Genelec -- was machen die anders?

  • Hallo


    nachdem wir nun wieder aus den Galaxy Studios zurück gekommen sind und ich sehr sehr oft gehört habe, WOW die Genelecs klangen super, wollte ich mal kurz meine Sicht der Dinge zu diesen Lautsprechern schildern und natürlich versuchen wieder zu geben was aus meiner Sicht der Dinge die Lautsprecher so gut macht.

    Zunächst mal wer sich fragt was war denn da verbaut.

    Es waren ja einige unterschiedliche Modelle.
    Die großen für FR, FL, Center waren Vorgänger der 1235

    http://www.genelec.com


    Warum die Vorgänger. Da man auf einem der Bilder sieht, dass da noch Class AB Endstufen verbaut waren und man im Video der Galaxy Studio Entstehung gesehen hat, dass die damals schon teilweise mit eingezogen sind.


    Die Surrounds waren die Vorgänger der 1238 (Vorbilder der HKV)

    http://www.genelec.com


    Und für den Top Layer die 1032

    http://www.genelec.com


    So, nun zu dem Punkt was diese Lautsprecher so besonders macht.
    Zu allererste würde ich mal sagen war es die Symbiose zwischen dem Raum und den Lautsprechern. Da wir nicht genau wissen wie der Raum akustisch behandelt wird, fokussiere ich mich mal auf den Lautsprecher.


    Wenn man sich mal das Manual der 1235 exemplarisch mal anschaut sieht man zwei Sachen die sehr besonders sind.

    https://assets.ctfassets.net/4…bcb35/1235A_8p_op-man.pdf
    Einmal ist es das Constant Directivity Waveguide. Wer sich damit auskennt kann mal auf Seite 7 schauen.


    Die andere Sache ist der Mitteltöner (bei dem unteren Layer). Dieser umfasst bei den meisten großen 3 Wege Genelec Monitoren ein sehr großes Frequenzspektrum, nämlich von ca. 400-3khz. Das ist schon sehr erstaunlich, da die meisten Mitteltöner später einsetzen und auch früher aufhören. Für mich neben dem Waveguide ganz klar der Schlüssel zum Erfolg.


    Der Bass: Nun ich denke der ist kein großes Geheimnis. Richtige Wahl der Chassis und des Volumens sind entscheidend. Endstufe sollte genug Leistung und Kontrolle bringen. Zusammen mit dem Raum ein leichteres Spiel.


    Hochton.
    Dieser differenziert sich logischerweise nach Boxengröße. So hatten wir bei den ganz großen Kompressionstreiber und den Surrounds und den Deckenlautsprechern Kalotten die sehr gut harmonierten. Warum ist das so. Liegt einfach an der größe der Box und den Anforderungen hinsichtlich Schalldruck.


    Zu guter letzt: Vollbereich (auf der unteren Ebene)


    So, ich hoffe ich konnte ein bisschen Aufklärung betreiben.

    Wie gesagt. Es wurde oft erwähnt daher sah ich die Notwendigkeit mal etwas zu schreiben.

  • Im Prinzip wurde deine Frage schon im Text beantwortet.

    3 Wege, also Fullrange

    Und als Box kannst Du Dir die HKV einfach ansehen, die stellt für unsere Bedürfnisse schon eine gutes bezahlbares ideal in ihrer Preisklasse dar. Jochen hat diese ja entwickelt.

    Bei blacksub ist diese in ihrem natürlichen Umfeld zu hören :heilig:

  • Moin, ich denke, gerade die Wahl eines so großen TMT mit 6,5" ist ein Weg.

    Dazu muss der HT auch tief können (denn auch die 6,5" zerreißen den FG ab 2 kHz)

    So wird dann auch sehr tief an den Bass gekoppelt. oder der TMT kann sauber bis 5kHz (gibts eher selten)

    Jedenfalls habe ich vor meine Surrounds zu bauen, allerdings mit einem 8" als Bass.

  • Nur bedingt. Die Abstrahlcharakteristik kann man in einer Einmessung eines kompletten Speakers nur bedingt / garnicht beeinflussen. Bei der Trennung der einzelnen Wege eines Lautsprechers hätte man da noch Zugriff aber der Entwickler denkt sich in der Regel ja was dabei.


    Diese Abstrahlcharakteristik bestimmt ja auch die Interaktion mit dem Raum.


    Um es greifbarer zu machen:


    Das Gehörte ergibt sich aus der Summe von Direktschall und reflektiertem Schall. Den Direktschall kannst du bei der Einmessung verändern und veränderst dabei auch den Energiefrequenzgang im Raum. Es gibt eben Speaker / Raumkombinationen wo der reflektierte Schall völlig anders klingt als der Direktschall und Kobinationen wo beides recht homogen ist.

    Bei erstem ist es oft schwierig einen Weg zu finden, dass z.B. der Direktschall im Stimmbereich nicht zu belegt wird, aber der reflektierte Schall im Raum auch nicht zu penetrant in den Ohren beißt und natürlich auch noch viele andere Dinge aber nur damit du das irgendwie einordnen kannst.


    Daher ist ein konstant abstrahlender Speaker in einem Raum, der auch recht gleichmäßig / linear absorbiert eine dankbare Kombi. Ein nicht gleichmäßig abstrahlender Speaker kann aber durchaus auch Sinn machen, wenn der Raum nicht gleichmäßig absorbiert aber das ist schon alles sehr theoretisch und garnicht so trivial. Daher sind stark richtende Speaker auch ein möglicher Lösungsansatz. Diese klingen für meine Ohren aber auch sehr direkt, fast schon wie ein Kopfhörer. Auch das muss man mögen und kann man mit der Einmessung nicht wirklich korrigieren.


    Mich haben die Genelecs auch beeindruckt.

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • Moin, ich denke, gerade die Wahl eines so großen TMT mit 6,5" ist ein Weg.

    Dazu muss der HT auch tief können (denn auch die 6,5" zerreißen den FG ab 2 kHz)

    So wird dann auch sehr tief an den Bass gekoppelt. oder der TMT kann sauber bis 5kHz (gibts eher selten)

    Jedenfalls habe ich vor meine Surrounds zu bauen, allerdings mit einem 8" als Bass.

    In den konventionellen 3 Wegern von Genelec sind 5" (T)MT drin - ich gehe mal davon aus immer das selbe Modell, also auch bei denen wo "nur" 1Stk. verbaut ist.


    mfg

  • Mich würde interessieren, welche du für ein Heimkino empfehlen würdest. 2 Weg oder 3 Wege und eher die 8er oder die 1er Reihe

    Wenn Geld keine Rolle spielt immer die 3 Wege.

    Wobei es bei der 8er Serie auch die "The Ones" gibt und die sind, auch wenn man es nicht gleich sieht 3 Wege und erfüllen nahezu das Ideal einer Punktschallquelle. Sind halt auch Stolz im Preis.

  • Einmal ist es das Constant Directivity Waveguide.

    Naja, konstant sind bei dem Lautsprecher nur einige Frequenzbereiche. :zwinker2:


    Ich würde eher sagen, besonders sind hier die zwei Mitteltöner, die vertikal für eine starke Einschnürung im Bereich von 1 - 3 kHz sorgen. Konstant ist jedenfalls anders.


    Und horizontal können das modernere Konstruktionen auch besser. Hier ist stetig ansteigendes Bündelungsmaß und ein leichter Tannenbaum sichtbar. Auch wieder eingeengt bei 3 kHz (weil die Mitteltöner anscheinend anfangen zu bündeln). Und obenrum bündelt dann der Hochtöner ein wenig. Das kann Neumann besser.

    Die Einschnürung bei 500 Hz kommt durch die horizontale Anordnung und die großen Tieftöner zustande. Das ist dem Konzept und dem hohen geforderten Maximalpegel geschuldet. Da hat Neumann auch kein entsprechendes Pendant, mit dem sich vergleichen lässt. Von daher ist das ein bewusst eingegangener Kompromiss und völlig in Ordnung.


    Zum Vergleich die Neumann KH 420 (horizontal):


    Nicht falsch verstehen, die Genelec klingt bestimmt sehr gut. Aber die Schallführung ist verbesserungswürdig und der hohe Einsatzbereich der Mitteltöner bringt Nachteile im Abstrahlverhalten mit sich. Leider habe ich von der 1035A/B keine Messungen (ich meine, aber von der kleineren, müsste ich nachher mal schauen), so dass man weder den Maximalpegel noch Intermodulationsverzerrungen beurteilen kann. Das sind eben 20 - 30 Jahre alte Designs und damals konnte man Schallführungen nicht so rechnergestützt wie heute entwickeln. Das sieht man dann im Vergleich zu den modernen Schallführungen von Genelec und vor allem Neumann. :)

  • Und wo kommt das dann mit der "Musikalität" her?

    Die Frage ist, was Musikalität denn bedeutet. Eventuell ist es manchen zu viel Direktschall. Breiter abstrahlende LS klingen anders und fallen im Raum oft ein wenig steiler ab zu den Höhen.


    Wie Follgott auch schon schreibt sind die Genelecs bezüglich des Abstrahlverhaltens gar nicht mal State of the Art. Sie sind eben ein Kompromiss zum Maximalpegel und auch ein etwas älteres Design. Die 1237 ist ja der KH420 ähnlich und auch nicht so gleichmäßig abstrahlende.

  • Sorry Nils, ich erhebe Einspruch.


    M.E. vergleichst Du gerade Äpfel mit Birnen. Die Neumann sind 3 Wege mit einem kleinen Bass.


    Wenn ich mal die horizontale Abstrahlung gegen die von Genelec 1237/1238 ansehe ist das ebenbürtig.


    https://assets.ctfassets.net/4…lec_1237a-1238a_opman.pdf


    Ich denke vertikal, je nachdem wie man das Waveguide dreht, wird bei Neumann das Bild nicht so viel anders sein.


    Bei der 1235 ist die Anordnung der Bässe wohl dem Wandeinbau in einem Studio geschuldet, also Mittel zum Zweg.
    Die Einschnürung ist aber in der Tat nicht so schön.

  • Ja die "the ones" sind da anders.

    Aber auch die "alten" Neumann/K&H waren da anders als die neuen bzw. war das damals wahrscheinlich sogar gewünscht.


    Ich hatte mal ein Gespräch mit einem Hersteller der keine WGs mag, jedenfalls hatte der auch eine Genelec (2 Weger) als Negativbeispiel.

    Es gab da zwar schon die 8xxx, aber da war sein Argument - was wenn man die jetzt tauscht? Dann klingt es anders....


    So gesehen kann das durchaus auch ein Punkt sein warum Genelec bei dieser Serie jetzt schon sooo lang das macht, dass sie es anders können daran besteht ja denke ich kein Zweifel.


    mfg

  • Ich hatte mal ein Gespräch mit einem Hersteller der keine WGs mag, jedenfalls hatte der auch eine Genelec als Negativbeispiel.

    Es gab da zwar schon die 8xxx, aber da war sein Argument - was wenn man die jetzt tauscht? Dann klingt es anders....

    Sorry, klingt für mich nach einer billigen Ausrede für: Ist mir zu kompliziert bzw. kann ich nicht.

  • M.E. vergleichst Du gerade Äpfel mit Birnen. Die Neumann sind 3 Wege mit einem kleinen Bass.

    Das spielt für meinen Vergleich keine Rolle, da ich nur den Frequenzbereich von Mittel- und Hochtöner verglichen habe (siehe Anmerkung zu 500 Hz). Und das kriegt man heutzutage auch mit den Konzept der horizontalen Anordnung der Tieftöner besser hin. Die 1237/1238 sind neuer (ab 2014) und besitzen eine modernere Schallführung. Dein Beispiel unterstreicht eigentlich nur meine Argumentation.

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