Extremer Hall im Neubau

  • Absorptionsgrade weit über 1 ( =100% Absorption) wie auf dem 1.Diagramm dargestellt sind eigentlich unmöglich, bei den gezeigten Frequenzen.

    Im Hallraum gemessene Poröse Absorber, liegen mit Abstand zueinander, das der Schall auch von der Stirnkante und Umlenkung mehrere Stellen gleichzeitig trifft. Nach der Berechnung kommen so Werte über 1 raus, und sind auch im Raum so realisierbar, wenn immer wieder Abstände zwischen den Absorbern gelassen werden.

    Im Druckmodell erreichen Membranabsorber sogar Werte bis 1,8 oder ähnliches.

  • Vielen Dank für euer Feedback. Mir wurde noch gesagt, dass der Aufbau so ist, dass zwischen Decke und Vlies noch eine „Schicht“ Luft ist um die Absorption zu unterstützen. Aber ich habe dennoch angefragt, was sie 70mm kosten würden.


    Habe mir auch schon überlegt, ob ich nicht selbst nach dem Vlies schauen soll, aber ich weiß nicht was für den Nachhall am besten wäre. Auch Basotect?

  • Also eigentlich geht man in dem Bereich (Wohnraumakustik) ja so vor, dass man vorher definiert was man erreichen möchte, der Akustikbauer dann etwas entsprechendes anbietet und man am Ende nachmisst ob das erreicht wurde.

    Also eigentlich wäre viel spannender zu diskutieren was der Akustikbauer als Briefing/Zielvorgabe bekommen hat und nicht wie er da hinkommt (das muss er selber wissen).

  • Im Hallraum gemessene Poröse Absorber, liegen mit Abstand zueinander, das der Schall auch von der Stirnkante und Umlenkung mehrere Stellen gleichzeitig trifft. Nach der Berechnung kommen so Werte über 1 raus, und sind auch im Raum so realisierbar, wenn immer wieder Abstände zwischen den Absorbern gelassen werden.

    Im Druckmodell erreichen Membranabsorber sogar Werte bis 1,8 oder ähnliches.

    Da hast Du natürlich recht, aber wir reden hier ja von abgehängten Decken. ( Aber auch da gibt es diese "Rechentricks", Zum Beispiel bei Deckensegeln, da wird auch die Absorbtion der Segelrückseite berücksichtigt.)


    Trotzdem gilt, dass es eben nicht mehr als 100% Absorption ( Alpha =1) geben kann, da sich die Schallenergie dann völlig zu Wärme umgewandelt hat. :sbier:


    LG


    Uwe

  • Trotzdem gilt, dass es eben nicht mehr als 100% Absorption ( Alpha =1) geben kann, da sich die Schallenergie dann völlig zu Wärme umgewandelt hat. :sbier:


    LG


    Uwe

    So gesehen ja klar, bei Berechnung der äquivalenten Schallabsorbtionsfläche, sollten die Werte über 1 aber zwingend berücksichtigt werden, wenn man professionell plant.

    Z.B. eine Decke mit vielen einzelnen abgehangenen Absorbern mit einer fiktiven Fläche von 15m2 und Alpha 1 ab Frequenz X, ist nicht = 15m2 äquivalente Schallabsorbtionsfläche sondern mehr, bedingt durch die unterschiedlichen und mehrern Angriffsflächen auf den Absorber.

    Hier lassen sich ca. 15% drauf rechnen, womit die äquivalente Schallabsorbtionsfläche dann nicht 15m2 sondern 17,25m2 entspricht.

  • In meiner Situation, wie würdet ihr vorgehen? Die Decke zu bedämpfen macht ja auf jeden Fall Sinn und dürfte den größten Rundumschlag im Rahmen der Möglichkeiten darstellen. Würdet ihr das angebotene Vlies nehmen, versuchen ein anderes Material zu nutzen? Beim Vlies, 20mm oder 70mm? Oder soll der Anbieter etwas dazwischen besorgen (bspw. 40mm)?

  • Habe jetzt die Info vom Hersteller, dass sie angeblich in Privatbauten nur mit den 20mm arbeiten und die 70mm (theoretisch) nur für große Hallen, Schwimmbäder etc. vorbehalten sind. Das Angebot ist preislich in Ordnung im Vergleich und ich tendiere dazu die 20mm zu wählen. Sind 27qm Fläche an der Decke und es geht ja primär um die Nachhallzeit.


    Noch Gedanken hierzu? Vermutlich suche ich hier nur nochmal eine "Bestätigung"...

  • Der gezeigt Absorptionswert dieser 10cm dicken PVC Spanndecke muss mit sehr gering bewertet werden.

    Der Absorptionsfaktor beträgt zwischen 400Hz und 5kHz nur 0,4 mit einem kleinen Maximum von 0,6 bei 800Hz.

    Das bedeutet die Decke reflektiert mehr Schall als Sie absorbiert. Da hilft auch keine dickere Dämmung.

    Eine gute Spanndecke besitzt zwischen 400Hz und 2kHz einen Absorptionsfaktor von 100% und bis 5kHz von 80%.

    Das ist in weiten Bereichen mehr als das doppelte.

  • Inwieweit ist das Medium Folie/Spanndecke denn ein Faktor in Kombination mit dem Vlies dahinter? Eine „gute Spanndecke“ wird auch eine perforierte Folie oder Gewebe sein und dahinter ein Vlies oder sonstiges Absorptionsmedium. Ausschlaggebend ist dann doch die „Zusammenarbeit“ aus Folie und Vlies. Addieren werden sie sich natürlich nicht. Nur fällt es mir schwer die beiden Diagramme gedanklich zu verbinden. Also nur Folie und nur Vlies.

    Status Kino

    Wird verputzt.

    Edited once, last by makin ().

  • Die Folie stellt im mittleren und hohen Frequenzbereich einen Helmholtzresonator dar. Zu tieferen Frequenzen hin geht das Konstrukt dann in einen Membranabsorber über. Die Absorption ist daher sehr stark vom Gewicht der Folie, deren Abstand zur Decke und der Perforierung abhängig.

    Daher ist die Folie der Schwachpunkt. Eine stärkere Dämmung wird die Absorption aber auf jeden Fall in den Tiefen erhöhen. In den Höhen aber nicht so stark wie gewünscht.

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