Das Kellerkino "Infast" entsteht

  • Hallo zusammen,


    ich möchte in diesem Thread den Bau des "Infast" dokumentieren, welches Ende letzten Jahres begonnen wurde und nun langsam dem Ende zusteuert.

    Beginnen möchte ich in diesem Post mit der Vorgeschichte zu meinem Heimkino.



    Vor inzwischen doch schon ca. 7 Jahren wurde unser Haus fertiggestellt. Da ich bis dahin nur Wohnzimmer Multichannelanlagen (ohne Beamer) hatte und ich mich bei dem Thema nie richtig austoben durfte, konnte ich nun im neuen Haus einen Raum im Keller ergattern :)

    Hat auch für meine Frau den Vorteil, dass Sie somit im Wohnzimmer bestimmen darf und es sich einrichten darf, wie Sie möchte ohne Kompromisse bzgl. Lautsprecheranlage etc. machen zu müssen.


    Somit war nun klar, dass ein eigener Raum im Keller nur fürs zukünftige Heimkino geplant werden darf. Bei der Planung des gesamten Hauses sollten die folgenden Aspekte berücksichtigt werden:

    - Raumlänge ca. 6m

    - Raumbreite 4,5m

    - Keine Rohre oder Schornsteine sollten in dem Raum verlaufen

    - Eingangstürposition nicht an der Ecke oder der Raummitte


    Es konnte ein guter Hausschnitt gefunden werden, bei dem die Aspekte der Raumlänge, Türposition und der Rohre berücksichtigt werden konnten. Nur in der Raumbreite musste ich mich leider geschlagen geben und eine Raumbreite von 4,0m akzeptieren.

    (Raumhöhe wurde damals nicht beachtet :angry: )



    Nachdem das nun geschafft war, wurden nun die restlichen Details des Raums geplant und wie folgt umgesetzt:


    Da im gesamten Haus eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut wurde habe ich auch die Anbindung des Heimkinos an das System von Anfang an mit den Lüftungsplanern besprochen und eingeplant. Als Ergebnis bekam der Raum eine separate Zu- und Abluft, die jeweils über zusätzliche Schalldämpfer und nochmals zusätzlichen Klappen verfügt. Durch diese separate Belüftung sind auch keine Fenster im Heimkino/Keller notwendig geworden, was auch noch ein Punkt auf der Wunschliste war.


    Auch das Heimkino erhält wie das restliche Haus eine Fußbodenheizung welche mit einem dunklen Laminatboden bedeckt ist.


    Die Wände und die Decke habe ich extra verputzen lassen um einen gewissen "Wohnflair" zu erhalten, da ansonsten die klassischen Betonabdrücke zu erkennen gewesen wären.

    Bzgl. Schallschutztür habe ich damals nichts spezielles berücksichtigen lassen. Es war damals nur von mir geplant die übliche Raumtür später gegen eine richtige Schallschutztür auszutauschen.



    Kurz nach dem damaligen Einzug vor ca. 6 Jahren wurde die Decke schwarz und die Seitenwände in einem schönen dunklen Rot angemalt. Zusätzlich montierte ich noch separate Steckdosen mit eigenen Sicherungen um die Geräte wie Beamer und Endstufen voneinander zu trennen sowie Netzwerksteckdosen. Das Thema war damals wichtig, da meine damalige Rotel RMB-1075 die Sicherungen beim Einschalten öfters mal zum fliegen bringen konnte, was ich in Kombination mit einem Beamer hier vermeiden wollte.


    Meine damalige Anlage hat dann auch seinen Einzug erhalten (5.1) und mein erster Heimkinobeamer der Sony VPL-HW55ES wurde noch angeschafft. Der durfte als Zwischenlösung an die weiße Wand projizieren, was erstaunlicherweise so extrem gut funktioniert hat, dass aus dieser "Zwischenlösung" eine "Dauerzwischenlösung" wurde.

    Ich weiß, da werden die Bildfreaks die Hände über den Kopf zusammenschlagen, aber mir ist persönlich der Ton wichtiger als das Bild! Außerdem musste ich erstmal überlegen, welche Größe, Typ, etc. ich haben möchte.




    In den darauffolgenden Jahren wurde die verfügbare Zeit und übrige Geld damit verwendet, das restliche Haus und vor allem den Garten "fertig" zu kriegen (ein Garten ist glaub ich wie ein Heimkino irgendwie nie fertig!).


    Die wenige restliche Zeit wurde allerdings auch dazu genutzt um weiter an dem Ziel des zukünftigen Heimkinos zu arbeiten. Dazu wurde das 5.1 Layout auf ein 7.1 Layout mit übrigen Lautsprechern erweitert. Dies war mir schon immer wichtig, da ich ganz früher schon Tests mit einem 6.1 Teufelsystem machen konnte. Die Tests haben mir gezeigt, dass das für mich akustische Loch hinten mit Surround Backs verschwindet und somit wenn möglich unbedingt die Surround Backs montiert werden müssen. Auch wenn es damals kaum natives Material hierfür gab außer z.B. Hostage und Co.


    Außerdem konnte ich an der Beleuchtung arbeiten um hier passende flackerfreie LED-Lampen zu finden, die über die Harmony steuerbar sind.


    Akustikmaßnahmen mit 8cm dicken Breitbandabsorber an den Erstreflexionspunkten wurden auch durchgeführt und konnte hier endlich den ersten Aha-Effekt erleben, wie stark dies die ETC verbessern kann. Vor allem die vorderen Deckenabsorber hatten einen riesigen Einfluss, der deutlich beim Hören zu merken war.


    Auch den Subwoofer-Bereich habe ich in dieser Zeit mir angeschaut. Ich hatte einen geschlossenen B&W ASW825 Subwoofer, mit dem ich an sich und klanglich sehr zufrieden war. Nur die Raummodenthematik ließ mir keine Ruhe, da ich den Frequenzgang nie perfekt einstellen konnte, wie ich es haben wollte.

    Aus dem Problem heraus habe ich vor ca. 2 Jahren den B&W Subwoofer dann verkauft und mir stattdessen ein DBA in Kleinausführung (2x vorne und 2x hinten) mit DIY Subwoofern gebaut und damit erste Tests und Erfahrungen gesammelt. Mit diesem war ich dermaßen zufrieden, dass für mich klar war, dass dies bleibt und zukünftig mit einer richtigen Gitteranordnung umgesetzt wird.


    Mit 3D-Ton konnte ich in dieser Anfangszeit kaum etwas anfangen, da das Thema irgendwie an mir vorbeigegangen war bzw. nur sowas provisorisches wie 4 einfache Deckenlautsprecher wie die WS-14 in den Sinn kam. Mit meinem 7.1 Setup war ich sehr zufrieden, so dass ich hier kein großes Verbesserungspotential gesehen habe. Erst als ich dann vor ca. 2-3 Jahren auf das Thema richtig aufmerksam geworden bin und durch Messebesuche hier etwas Erfahrung sammel konnte, wußte ich, dass ich dies auch haben möchte. Allerdings gibt es in meiner Gegend nicht unbedingt gute "Heimkinohändler", die sich mit anspruchsvollem Mehrkanalsound, geschweige denn mit 3D Sound sehr gut auskennen um dort Erfahrung zu sammeln. Ich finde es wirklich schade, dass das Thema anspruchsvolles Heimkino kaum in den Fachhändlern groß vorhanden ist, nur dieses High End Stereo mit teuren Kabeln, etc.!


    Auf der Basis wollte ich damals die Detailplanung starten um ca. 2022 oder so dann den Bau zu beginnen. Nur leider kam eben mit der Pandemie alles anders und ich entschloss mich, vor einem Jahr mit der (Schnell)-Planung des Heimkinos zu beginnen um mit dem Gesamtkonzept dann Ende 2020 mit dem Bau zu starten, was auch geklappt hat.




    So, nun habe ich viel über die Vorgeschichte geschrieben und hätte nun endlich angefangen über das aktuelle Gesamtkonzept zu schreiben :)


    Hierzu hätte ich den Thread in mehrere Posts aufgeteilt, die mit etwas Abstand geschrieben werden. Muss hierfür die passenden Bilder suchen und die Arbeitsschritte zusammenschreiben, was mit dem restlichen Bau parallel geschehen muss.


    Auch wenn der Bau nun fast abgeschlossen ist und keine wirklichen Änderungen mehr durchgeführt werden können, sind Fragen, Kommentare oder Verbesserungswünsche natürlich erwünscht. Denn sowas ist ja nie zu Ende und das Ende vom einen Projekt ist der Planungsanfang vom neuen Projekt :sbier:



    Folgendes Inhaltsverzeichnis für die noch folgenden Posts hätte ich grob angestrebt und werde versuchen die Punkte dann später als Link einzufügen:

    • Einleitung und Vorgeschichte
    • Raum
    • Stromversorgung
    • Lautsprecherkonzept
    • Akustikkonzept
    • Bildkonzept
    • Beleuchtungskonzept
    • Bau Einzelkomponenten
    • Bauabschnitt: Vorder- und Rückseite
    • Bauabschnitt: Leinwandbau
    • Bauabschnitt: Obere Deckenkanäle und Leitungsverlegung
    • Bauabschnitt: Hinteres Deckensegel
    • Bauabschnitt: Vorderes Deckensegel
    • Bauabschnitt: Hushbox
  • Raum / Raumplanung

    In diesem Post gehts nun weiter mit dem Raum bzw. der ganz groben Raumplanung:



    Nachfolgend ist eine schräge Top-Ansicht vom Raum abgebildet.


    Der Raum hat die Maße 6,1 x 4,0 x 2,25 m. Zwei Wände sind Betonaußenwände und die anderen zwei sind mit roten Standardziegeln gebaut.


    Vom Gang gelangt man direkt an die Tür vom Heimkino und diese wird in den Innenraum her geöffnet.


    Vom Gang nach links gelangt man in einen Abstellraum bei dem oben die Endstufen für die Subwoofer untergebracht sind (dunkelblauer Kreis). Rechts unten im Bild ist der Technikraum, in dem die Stromversorgung und Steuerungselektronik (cyanfarbiger Kreis) montiert ist und gleich daneben das Technikrack mit allen übrigen Technikkomponenten (AV-Verstärker, Player, Endstufen, etc.) untergebracht ist (orangefarbiger Kreis). Hierfür wurden von dem Technikraum in den Heimkinoraum zwei Kabeldurchbrüche hergestellt.



    Nun zum eigentlichen Raum wieder:


    An der rechten Seite ist die Frontseite mit verkleideter Stoffbespannung und davor montierter Leinwand. An der linken Seite ist entsprechend die Rückseite mit verkleideter Stoffbespannung und dem integrierten Beamer.


    Wenn man nun den Raum durch die Tür betritt, dann befindet man sich zwischen der Rückseite und den Sitzen, was an sich nun aus technischer Sicht sehr gut liegt und auch für mich vom Gefühl her am besten wirkt, da man nun von hinten den gesamten Raum nach vorne betrachten kann.


    Der einzige Nachteil, der mir dabei einfällt ist, dass man zum Erreichen der Sitzplätze einmal komplett um die Sitzplätze herum gehen muss. Ansonsten bietet das für mich viele Vorteile aus akustischer und optischer Sicht, denn damit kann nun z.B. der 2x3m große Teppich vorne gut positioniert werden, was mit der früheren gedrehten Variante nicht möglich war (aufgrund der nach innen aufgehenden Tür).


    Die zwei grünen Kreise deuten die Positionen des Zuluft- und Abluftauslasses an, welche direkt in die Betondecke integriert sind (links=Zuluft, rechts oben=Abluft).

    Das schwarze Rechteck im oberen Raum-Bild ist der Lichtauslass in der Mitte der Decke, wo ich direkt ein rechteckiges Gehäuse für zwei Spotlampen montiert habe.

    Außerdem sind die beiden Kabelkanäle oben links und rechts zu erkennen, sowie das vordere und hintere Deckensegel (mehr Details hierzu kommt in den kommenden Posts).


    Übrig bleibt eine effektive Raumlänge von 4,7m und eine Raumhöhe am niedrigsten Punkt unter dem hinteren Deckensegel von ca. 2,08m.


    Gleich beim Eintritt in den Raum befinden sich links der Funklichtschalter, Steckdose und das Thermostat für die Fußbodenheizung. Diese wurden schwarz lackiert, was sehr gut funktioniert hat und vor der roten Wand sogar noch recht gut aussieht, wie ich finde.




    Die originale Raumtür vom Heimkino wurde vor einem Jahr gegen eine Schallschutztür der Klasse 4 ausgetauscht :dancewithme


    Der Hintergrund für die Schallschutztür sind die empfindlichen Familienmitglieder, welche sich spätabends öfters mal beschwert haben wenn ich vor allem Musik gehört habe. Zum entspannten Musikhören habe ich meistens nur spätabends Zeit, womit mir die neue Tür recht wichtig ist, da die originale Tür sehr durchlässig war und somit der Schall sehr leicht durch das offene Treppenhaus ganz nach oben zu den Schlafzimmern gelangen konnte.


    Zur Auswahl standen bei mir eine Schallschutztür der Klasse 3 oder Klasse 4 von Jeld-Wen, während die Klasse 4 leider nochmal einen deutlichen Aufpreis hatte. Ich habe mich dennoch für die Klasse 4 entschieden, da ich den zusätzlichen Falz und die dickere massivere Tür für wichtig erachtete hatte und ich mir vor allem im unteren Frequenzbereich eine höhere Schalldämmung erhoffe, auch wenn der offizielle Dämpfungsunterschied im normalen Frequenzbereich bestimmt nicht groß ist.


    Den Unterschied der unterschiedlichen Türen habe ich anhand verschiedener Messungen versucht zu dokumentieren und zu beurteilen. Versucht deshalb, da vor allem bei der Frequenzgangmessung kleiner ca. 100Hz im näheren Türbereich Resonanzeffekte und ähnliches auftreten, welche die Frequenzgangmessung in dem Frequenzbereich verfälschen.


    In der nachfolgenden Grafik ist der jeweilige Unterschied der beiden Türen geplottet mit geöffneter und geschlossener Tür. Im Frequenzbereich größer 200Hz ist die deutliche Verbesserung von 15-25dB schön zu erkennen. Im Bassbereich ist eine Verbesserung von "nur" ca. 10-15dB zu erkennen.


    Messtechnisch ist im Schlafzimmer eine Verbesserung im Bassbereich von ca. 10-15dB und im normalen Frequenzbereich/Hochton von ca. 20dB festzustellen, was sich gut mit der Frequenzgangmessung der Tür direkt deckt.


    Der nun aktuelle Flaschenhals bzgl. Lautstärkedämmung sind nun die Ziegelwände an sich, denn bei lauten Pegeln kommt der Hochtonbereich leicht aus allen Wänden vom Schlafzimmer. Dadurch hat sich im Schlafzimmer der Bassbereich gefühlt mehr verbessert als der Hochtonbereich. Dies lässt sich allerdings nur noch mit einem Raum-In-Raum Konzept verhindern oder mit massiven Ziegeln statt den "Leichtbaudämmziegeln"! Aber dennoch hat sich die Investition auf jeden Fall gelohnt :)

    Wie ist da eure Erfahrung? Was ist bei euch der Flaschenhals bzw. das schwächste Glied?



    Beim Einbauvorgang habe ich das Türblatt und die Zarge im Innenbereich noch gleich mit einer matten schwarzen Folie bezogen. Diese stammt aus dem KFZ-Bereich und mit dieser habe ich schon bei der Originaltür sehr gute Erfahrung gesammelt.


    Und nun noch ein aktuelles Bild von innen ohne die noch geplanten montierten Absorber.

  • Stromversorgung


    Warum ein eigenes Kapitel nur für die Stromversorgung?


    Nun, für den Maximalausbau werden 11 Endstufen benötigt und diese sollen zuverlässig ein- und ausgeschalten werden können. Da ich früher hierbei etwas an (negativer) Erfahrung sammeln konnte und der Sicherungsschrank eh umgebaut werden sollte (Garage und Außenbereich benötigen doch mehr Phasen als ursprünglich gedacht :waaaht: ) habe ich mir gedacht ich mach das gleich gescheit!


    Außerdem ist es für den ein oder anderen vielleicht auch interessant wie dies ohne schaltbare Steckdosenleisten realisieren werden könnte. Dies ist mir beim lesen anderer Threads immer wieder aufgefallen.




    Vom Grundansatz her soll das Heimkino einen eigenen Sicherungsschrank mit eigenen FI und Leistungsschaltern bekommen welche über eine Phase läuft (die übrigen Phasen sind als backup mitverlegt). Eine eigene Phase deshalb um potentielle Störungen von anderen Elektrogeräten grundsätzlich zu vermeiden (hier hatte ich in der Vergangenheit bei günstigeren Audiogeräten schon mal Probleme).


    Aus dem Grund ist die Beleuchtung vom Heimkino, sowie der Beamer im anderen Sicherungsschrank mit anderen Phasen angeschlossen.


    Unterhalb von dem Sicherungsschrank ist noch ein größerer Schaltschrank montiert, in dem der Großteil der Schaltaktoren und Beleuchtungsdimmer untergebracht ist. Der Rest ist in Aufputzbehälter untergebracht.

    Nochmal unterhalb diesem sind die diversen Doppel-Aufputzdosen montiert der diversen Stromzüge.




    Zur besseren Übersicht und Erklärung ist nachfolgend ein Blockschaltbild des Stromversorgungskonzept abgebildet:


    Im linken Teil des Blockschaltbildes ist die Audio-Stromversorgung und im rechten Teil des Blockschaltbild ist der Non-Audio Stromversorgungsteil abgebildet.


    Der Audio-Teil ist in 5 Gruppen aufgeteilt:

    Die erste Gruppe ist der Dauerstrom, an dem die Geräte hängen, welche nicht abgeschaltet werden sollten wie z.B. AV-Receiver, Streamingsticks, etc. (ganz links).

    Die restlichen 4 Gruppen sind abschaltbar ausgeführt, welche über Schütze/Relais (gelbe Rechtecke) geschalten werden. Das erste Schütz mit der Schaltnummer 10 ist ein übliches "kleines" Installationsschütz, welches über ein elektr. Relais angesteuert wird. Dieses ist zwischen dem Triggerausgang 1 des AV-Verstärkers und dem Installationsschütz geschalten, da der maximaler Strom des Triggerausgangs begrenzt ist und sonst das Schütz nicht geschalten werden kann.


    Für diejenigen die sich jetzt fragen, warum nicht gleich über das elektronische Relais schalten? Ein elektronisches Relais schaltet nicht vollständig Potentialfrei, womit am Ausgang des elektronisches Relais noch eine Restspannung anliegt, welche vom Strom her natürlich begrenzt ist. Das Problem hierbei ist, dass unter Umständen die nachfolgenden Geräte mit dieser Restspannung (welche im Bereich 70VAC liegen kann) glauben Sie könnten einschalten, versuchen es aber das Einschalten misslingt. Es können sich somit ungünstige Hysterese-Effekte ergeben.


    Die anderen 3 schaltbaren Gruppen haben richtige Leistungsschütze (Siemens Sirius) verbaut, welche nur für die Endstufen gedacht sind. Der Vorteil dieser Leistungsschütze ist die offizielle Eignung für stark induktive Verbraucher (bzw. Blindverbraucher im Allgemeinen) und verträgen somit die hohen Einschaltströme auch über viele Zyklen (im Gegensatz zu kleinen Relais) ohne Probleme. Geschalten werden die Schütze über je einen 230V Unterputz-Funkschalter von Trust (#11, #12, #13), welche über die Harmony zeitlich nacheinander geschalten werden. Die Endstufengruppen sind jeweils mit einem C-Leistungsschutzschalter abgesichert. Diese Charakteristik ist notwendig um die Einschaltströme zu verkraften ohne auszulösen. Diese sind so aufgeteilt, dass für jeden Sicherungsstrang nicht mehr als 2/3 Endstufen hängen, um hier ebenfalls die Einschaltströme zu reduzieren und die allgemeine Leistungsaufnahme der Endstufen zu verkraften, während der letzte Punkt nicht im Vordergrund stand.


    Unterteilt sind die 3 Gruppen in die Tonebene unten, Tonebene oben und Subwoofer, was auch bei Tests und vom Handling bei Messungen recht praktisch ist :dancewithme.





    Zur Vervollständigung nochmal:


    Der Beamer hängt an einem eigenen Leistungsschutzschalter (und FI) und anderer Phase, sowie die Beleuchtung auch nochmal. Zur Beleuchtung selber gibt es später noch einen separaten Post wo dies erklärt wird.


    Den Beamer hätte ich in diesem finalen Stand bei der Heimkino-Stromversorgung hinzufügen können, allerdings war das verlegte Kabel für den neuen Sicherungsschrank zu kurz und ich hätte dieses komplett neu verlegen müssen was ich mir erspart habe :)



    Dieses Stromversorgungskonzept könnte etwas oversized wirken, allerdings halte ich mit dem Konzept mir alle Möglichkeiten offen und bin somit für die Zukunft gut gerüstet denke ich.

  • Ursprünglich wollte ich mit dem nächsten Post mit dem Lautsprecherkonzept weitermachen, allerdings war ich in letzter Zeit mit dem vorderen Deckensegel und vor allem dessen Stoffverkleidung beschäftigt.

    Warum ich nun hier dieses Thema vorab doch schon anspreche ist, dass ich ein Problem mit der Stoffverkleidung habe :choler:



    Das vordere Deckensegel soll bei mir zwei Zwecke erfüllen. Einmal die Breitbandabsorber verstecken und andererseits die Lichtreflexionen an der Decke möglichst vermeiden, damit der obere Deckenbereich optisch möglichst dunkel ist.


    Hierfür habe ich das Adamantium Audio Dark 2.0 ausgesucht, besorgt und verbaut. Die erhöhte akustische Dämpfung war für mich nicht relevant, da ich eine möglichst hohe Lichtabsorption haben wollte.



    Nun zum Problem:

    Der Stoff wurde nun mit Klemmleisten an der großen Fläche und den schmalen Seiten montiert.


    Das erste was mir bei der ersten Anlieferkontrolle schon aufgefallen und damals nicht gefallen hat, war, dass der Stoff nicht durchgängig gleichmäßig optisch aussieht bzw. das Licht anders reflektieren lässt (den geringen Teil). Vor allem ist das ein regelmäßiges Muster und an manchen wenigen kleinen Stellen auch ganz stark ausgeprägt (siehe nachfolgendes Bild).


    Im Praxisbetrieb mit Beamer ist dieses Muster auch deutlich zu erkennen und lenkt vom eigentlichen Bild stark ab. Allein aus diesem optischen Grund ist dieser Stoff (mit meiner Lieferung) eigentlich schon unbrauchbar für mich (obwohl ich hier nicht 100% das perfekte erwartet hätte). Nachfolgend noch ein Bild vom Beamerbetrieb.

    Findet Ihr das auch so schlimm oder ist das normal und bei euch in geringerem Maße auch vorhanden?



    Das für mich aus akustischer Sicht noch viel schlimmere ist allerdings, dass der Stoff die vorderen drei LCR-Lautsprecher stark reflektiert. In dem vorderen Deckensegel sind die Breitbandabsorber für die Erstreflexion verbaut, welche diese auch gut bedämpfen und vorab so schon kontrolliert und vermessen wurde. Im montierten Zustand kam die der Stoff etwas komisch vor (siehe noch später folgender Punkt) und habe gleich danach eine Kontrollmessung der ETC mit dem verbauten Adamantium Stoff durchgeführt. Diese hat zu Tage getragen, dass die Deckenreflexion bei 2ms sich von -14dB auf ganze -7dB verschlechtert!! :waaaht:



    Dies ist für mich ebenfalls ein No-Go, da dies den ganzen Zweck von dem Deckensegel mit den Absorber entgegenwirkt :choler:



    Zu guter letzt gibt es sogar noch ein Phänomen, was nicht optimal ist. Wie vorhin schon geschrieben, kam mir der Stoff im montierten Zustand etwas seltsam vor. Denn wenn man auf den Stoff draufklopft, dann hört sich das wie richtige Bongo-Trommeln an. Je nach Größe der Fläche erzeugt der Stoff Eigenresonanzen die mal tiefer oder höher sind. Es fühlt sich im gespannten Zustand auch eher wie so ein "Plastikstoff" an und nicht wie der übliche Stoff, der gar keine Töne von sich gibt (klingt blöd ist aber so).




    Hat jemand von euch mit dem Adamantium Audio Dark 2.0 auch solche oder ähnliche Erfahrungen sammeln können?

    Ich kann diesen Stoff als Verkleidung nicht empfehlen. Höchstens zum Aufkleben auf harten Untergründen, allerdings gibt es hierfür bessere selbstklebende Stoffe.


    Für mich ist nun klar, dass der Stoff leider wieder weg muss und die Tage was neues bestellt wird. Hierfür könnte ich wieder meinen üblichen Akustikstoff (von akustikstoff.com) verwenden, allerdings absorbiert dieser Stoff das Licht nicht so stark und reflektiert daher etwas, was zum Teil verschmerzbar wäre.



    Als Alternative steht noch das oft empfohlene Adamantium Audio Dark Acoustic zur Auswahl. Hier habe ich allerdings wieder Angst, dass auch dieser Stoff einen oder alle von oben erwähnten Punkte in irgend einer Art und Weise hat.


    Hat jemand Erfahrung mit dem Audio Dark Acoustic Stoff, speziell mit seinem akustischen und optischen Reflektionsverhalten (nicht Durchstrahlung)? Hat derjenige ETC Messungen davon zufällig durchgeführt bzw. was ergibt ein Klopftest?


    Ich bin hier gerade sehr unsicher, was ich bestellen soll. Nicht dass ich wieder viel Geld für nichts ausgebe :angry:

  • Das ist echt ärgerlich, optisch wie auch akustisch.

    Das Dark 2.0 ist aber halt auch recht dick und auf der Rückseite ziemlich dicht bis geschlossen, das wirkt dann leider je nach Frequenz reflektierend.

    Optisch geht das aber mal wirklich garnicht. Hast du mal versucht den Stoff in eine Richtung zu "streichen"?

    Der Dark Akustik ist schon durchlässiger und auf der Rückseite offen gewebt, aber vor Erstreflexionsabsorber auch nicht erste Wahl.

  • Ja, die Rückseite beim Audio Dark 2.0 ist wirklich sehr dicht und fest!


    Beim Streichen oder leichten "Bürsten" gelingt es zwar schon Änderungen am Reflexionsverhalten zu generieren, allerdings gelingt es nicht diese speziellen Stellen alle einheitlich in eine Richtung zu "bewegen". Durch die lange Lagerungspositionierung im gerollten Zustand haben sich anscheinend ein paar Stoffteile in eine Richtung permanent verschoben.

    Vom Gefühl her gesagt, ist es so ähnlich wie bei einer Kurzhaarfrisur. Diese Richtungsänderung bekommt man vermutlich nur mit Wasser und einem Föhn wieder in eine gleichmäßige Richtung, was ich aber nicht probieren möchte :zwinker2:


    Interessant Deine Einschätzung, dass du beim Dark Acoustic auch eine akustische Reflexion erwartest und dadurch für meinen Fall nicht die erste Wahl ist. Danke :thumbup:

  • Findet Ihr das auch so schlimm oder ist das normal und bei euch in geringerem Maße auch vorhanden?

    Ja und nein: Ich hab zwar nur den ersten Stoff, 50lfm im Kino verarbeitet und nirgends solche Streifen.

    Schaut so aus, als wäre die Rolle mit dem Stoff starkem Gewicht ausgesetzt worden und der Stoff geplättet worden......

    Was sagt Adamantium Audio dazu?


    Adamantium Audio Dark Acoustic

    Hab ich jetzt auch 10lfm hier. Der Stoff ist von der Rückseite schon deutlich dünner, vorne dabei genau so schwarz.

    Vor einem LS würd ichs nicht hängen, als Absorber Verkleidung sollte es gut passen: Meist wird im Raum eh der Hochton überdämpft, wenn der HT nicht ganz so stark bedämpft wird, wird es in Summe nicht schaden, ein gleichmässiges Abklingen fördern.

  • Ganz klar mal mit Adamantium Audio Kontakt aufnehmen, da gibt es sicherlich eine Lösung für.


    Ich habe ja im Wohnzimmer die Acoustic Variante verbaut ohne irgendwelche Muster im Stoff.

    Mit deinen Streifen würde ich mich auf gar keinen Fall zufrieden geben!


    Hält das gut mit den Klemmleisten? Wenn Du den Stoff wieder entfernt hast schreib doch bitte mal etwas dazu. Also ob er intakt zu entfernen ist.


    Grüße

    Mario

  • Schaut so aus, als wäre die Rolle mit dem Stoff starkem Gewicht ausgesetzt worden und der Stoff geplättet worden......

    Jetzt wo du es sagst. Ja, der Karton ist diagnonal verbogen, was darauf schließen lässt, dass beim Transport der Karton diagnonal stark zusammengedrückt worden ist. Interessant, dass dies gleich langfristig die Fallrichtung des Stoffs beeinflusst :shock:


    Habe Adamantium diesbezüglich nicht kontaktiert. Wollte erst noch abwarten.


    Hält das gut mit den Klemmleisten? Wenn Du den Stoff wieder entfernt hast schreib doch bitte mal etwas dazu. Also ob er intakt zu entfernen ist.

    Habe anfangs einen kurzen Test hierzu gemacht und beim bespannen an einer Stelle kurz korrigieren müssen.

    Mechanisch hält der Stoff sehr gut und ist sehr robust. Mechanisch passiert dem Stoff beim Entfernen nichts, allerdings können sich (je nachdem wieviel Mühe man sich gibt) leichte Streifen bilden. Da habe ich allerdings noch nicht ausprobiert, ob sich diese wieder "ausbürsten" lassen.

    Heute Abend wollte ich die eine Seite entfernen und kann dann im Detail berichten.

    P.S. Wenn alle 4 Seiten komplett fertig eingeklemmt sind, dann bekommt man den Stoff an sich nicht rausgezogen. Dies geht nur in der Montagephase wenn noch Überhang vorhanden ist.

  • Das scheint eine fehlerhafte Charge zu sein. Da Du die Deckensegel bereits fertig hast, ist das jetzt natürlich sehr ärgerlich, aber ich würde defenitiv den Händler kontaktieren. Mit dem aktuellen Stand erreichst Du ja das genaue gegenteil von dem, was Du eigentlich möchtest. Die Streifen würden mich auf jeden Fall massiv nerven.

  • Danke, für euer vieles Feedback :sbier:


    Ich habe die letzten Tage über das Thema nachgedacht und einige Tests durchgeführt.



    Als erstes habe ich mir für einen Alternativstoff das optische Reflexionsverhalten anderer Stoffe angeschaut. Als akustischer best case wäre ja ein offizieller Akustikstoff. Hier habe ich die zwei Stoffe von akustikstoff.com Standard und Adamantium Invisible verglichen. Beide sind sich sehr ähnlich und sind als vorderes Deckensegel viel zu hell, womit bei hellen Szenen oben der Stoff stark erhellt ist und somit vom Bild leicht ablenkt :choler:

    So ähnlich hatte ich es früher und wollte es diesmal besser machen, daher kommen solche Akustikstoffe hier nicht in Frage.


    Weiter optisch verglichen habe ich es dann mit einem Stoffmuster von Adamantium Dark Acoustic. Optisch ist dies kaum schlechter als das Adamantium Dark 2.0, womit bei hellen Szenen er kaum aufhellt und somit der sichtbare Deckenbereich dunkel bleibt. Also optisch schon mal optimal für meinen Anwendungsfall :dancewithme



    Wie siehts aber akustisch aus?


    Um dies herauszufinden, habe ich eine kurze relative Akustikmessung (Durchstrahlung) mit verschiedenen Stoffen durchgeführt. Dafür wurde der Stoff vor meinem letzten nicht verkleideten Lautsprecher positioniert und in 1m Entfernung direkt ab 60Hz gemessen.



    Der erste nachfolgende Plot zeigt die frequenzabhängige Dämpfung der Akustikstoffe. Diese haben wie vermutet kaum einen Einfluss auf den Frequenzgang (siehe auch anderen Thread zu den Akustikstoffvermessungen).

    Auch im Impulsverhalten haben die Stoffe keinen nennenswerten Einfluss, was sich auch im guten akustischen Reflexionserhalten widerspiegelt (dass sie es eben nicht machen). Dies sind somit die best case Eigenschaften, an die sich die anderen Stoffe messen lassen müssen.




    Weiter gehts mit dem Vergleich der Adamantium Dark Stoffe im Frequenzgang. Hier zeigt sich, dass der Adamantium Dark Acoustic Stoff ab ca. 1-2kHz eine Dämpfung erzeugt, die sich gutmütig verhält und im Rahmen hält. Dagegen zeigt der Adamantium Dark 2.0 Stoff bereits schon ab ca. 300Hz Einflüsse im Frequenzgang. In meinem Messaufbau zeigt sich um ca. 800Hz sogar eine Überhöhung, während er gleich danach in eine starke Dämpfung über den restlichen Hochtonbereich übergeht und somit eine sehr starke Beeinflussung stattfindet.



    Beim Vergleich der Impulsantwort des Adamantium Dark Acoustic Stoff ist eine leichte Erhöhung aller Reflexionen zu erkennen, allerdings bleibt das grundsätzliche Verhalten unverändert, womit auch das akustische Reflexionsverhalten sich vermutlich gutmütig verhalten wird.


    Beim Vergleich der Impulsantwort des Adamantium Dark 2.0 Stoffes ist dagegen eine komplette Veränderung des Impulses festzustellen. Als erstes ist der Hauptimpuls gar nicht mehr eindeutig zu erkennen und zeitlich stark verzögert. Außerdem sind alle nachfolgenden Zeitanteile stark erhöht und komplett anders angeordnet wie bei den übrigen Stoffen. Hier erwarte ich eine starke akustische Beeinflussung dieses Stoffes, was sich eben auch in den akustischen Messungen im Verbau meines vorderen Deckensegels gezeigt hat.



    Ich habe allein schon aus optischen Gründen das Adamantium Dark Acoustic ins Auge gefasst und die akustischen Messungen haben nun auch bestätigt, dass der akustische Einfluss für meinen Anwendungsfall an den Erstreflexionspunkten gering ausfallen könnte.


    Somit habe ich mich entschieden, dem Adamantium Dark Acoustic eine Chance zu geben. Aufgrund eurer positiven Erfahrung hierzu, dass solche optischen Phänomene bei euch nicht vorhanden sind, hoffe ich, dass dies bei meiner Lieferung auch so sein wird.


    Ich werde nach erfolgten Umbau wieder berichten :zwinker2:



    P.S. Kontakt mit Adamantium Audio wurde hergestellt.

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