Subwoofer-Selbstbau: Abstimmung von Chassis, Gehäuse und Elektronik. How To?

  • Hallo Selbstbauer,


    bin gerade am überlegen ob ich mir auch ein SBA selber bauen soll. Raumbreite 3,4m und Raumhöhe 2,35m. Damit komme ich mit einem 2x3-Array auf eine obere Grenzfrequenz des SBA von über 140 Hz in Breite und Höhe. Das dürften ziemliche Idealvoraussetzungen für den oberen Übergangsbereich sein...

    Anforderungen:

    - 2x3 Array mit 12"-Chassis (alternativ 2x2 mit 15"-Chassis)

    - geschlossene Box
    - 30 - 120 L Gehäusevolumen Vb
    - Filtercharakteristik Qtc zwischen 0,577 (Bessel) und 0,707 (Butterworth)

    - sollte möglichst linear von 35 Hz bis ~280 Hz sein (tiefere Frequenzen nur über mehrere Chassis, EQ, +6 dB/oct. Roomgain)



    Übers Wochenende habe ich mich in die Thiele Small Parameter eingearbeitet und fange langsam an die Werte zu verstehen und zu "lesen". Über die Loudspeaker Database komme ich an die TSP und kann verschiedene Chassis in WinISD simulieren. Soweit - so gut. Und nun? Hier im Forum gibt es diverse Empfehlungen an Chassis sowie Endstufen und ihr Einsatzgebiet. Irgendwie erscheint es mir, als nehme man ein empfohlenes Subwoofer-Chassis, baut es in irgendein Gehäuse mittlerer Größe ein, schließt sie an eine leistungsstarke Endstufe an und voilá schon kommt ein tiefer Ton raus. :poppy: Ist es wirklich so einfach?


    Wie wählt man denn das passende Chassis für seine Anforderungen aus? So recht vermag ich keine allgemeine Anleitung zur Abstimmung von Chassis / Gehäuse / Elektronik hier im Forum finden.


    Das Efficiency Bandwith Product (fs/Qes) finde ich schon recht aussagekräftig um eine grundlegende Eignung des Chassis zu bestimmen. Unter 50 eher geschlossen/sealed, über 100 eher Bassreflex/vented.


    1. Sollte man nun ein Gehäusevolumen Vb festlegen um die angestrebte Filtercharakteristik Qtc zu bekommen oder andersherum: zuerst die Filtercharakteristik Qtc festlegen und dann schauen welches Gehäusevolumen Vb dazu passt?
    2. Jetzt habe ich in WinISD festgestellt, dass die meisten Chassis schon längst ihre maximale lineare Auslenkung xmax übersteigen obwohl man noch weit entfernt von der maximalen Leistung Pmax ist. Wie wichtig ist das? Muss die Gehäusegröße angepasst werden? Sollte man die Leistung der Endstufe verringern/erhöhen oder entsprechende Filter setzen?
    3. Bei Einbau in ein Gehäuse ist die Resonanzfrequenz fc höher als die Resonanzfrequenz in Freiluft fs. Wie wichtig ist eine möglichst tiefe Abstimmung?
    4. Macht es einen klanglich hörbaren Unterschied ob man die Filtercharakteristik eher in Richtung linearer Frequenzgang (Butterworth) oder ideale Phasenlage (Bessel) wählt? Oder wird das eh alles mit EQ und Filtern (z.B. Dirac) glatt gebügelt?
    5. Bei den Thiele Small Parametern bin ich über die Motorkonstante Bl/wurzel(Re) gestolpert um die Antriebskraft des Motors bei gleicher Baugröße zu vergleichen. Sind eben Zahlen. Größer = stärker. Welche Schlussfolgerung lässt sich daraus ziehen?
    6. Kann man irgendwie aus den TSP oder der Simulation in WinISD herauslesen wieviel Tiefgang ein Chassis hat und wieviel Punch rüberkommt? Sind Parameter wie das verschobene Luftvolumen Vd, die bewegte Masse Mms, die Anordnung der Chassis, die elektronische Ansteuerung oder der Raum selbst entscheidend für die Klangcharakteristik?
    7. Auf die Qualität welcher Bauteile sollte man besonders achten? Doppelte Schwingspule, welches Membranmaterial / Steifigkeit, Verfügbarkeit, Hersteller an und für sich?
    8. Sollte man zuletzt nicht doch einfach irgendein Chassis in irgendein Gehäuse einbauen, weil der Preis viel entscheidender ist als die ganze Theorie? :tire:


    Fragen über Fragen... Danke für eure Mithilfe! :respect:


  • Ich möchte mein kommerzielles BR-SBA im Dachbodenkino durch Selbstbau-SBA ersetzen und bin der Überzeugung - und ich habe schon viel gehört und gelesen, dass es mir an Grundlagen fehlt, die richtigen Schritte zu gehen!


    Was ist wichtig für ein gutes/perfektes SBA in einem Dachboden?


    Oder wie Du fragst: Was ist zu beachten beim Subwoofer-Selbstbau? Abstimmung von Chassis, Gehäuse und Elektronik?


    Welche Parameter sind entscheidend für Präzision, Kickbass oder einfach nur maximalen Schalldruck, wenn ich Subwoofer für einen Dachboden oder einen Keller baue?


    Was geht (theoretisch) und was möchte/kann ich davon umsetzen?


    Ich hänge mich an Deinen Thread und freue mich auf die Empfehlungen, Erfahrungen und die technische Diskussion!

  • Guten Abend,


    bin nicht die erste Adresse hier, um deine Fragen zu beantworten, da wären macelman oder Moe viel aussagefähiger.


    Aber eins weiß ich; die Raketenwissenschaft ist der Bau von geschlossenen Subwoofern nicht.


    Ganz viele hier haben ihre Subwoofer selber gebaut, ich auch.


    Bei geschlossenen Subwoofern kann man eigentlich nicht allzuviel falsch machen: 12" Chassis der üblichen Verdächtigen kaufen , 30..40 ltr. Gehäuse schön stabil bauen und ran an die Wand. :rofl:


    Feinabstimmung dann per DSP.


    Das klingt vielleicht flapsig, ist aber ernst gemeint.


    LG


    Uwe

  • Rein darauf simulieren, ob sich die maximale Auslenkung (am besten nach (Hvc - Hg) / 2) mit einer Verstärkerleistung, die das Chassis abkann (Crestfaktor von Musik bzw. Film miteinbeziehen), erreichen lässt. Wenn nicht, Volumen vergrößern. Der Rest ist im großen und ganzen belanglos und lässt sich via Entzerrung (einmessen & aktive Filter) ans Optimum bringen.

  • Rein darauf simulieren, ob sich die maximale Auslenkung (am besten nach (Hvc - Hg) / 2) mit einer Verstärkerleistung, die das Chassis abkann (Crestfaktor von Musik bzw. Film miteinbeziehen), erreichen lässt. Wenn nicht, Volumen vergrößern. Der Rest ist im großen und ganzen belanglos und lässt sich via Entzerrung (einmessen & aktive Filter) ans Optimum bringen.

    So kann man es auf das wesentliche reduzieren. Dazu ordentlich versteifen, Gehäusemaße im Blick behalten bezüglich stehender Wellen im Gehäuse und fertig.

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • So kann man es auf das weswnrljche reduzieren. Dazu ordentlich versteifen, Gehäusemaße im Blick behalten bezüglich stehender Wellen im Gehäuse und fertig.

    Wie prüft man so einen Selbstbau-Sub eigentlich nach dem Zusammenbau? UMIK-1 direkt davor, um den Raum zu eliminieren, und dann mit REW messen?

  • Gehäusemaße im Blick behalten bezüglich stehender Wellen im Gehäuse und fertig

    Hallo Moe
    wie meinst du das?
    Wenn ich einen Sub mit z.b. Innenmaß 50x50x50cm baue dann ensteht doch die erste stehende Welle doch bei
    f = 343 [m/sec] / 2*0,5 [m] = 343 Hz
    Den SUB trenne ich dann bei z.B. bei 120 Hz mit 12 db/octave nach oben ab.
    Bekomme ich da trotzdem Probleme mit stehenden Wellen.
    Wo liegt da mein Denkfehler?
    Bitte um Feedback.
    LG Uwe

  • Das es gerade in Anbetracht größerer Brummer, BR-Gehäuse usw. schnell zu ganz anderen Gehäusegrößen kommt. Erst heute zeigte Magneto hier seine Mannshohen Gehäuse. Da sieht die Welt eben unter Umständen schon anders aus. Ich bekomme regelmäßig Anfragen für Gehäuse unter 20cm Tiefe. Bring da mal sinnvoll 100L+ unter :)

    auch gewerblich als User "Speaker Base" unterwegs

  • Ja, das ist eine andere Welt und nicht leicht umzusetzen/unterzubringen. Ich kämpf um jeden Liter um an die 0.5 Marke im GG den FQ flacher hinzubekommen. Büße zwar oben hin um einiges ein. Aber untenrum geht dafür bei der Anzahl mit „weniger“ Leistung mehr. Old Scholl halt. Den EQ Eingriff zum Ergebnis nutze ich anderweitig. Ich setz auf Hub+VD 💪.

    Zum Glück hatte ich noch keine Probleme mit den Gehäusemoden bzw. konnte im Aufbau nichts negatives feststellen. Ich trenn auch bereits bei 50/24.

    IMG_3410.jpeg

    Leider werden die nächsten Gehäusen nachteilig schlanker und höher🫣.

    Warten wir‘s ab. Denk aber nicht, das da was sehr nachteiliges passiert.

    Anders sieht es bei den 2,2m Hohen Kickersäulen aus.

    Die spielen in einem anderen Bereich. Da bin ich vorsichtiger und unterteile es für 2 Kicker.

Jetzt mitmachen!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!