Alternative Inbildkontrastmessung

  • Danke Armin289. Das ergibt alles Sinn und bestätigt im Grunde meine Aussage, dass keiner auf absolute Werte im ganz unteren Bereich kalibriert. Indem man erst am 5% oder 10% korrigiert, tritt kein Abschneiden auf, weil das erst bei niedrigeren Stufen auftreten würde. Das heißt: der Schwarzwert geht in die Kalibrierung rein. Wenn auch unbewusst, weil wir nicht so niedrig messen können. Er bestimmt aber die Kompression unterhalb des ersten Messpunktes (sofern strikt auf eine Potenzfunktion kalibriert wird).


    Ganz unabhängig von der genutzten Gammakurve, bleibt das Problem für verschiedene ADL natürlich. Das Beispiel mit der speziellen Kalibrierung des DLPs ist hervorragend! Wenn wir von einem D-ILA ausgehen, der bei ca. 5 % ADL nur noch den Kontrast dieses DLPs erreicht, dann wäre es ja nur sinnvoll, die Gammakurve bei so einem Bildinhalt untenrum genauso abzuflachen. :)



    @alle

    Hier ist übrigens die Option in CalMAN beschrieben.

  • Armin hat eigentlich schon alles gesagt.

    In der Praxis kalibriert man 10IRE oder bestenfalls 5IRE noch aufs power gamma, darunter stellt man nur noch den Helligkeitsregler so ein, dass idealerweise ab 17 Videovalue alles sichtbar ist. Da weicht das Gamma ganz weit unten automatisch dann ab, ganz klar.


    Das war vll. beim Vorbild CRT nicht der Fall, und bei Micro LED oder OLED könnte man das noch so machen. Letztere sind aber vermutlich auf Wohnzimmer mit Restlicht ausgelegt, und werden daher wohl auch nicht bis IRE 0 dem power gamma folgen denke ich.

  • Wenn wir von einem D-ILA ausgehen, der bei ca. 5 % ADL nur noch den Kontrast dieses DLPs erreicht, dann wäre es ja nur sinnvoll, die Gammakurve bei so einem Bildinhalt untenrum genauso abzuflachen. :)

    Ein D-ILA X7900 bspw., liegt bei 5% ADL noch bei einem Kontrast von 2800:1. Das heisst er kommt auch bei einem Filmbild mittlerer Helligkeit dann noch im Gamma geradlinig runter bis IRE03, 3% ( 1/2242 von IRE100 ) Also deutlich besser als mein Beispiel-Consumer-DLP. :)


    Rein praxisbezogen gebe ich aber Christian völlig Recht, dass man im untersten Bereich mit Kalibrierung von IRE05/IRE10 und Einstellung des Scharzpunkts auf Videolevel 17 der Genauigkeit ausreichend Genüge tut.

    Aber auf einer mehr theoretisch/perfektionistischen Ebene ist es natürlich schon interessant, wie man den Einfluss der unterschiedlichen ADL der Filmbilder auf die Gammakurve mit einer angepassten Kalibrierung begegnen könnte.


    Von der Theorie her könnte ein System wie madVR, mit entsprechender Erweiterung, natürlich leicht die ADL je Filmbild berechnen und ein angepasstes Gamma-Mapping entsprechend den Kontrastfähigkeiten des Projektors realisieren, auch für SDR. Das setzt aber wiederum, wie auch schon für HDR, eine präzise Kalibrierung auf durchgehendes Gamma 2.2/2.4 voraus - auch im untersten Bereich von IRE01 - IRE05.


    Ich halte mir aber immer vor Augen, dass alles was für SDR zwischen Gamma 2,2 und Gamma 2,4 kalibriert wird, mehr oder weniger seine Richtigkeit hat. Je nachdem wie und auch zu welcher Zeit der Film gemastert wurde und welche Projektionsbedingungen vorliegen. Dem gegenüber fallen die Veränderungen im Gammaverlauf durch unterschiedliche ADL recht moderat aus.


    Weiter habe ich festgestellt, dass so ein UHP-Lampenprojektor über die Laufzeit eines Films, messbar schon erhebliche Veränderungen zeigt, sowohl in der Farbtemperatur wie auch etwas beim Gamma. Das hört nach der Warmlaufzeit nicht auf. Selbst nach einer Stunde, bis zum Ende des Films gibt es noch Veränderungen.


    Insofern habe ich Zweifel, ob ein so hoher Aufwand lohnen würde und ein Unterschied zum bisherigen Kalibrierungsvorgehen im Filmgeschehen - und selbst im Standbild - überhaupt sichtbar wäre.


    Ich werde mir für die nächste Messung Testpattern mit mittlerer Hindergrundhelligkeit von 5% ADL und kleinem Messfenster anlegen, bzw. den HCFR-Patterngenerator entsprechend einstellen. Das wäre m. E. die sinnvollste Annäherung mit einfachen Mitteln.

  • Ein D-ILA X7900 bspw., liegt bei 5% ADL noch bei einem Kontrast von 2800:1. Das heisst er kommt auch bei einem Filmbild mittlerer Helligkeit dann noch im Gamma geradlinig runter bis IRE03, 3% ( 1/2242 von IRE100 ) Also deutlich besser als mein Beispiel-Consumer-DLP. :)

    Stimmt. Ich hatte in meinem Diagramm auf der ersten Seite falsch abgelesen. Es sind eher 10 % ADL bei 1000:1. War etwas stressig heute. :zwinker2:

    Ich halte mir aber immer vor Augen, dass alles was für SDR zwischen Gamma 2,2 und Gamma 2,4 kalibriert wird, mehr oder weniger seine Richtigkeit hat. Je nachdem wie und auch zu welcher Zeit der Film gemastert wurde und welche Projektionsbedingungen vorliegen.

    Da ist natürlich etwas dran. Der CRT-Masteringmonitor hat (damals) sicherlich in ähnlicher Weise sein Gamma mit höheren ADL verbogen wie unsere Projektoren heute und somit wäre das ins Grading bereits eingeflossen. Bei neueren Filmen muss das nicht mehr so sein...


    Dem gegenüber fallen die Veränderungen im Gammaverlauf durch unterschiedliche ADL recht moderat aus.

    Zumindest betrifft die Veränderung bei 25 % nur die Werte unterhalb von ca. 8 %. Von daher ist das nur eine kleine Wertemenge, die beeinträchtigt wird.



    @alle

    Ich habe vorhin mal eine Stunde Zeit gefunden und meinen Projektor auf BT.1886 mit 25 % ADL kalibriert. Das hellt bis in die unteren Mitteltöne auf und erzeugt somit eine bessere Durchzeichnung. Allerdings wird, wie erwartet das Bild auch etwas flacher. Das ist eben der Preis, wenn der Kontrast gering ist. Es ist natürlich schwierig, das wirklich zu beurteilen, solange keine echte Dynamik implementiert ist. Eigentlich sind nur Standbilder zur Beurteilung geeignet, Filme weniger, da die ja die ADL ständig wechseln.


    Mir ist die Bildtiefe aber wichtiger als das letzte bisschen Durchzeichnung. Von daher belasse ich es erstmal bei dem Test. Die Idee war nicht schlecht und das alles mal aus dem Blickwinkel zu durchdenken, brachte für mich ein erweitertes Verständnis, was da passiert. Aber aus der Erkenntnis etwas Produktives herauszuziehen, war dann letztendlich doch nicht möglich. Macht ja nichts.



    Anderes Thema: es wurde ja schon viel über die beste Sensoraufstellung, um den Inbildkontrast zu messen, diskutiert. Ich habe mal einen Vergleich in meinem nahezu komplett schwarzen Raum gemacht. Dieses Mal ist das Diagramm auf beiden Achsen logarithmiert, damit man mehr erkennen kann.


    1. Reflektiv an der Leinwand

    2. Im Lichtweg mit Diffusor

    3. Im Lichtweg ohne Diffusor



    Wie schon an anderer Stelle angesprochen, ist der Kontrast im Lichtweg ohne Diffusor am größten. Der Grund ist, dass die Messwerte extrem hoch sind. Sie taugen nicht für die Kalibrierung der Farbtemperatur, wohl aber, um Helligkeitsverhältnisse (also Kontraste) zu ermitteln. Durch die hohen Messwerte wird Streulicht sehr effektiv ausgeblendet und man misst vor allem den Projektor und nicht den Raum. Ich habe bei der reflektiven Messung auch Versuche mit schwarzen Röhren vor dem Sensor gemacht, um den Blickwinkel einzuschränken. Das brachte in meinem Raum quasi gar keine Verbesserung.


    Zur Leinwand muss man dazu sagen, dass sie gekrümmt ist (Gain ca. 1,6). Mir ist bisher noch nicht gelungen, herauszufinden, wie stark sie auf sich selbst strahlt. Ich hatte die Seiten vom Sensor bis zur Leinwand mal mit einem schwarzen Tuch abgeschottet, das brachte aber keine messbare Verbesserung.

  • Ich bin verwundert. Ich habe in meinem doch noch ziemlich weissen Raum mit dem i1d3 im Lichtweg meines X5900 MIT Diffusor ANSI-Kontraste um/über 200:1 gemessen, das schien alles sehr plausibel zu nativen Angaben/Messungen der Profis.

    Ich verwende hier allerdings immer die einfache Methode mit nacheinander schwarzem und weissem Messfeld genau mittig, damit sind am Rand jeweils immer halbe Felder des Schachbretts, der ADL sollte aber jedesmal 50% sein.


    Auf die Idee mit dem i1d3 ohne Diffusor zu messen wäre ich nie gekommen, das habe ich ja schon gesagt, und ich habe da weiterhin Zweifel.

    Das Teil hat vorne eine Optik und einen definierten FOV, so dass der ohne Diffusor auf den Projektor gerichtet nur einen weissen Punkt in der Mitte sehen dürfte, aussenherum schwarz.

    Außer man geht SEHR SEHR nah an das Objektiv.

    Da würde mein älterer i1d3 aber streiken, so hohe Leuchtdichten kann der nicht.

    Da ist schon die On/Off Ermittlung mit Diffusor im Lichtweg knifflig.

  • ch verwende hier allerdings immer die einfache Methode mit nacheinander schwarzem und weissem Messfeld genau mittig, damit sind am Rand jeweils immer halbe Felder des Schachbretts, der ADL sollte aber jedesmal 50% sein.

    So mache ich das auch. Also keine echte ANSI-Messung, sondern analog zu den anderen ADLs nur eine Messung in der Mitte des Bildes.


    Auf die Idee mit dem i1d3 ohne Diffusor zu messen wäre ich nie gekommen, das habe ich ja schon gesagt, und ich habe da weiterhin Zweifel.

    Das Teil hat vorne eine Optik und einen definierten FOV, so dass der ohne Diffusor auf den Projektor gerichtet nur einen weissen Punkt in der Mitte sehen dürfte, aussenherum schwarz.

    Außer man geht SEHR SEHR nah an das Objektiv.

    Da würde mein älterer i1d3 aber streiken, so hohe Leuchtdichten kann der nicht.

    Man kann die Leuchtdichte mit dem Winkel zum Projektor dosieren, so dass er nicht ins Clipping kommt. Probiere es doch einfach mal aus. :)

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