Planungs- und Bauthread "Elaboratorium"

  • Derzeit lese ich (bis in die tiefe Nacht) gaanz viel im Forum. Meist viele der (teils sehr langen und) interessanten Beiträge parallel. Natürlich auch den Smash-Baubericht, den HKV1615-Thread, und andere.


    Ich versuche mal meine Ziele zu beschreiben, was jedoch mangels Erfahrung schwierig ist. Diese soll jedoch in der kommenden Woche steigen, da mache ich Heimkino-Tour-Urlaub :respect:

    Wenn ich zwischen Klang und Pegel entscheiden müsste, dann wäre es der Klang. Brüllkisten zum prallen brauche ich nicht. Wenn es jedoch schön klingt und in Momenten, in denen meine Kinder nicht im Haus schlafen, auch mal richtig fetzen kann, wäre natürlich um so geiler. Insgesamt sollte alles mühelos und unaufdringlich klingen. Natürlich darf der Bass auch gerne beeindrucken und spürbar sein. Aggressive Höhen mag ich nicht. Nach meiner Vorstellung soll das Kino auch für eine Rückzugsmöglichkeit zum wohlfühlen und genießen bieten. Dabei würde ich gerne auch diverse Musik hören, durchaus auch häufig Klassik und instrumental, was authentisch klingen sollte. Genauer beschreiben kann ich es momentan nicht.


    Budget ist immer so eine Frage. Ich bin nicht böse, wenn man nicht all zu viel Geld hinblättern muss, sondern für ähnliches Geld besseres bekommt. :big_smile: Irgendwann ist man an einem Bereich, an dem ein mini-Vorteil ein vielfaches an Kohle verschlingt. Da muss man sich finden. Denke insgesamt so an ca. 50k€. Wobei eine Stufenlösung einem zeitnahem Beginn sehr zuträglich wäre, da meine Frau nach unserem Hausbau lieber erst wieder ein sattes Polster aufbauen möchte, was ich irgendwie verstehen kann, jedoch selber die Prioritäten da etwas anders setze.

    So wäre es z.B. denkbar aktuell mit den vorhandenen KH +1x 420er und +1x KH 120 für 7.x.2) zu arbeiten und vorerst eine Yamaha-Vorstufe für 2500 € zu kaufen. Anfangs würde ich wohl auch mit einem SBA zurecht kommen und für hinten nur Kabel legen und Gehäuse bauen. Das hat man später ruckzuck gegen 310er + weitere für Deckenkanäle, eine Trinnov und ein DBA aufzurüsten....

    -->Je länger der Bau dauert, je mehr Budget werde ich dann auch zum initialen Kauf der Elektronik investieren "dürfen" und brauche weniger "Provisorien"... :rofl:


    Lautsprechermäßig gibt es natürlich für mich ein paar heiße vorgeschlagene Kandidaten, zumindest in der Theorie:

    -Neumann: habe ich teils schon, kenne und mag ich, relativ wertstabil, auch gebraucht zu bekommen und theoretisch irgendwann auch wieder gut umsetzbar, wenn gewünscht. Die Skalierbarkeit ist langfristig gegeben. Habe sie mittlerweile auch im Heimkino gehört und war begeistert

    -Beckersounds: höre ich am Samstag in Hamburg gegen meine Neumänner

    -Intertechnik Satorique Kino: bisher keine Probehörmöglichkeit (außer für S4)

    -HKV 1615: hört sich nach einem durchaus interessantem und bezahlbarem Konzept an. So, wie ich das verstanden habe könnte ich die auch vollaktiv fahren, ja? Sind sie vom Grundsatz mit den Neumännern zu vergleichen? Mangels vergleichbarer kleinerer Varianten (oder vielleicht als 10/12"-Version) müsste man für die Surrounds überlegen.

    -Achenbach: scheint ein audiophiler Tipp zu sein. Auch hier gibt es keine wirklich günstigere Versionen für die Surrounds. Scheint natürlich auch eine relativ teure Lösung zu sein. Bietet sie einen echten Mehrwert? Kann man z.B. auch auf die passive Weiche verzichten und vollaktiv ansteuern?

    -BlackPearl: dazu muss ich noch lesen


    Soweit ist mein aktueller Star der Dinge. Freue mich sehr auf die kommenden Hörmöglichkeiten.

  • Ja, die HKV kann vollaktiv angesteuert werden und skalierbar auf einen 12" oder 10" Tieftöner ist sie.

    Da ich weder die HKV noch die großen Neumann kenne, kann ich dazu leider nichts sagen.


    Bei Achenbach würde ich anfragen, gut möglich, das hier eine aktive Lösung möglich ist.

    Es gibt ja z.B. die Son XS Aktiv als Home oder Cinema Version, das Paar um 2 bzw 2,2k€


    Was hast du denn geplant, auf deiner "Tour" alles anzuhören, abgesehen von den Becker Sound ?

  • Hallo,

    in der Zwischenzeit habe ich ein paar tolle Möglichkeiten gehabt, verschiedene Kinos zu besichtigen und vor allem zu hören. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für die tolle Gastfreundschaft und Zeit der Gastgeber bedanken. Ich durfte alle mit tausend Fragen löchern und mir wurden ausschließlich sehr tolle Systeme vorgeführt, die alle das "haben wollen" in mir auslösen. Für mich waren die Besuche sehr angenehm.


    Beginnend habe ich ein gigantisches Setup mit Klein-Hummel/Neumann O500, O410, KH310 in einem fantastischem Heimkino mit toller Akustik und großem Wohlfühlfaktor gehört. Das fand ich total imponierend und hat mir super gefallen.


    Anschließend konnte ich meine KH 420 direkt gegen die Beckersound vergleichen. Beide Lautsprecher spielen aus meiner Sicht auf hohem Niveau. Mir persönlich war die Direktheit der Hörner der BS bei höheren Pegeln etwas zu viel. Für den reinen Kinobetrieb ist das möglicherweise ein gutes Feature (zerschossenes Glas bei John Wick ist sicher kein angenehmes Geräusch). Für mich waren da die Neumänner einfach gefälliger. Die Neumänner machen allerdings ab gewissen (hohen) Pegeln relativ plötzlich "zu", wenn die BS noch viel Luft haben.


    Mein nächster Vergleich war mit meinen KH 420 gegen die HKV 1615, die mir insgesamt auch sehr gut gefiel, jedoch auch einen für mich etwas zu spitzen Hochton haben.

    Mit der "Black Pearl" verglichen spielte die KH 420 vom Charakter recht ähnlich, da wäre es schwer gefallen, sich entscheiden zu müssen. Musste auch gar nicht, denn anschließend hörte ich die "Dr. Banner", die mich am meisten überzeugt hat: Vom detailreichen Genusshören bis hin zu überraschend hohen Pegeln spielten sie mit einer Leichtigkeit und Power; völlig unaufgeregt. Schwächen habe ich keine empfunden. Insbesondere empfand ich auch in hohen Lautstärken den AMT nicht als nervig oder unangenehm. Ich habe festgestellt, dass ich offenbar für die Hochtöner sehr empfindlich bin.


    --> Aktueller Stand der Dinge: "Dr. Banner" sind für mich auf #1 der Favoritenliste.


    Kurzum habe ich bei den Besuchen eine tolle Zeit gehabt, wirklich nette Leute kennen gelernt und viel erfahren über mich und meine Hörvorlieben.

    Noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Gastgeber.

    Ich werde mir in der kommenden Zeit noch weitere Kinos ansehen, worauf ich mich schon sehr freue.

  • Insbesondere empfand ich auch in hohen Lautstärken den AMT nicht als nervig oder unangenehm. Ich habe festgestellt, dass ich offenbar für die Hochtöner sehr empfindlich bin.

    Ich bin auch ein Fan von AMT Hochtönern.

    Nach meiner Erfahrung lässt sich damit guter Klang (-> Musik) und Pegelfestigkeit (-> Filmton) am besten verbinden.

  • In der Zwischenzeit plane ich viel an Lautsprecherpositionen und Formen, Sitzabständen, Leinwandgrößen usw. Bin also nicht untätig jedoch sind noch keine Ergebnisse zu präsentieren :zwinker2:

    Eine Frage an euch habe ich jedoch, da ich bisher kontroverse Aussagen dazu gelesen habe:

    -Ist es sinnvoll, bei einem DBA und geplanten Fullrange-Lautsprechern, die Vorder- und Rückwand mit Steinwolle dick, also 30-50 cm zu bedämpfen? Dadurch könnten tiefere Frequenzen der Hauptlautsprecher bekämpft werden, andernfalls wird von einem unkontrolliertem "Versumpfen" und unnötiger Gesamtabschwächung gesprochen.
    Die bedämpfte Fläche würde gleich bleiben, es stellt sich nur die Frage, welche Dämmstärke erzielt werden soll.

  • Nein, im Gegenteil, ich stecke mitten drin (zumindest in der Planung).

    Werde den Baubeginn leider noch etwas verzögern müssen, weil ich für ein berufliches Update lernen muss. Das bekommt pragmatischer Weise Priorität. Danach geht es dann aber los. Gut Ding braucht Weile.


    Ohnehin wird sich die Bauphase bei mir ziehen, weil ich neben reichlich Arbeit auch möglichst viel Zeit mit meinen Kindern verbringe. Somit bleiben i.d.R. nur wenige Abend für Freizeit. Ist aber auch alles ok für mich, weil gerade die Planung und das Werkeln für mich den Reiz an der Sache ausmachen.

  • Wundert mich, dass dazu noch keiner geantwortet hat:

    -Ist es sinnvoll, bei einem DBA und geplanten Fullrange-Lautsprechern, die Vorder- und Rückwand mit Steinwolle dick, also 30-50 cm zu bedämpfen? Dadurch könnten tiefere Frequenzen der Hauptlautsprecher bekämpft werden, andernfalls wird von einem unkontrolliertem "Versumpfen" und unnötiger Gesamtabschwächung gesprochen.

    Der erste Teil deiner Antwort ist mit Sicherheit richtig, zum 2. Teil kenne ich die Diskussion nicht wirklich.

    Aber wie stehts mit der Schimmelgefahr bei solchen Dämmstoffdicken? Werden ja kaum alles warme Wände zu beheizten Nachbarräumen sein. Ist der Punkt bei der Planung schon berücksichtigt?

  • Aber wie stehts mit der Schimmelgefahr bei solchen Dämmstoffdicken? Werden ja kaum alles warme Wände zu beheizten Nachbarräumen sein. Ist der Punkt bei der Planung schon berücksichtigt?

    Danke für deine Antwort.

    Bautechnisch ist eine Innendämmung immer kritisch zu sehen (Taupunktverschiebung). Aus diesem Grund würde ich mittels Konterlattung auch etwas Abstand zur Hinterlüftung erzwingen. Vielleicht gelingt es mir auch, genau hinter der Dämmebene durch geschickte Positionierung der Ein- und Außlässe meiner Raumlüftung für Konvektion zu sorgen.

    Die Dämmdicke wird für das Problem vermutlich eher nachrangig sein.

    Vielleicht sind auch Folienschwinger eine gute Alternative.

  • Bei Außenwänden gibt es eine Faustformel, dass 20 % der Dämmung (genauer des Wärmedurchlasswiderstandes) vor der Dampfbremse liegen darf. Ob das auf den im Erdreich liegenden Keller übertragen werden kann, weiß ich schon nicht.

    Bereits bei einer offenen Raumecke ist nicht gesichert, dass eine ausreichende Luftströmung stattfindet. Ich habe daher Zweifel, dass eine Hinterlüftung selbst mit Zuströmung aus der Lüftungsanlage an jeder Stelle und immer funktionieren würde.

    Ein gewisses Restrisiko verbleibt, je nach Bedingungen mal mehr, mal weniger. Zumindest einmal möchte ich das deutlich gesagt haben, auch weil du den Raum mit viel Aufwand extra zum Kinozweck gebaut hast. Bei vielen anderen ist ein Raum vorhanden, der irgendwie nutzbar gemacht werden soll. Da werden eher Kompromisse gemacht und man geht mehr Risiko ein.


    Folienschwinger, HHR, evtl. VPR wären sicher Alternativen, die das Taupunktproblem gut umgehen können. Eine akustische Grobplanung vom Profi für die Modenabsorption wird auch nicht sehr teuer sein. Bauen kannst du die Elemente ja immer noch selbst.


    Einen schönen Urlaub wünsche ich!

  • -Ist es sinnvoll, bei einem DBA und geplanten Fullrange-Lautsprechern, die Vorder- und Rückwand mit Steinwolle dick, also 30-50 cm zu bedämpfen? Dadurch könnten tiefere Frequenzen der Hauptlautsprecher bekämpft werden, andernfalls wird von einem unkontrolliertem "Versumpfen" und unnötiger Gesamtabschwächung gesprochen.
    Die bedämpfte Fläche würde gleich bleiben, es stellt sich nur die Frage, welche Dämmstärke erzielt werden soll.

    Schon vorher stellt sich die Frage: Sind Fullrange-Lautsprecher bei Vorhandensein von einem DBA sinnvoll? Oder sollte man auch die Front hoch trennen und den Bass über das DBA laufen lassen. Damit hätte man die Problematik mit den Bässen der Hauptlautsprecher gar nicht. So wäre meine Empfehlung.

  • Schon vorher stellt sich die Frage: Sind Fullrange-Lautsprecher bei Vorhandensein von einem DBA sinnvoll? Oder sollte man auch die Front hoch trennen und den Bass über das DBA laufen lassen. Damit hätte man die Problematik mit den Bässen der Hauptlautsprecher gar nicht. So wäre meine Empfehlung.

    Ja klar

    Ist auch ein Weg.

    Aber genau deswegen hat ja der Nico verschiedene Kinos angehört wo genau das zur Auswahl stand und sich dann für den Weg entschieden den ich gegangen bin.


    Gezwungen habe ich ihn dazu natürlich nicht.


    Um das inflationär benutzte tolle Wort auch mal zu verwenden: Konzept steht :zwinker2:

  • Ich mache das bei mir ähnlich. Fullrange LS plus DBA plus 45cm Isobond vorne und hinten.

    Ich habe jeweils 15cm Luft zur Wand gelassen sowie einen 10cm Spalt links/rechts/oben zur Wand/Decke. Zusätzlich befestige ich an den Außenwänden eine Matrix aus Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren und eine Sockelheizung hinter der Dämmung: https://www.haus-trockner.de/elektr-sockelheizleitung.html - damit lässt sich ggf. die Wand erwärmen, sollte sich der Taupunkt gefährlich verschieben.

  • Pascal, dann möchtest du die Außenwand permanent elektrisch heizen? Wow.


    Sind Plattenresonatoren insgesamt unkritischer und akustisch sinnvoller eingesetzt? Der Usel20 z.B. hatte damit ganz gute Erfahrungen und Messungen.

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