Formatwechsler

  • Ich möchte ein paar Worte zu Filmen verlieren, bei denen das Bild zwischen verschiedenen Seitenverhältnissen wechselt. Aus meiner Sicht gibt es zwei Arten von Filmen.


    IMAX-Filme

    IMAX ist ein Format, das bewusst vertikal einen größeren Blickwinkel einnimmt. Das heißt, das 1,9:1-Bild ist höher als das beschnittene 2,4:1-Bild und enthält in der Regel keine relevanten Bildinformationen. Es kann bei Formatwechslern somit gefahrlos abgeschnitten werden und das wird in Nicht-IMAX-Kinos auch so gemacht. Manchmal ist der Bildausschnitt nicht mittig (siehe UHD-BD vs. DVD von "The Dark Knight"), aber selbst das kann man meist in Kauf nehmen.


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    Das heißt auch, das 1,9:1-Format auf einer 2,4:1-Leinwand ohne Abschneiden darzustellen, würde genau den gegenteiligen Effekt erzeugen als ursprünglich gewollt. Das eigentlich größere Bild wird kleiner projiziert.


    Stilmittel

    Einige Filme/Serien nutzen den Wechsel des Seitenverhältnisses dagegen bewusst als Stilmittel. Sie markieren damit unterschiedliche Orte, Zeiten, Realitäten oder sonstiges. Die Filme von Wes Anderson sind hier typisch. Aber auch "The Expanse", "Everything, Everywhere, All at Once" oder "The Life of Chuck" sind gute Beispiele. Hier sollte das Bild nicht einfach abgeschnitten werden, da dann relevanter Bildinhalt verloren geht.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man damit umgeht. Leider ist der Container immer 16:9, also sind Seitenverhältnisse meist auf diese Bildhöhe festgenagelt (bis auf wenige Ausnahmen*). Ob das im Kino auch so war, weiß ich nicht. Man kann sie natürlich auf die Höhe eines beliebigen Grundseitenverhältnisses transformieren. Bei einer 2,4:1-LEinwand heißt das z.B., dass 2,4:1 die gesamte Fläche einnimmt, 1,85:1 dagegen links und rechts schwarze Balken zeigt. Diese Umschaltung kann automatisch durch Echtzeiterkennung erfolgen oder durch Voranalyse (z.B. MovieStarter). Damit ändert sich natürlich die Fläche der Bilder im Verhältnis zueinander. Es ist also mehr oder weniger Geschmackssache, was man machen möchte. Ich persönlich bevorzuge CIH auf 2,4:1 darzustellen und alle anderen Formate automatisch an diese Höhe anzupassen.


    * es gibt ein paar Filme, bei denen z.B. 16:9 in 2,4:1 eingefasst sind. Das Grundseitenverhältnis ist dann also immer 2,4:1. Das ist allerdings sehr selten.

  • Vielen Dank für die ausführliche Erklärung.


    Deswegen sind Imax Szenen auf einer Scope LW auch nicht problematisch. Man schneidet sie einfach weg, wie du schreibst


    Das macht eine gute Presetfunktion bei Projektoren für mich unbedingt wichtig. Und zwar für zoom, fokus, Position, Seitenverhältnis und Maskierung.


    Was bleibt ist dann natürlich der Verlust der onscreen Steuerelemente und Anzeigen.


    Ich persönlich könnte jetzt auch schweren Herzens auf das Stilmittel verzichten, aber das ist ja Geschmackssache...

    "Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid." (Yoda)

  • IMHO ist auch noch ein deutlicher Unterschied, ob ein Film fürs Kino produziert wurde oder ein Film/Serie fürn TV.
    16:9 Kinofilme, z.B. Lucy fällt mir da ein, funktioniert mit dem Beschneiden auf 21:9 tadellos (obwohl mir bei Bumble Bee auch nix Schlimmes aufgefallen ist....). TV-Serien ist da schon kritischer. Nicht nur dass ein Teil der Köpfe abgeschnitten ist, der ganze Bildausschnitt ist oft anders gewählt, zu nah dran, so dass kleiner auf 16:9 gezoomt dann doch besser passt.

  • IMHO ist auch noch ein deutlicher Unterschied, ob ein Film fürs Kino produziert wurde oder ein Film/Serie fürn TV.
    16:9 Kinofilme, z.B. Lucy fällt mir da ein, funktioniert mit dem Beschneiden auf 21:9 tadellos (obwohl mir bei Bumble Bee auch nix Schlimmes aufgefallen ist....). TV-Serien ist da schon kritischer. Nicht nur dass ein Teil der Köpfe abgeschnitten ist, der ganze Bildausschnitt ist oft anders gewählt, zu nah dran, so dass kleiner auf 16:9 gezoomt dann doch besser passt.

    Hallo Mankra,


    Ist den LUCY in 16:9?

    Dachte, der Film wäre ausschließlich in 2.39:1 auf den Scheiben vorhanden.

    Oder lief da im IMAX gar eine Open-Matte Version?


    Viele Grüße

    Tom

  • (obwohl mir bei Bumble Bee auch nix Schlimmes aufgefallen ist....)


    Mir kam die Scence schon komisch vor, wo Bumble Bee alleine im Haus sein unwesen treibt.
    Als ihn dann die anderen Bots gefangen genommen haben, gabs Einstellungen, wo oben die Köpfe nicht mehr ganz drauf waren.
    Da hab ich es dann gemerkt, dass ich den Film beschnitten anschaue! 😅

    Aber gut wenn darauf bei IMAX Formatwechsel-Filmen geachtet wird.
    So kann man einfach den kompletten Film in 21:9 schauen und die IMAX Scenen ignorieren.
    Ich mag es, wenn Filme in 21:9 vorliegen.
    Nur so kann ich die volle Größe meiner Leinwand nutzen.

  • Klicke mich gerade hier am PC bißerl durch.


    Jetzt wo Du es sagst: Der Film ist ja wirklich extrem "TV-Bild" mässig gefilmt.


    Zumindest beim zweiten Bild wird es sicher extrem gewesen sein, auf der anderen Seite soll es auch den Eindruck vermitteln, dass er grob, über das Blickfeld nach oben hinaus ragt.


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    vlcsnap-2025-10-31-20h20m25s526.png

  • Hab mich mal random durch den Film geklickt, Screenshots gemacht und von ChatGPT auf 2,39:1 beschneiden lassen.

    Selbst die zwei Bilder, die du gepostet hast, fallen nicht wirklich auf.

    Files

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  • Ich mag das IMAX-Format sehr gern. Die Bildwirkung ist eine ganz andere. Habe aber auch eine 16:9 Leinwand. Auf Disney+ gibt es einige Filme in beiden Formaten, sodass man gut vergleichen kann.


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  • Klar. Bei einer 16:9 Leinwand macht das IMAX Format Sinn und man hat auch was davon.

    Ich bin aber auf eine 21:9 Leinwand gewechselt, weil ich will, dass bei einem Kinofilm das Bild größer wird und nicht kleiner
    Ich hatte auch 20 Jahre eine 16:9 Leinwand. Aber es war immer blöd, dass bei Filmen das Bild kleiner wurde und nicht größer.

    Das Bild auf einer Blurray/UHD ist natürlich 16:9 und wenn man das auf 21:9 schauen will, ergeben sich dadurch ein paar Besonderheiten.
    In der Regel reicht aufzoomen. Aber wenn dann wechselnde Formate dazu kommen, muss man sich was einfallen lassen.

  • Ich mag das IMAX-Format sehr gern. Die Bildwirkung ist eine ganz andere. Habe aber auch eine 16:9 Leinwand.

    Das ist aber nur sinnvoll, wenn man den extremen Blickwinkel von IMAX auch nutzt. Das tut aber so gut wie niemand. Und dafür sind 16:9-Leinwände in unseren Heimkinos in der Regel auch zu klein (Häufig < 3 m Breite). Man müsste selbst für die unterste Grenze von 80° ca. 1,8 m entfernt sitzen, was sehr nah ist (0,55 * Bildbreite). Es ist ja bei IMAX gar nicht gewünscht, dass das Auge alles direkt erfasst. Daher liegt in den extremen Winkeln, zumindest vertikal, keine relevante Information.


    Den Blickwinkel eines herkömmlichen Kinos mit 2,4:1-Leinwand können wir dagegen problemlos umsetzen, ohne dass es zu nah wird. Einen Sitzabstand von ca. 1,0 bezogen auf die Bildbreite haben hier viele umgesetzt. Wenn man sich das Bild oben anschaut, liegt das gut im mittleren Bereich.

  • Das ist aber nur sinnvoll, wenn man den extremen Blickwinkel von IMAX auch nutzt. Das tut aber so gut wie niemand. Und dafür sind 16:9-Leinwände in unseren Heimkinos in der Regel auch zu klein (Häufig < 3 m Breite). Man müsste selbst für die unterste Grenze von 80° ca. 1,8 m entfernt sitzen, was sehr nah ist (0,55 * Bildbreite). Es ist ja bei IMAX gar nicht gewünscht, dass das Auge alles direkt erfasst. Daher liegt in den extremen Winkeln, zumindest vertikal, keine relevante Information.


    Den Blickwinkel eines herkömmlichen Kinos mit 2,4:1-Leinwand können wir dagegen problemlos umsetzen, ohne dass es zu nah wird. Einen Sitzabstand von ca. 1,0 bezogen auf die Bildbreite haben hier viele umgesetzt. Wenn man sich das Bild oben anschaut, liegt das gut im mittleren Bereich.

    Auch wenn es stimmt was du schreibst, stimmt aber auch was Tzulan444 schreibt:

    Mag nicht den IMAX Vorgaben entsprechen, aber dennoch wirken Filme auch im Heimkino in 16:9

    anders als in 2,4:1

    Das sehe ich wie Tzulan444

    und ich mag das auch sehr.

    (bei beiden Formaten gleiche absolute Leinwandbreite vorausgesetzt.)


    Daher bin ich wohl einer der wenigen hier die das höhere "Netflix" Format mögen :big_smile:


    Hintergrund bei mir:

    Ich bin in der Breite limitiert, dadurch wäre eine

    2,4:1 Leinwand auch nicht breiter/größer als meine 16:9.

    Ich maskieren automatisch.

    ->könnte eine 2,4:1 Leinwand größer als eine 16:9 sein würde ich das natürlich machen.

    letztlich auch eine Frage der absoluten Größe für mich...


    Einzig Formatwechsler im Film find ich so semi gut, nicht nur da die Maskierung dann nicht nutzbar ist.

    da ich das größere Bild bevorzuge beschneide ich diese Filme aber auch nicht...

    Aber das reißt mich im echten kommerziellen Kino auch irgendwie immer etwas raus ...

  • Das ist für mich einer der Hauptgründe den Moviestarter oder MadVR zu nutzen.


    Wenn man einmal die automatische Formatanpassung benutzt hat, möchte man nie mehr zurück.

    Die willst du aber nicht bei der Umschaltung auf IMAX nutzen, wenn du auf einer Cinemascope-Leinwand schaust.


    IMAX soll ja das Bild immersiver machen. Würdest du von 2,35:1 auf 1,9:1 umschalten lassen, würde das Bild kleiner werden statt immersiver.

    Sinnvoll ist also nur, weiter auf 2,35:1 zu bleiben und das Bild zu maskieren, damit nichts über die Leinwand hinausstrahlt, falls man nur aufgezoomt hat.


    Und dafür sind 16:9-Leinwände in unseren Heimkinos in der Regel auch zu klein


    Wenn man bedenkt, dass die meisten Filme ohnehin nur auf Fernsehgeräten geschaut werden, frage ich mich, warum man IMAX überhaupt in den Home-Entertainment-Bereich einbinden will.

  • Zuhause mögen die meisten ganz einfach das Format, welches das größte oder beste Bild liefert.


    Wenn es 16:9 ist, dann gerne IMAX.

    Bei 16:9 mit Maskierung, kann es zwecks Bildqualität auch 21:9 sein. (War bei mir damals so, bei den Formatwechselfilmen)


    Ist die Leinwand 21:9, kann man idR nicht mehr so viel mit den schmalen Formaten anfangen.

  • Selbst die zwei Bilder, die du gepostet hast, fallen nicht wirklich auf.

    Zumindest mir nicht, beim laufenden Film. Ich suche aber auch nicht danach.


    Die Bildwirkung ist eine ganz andere. Habe aber auch eine 16:9 Leinwand.

    Dann ist es klar.


    Wie 21:9 LW Besitzer haben die Wahl:
    Die volle Bildbreite, dafür halt nur den Scope Ausschnitt vs. volle Höhe, dafür ein schmales Bild....


    Wenn man einmal die automatische Formatanpassung benutzt hat, möchte man nie mehr zurück.

    Doch, doch. Hatte es kurz mit madVR. Unabhängig davon, dass ich kein kleineres Bild möchte, noch schlimmer bei Formatwechslern, wenn das Bild in der Breite immer wieder hin&her springt.
    Bei 16:9 Leinwand/TV mag es ein cooler Effekt sein, wenns es oben/unten das Bild aufmacht (heißt aber dann bei Projektion auch, mit den hellen CS-Balken zwischendurch zu schauen...), bei unseren 21:9 LW finde zumindest ich es nervig, wenn das Bild in der Breite hin & her springt.

    Ich bin in der Breite limitiert, dadurch wäre eine

    2,4:1 Leinwand auch nicht breiter/größer als meine 16:9.

    Du könntest aber bei 2,40:1 näher ans Bild ran gehen ;)

  • Wie 21:9 LW Besitzer haben die Wahl:
    Die volle Bildbreite, dafür halt nur den Scope Ausschnitt vs. volle Höhe, dafür ein schmales Bild....

    Ja, das stimmt. Ich bin da ein Spezialfall. Auf Grund der räumlichen Gegebenheiten ist bei mir die Leinwandbreite voll ausgeschöpft. 21:9 oder 16:9 machen bei mir keinen Unterschied hinsichtlich der Breite. Es geht nur um Höhe haben oder nicht, deshalb stellt sich bei mir die Frage nach einer 21:9-Leinwand gar nicht.

  • Das ist aber nur sinnvoll, wenn man den extremen Blickwinkel von IMAX auch nutzt. Das tut aber so gut wie niemand. Und dafür sind 16:9-Leinwände in unseren Heimkinos in der Regel auch zu klein (Häufig < 3 m Breite). Man müsste selbst für die unterste Grenze von 80° ca. 1,8 m entfernt sitzen, was sehr nah ist (0,55 * Bildbreite). Es ist ja bei IMAX gar nicht gewünscht, dass das Auge alles direkt erfasst. Daher liegt in den extremen Winkeln, zumindest vertikal, keine relevante Information.


    Im Heimkino geht es doch darum ob die zusätzlichen Bereiche jenseits der 2,4:1 projeziert werden sollen oder nicht.

    Daher wäre der relevante Vergleich z.B. in Deinem Raum mit einer 2,4:1 Leinwand 400 cm x 167 cm (die Krümmung lassen wir außer acht) wie das unbeschnittene Bild bei einem 1,9:1 IMAX Format in 400 cm x 211 cm (oder bei 16:9 in 400 cm x 225 cm) wirken würde.

    Ich denke schon, dass damit die Immersion noch einmal gesteigert würde, zumal dieses Formate unserem Gesichtsfeld näher kommen.


    Daher bin ich wohl einer der wenigen hier die das höhere "Netflix" Format mögen :big_smile:


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