Hallo zusammen,
Ich habe diesen Sommer einen Kellerraum (ca. 22,5qm) in unserem Reihenhaus spontan zu einem Heimkino umfunktioniert. Ich bin mit Bild und Ton sehr zufrieden. Es gibt allerdings ein Problem, das mir den Spaß raubt: Schallübertragung im Haus.
Ich denke einige von euch werden das Gefühl kennen: Man startet voller Freude einen Film und nach wenigen Minuten kommen Beschwerden über die Lautstärke seitens der Ehefrau. Leider Gottes ist unser Haus sehr hellhörig und ich habe kleine Kinder die ab ca. 19 Uhr schlafen. Aus meinem Arbeitszimmer im 1. OG kann ich selbst bei geschlossener Tür (Vollspan mit PZ Schloss und absenkbarer Bodendichtung) Trittgeräusche und Stimmen im Wohnzimmer hören. Beim Schall aus dem Kinoraum (Keller) ist es nicht viel besser. Ich weiß nicht genau wie laut ich höre (messe ich demnächst mal nach), aber ich behaupte, dass ich bei 2/3 Lautstärke meines Denons einen noch moderaten Pegel habe der mit Sicherheit deutlich unter dem Durchschnitt unter Heimkinofans liegt. Idealerweise würde ich gerne 5-10db lauter hören. Ich versuche nun nachzuvollziehen wie sich der Schall vom Kinoraum im Haus verbreitet und was ich dagegen tun kann. Seitdem ich die Absorberwand (SBA) im Kino gebaut habe, scheint der Tiefbass nicht mehr das Hauptproblem zu sein. Meine Beobachtungen habe ich z.T. mit Bildern und einer Skizze dokumentiert (s.u. bzw. Anhang) Nicht wundern, einige Bilder stammen noch von vor Fertigstellung des Kinos:
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Über das Treppenhaus landet man im ersten Kellerraum. Hier stehen Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank, Tiefkühltruhe, ein Schrank und mehrere Schwerlastregale. Dieser Raum führt neben einem kleinen Technikraum, in dem u.a. einen Pumpensumpf und der Stromverteiler zu finden sind (siehe 6) zum Heimkino Raum (siehe 1.1). Alle Türen sind Röhrenspantüren von Westag - keine Billigware aber definitiv die schwächeren Türen im Haus. Im OG haben wir Vollspantüren.
Schall aus dem Kinoraum ist zwar deutlich reduziert hörbar, ich denke wenn die Schallbrücke über der Tür (siehe 1.1) vernünftig geschlossen wird, sollte es einen spürbaren Effekt auf die Übertragung im gesamten Haus geben. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei der Flurtür lohnt in eine Vollspantür ohne Schlüsselloch und bodentiefe Dichtungen zu investieren oder sogar eine Schallschutztür. Vom Flur aus ist der Schall aus dem Kinoraum bereits deutlich reduziert aber noch klar hörbar (Messung folgt).
im Wohnzimmer und im 1. OG (hier sind alle Schlafzimmer) ist der Schall noch hörbar. Wenn man gerade einschlafen will, stört es definitiv. Sobald alle schlafen, ist es in der Regel kein Problem mehr. Die Kinder werden bei der "moderaten" Lautstärke nicht wach. Lautere Pegel traue ich mich aktuell nicht.
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Die Öffnung über der Tür (1.1) muss definitiv zu. Ich weiß nicht wie ich das bewerkstelligen soll. Ggf. mit Dämmstoffen zustopfen und zuschäumen. Ich habe nur Angst Kabel oder Rohre bei Letzterem zu beschädigen. Schall aus der Öffnung in Bild 1.2 zu sehen scheint ein geringeres Problem zu sein. Auch hier würde ich ähnlich vorgehen. Die große Frage ist, ob es sich hier lohnt die Tür durch eine Schallschutztür zu ersetzen. Im Grunde ist es egal wie laut es im Vorraum ist, solange der Schall sich nicht über das Treppenhaus verbreitet. vielleicht wäre es besser nur die Flurtür (siehe 0) durch eine Schallschutztür auszutauschen. Die Wand ist hier deutlich stärker d=20cm vs. 11,5cm bei der Kinoraumwand. Die Kinoraumtür müsste aber mindestens mit Vollspan, bodentiefe Dichtungen, voll ausgeschäumte Zargen und ohne Schlüsselloch ausgestattet sein.
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Im Kinoraum befindet sich leider unsere Gastherme. Diese ist durch eine Wand und eine Tür vom Kino getrennt (siehe Bild 2.1-4 und 5.1). Auch hier ist nur eine Röhrenspantür verbaut. In Kombination mit den Durchbrüchen in der Wand (2.2/2.3) geht hier sicherlich viel Schall durch, der über den Durchbruch in Bild 2.4 ins Haus gelangt. Mich stören die sporadischen Geräusche der Heizung ohnehin. Am liebsten würde ich die Durchbrüche schließen, habe aber Bedenken, dass der Schornsteinfeger hier meckern wird. Theoretisch kann ich die Heizungstür zwecks Luftzufuhr 22/24 Stunden pro Tag offen haben. Hauptsache es ist alles ruhig während der 2 Stunden, die ich einen Film gucke.
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Vor das Fenster habe ich mittlerweile eine dünne Spannplatte mit Magneten befestigt, sodass kein Licht durchkommt und ich trotzdem die Flexibilität habe schnell das Fenster zu öffnen. Meine subjektive Wahrnehmung ist, dass das Fenster keine wesentliche Schwachstelle ist - muss ich allerdings noch per Messung überprüfen.
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Leider habe ich kein gutes Foto mehr, aber in Bild 4.1 ist eine Verkofferung zu sehen. Hinter dieser läuft ein Rohr in den Waschraum (siehe Bild 1.2). Des Weiteren wurde hier aus dem Wohnzimmer heraus eine Bohrung vorgenommen, um diverse Kabel (Ethernet, Strom, Satellit) hochzulegen. Das Loch abzudichten könnte etwas bringen. Mein Höreindruck aus dem Wohnzimmer war allerdings, dass der Schall eher aus dem Treppenhaus kommt.
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Das Kino wurde professionell eingemessen. Laut Raumakustiker könnte die Verkofferung in Bild 5.1 zu sehen ein großer Hebel sein, um die Schallübertragung um Haus zu bändigen. Hinter der Verkofferung laufen Rohre vom Heizungsraum in den Waschraum (siehe auch 1.1). Die Idee wäre es die Kofferung zu öffnen, voll mit Steinwolle oder einem anderen Dämmstoff zu stopfen, wieder zu schließen und zusätzlich außen eine 19mm MDF Platte dranzuschrauben.
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Zuletzt wäre dann noch der kleine Raum mit dem Verteilerkasten. Hier laufen etliche Rohre hoch ins Haus (Gästebad im EG und Bad im 1. OG). Nicht sicher, ob man hier noch etwas machen kann.
Ich bedanke mich für alle diejenigen, die die Geduld aufgebracht haben meinen Beitrag zu lesen. Ich würde mich über eure Einschätzung, Tipps und Anregungen riesig freuen.
Liebe Grüße
Florian