• Ist es nicht einfacher, ein aktives System zu erstellen, als dieses lange "Try and error" beim Finden der richtigen Bauteile für eine analoge Weiche?

    Kurzum würde ich sagen, wenn es rein darum geht in kürzester Zeit eine gute Abstimmung zu Erreichen, ist aktiv im Vorteil, unbestritten.

    Hab noch nicht gesehen das eine Simulierte Weiche wirklich gepasst hat.
    Aber als sehr guten anhaltspunkt geht das natürlich.

    Aktiv starten zum entwickeln kann ich trotzdem jedem raten.

    Den ersten DSP habe ich nun vor 20 Jahren in Verwendung gehabt und die letzten 20 Jahre auch permanent diverse genutzt und auch diverse Setups erstellt. Rein für das Verständnis, wie Filter und deren Technik funktionieren, was Phasen, Laufzeit etc. angeht, wird man mit einem DSP am schnellsten lernen. Weiterhin ist aktiv natürlich interessant, um zu schauen, wie es klingen könnte. Nach Beherrschung der Grundlagen hat es für eine geplante Passiventwicklung jedoch keine Vorteile, eher sogar im Gegenteil, da man auf manche Eigenschaften und Themen passiv einfach anders schauen und herangehen muss. Weiterhin gebe ich dir Recht, dass die Simulation noch nie 1:1 perfekt war, was aber auch an den Bauteilen liegt. Ein Elko verhält sich einfach anders, als ein MKP usw.

    Ich hatte die unterschiedlichen Chassistiefen gemeint. Physische Laufzeitkorrektur und da drauf dann die Weiche.

    Die eine perfekte Laufzeit gibt es gerade passiv meiner Meinung nach nicht, es ist ein Wechselspiel der unterschiedlichen Themen. Oft ergeben sich aus richtigem Delay bauliche Defizite, die größer wiegen oder ine Beschaltung gibt eine Abweichung im Phasengang vom perfekten Filter vor, welches dazu führt, das bei "idealem" Delay ein Phasensprung vorhanden ist, welcher oft hörbarer ist, als das Delay an sich usw. Daher kommt man um iterative Entwicklung mMn nicht herum oder simuliert vieles extrem gut im Voraus oder begrenzt den Anspruch nach Pareto an das Ergebnis.

    Deshalb werden ja Aktivlautsprecher üblicherweise mit DSP und Verstärkerteil angeboten.

    NT: Es begrenzt den Anwenderkreis auf Kunden, die ein Gerät mit Vorstufenausgang haben.

    Wichtiger noch: Strom muss vorhanden sein, die Abwärme ist im Nutzungsraum evtl. auch Lüftergeräusche usw. Extern widerum ist ein Vorteil von Aktivlautsprechern (die kurzen Kabelwege zum Verstärker) schon wieder verspielt und die Fehleranfälligkeit ist mMn auch höher.

    Eigenes Aktivmodul entwickeln und bauen.
    Aber DSP technisch wirds wirklich schwer das stimmt.

    Bitte nicht vergessen, dass auch wenn ich versuche vieles zu trennen auch der gewerbliche Aspekt eine entscheidende Rolle bei vielen Entscheidungen spielt.




    Danke. Tatsächlich habe ich den Tag schon darüber nachgedacht, ob es der richtige Weg war, dieses Mal ein Teil des Weges der Entwicklung direkt zu veröffentlichen. Ich befinde mich hier ein Stück weit in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite möchte ich privat und Gewerbe möglichst weit trennen und Eigenwerbung vermeiden. In Anlehnung an das "gewerbliche Kinopräsentationen"-Topic, dachte ich, es wäre spannend euch ein Stück weit daran teilhaben zu lassen, wie so ein Projekt entsteht, was zum Teil für Überlegungen getroffen werden und was so dazugehört, zumal mich das Projekt selbst sehr begeistert. Nicht umsonst habe ich das bei allen anderen Produkten in meinem Portfolio bisher nicht getan. Weiterhin war mir natürlich klar, dass mit einer Veröffentlichung auch Fragen, Kritiken und Feedbacks entstehen. Jörg hat jedoch aber völlig Recht damit, dass ich kein Interesse daran habe Grundsatzphilosophien zu diskutieren. Das Produktportfolio hat so wie es bisher ist, viele Gründe und Ursachen.

    Passiv ist für mich eine viel größere Herausforderung und mir erscheint es weiterhin so, dass das Feld mit aktiven Lautsprechern im DIY oder auch fertig (siehe z.B. Genelec, Geithain, Neumann usw.) bestens versorgt ist, sowie Anwender sich super einfach Kombinationen ihrer Wahl zusammenstellen können. Weiterhin ist mir klar, dass aktiv die Ergebnisse noch etwas mehr Potenzial bieten können, widerum sind Kopien und Nachbauten auch noch einfacher. Alle Wege und Ansichten haben ihre Berechtigung, alle Lösungen Vor- und Nachteile.


    Ich möchte dabei die Diskussion auch nicht abcanceln, aber daran erinnern, dass ich das nun auch schon eine Weile tue (dabei immernoch dazu lerne), aber es auch Gründe gibt, warum ich Dinge tue, wie ich sie tue und mein Anreiz war, euch ein paar Einblicke zu bieten und auf die Reise mitzunehmen, nicht grundlegend alles zu rechtfertigen oder in Frage stellen zu lassen. Oft sieht man ja das fertige Produkt und kann überhaupt nicht einschätzen, wie es drinnen aussieht oder ob das mal in 2h hingerotzt ist oder vielleicht Monate Entwicklungsarbeit dahinterstecken. Gehäse massiv verstrebt sind oder gar einfach nur hohl usw.


    Daher fühlt euch frei weiter Fragen zu stellen, aber bitte diskutiert keine grundlegenden Themen wie aktiv vs. passiv. Bei einem fertigen Produkt stellen sich diese Diskussionen im Regelfall auch nicht :) Bitte vergesst ebenso nicht, dass ihr hier die Möglichkeit habt auch Detaileinblicke zu erhalten, die ich oder andere oft in dem Maße nicht veröffentlichen, um ein Stück weit Wettbewerbsvorteile, geistiges Eigentum oder hart erarbeitete Erfahrungen zu schützen. Das geht bei den gewählten Chassis los, über Details des Gehäuses, der Bedämpfung, Überlegungen zu Entwicklungen usw. Natürlich ist es auch ein Forum und viele andere lassen sich hier gegenseitig in die Karten schauen, dokumentieren und treiben die Community voran, daher auch der offene Umgang damit, jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Ich sehe es daher als Versuch an und sollte es mir zu anstrengend sein, gewisse Dinge immer wieder grundlegend zu rechtfertigen, werde ich das in dem Punkt Lautsprecherentwicklung auch wieder einstellen.

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • Fernab dessen ging es heute weiter. Über Nacht habe ich die Ports fertig gedruckt inkl kleiner Trompete und heute verschraubt.

    pasted-from-clipboard.png

    Sieht dann im Ergebnis so aus:


    pasted-from-clipboard.jpg


    pasted-from-clipboard.jpg


    pasted-from-clipboard.jpg


    Danach die Front rundherum verschraubt und erst einmal Testimpedanzgangmessungen. Im Ergebnis die Bedämpfung noch einmal am Deckel etwas reduziert. Abstimmung ist 10Hz tiefer geworden, wie geplant, aber so wird erstmal gemessen. Kürzen kann ich das im Nachgang dann noch problemlos.


    pasted-from-clipboard.jpg


    Impedanzgangmessungen sind soweit erst einmal plausibel. Die Beschaltung des AMT sollte passiv ein Klacks werden. Beim Rest wird es sich zeigen. Nächste WOche erstelle ich dann mal vollständige Rohmessungen, wenn das Wetter es zulässt.


    pasted-from-clipboard.png

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • Genau. Die würde mit mehr Volumen auch sinken und sich wieder mehr ausprägen, was unterm Strich für eine noch bessere Abstimmung spräche. Um das mechanische Maximum, aber auch das elektrische Maximum gleichermaßen auszuloten für einen Satelliten, sollte das so gut passen. Die Abstimmung verschiebe ich zu einem späteren Zeitpunkt evtl. Ehwr noch Richtung 60Hz, um mehr Gain im Nutzbereich zu erhalten und noch mehr Leistung drauf geben zu können, ohne dass XMax überschritten wird. Vorher möchte ich aber erst einmal messen, was akustisch vorallem wandnah so bei rum kommt und wie sich die Wirkungsgrade zueinander verhalten. Hier sieht man die aktuelle Abstimmung in grün mit 50Hz Highpass und im Vergleich die angedachte mit 60Hz Highpass.


    IMG-20251022-WA0004.jpg


    Und die resultierenden Portgeschwindigkeiten, wobei da die aktuelle deutlich im Vorteil ist. Auch ein Grund warum ich mir das so erstmal anschaue.


    IMG-20251022-WA0006.jpg

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Gestern kam ich aber endlich mal dazu Messungen vorzunehmen. So sah das Ganze dann mal semi quick'n'dirty aus, da Marius die Simu auf einer "unendlichen" Schallwand vorgenommen hat.


    pasted-from-clipboard.jpg


    Dabei ging es zum Einen erst einmal darum, Marius Simulationen der Waveguides zu prüfen. Der HT sah in der Simulation wie folgt aus:


    pasted-from-clipboard.png


    Dabei sieht man gut, dass der HT-Waveguide von 12kHz bis unter 4kHz schön konstant abstrahlen sollte und 90° mit -6dB abdeckt, darunter ist der Waveguide zu klein, um die Führung weiter aufrecht zu erhalten, öffnet jedoch schön gleichmäßig, so dass man bis 60-70° und ~2kHz eine gleichmäßige Abstrahlung von -3dB erreicht.

    In der Realität sieht das gemessene Ergebnis wie folgt aus:


    pasted-from-clipboard.png


    Hier sieht man, dass sich die Simulation wunderbar bestätigt und sogar übertroffen hat. 14kHz-4kHz -6dB bei 90° Abdeckung und -3dB bei 60-70° Abdeckung bis unter 2kHz.


    Beim Mitteltöner sind die Frequenzen für eine gescheite Führung in der Größe eigentlich schon zu tief, so dass die Simulation wie folgt aussah:


    pasted-from-clipboard.png


    In der Realität ergab sich folgendes Bild:


    pasted-from-clipboard.png


    Da sieht man gut, dass Marius sich nicht zum Ersten Mal damit beschäftigt hat. Soweit so gut. Somit habe ich mich gestern Nacht dann einmal an die ersten Simualtionen der Weiche begeben mit folgendem Ergebnis:


    pasted-from-clipboard.png


    pasted-from-clipboard.png


    pasted-from-clipboard.png


    Das gefällt mir soweit auch alles ganz gut, nur dass jetzt noch ein paar Baustellen aufzuarbeiten sind. Die Laufzeit zwischen MT und HT könnte noch etwas optimiert werden, damit man die Filter noch etwas linearer einstellen kann. Dazu werde ich einen Adapterring testen, um den MT noch ein paar mm tiefer zu setzen. Weiterhin sind die Mitteltöner und die Tieftöner leider wieder entgegen der geltenden DIN-Normen etwas niederohmiger ausgelegt, wahrscheinlich um etwas mehr Kennschalldruck zu erreichen. Das führt aber leider bei Parallelschaltung dazu, dass mit Beschaltung die Impedanz breitbandig auf etwas über 2Ohm sinkt. Das gefällt mir nicht. Die Mitteltöner haben parallel etwa ~5-5,5dB mehr Pegel als der Hochtöner, so dass ich diese eher in Reihe schalten werde. Bei den Tieftönern ist das leider nicht wirklich möglich. Da braucht es dann alternativ andere Kandidaten, die eher eine Impedanz von 4 oder 16Oohm aufweisen, um damit das Ziel, nicht unter 3,2Ohm zu sinken. Dabei müssen diese am Ende aber auch noch laut genug sein, für die MT/HT Kombi. Schauen wir mal, was sich da noch findet. Dennoch werde ich die aktuelle Simulation mal aufbauen, durchmessen und mir anhören. Die BR-Abstimmung werde ich dann auch noch etwas höher anlegen. Es bleibt einiges zu tun, wenn man ein sauberes Ergebnis erreichen möchte.

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • Sehr spannend… Vertikal hast Du nicht gemessen?


    Die Tieftöner sind doch die GF 200, welche eine Doppelschwingspule haben, welche in Reihenschaltung 8 Ohm pro Chassis haben sollten. Mit denen kommst Du dann mit zwei parallel auf nur 2 Ohm? Leider wurden die GF 200 bei HiFi Selbstbau nicht vermessen; wäre mal interessant gewesen. Vielleicht magst Du mal bei Visaton anfragen, ob das normal ist. Die sind bei solchen Dingen immer sehr hilfsbereit.


    Lieben Gruß


    Michael

  • Hallo Michael,


    vertikal habe ich zu diesem Punkt nicht gemessen, da es für die Auslegung der Schaltung für mich irrelevant ist und mir die horizontalen Messungen genügend Auskunft geben. Bei Visaton anfragen brauche ich dazu eigentlich nicht, da sich die Daten mit dem Datenblatt decken und dieses Verhalten in dem Punkt eigentlich sehr üblich ist. Ich hatte gehofft mich mit der Schaltung zumindst am Ende nah an 3Ohm bewegen zu können, dafür müsste ich aber flacher oder höher trennen. Passt beides aber nicht so gut. Wenn ich nur eine Schwingspule nutze ist ein geschlossener Einsatz noch denkbar, für eine sinnvolle BR-Auslegung ist die Antriebskraft dann zu gering, aufgrund der höheren IMpedanz geht bei gleicher Spannung aber auch Kennschalldruck verloren. Das wird schon nicht ganz so einfach werden, ein Chassis zu finden, was die Anforderungen erfüllt. Im Zweifel werde ich bei PHL mal anfragen, der 2730 mit etwas höher IMpedanz sähe sonst auch ganz nett aus. Dann könnte man gezielt evtl. Richtung 12Ohm oder dergleichen schauen. Monacor 200TC hat noch ganz nette Daten, gefällt mir aber die Polyprop-Membran nicht, hat aber passendere Parameter, als der CTC, wo mir die Membran wieder besser gefällt. Beim Mitteltöner wären 6Ohm eigentlich auch ideal, um den Kennschalldruck ausreichend hoch zu halten, aber die Impedanz optimal niedrig, ohne zu niedrig abzusacken. Na mal schauen.

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • Morgen Moe , bei Monacor wäre ich vorsichtig , die stellen gerade ihre Produktion s Linie um , da ein Zulieferer das Werk in China aufgibt

    Hatte ich die Tage irgendwo gelesen

    nicht das nachher Chassis nicht mehr lieferbar sind

    Gruß Thomas

  • FoLLgoTT Hast du zufällig noch eine Rohmessung vom Beyma in der AriesM Schallwand? Wir haben bei 4-5khz einen ziemlich Dip und eine Einschnürung im Sonogram und können uns das nur in Verbindung mit dem MT WG‘s erklären. Im vorherigen HT WG Prototyp war diese nicht. Diese hatte zwar eine leicht andere Kontur aber daran sollte es ja nicht liegen.

  • FoLLgoTT Hast du zufällig noch eine Rohmessung vom Beyma in der AriesM Schallwand? Wir haben bei 4-5khz einen ziemlich Dip und eine Einschnürung im Sonogram und können uns das nur in Verbindung mit dem MT WG‘s erklären. Im vorherigen HT WG Prototyp war diese nicht. Diese hatte zwar eine leicht andere Kontur aber daran sollte es ja nicht liegen.

    Müsste ich heute Abend nachschauen. Aber da die Trennfrequenz des Hochtöners der Aries M bei 1,7 kHz liegt, hat der Mitteltöner bei 4-5 kHz kaum noch Einfluss. Daher sollte sich das dort von der Gesamtmessung so gut wie nicht unterscheiden.

  • Morgen Moe , bei Monacor wäre ich vorsichtig , die stellen gerade ihre Produktion s Linie um , da ein Zulieferer das Werk in China aufgibt

    Hatte ich die Tage irgendwo gelesen

    nicht das nachher Chassis nicht mehr lieferbar sind

    Gruß Thomas

    Ja da stehe ich aufgrund der Distributionspolitik eh auf dem Kriegsfuß. Aktuell zum Testen kristallisiert sich der B&c 8FG64 heraus, aber wie gesagt,ich bau mir das erstmal so auf und höre mir das mal an :)

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • Müsste ich heute Abend nachschauen. Aber da die Trennfrequenz des Hochtöners der Aries M bei 1,7 kHz liegt, hat der Mitteltöner bei 4-5 kHz kaum noch Einfluss. Daher sollte sich das dort von der Gesamtmessung so gut wie nicht unterscheiden.

    Es geht nur um den Hochtöner. dieser erzeugt einen Einbruch auf Achse, den wir im Prototyp nicht messen konnten. Das Hochton WG wird ja durch das Mittelton WG unterbrochen bzw. zerklüftet. Im Prototyp des Hochton Waveguides ohne die Mittelton Öffnung war kein Dip bei 4-5khz.

Jetzt mitmachen!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!