Im übrigen halte ich die Diskussion auch nicht für zielführend, die Messtheoretiker werden weder die Hörpraktiker überzeugen noch umgekehrt.
Aber ein A/B-Hörtest ist ja eben genau "Hörpraxis" und eben nicht "Messtheorie".
You are about to leave Heimkinoverein to get redirected to the following address:
Please note, that the target website is not operated by us. We are not responsible for it's content nor does our privacy policy apply there.
Im übrigen halte ich die Diskussion auch nicht für zielführend, die Messtheoretiker werden weder die Hörpraktiker überzeugen noch umgekehrt.
Aber ein A/B-Hörtest ist ja eben genau "Hörpraxis" und eben nicht "Messtheorie".
Daher kommt es auch immer auf die Fragestellung an.
F: "Klingen Endstufen unterschiedlich?"
A: "Sehr wahrscheinlich wirst du Unterschiede hören - allerdings auch sehr wahrscheinlich nicht durch unterschiedlichen Schall verursacht, willst du wissen ob es der Schall ist -> Blindtest"
Die Fragestellung bei einem ABX Test (gern Blindtest genannt) ist klar und simpel.
Verstehe ich nicht ganz. Bei einem Blindtest kommt doch der testende (ich glaube Du nennst das "getestete") Mensch und seine Individualität voll zum Tragen.
Er vergleicht A und B und sagt dann ob er Unterschiede hört. Das Holzohr genauso wie das Goldohr. Einzig die mentale Komponente - die sowohl das Holzohr als auch das Goldohr beinflusst - wird herausgenommen.
Nein, der Kandidat muss sich fest legen ob er A oder B hört. Das ist etwas völlig anderes!
ABX Test:
Testperson hört Musik A
-umschalten
Testperson hört Musik B
-umschalten
Testperson hört A oder B (von anderer Person verdeckt festgelegt)
Testperson muss sagen ob er A oder B hört
Voraussetzung: Schnelles umschalten!
Testaufbau, bei dem die Testperson NICHT sehen oder hören kann was umgeschaltet wird.
zB durch umstecken von Kabeln, einlegen einer CD usw.
-Mindestens 10 Durchläufe sind nötig, mehr besser.
-Wenn die Testperson nicht 8 vom 10 Zuordnungen richtig hat, gibt es keinen Unterschied.
Bei all dem Pro und Kontras zum Klangunterschied sollte man auf jeden Fall berücksichtigen,
dass das menschliche Gehirn sich ca. 2-4 Sekunden an Klang im Detail erinnert.
Das Gehirn rekonstruiert die Klangerinnerung. Stimmung, Ort, Gesellschaft und viele andere Einflüsse
beeinflussen den Eindruck des Klanges. Wird Glauben uns genau zu erinnern, leider falsch.
Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Die sind sehr selten und viele die glauben ein absolutes Gehör
zu haben könnten sich irren.
Bevor der Dirigent bemüht wird, der wissenschaftliche Fall XY aus dem Keller geholt wird
und die verteufelung aller ausgerufen wird die ein oder kein Instrument spielen.....einfach
vor das geistige Auge "für mich..." projizieren. zB: Für mich.....klingt das Modell xy besser.
Hoch lebe der Sound, der uns glücklich macht ....... ![]()
Du spielst aber nicht E-Gitarre, oder?
(Ich schleppe nicht umsonst +20 kg Vollröhren-Topteile durch die Gegend (wo es auch mein kleiner Mini-Crate mit 150W tun würde), wenn es nicht schlicht - für meinen Sound - „besser“ wäre.)
Die Röhrenschaltung in einem Gitarrenamp hat explizit eine ganz andere Ausrichtung als in einem HiFi-Amp. In einem Gitarrenamp willst du Übersteuerung haben - sonst könntest du auch gleich Transe spielen, im HiFi-Bereich eben nicht. Von daher ist beides zwar Obst, aber dennoch Äpfel und Birnen.
Das ist etwas völlig anderes!
Ich schreibe:
Er vergleicht A und B und sagt dann ob er Unterschiede hört.
Du schreibst:
Display MoreTestperson hört Musik A
-umschalten
Testperson hört Musik B
-umschalten
Testperson hört A oder B (von anderer Person verdeckt festgelegt)
Testperson muss sagen ob er A oder B hört
Was genau ist da jetzt "völlig(!) anders"? Außer, dass Du den Vorgang etwas genauer beschreibst als ich? (ich gehe mal davon aus, dass um sagen zu können ob eine Person A oder B hört muss er zunächst mal überhaupt Unterschiede hören
)
Aber da wir im Grunde das gleiche meinen, können wir es IMHO auch dabei belassen. ![]()
das wäre doch mal eine Idee für das nächste Treffen:
-> Blindtest Verstärkerklang. Hier zB auch Class A/B vs H vs D oder oder oder. Ausreichend Teilnehmer wären ja vorhanden. Und danach können die gesammelten Eindrücke hier ja festgehalten werden
Das wäre dann sozusagen Goldohren Test. ![]()
Die Fragestellung bei einem ABX Test (gern Blindtest genannt) ist klar und simpel.
Auch wenns vielleicht gern genannt wird.
Jeder ABX Test ist ein Blindtest. Nicht jeder Blindtest ist ein ABX Test.
mfg
Was genau ist da jetzt "völlig(!) anders"?
Ja, Deine Beschreibung hat eine andere Fragestellung!
Er vergleicht A und B und sagt dann ob er Unterschiede hört.
Frage: Gibt es einen Unterschied?
Antworten: Ja, nein, Heller, druckvoller, besser, schlechter, könnte A sein, usw usw
Fragestellung bei ABX: Wird A oder B gespielt?
Mögliche Antwort: A oder B
Somit kann man das auch auswerten:
-Eindeutig
-Nachvollziehbar
-kein Spielraum für Interpretationen
-Test ist reproduzierbar
-mit anderen Ergebnissen aus der Testreihe vergleichbar
Ja, Deine Beschreibung hat eine andere Fragestellung!
Wie schon gesagt, um sich zwischen A oder B festzulegen zu können, muss ich zunächst mal einen Unterschied hören.
Ich denke wir haben einfach unterschiedliche Vorstellungen von "völlig anders"...
Wenn ich das hier so lese, erinnern mich manche Beiträge eher an ein Hifi-Form. Dies ist aber ein Heimkino-Forum, und da sollten wir die Komponenten nach völlig anderen Kriterien bewerten. Gerade wenn 7 oder vielleicht 11 oder mehr Lautsprecher plus x Subwoofer installiert sind, geht es dann doch in erster Linie um:
- Pegelfestigkeit
- Dynamik
- Punch respektive Schnelligkeit
- Sprachverständlichkeit
- und das, was ich jetzt spontan vergessen habe xD
Blindtests sind hier IMO ziemlich uninteressant. Es sollte vielmehr mit den vorhandenen Lautsprechern getestet werden, ob die Komponente die Disziplinen, die für ein Heimkino in erster Linie relevant sind, gut beherrscht oder im schlimmsten Fall das Klangbild in sich zusammenfällt. Ein guter Händler sollte deswegen eine Endstufen dem ernsthaft interessierten Kunden zum Testen übers Wochenende ausleihen.
Alles andere ist meines Erachtens eher zweitrangig, es sei denn, man möchte im Kino auch Hifi-Stereo hören. In diesem Fall kann ich Grobi empfehlen, denn die können auch die Verstärker an gleichen Lautsprechern umschalten, und wer will, kann da auch einen Blindtest machen. ![]()
Wie schon häufig beschrieben kann ich definitiv sagen, dass sich meine McIntosh 1.2kw Mono Endstufen und meine Pass X600.5 Mono Endstufen an den Infinity Reference Standard III grundlegend anders anhören.
Und das trotz gemessenen gleichen Frequenzgangs und exakt gleichen Pegels. Dafür brauchte ich nicht mal einen ABX-Test, das hat sogar meine Frau gehört, die nicht mal wusste, dass da andere Endstufen spielen ("oh, hört sich heute aber anders an"). Ich besitze übrigens beide, ich muss mir da auch nichts schönreden. ![]()
Die Gründe dafür liegen in den generell komplett unterschiedlichen technischen Konzepten der beiden Modelle, die einfach für ein anderes Klangbild sorgen. Ich rede hierbei bewusst nicht von besser oder schlechter, sondern nur von anders. Das kann man physikalisch begründen über Punkte wie unterschiede Ausgangsimpedanzen, unterschiedliche Dämpfungsfaktoren, etc.
- Ist das in REW messbar? Nur bedingt (im Frequenzgang zumindest bei mir überhaupt nicht)...
- Kann man das eventuell anders messen? Vermutlich (ich bin ein Elektro-Ingenieur)...
- Sind die Unterschiede deutlich hörbar? Ja, nicht nur subtil, sondern deutlich
Wenn mein Musikraum hier mal fertig ist, dann darf sich das jeder gerne anhören und selber entscheiden ob er Unterschiede hört oder nicht. ![]()
Wie schon häufig beschrieben kann ich definitiv sagen, dass sich meine McIntosh 1.2kw Mono Endstufen und meine Pass X600.5 Mono Endstufen an den Infinity Reference Standard III grundlegend anders anhören.
Hier wären wir ja wieder im HiFi-Stereo-Bereich (der für mich etwas völlig anderes ist), aber dass es hier teils immense Unterschiede gibt (selbst beim gleichen Hersteller) kann ich bestätigen, da ich früher selbst in diesem eher hochpreisigen Bereich mit Infinity-Lautsprechern (wenn auch nicht mit den IRS) unterwegs war.
Im Heimkinobereich möchte ich hingegen eine gute Sprachverständlichkeit, extreme Dynamik und - sorry - "knallende" Effekte. xD Der immersive Kinosound wird hier eher mit Raumakustik und weniger durch HiFi-Stereo-Komponenten erzielt. Ob ein Verstärker jetzt eine super Breiten- oder Tiefenstaffelung mit schönen Klangfarben hat, spielt da IMO eine deutlich geringe Rolle.
Wie schon häufig beschrieben kann ich definitiv sagen, dass sich meine McIntosh 1.2kw Mono Endstufen und meine Pass X600.5 Mono Endstufen an den Infinity Reference Standard III grundlegend anders anhören.
Blasphemie ![]()
Da gehört eine Theshold oder VTL dran. ![]()
Was für ein geiler Speaker. Den würd ich gern mal wieder hören. ![]()
Display MoreWie schon häufig beschrieben kann ich definitiv sagen, dass sich meine McIntosh 1.2kw Mono Endstufen und meine Pass X600.5 Mono Endstufen an den Infinity Reference Standard III grundlegend anders anhören.
Und das trotz gemessenen gleichen Frequenzgangs und exakt gleichen Pegels. Dafür brauchte ich nicht mal einen ABX-Test, das hat sogar meine Frau gehört, die nicht mal wusste, dass da andere Endstufen spielen ("oh, hört sich heute aber anders an"). Ich besitze übrigens beide, ich muss mir da auch nichts schönreden.
Die Gründe dafür liegen in den generell komplett unterschiedlichen technischen Konzepten der beiden Modelle, die einfach für ein anderes Klangbild sorgen. Ich rede hierbei bewusst nicht von besser oder schlechter, sondern nur von anders. Das kann man physikalisch begründen über Punkte wie unterschiede Ausgangsimpedanzen, unterschiedliche Dämpfungsfaktoren, etc.
- Ist das in REW messbar? Nur bedingt (im Frequenzgang zumindest bei mir überhaupt nicht)...
- Kann man das eventuell anders messen? Vermutlich (ich bin ein Elektro-Ingenieur)...
- Sind die Unterschiede deutlich hörbar? Ja, nicht nur subtil, sondern deutlich
Wenn mein Musikraum hier mal fertig ist, dann darf sich das jeder gerne anhören und selber entscheiden ob er Unterschiede hört oder nicht.
Die alten oder die aktuellen McIntosh? Wäre meine nächste Wahl, aber nur wegen der Zeigerwerke/Optik und natürlich klanglich gehört habe ich sie leider noch nicht.
Die alten oder die aktuellen McIntosh? Wäre meine nächste Wahl, aber nur wegen der Zeigerwerke/Optik und natürlich klanglich gehört habe ich sie leider noch nicht.
Meine MC1.2 sind von 2016 und haben die Autoformer verbaut. Danach gab es die MC1.25kw - ob es da Unterschiede gab weiß ich allerdings nicht.
Blasphemie
Da gehört eine Theshold oder VTL dran.
Was für ein geiler Speaker. Den würd ich gern mal wieder hören.
Stell dir vor, ich habe die originale SCU der Infinitys sowohl bei meiner Beta als auch bei der IRS aus der Kette genommen und mache das ganze Management über eine Trinnov ST2 Hifi - DSP-Zeugs an den alten Infinitys ist noch viel mehr Blasphemie
Wenn der Musikraum mal fertig ist, können wir gerne hier etwas an der Nordsee ausmachen.
Hier wären wir ja wieder im HiFi-Stereo-Bereich (der für mich etwas völlig anderes ist), aber dass es hier teils immense Unterschiede gibt (selbst beim gleichen Hersteller) kann ich bestätigen, da ich früher selbst in diesem eher hochpreisigen Bereich mit Infinity-Lautsprechern (wenn auch nicht mit den IRS) unterwegs war.
Im Heimkinobereich möchte ich hingegen eine gute Sprachverständlichkeit, extreme Dynamik und - sorry - "knallende" Effekte. xD Der immersive Kinosound wird hier eher mit Raumakustik und weniger durch HiFi-Stereo-Komponenten erzielt. Ob ein Verstärker jetzt eine super Breiten- oder Tiefenstaffelung mit schönen Klangfarben hat, spielt da IMO eine deutlich geringe Rolle.
Da gebe ich dir nur bedingt recht, weil du technologische Unterschiede auch im Heimkino hören kannst. Gerade die Dynamik zum Beispiel wäre (wie in meinem Stereofall) mit den Pass deutlich mehr gegeben als mit den McIntoshs.
Ich wollte mit meinem posting auch nur darauf hinweisen, dass man durchaus Unterschiede hören kann, die man nur bedingt messtechnisch erfassen kann. Das wird bei den verschiedenen Herstellern der Mehrkanalendstufen nicht großartig anders sein als bei den Hifi-Herstellern.
Stell dir vor, ich habe die originale SCU der Infinitys sowohl bei meiner Beta als auch bei der IRS aus der Kette genommen und mache das ganze Management über eine Trinnov ST2 Hifi - DSP-Zeugs an den alten Infinitys ist noch viel mehr Blasphemie
Mutig, mutig ![]()
Wenn der Musikraum mal fertig ist, können wir gerne hier etwas an der Nordsee ausmachen.
![]()
Da gebe ich dir nur bedingt recht, weil du technologische Unterschiede auch im Heimkino hören kannst. Gerade die Dynamik zum Beispiel wäre (wie in meinem Stereofall) mit den Pass deutlich mehr gegeben als mit den McIntoshs.
Kein Einwand. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass im Heimkinobereich andere Stärken eines Verstärkers wichtiger sind als im Hifi-Stereo-Bereich. Aber vielleicht bilde ich mir das nur ein.
Verstehe ich nicht ganz. Bei einem Blindtest kommt doch der testende (ich glaube Du nennst das "getestete") Mensch und seine Individualität voll zum Tragen.
Er vergleicht A und B und sagt dann ob er Unterschiede hört. Das Holzohr genauso wie das Goldohr. Einzig die mentale Komponente - die sowohl das Holzohr als auch das Goldohr beinflusst - wird herausgenommen.
Kein Einspruch euer Ehren.
Bin da bei dir und im Bezug auf den Blindtest gibt es auch nichts zu diskutieren. Das Ergebnis des einzelnen Testdurchlaufs sagt nur etwas über die eine Person aus und stellt fest, ob sie etwas als "anders" wahrnimmt oder nicht.
Ich habe meinen Punkt offensichtlich nicht klar oder verständlich formuliert, bzw. der Zusammenhang war nicht zu erschließen.
Mein Punkt ist nicht ein "Kampf gegen den Blindtest".
Die Aussagekraft ist hoch und er kann eine große Hilfe sein Entscheidungen zu fällen.
Mitunter bedingt das Akzeptieren des Ergebnisses eines Blindtests halt mentale Arbeit bei Menschen, die mit einem Bias reingegangen sind und sich nicht in ihrer vorher getroffenen Entscheidung bestätigt sehen. ![]()
Positiv formuliert kann ein Blindtest auch helfen viel Geld zu sparen. ![]()
Soweit alles ok.
Womit ich meine Probleme habe ist der Umstand, dass mitunter immer nur auf den Blindtest verwiesen wird und pauschal einfach jeder mit seinen Hörerfahrungen als unglaubwürdig abgestempelt wird.
Es wirkt manchmal wie ein Mantra, wie der heilige Gral. Und nichts anderes darf Gültigkeit haben. Und eine jede Aussage ohne begleitenden Blindtest ist die eines blasphemischen, esoterischen Highenders.
Das ist mir zu indifferent.
Ich habe bewusst auf die vielen unterschiedlichen Menschen hingewiesen, die ein phänomenales Ohr haben; die mit Audio, mit Klang arbeiten oder aufs Hören angewiesen sind.
Es gibt Menschen, die einfach derart gut "hören", dass sie keine weiteren Tests brauchen.
Das scheint aber außerhalb der Vorstellungskraft einiger Technik- und Messschrieb-Gläubiger zu liegen. Also darf das nicht sein.
Das greift mir aber zu kurz und ich denke, dass man differenzierter auf Wahrnehmungen schauen muss.
Ich bin mir zum Beispiel sehr gut bewusst, dass ich niemals die analytische Fähigkeit eines Dirigenten habe werde; oder die akustisch-räumliche Orientierung eines blinden Menschen.
Diese Menschen hören Dinge, die ich nicht herausfiltere aus dem Spektrum, das an mein Ohr kommt.
Dennoch glaube ich ihnen, wenn sie mir etwas über von ihnen Gehörtes erzählen, ohne dass ich sofort einen naturwissenschaftlichen Beleg einfordere.
Ich hoffe, mein Punkt ist jetzt verständlicher.
Display MoreWenn ich das hier so lese, erinnern mich manche Beiträge eher an ein Hifi-Form. Dies ist aber ein Heimkino-Forum, und da sollten wir die Komponenten nach völlig anderen Kriterien bewerten. Gerade wenn 7 oder vielleicht 11 oder mehr Lautsprecher plus x Subwoofer installiert sind, geht es dann doch in erster Linie um:
- Pegelfestigkeit
- Dynamik
- Punch respektive Schnelligkeit
- Sprachverständlichkeit
- und das, was ich jetzt spontan vergessen habe xD
Blindtests sind hier IMO ziemlich uninteressant. Es sollte vielmehr mit den vorhandenen Lautsprechern getestet werden, ob die Komponente die Disziplinen, die für ein Heimkino in erster Linie relevant sind, gut beherrscht oder im schlimmsten Fall das Klangbild in sich zusammenfällt. Ein guter Händler sollte deswegen eine Endstufen dem ernsthaft interessierten Kunden zum Testen übers Wochenende ausleihen.
Alles andere ist meines Erachtens eher zweitrangig, es sei denn, man möchte im Kino auch Hifi-Stereo hören. In diesem Fall kann ich Grobi empfehlen, denn die können auch die Verstärker an gleichen Lautsprechern umschalten, und wer will, kann da auch einen Blindtest machen.
Warum zwischen HiFi und Heimkino trennen?
Ich sehe keinen Grund dafür.
Einzig:
Im Heimkino gehen wir idR etwas rationaler an das Thema.
Das Heimkino ist komplexer und uns sind die Implikationen der Komplexität bewusst und die Bedeutung der Raumakustik muss bei uns nicht wirklich diskutiert werden.
Klar, skaliert man die von zwei auf 5, 7, 9 oder xy Kanäle hoch, wird es im Heimkino ganz schnell ganz ganz teuer.
Genau dazu gibt es Literatur bzw Paper mit empirischen Untersuchungen die das widerlegen. Muss ich nochmal bei ASR raussuchen.
Wir überschätzen unsere Ohren bzw unser Hirn leider schnell.
Aber die Debatte ist ja schon ausgelutscht.
Display Morehttps://www.audiosciencereview…of-abx-blind-testing.186/
Kurzversion:
Hier haben Audiophile kleine Böxchen mit nach Hause bekommen, welche 2,5% Distortion hinzugefügt haben. Eigene Anlage, lange Zeit zum Hören, trotzdem keinen Unterschied gehört.
Eine andere Gruppe hat es verblindet mit direkter Umschaltung auf einer fremden Anlage verlässlich heraushören können.
Da gibt es noch mehr zum Thema, aber das habe ich gerade auf die Schnelle gefunden.
Aber ich möchte die Debatte wirklich nicht neu entfachen, lasse das einfach als Hinweis stehen und Klinke mich aus
Es ist das Wesen des Menschen, dass er sich überschätzt und oftmals eigenwillig agiert.
Unsere Psyche ist ein wunderliches Ding ... sichert uns mit Hilfe von Irrationalität häufig aber das mentale Überleben.
Objektivität ist auch nicht die große Stärke unserer Psycho. Spannendes Fach.
Daher will ich dir nicht widersprechen - in Bezug auf das Groß der Menschheit.
Und gleichzeitig muss ich dir widersprechen - in Bezug auf gewisse Personengruppen.
So sehr wir unser Hirn und damit uns selber gerne überschätzen, so sehr ist unser Hirn auch ein Wunderding der Lernfähigkeit.
Hören ist bekanntlich weit mehr als die reine Wandlung von Schall in elektrische Impulse. Das Ohr leistet eigentlich einen recht geringen Beitrag zum hören.
Der Großteil passiert im Hirn und folglich lässt sich hören lernen und trainieren; ob bewusst oder unbewusst.
Auch Mustererkennung spielt beim Hören eine große Rolle. Am ehesten veranschaulichen dies spektrale Darstellungen. Der hier oft bemühte Amplitudenfrequenzgang hingegen ist für das Ohr recht irrelevant:
Jedes Ohr arbeitet individuell und für unser Hirn ist das jeweilige System das Koordinaten-System. Es ist ein relatives: Selbst ein Mensch mit einer Senke im Frequenzhören in Folge eines Knalltraumas kann herausragend wahrnehmen - bloß halt nicht "neutral" im Sinne einer linearen Messung. etc.
In meinem Umfeld befinden sich viele Menschen die professionell mit Audio zu tun haben.
Und um es an dieser Stelle abzukürzen: Es ist immer wieder frappierend was diese Menschen aus "Schall" an "Informationen" herausfiltern können.
Schaut man sich Spieler von Saiteninstrumenten an, so habe ich Hochachtung vor dem gelernten Einstimmen des Instruments ohne Messinstrument.
Muss ich vor selbsternannten Goldohren aus der Hobby-Hifi-Szene zwingend in Ehrfurcht erstarren? Oftmals nein.
Sind alle Ton-Ingenieure Meister ihres Fachs? Nein.
Aber einem Tonmeister beim Mikrofonieren und Mischen eines Symphonie-Orchesters beizuwohnen kann beeindrucken. Auch wenn man sich selber danach "klein" vorkommt.
Der Verweis auf Studien ist valide.
Es ist aber die Frage, wer die Probanden sind.
Selbst ein großes Testfeld mit nachvollziehbaren Ergebnis bedeutet nicht, dass es nicht auch die von mir angesprochene Gruppe der "trainierten" Hörer gibt.
Oder anders, mal wieder hinkend:
Für die Allgemeinheit sind die medizinischen / physischen Studien mit "normalen" Menschen entscheidend; auf Basis dieser sollten Schlüsse gezogen werden, die das Groß betreffen.
Und dennoch sind die Studien mit und über Leistungssportler auch gültig; deren physischen Werte sind dennoch "wahr", auch wenn weit vom "Normalo" entfernt und nur bedingt übertragbar.
Eine kleine Randgruppe, aber existent. Negieren und immer dem Leistungssportler Einbildung unterstellen wird der Sache auch nicht gerecht.
Theorie und Praxis.
Dann würde ja eine Einheitsendstufe mit ausreichend Leistung für alle vollkommen reichen und auch alle zufrieden stellen, im unteren Preissegment.
Hört sich ja alles gleich an.
Das gleiche würde dann ja vielleicht auch für Lautsprecher gelten, die ja nur die Luft bewegen, in Schwingung versetzen, gepaart mit einer Einheitsweiche.
Da springst du etwas kurz.
Wir reden hier immer noch über Technik, elektrotechnische Konstrukte.
Per se ist es schon richtig, dass ein Verstärker erst mal nur verstärken und nicht "klingen" soll.
Es gibt aber durchaus unterschiedliche Konstruktionsweisen und unterschiedliche Ansätze. Aus Sicht der Ingenieurs oftmals fragwürdige Ansätze.
Gehört wird der Schall und nicht der Verstärker. Es ist das Ergebnis eines Systems aus Verstärker und Lautsprecher. Hier gibt es schon noch ein paar mehr Variablen, die sich bedingen.
Und das ganze ist dann idR auch messbar.
Holger hat hier schon eingige Punkte angesprochen. Wird wirklich alles gemessen, was möglich ist?
schauki, bist du nicht "vom Fach"? Oder habe ich da was falsch in Erinnerung.
Du stellst sehr gerne auf den Amplitudenfrequenzgang ab.
Meiner Meinung nach ist diese Betrachtung viel zu grob. Die übliche Auflösung, oder besser: die dargestellte Auflösung des Frequenzgangs reicht nicht aus um Aussagen über "anders" oder nicht bis ins letzte zu treffen (in "strittigen" Fällen).
Wie komme ich zu dieser Aussage?
Mich hat es seinerzeit total überwältigt als ich die Software iZotope kennen gelernt habe.
Das Software-Paket gibt es als eigenständige Anwendung oder als PlugIn für die gängigen DAWs.
Es wird das Audiosignal spektral analysiert.
Hat man die Chance einen Profi bei der Anwendung zu beobachten, fällt man schier vom Glauben ab: Ein Profi erkennt in der spektralen Darstellung Muster, die mir lediglich als "oranges Chaos" erscheinen.
Kleine Änderungen sind in einer guten Tonregie mit entsprechender Abhöre klar hörbar, aber selbst spektral kaum zu sehen.
Derartiges in einem üblichen Frequenzgang abgebildet zu bekommen ... da müsste man schon sehr sehr weit reinzoomen.
Nicht zu sehen in der üblichen Visualisierung der Messung, aber zu hören.
Display Moreschauki, bist du nicht "vom Fach"? Oder habe ich da was falsch in Erinnerung.
Du stellst sehr gerne auf den Amplitudenfrequenzgang ab.
Meiner Meinung nach ist diese Betrachtung viel zu grob. Die übliche Auflösung, oder besser: die dargestellte Auflösung des Frequenzgangs reicht nicht aus um Aussagen über "anders" oder nicht bis ins letzte zu treffen (in "strittigen" Fällen).
Wie komme ich zu dieser Aussage?
....
Kleine Änderungen sind in einer guten Tonregie mit entsprechender Abhöre klar hörbar, aber selbst spektral kaum zu sehen.
Derartiges in einem üblichen Frequenzgang abgebildet zu bekommen ... da müsste man schon sehr sehr weit reinzoomen.
Nicht zu sehen in der üblichen Visualisierung der Messung, aber zu hören.
Ich bin zumindest beruflich nicht "vom Fach" wenn du das meinst. Bin nur über Technik auch im (Audiovisuellen) Produktionsprozess involviert.
Warum nenne ich den Amplituden FG?
Weil das erwiesenermaßen (siehe Peer Reviews) der Hauptfaktor ist.
Und hier schon kleine Änderungen (absolut Offset = Gesamtpegel, Frequenz abhängig) die übliche Gerätschaften so aufweisen hörbar sind.
Gibt es noch andere?
Ja klar gibt es andere.
Und die sind auch per Peer Reviews bestätigt.
Wenn jetzt jemand sagt "da draußen ist aber noch was", dann kann ich das nicht ausschließen.
Jedoch komme ich hier wieder auf die Wertigkeit der Aussage/Argument zurück.
Dieses "da draußen ist noch was" steht im Widerspruch zu den Peer Reviews und ist nicht mehr als eine Anekdote, eines Einzelfalls ohne kontrollierten Tests.
Kurz gesagt Peer Review schlägt Anekdote.
So wird das für mich immer sein.
Und daher ist auch deine Aussage "klar hörbar - aber nicht messbar/darstellbar" sowas in die Art, auch wenn ich im aktuellen Fall keine Einzelheiten kenne (Spektrum, Darstellung,...).
Denn und das ist auch Peer Review bestätigt, kann man mit Messequipment, Unterschiede deutlicher aufzeigen als mit Hören.
Also Unterschiede reproduzierbar messen, die schon (lange) nicht mehr hörbar sind.
Das manche in der üblichen Darstellung z.B. des Amplituden FGs nicht sichtbar ist, ganz klar.
Allein weil die Phase nicht sichtbar ist. Die ist zwar bei weitem nicht so wichtig und auch bei nicht extremen Fällen oft unter der Hörschwelle, aber man würde auch nicht diese extremen Fällen erkenne können.
Liegt aber dann nicht daran dass man es nicht messen kann sondern dass man auf die falsche Stelle schaut.
mfg
Mit Verlaub, ich habe nicht gesagt, dass es nicht messbar/darstellbar ist.
Ich verbitte mir, dass du mir Worte in den Mund legst, die ich nicht gesagt habe und zu denen ich auch nicht stehen könnte.
Ich hatte gesagt, dass die Darstellung wie wir sie üblicherweise nutzen oft nicht ausreichend ist. Ich habe das Wort "reinzoomen" genutzt.
Und genau so meine ich das auch:
Ich teile deine Ansicht, dass alles messbar ist. Nur das wir zu grob darstellen. Oder vielleicht auch kleinste Unterschiede nicht genug würdigen.
Vielleicht so:
Druckst du einen Frequenzgang 20Hz-20kHz auf ein quer liegendes DIN-A4-Blatt, könnte es sein, dass die Skalierung immer noch zu grob ist um der Auflösung unseres Ohres/Hirns nahe zu kommen.
Oder anders: Dass sehr kleine Unterschiede vorhanden sind, die manche hören, manche nicht, aber keiner bei üblichen Zoom-Werten in der grafischen Darstellung sieht. Vielleicht wäre es notwendig sich den Frequenz derart anzuschauen, dass auf besagtem DIN-A4-Blatt nur 100-Hz-Intervalle dargestellt sind.
Analog bei eine Visualisierung einer Spektralanalyse.
Bist du Anhänger von Asimovs Psychohistorie?
Genau das von dir geschriebene "Peer Review schlägt Anekdote" iVm "da draußen ist noch was" erweckt den Eindruck, dass du nicht an der Vielfalt der Realität interessiert bist. Du blickst so formulierend ganz schön von oben herab.
Wie ich geschrieben habe, bin ich bei dir was die Bedeutung und Wertigkeit von wissenschaftlich fundierten Erhebungen angeht bzgl. Aussagen über das Groß der Menschen.
Aber ganze Berufsgruppen, Musiker, Blinde, etc. mit ihren speziellen (erlernten) Fähigkeiten zu negieren empfinde ich als verblendet.
"Was nicht sein darf ist auch nicht."
Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!