das ist gerade einmal 3cm breiter als der 77" OLED, den ich als Upgrade ins Wohnzimmerkino bringen wollte.

    2. Der Projektionsabstand scheint auch zu klein zu sein. Mit einem beispielhaft ausgewählten Epson LS9000 und einer Distanz von 216cm errechnet ChatGPT mir eine maximal mögliche Bildbeite von 160cm.


    Der Raum ist aber 316cm breit. Ich würde gerade einmal die Hälfte oder weniger dieser Breite nutzen. Hm ... ernüchternd.


    Mir scheint, mein Projekt scheitert schon am Ziel "signifikant größeres Bild". Allerdings habe ich dieses Projekt entdeckt. Die haben einen Raum mit sehr ähnlichen Maßen und eine 221cm breite Leinwand drin. Redet ChatGPT also Blödsinn? Was sagt ihr bzgl. Leinwandgröße und 190cm Sitzabstand?



    Kino2.jpg

  • Naja, wenn du auf ein DBA gehst verlierst du nicht so ganz viel Raumtiefe, ein DBA kann ja mit relativ geringer Tiefe realisiert werden, ca. 20cm Gehäusetiefe reichen für 12 Zöller aus. Dann könntest mit der Couch etwas nach hinten gehen und vorne gewinnst du auch etwas dazu.....


    D.h. 25-30cm Vorne und 20cm Hinten scheinen realistisch zu sein, je nachdem was du für die anderen LS einsetzt.....


    Und wegen Leinwandbreite, die meisten Leute hier haben ca 0,8-1,1 : 1 Abstand : Breite, du könntest es ja mal austesten mit deinen Wohnzimmerkino, wie nahe du an das Bild rangehen kannst.

  • Ich würde kein SBA oder DBA umsetzten. Da verschenkst du zu viel Raum. Mit mehreren Subwoffern (am besten vier, an jeder Wand oder in jeder Ecke einen oder vorne zwei und hinten zwei(siehe Cedia-Paper)) erreichst du auch sehr gute Ergebnisse. Dann würde ich einen Projektor nehmen, der auch nicht sehr tief ist. Beispielsweise einen von Valerion (24 cm). Der hätte auch keine Lüftung hinten, sodass er direkt an der Wand platziert werden kann. Bei einem Bild von 180 cm breite kannst du bis zu 270 cm weit weg gehen mit der Linse des Projektor.

  • OK, cool. Danke euch für den Input.


    Basskonzept und Bildgröße hängen hier also zusammen. Die Valerions habe ich mir kurz angeschaut. Ja, sehr kurze Tiefe, ca. die Hälfte vom Epson, aber kein Lens Memory, wenn ich das richtig sehe. Und so wie ich es verstehe, brauche ich Lens Memory, wenn ich Quellen mit verschiedenen Bildformaten anschauen will, oder? (ich bin Komfort-Freak, d.h. manuelle Einstellungen kommen nicht in Frage).


    Was ich mir auch noch überlegt hatte: Kein SBA/DBA, wie Tzulan444 vorschlägt, dafür zwei Subs in die Front und dann einen Dirac-ART-fähigen AVR nehmen. Dennoch werde ich die Rückwand nicht ganz nackt lassen können, wegen der mittleren/hoen Frequenzen.


    Dennoch, verstanden, wenn ich die 60cm an der Rückwand aufgebe und die Front evtl. schlanker gestalten kann, rückt das Sofa weiter nach hinten ==> größeres Bild möglich.

  • Die Unterhaltung mit ChatGPT zeigt zwei Probleme:

    1. Bei ca. 190cm Sitzabstand empfiehlt ChatGPT eine Leinwandbreite von gerade einmal 120cm

    Vergiss ChatGPT. Bestes Beispiel gleich der erste Punkt..... Bißerl selber planen und rechnen, gibt hier eh einen guten Grundlagenthread und zig andere HKs als Vorlage.

    z.B. bei der Bildgröße:
    Wir sitzen hier bei CS bis zu 0,85 Bildbreite dran, also könntest auf 220cm Breite gehen.
    Bei 16:9 auf gute 180cm Breite.

    Bedenke aber, bei dem geringen Abstand ist bei vielen AT-Tüchern (Folie fällt sowieso raus) die Struktur zu sehen.

    Projektionsabstand brauchen die meisten normalen Beamer gute 1,3x Bildbreite, von der Vorderkante. Schau beim jetztigen Beamer und rechne es aus, bedenke aber auch einen Beamerwechsel in Zukunft.
    Zur Not kann man aber auch mit einem Umlenkspiegel arbeiten.


    Bei so einem kleinen Raum: +1 für ein DBA!

  • Welchen Zuspieler hast du?

    Bei einem HTPC ist ein Lens Memory nicht unbedingt notwendig, du stellst den Projektor auf die Breite der Leinwand ein und kannst dann mit dem Moviestarter von FoLLgoTT das Bild automatisch skalieren lassen, d.h. bei 21:9 bleibt die volle Auflösung erhalten und bei 16:9 z.B. wird das Bild passend verkleinert.

  • Wir haben einen rollbaren Wohnzimmer Tisch. Warum das wichtig ist?


    :rofl:


    Ich habe ihn einem kurzen Stupser gegeben, sodass ich Deinen Sitzabstand mal nach gestellt habe:


    20260117_155623.jpg


    Der TV ist 85" Diagonale, den Sitzplatz habe ich bei 1,90m gestellt.


    20260117_155728.jpg


    Rein von der Auflösung (Free-TV) ist das definitiv kein Problem.

    ...Doch ehrlich gesagt isses schon sehr, sehr nahe. Ob ich (!) das bis zu einer Eingewöhnung aushalten würde - ich bin mir nicht sicher. Bin aber auch etwas anfälliger für Kopfschmerzen. Doch man hat hier schon einen Tennis Effekt, von der Kopfbewegung.


    Vielleicht das als kleiner Anhaltspunkt. Auf jeden Fall viel Erfolg beim Vorhaben!

  • Welchen Zuspieler hast du?

    Bei einem HTPC ist ein Lens Memory nicht unbedingt notwendig, du stellst den Projektor auf die Breite der Leinwand ein und kannst dann mit dem Moviestarter von FoLLgoTT das Bild automatisch skalieren lassen, d.h. bei 21:9 bleibt die volle Auflösung erhalten und bei 16:9 z.B. wird das Bild passend verkleinert.

    Danke. Ich spiele über Kodi auf einem Mac Mini zu, kein Windows. Langfristig will ich auf Infuse auf dem ATV4K wechseln.

  • Doch ehrlich gesagt isses schon sehr, sehr nahe. Ob ich (!) das bis zu einer Eingewöhnung aushalten würde - ich bin mir nicht sicher. Bin aber auch etwas anfälliger für Kopfschmerzen. Doch man hat hier schon einen Tennis Effekt, von der Kopfbewegung.

    Hast schon recht. Deshalb mache ich mir ja diese ganzen Gedanken und bitte um Meinungen, bevor ich loslege. Der Sitzabstand muss größer werden.

  • Also, ich würde jetzt mal die Planung aktualisieren und dabei den Aufbau vorne und hinten so flach wie möglich machen.


    Mal angenommen, die Subs hätten eine Tiefe von 22cm. Was ich jetzt machen würde, ist, direkt über die komplette Fläche der Wand erstmal 10cm Rockwool packen für die Erstreflektionen (vorne) und im Allgmeinen (hinten). Dann die Subs direkt an die Dämmung stellen. Tiefe wäre dann also 32cm plus ein Abdeckrahmen mit AT-Stoff. Also Schätzungsweise 35cm gesamt.


    Sinnvolles Vorgehen? Ich tue mir echt schwer, die Wände nackt zu lassen.

  • DBA je nach Chassisgröße kann man in 10-17cm Tiefe mit 10-12" umsetzen. Für mich persönlich das vorhersehbarste Ergebnis. Der kleine Raum gibt super viel Roomgain hinzu. Wäre immer meine erste Wahl. Da finde ich eher interessanter, wie man Surround löst, ohne dass es einen anschreit, für einen Spot aber auf jeden Fall auch lösbar. Abstand ist für mich Bildhöhe*2 das Minimum, hängt also vom Format ab :)

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • Die Surrounds sind im Wohnzimmer aktuell ca. 60cm von mir entfernt. Wird im neuen Raum ähnlich werden. Frage für mich ist, ob ich von 5.1 Auf 7.x gehe oder nicht.


    Wegen Tiefe: Vorne sind die Standboxen die mit der höchsten Tiefe. Um 50cm Aufbau werde ich nicht herumkommen, denke ich. Dafür hinten 30-35cm anstatt der 60cm

  • Ich habe weiter recherchiert und bin, glaube ich, auf ein größeres Problem im Konzept gestoßen. Da der Raum nur 316cm tief ist, wird die Projektionsdistanz immer unter 3m liegen. Zum einen bringt der Beamer ja selbst eine Tiefe mit, zum anderen halt der Aufbau hinter der Leinwand mit den Speakern.


    So wie ich das sehe, brauchen die meisten Beamer aber 3m Mindestabstand, um überhaupt ein scharfes Bild darzustellen. Also müsste ich zu einem Ultrakurzdistanzprojektor greifen. Der braucht aber auch etwas Abstand und hat eine Tiefe. Ein Lowboard mit ca. 75cm müsste her, hab ich ausgerechnet. Dann wäre zwischen Couch und Lowboard kaum noch Platz.


    Oder hab ich hier nen Denkfehler?

  • Zum Ultrakurzdistanzprojektor kann ich nichts sagen aber bei all den Nachteilen und Unwägbarkeiten, die ein Projektor grundsätzlich bzw. bei dir mit sich bringt, wäre da ein TV nicht doch die bessere Wahl?


    Ein 85 Zoll OLED wäre schon eine Steigerung zu deinem Bild im Wohnzimmer und, auch ohne Vergleich, nicht gerade klein. Das Bild wird auf jeden Fall besser, egal welchen Projektor Du kaufst.


    Ein paar Gedanken zum Ton. Ja, ein DBA oder SBA ist bestimmt besser (oder bässer?) wie ein oder zwei Subwoofer. Mit einem oder zwei Subwoofern ist man aber auch nicht unbedingt untermotorisiert. Mit etwas Geschick kann man den Bass auf einem Hörplatz (oder zweien) auch gut hinbekommen. Dies wäre günstiger in der Anschaffung und wäre weniger Installationsaufwand. Wenn Du dann noch nachbarschaftsfreundliche Körperschallwandler in die Sitzgelegenheit verbaust, kannst Du zu jeder Zeit den Bass spüren bzw. hast ein nettes Feature a la D-Box-light.

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