• Tár


    FSK 12, 158 min


    Quelle: HD-Strom [Amaz.]


    Aloha,


    Tár ist ein sperriger Film, sperrige, hochgeistige, zuweilen arrogante Dialoge, der Zugang kommt erst mit und mit, Cate Blanchett ist großartig als die titelgebende Dirigentin, blasiert ob ihres Erfolges, lebt in ihrer eigenen Welt – kaum jemand hätte das besser verkörpern können.


    Der Bereich der Orchester und der klassischen Musik ist eine Nische, zu der nicht viele in dieser Tiefe Zugang haben, auch mein Bereich ist das nicht bzw. nur ganz wenig. Trotzdem wird der Streifen immer dichter, man vermutet und rätselt, da vieles zwischen den Zeilen steht. Das Ende ist dann im Vergleich zum Rest extrem schnelllebig und sprunghaft. Denke, dass in der ersten Stunde viele ausschalten werden, aber aus meiner Sicht lohnt es sich, dies zu unterlassen.


    Film: 2

    Ton: 2-

    Bild: 2-

    Gruß Mickey

    Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)

    Rezensionen und deren Bewertungen beruhen auf der BD-Fassung.

  • Denke, dass in der ersten Stunde viele ausschalten werden, aber aus meiner Sicht lohnt es sich, dies zu unterlassen.

    Ich war ehrlich gesagt schon beim Vorspann kurz davor, wieder auszuschalten.

    Nach dem Vorspann war dann aber schnell von der erzählerischen Dichte und der großartigen Leistung von Cate Blanchett fasziniert.

    Ein wirklich toller Film, wenn ich auch nicht alle Details der Vorgänge innerhalb des Orchesters verstanden habe. Der Wirkung des Films schadet das aber nicht.


    Fun Fact:

    Im deutschen Wikipedia Artikel wird die Handlung zunächst mit ganzen 8 Sätzen beschrieben, und inhaltlich fehlt tatsächlich nichts Entscheidendes.

    Die "Ausführliche Handlungswiedergabe" besteht dann aus 81 Sätzen bzw. 614 Worten. Und genau dadurch wird der Film so interessant. Trotz seiner Länge und Dialoglast verging die Zeit wie im Flug.


    Film: 8/10

    Ton: 8/10 (Deutsch, Dolby Atmos)

    Bild: 8/10 (selten auf BD so ein scharfes, ruhiges und kontrastreiches Bild gesehen)

  • Moe

    Changed the title of the thread from “Tár” to “Tár (2022)”.
  • Film: 7/10 - den habe ich lange vor mir hergeschoben, 2023 für 6 Oscars nominiert und letztendlich ohne geblieben. Aber dadurch hat man wenigstens den Titel i.d.R. mal gehört. Lydia Tár (Cate Blanchett) hat es ganz nach oben geschafft, sie ist erste Dirigentin der Berliner Philharmoniker geworden. Der Film von Todd Field (Drehbuch, Regie) begleitet Tár durch die Vorbereitung zur Aufführung von Mahlers Fünften.

    Mit mehr als zweieinhalb Stunden Laufzeit reichlich lang geht es im Film auch sehr behäbig los. Lange Szenen, in denen Field eine fachlich brilliante aber auch arrogante Person zeichnet. Dialoge, wenig Schnitte, wenig Kamerabewegung. Erst im Verlauf nimmt der Film ein wenig Tempo auf, erzählt in harten Szenenwechseln vom manischen Tagesablauf der Dirigentin, die Szenen selbst jedoch sehr ruhig inszeniert. Und genau wie harte Schnitte zwischen langen Szenen einen feinen Gegensatz im Schnitt bilden, so ist es die Kombination aus Distanz und Nähe in Blanchetts Spiel, die eine unangenehme Spannung aufbaut. Das ist schon richtig gut gemacht.

    Im Verlauf entblättert sich schichtweise die Erkenntnis, dass man an diese Spitzenposition nicht gelangt, einfach weil man gut oder nett ist.

    Mehr will ich nicht sagen; der Film ist ein Drama und wird von der intensiven Darstellung Blanchetts' getragen. Ja, es geht um Musik, aber vor allem geht es um die egozentrische Person in deren Zentrum, die unerbittlich auf ihrem Kurs bleibt, komme was wolle.


    Bild: 8/10 - das leicht unterkühlte und entsättigte Bild der BluRay kommt extrem sauber daher. Kein Rauschen, von bewussten Unschärfen abgesehen stets knackigscharf. Todd und Kameramann Florian Hoffmeister (hierfür oscarnominiert, einer von zahllosen Deutschen vor und hinter der Kamera) sezieren das Geschehen mit klinischer Präzision, so dass man dem Drama einfach gebannt folgen muss. Zur unterkühlten Inszenierung und Darstellung passt denn auch die Ausstattung, die sich meist genauso spärlich gibt. Innenräume meist wenig dekoriert und kühl ausgestattet, selbst Szenen im Restaurant wirken wie vom OP-Tisch unter sterilen Bedingungen.


    Ton: 8/10 (englisch TrueHD) - es geht erstmal auf dem Center los, bis uns der Film nach rund 5 Minuten Vorspann (weiße Schrift auf schwarzem Grund) in die Handlung entlässt und das Klangfeld öffnet. Obwohl Mehrkanalmix, haben die Surroundlautsprecher wenig zu tun, werden aber punktuell effektvoll eingesetzt wenn Tár "Dinge" hört - die dann zudem aus dem falschen Kanal kommen. Clever gemacht. Aber, hier haben wir einen Musikfilm, und die spielt trotz allem eine Hauptrolle: die großen Orchesterstellen klingen einfach wunderbar und selbst wenn man mit Klassik nichts am Hut hat - wenn das Orchester zum Fortissimo ansetzt muss man schon eine Gänsehaut bekommen, so gut klingt das.

  • wenn das Orchester zum Fortissimo ansetzt muss man schon eine Gänsehaut bekommen, so gut klingt das.

    Ja, absolut. Bei der Szene, bei der zuerst zu Hause ganz leise ist und danach spielt plötzlich die Orchester, bin ich auf dem Sessel gesprungen, so wie beim Jump Scare eines klassischen Horrorfilm. :beated:


    Zu dem Film kann ich nicht viel hinzufügen, der hat mir sehr gut gefallen, meine Note ist eine 8.

    Ich mag sehr, dass der Film Stoff zum Nachdenken gibt und das die Spannung sehr gut aufgebaut ist.

  • Ich habe den auch letzens erst gesehen und bin zwiespältig.

    Ich fand der Film hatte seine Höhen und Tiefen. Das Ende passt schon hat mir aber garnicht gefallen.

    Bild und Ton (Bluray) habe ich garnicht mehr in Erinnerung. War glaube ich ganz gut, aber nicht überragend - hier geht es eher um den Film.

    Dediziertes 4K 7.1(8).4 Kellerkino

  • Ich pack's mal in nen Spoiler ;)


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