JVC NZ500 / NZ700 (Laserprojektoren 2024)

  • Ich habe mich nochmal an das Thema 3D-LUT-Erstellung für madVR herangewagt auf meiner VNX Black Horizon in Kombination mit dem JVC NZ500.


    Mess-Setup / Vorgehen

    Als Kolorimeter kam ein X-Rite i1Display Pro HL (Display Pro HL) zum Einsatz. Wichtig: Ich habe eine Korrekturdatei für den NZ500 verwendet, die ich im Forum gefunden habe.

    Der "Messaufbau"war so gewählt, dass das Kolorimeter sehr nah vor der Leinwand stand und nur leicht schräg zur Fläche ausgerichtet war – mit dem Ziel, keinen Eigenschatten zu erzeugen, aber gleichzeitig die Blickwinkel-Problematik einer Hochkontrastleinwand nicht unnötig zu verstärken.


    Messung

    Ich habe die Messung in DisplayCAL relativ unkompliziert gestartet (Auto-Modus). Dabei wurden ungefähr 300 Patches gemessen. Im Anschluss wurde daraus eine 3D-LUT für madVR erzeugt.


    Erste Eindrücke (Film-Referenzen)

    Nach dem Einbinden der LUT habe ich zunächst einige Film-Referenzszenen getestet und war erstmal durchaus angetan:

    Das Bild wirkte auf den ersten Blick kontrastreicher.


    Auffälligkeiten / Problem

    Mit mehr Laufzeit und mehr Szenen wurde aber klar: der Eingriff ist nicht "stimmig" und er wirkt nicht wie „feine Korrektur“, sondern wie eine systemische Verschiebung.


    Was ich beobachtet habe:


    • Mitteltöne wurden deutlich abgedunkelt, dadurch wirkte das Bild subjektiv kontrastreicher
    • gleichzeitig kam spürbar mehr Blau ins Bild, besonders in Schattenbereichen, aber teils auch sichtbar in Meer-/Himmel-Szenen



    Unterm Strich wirkt es so, als müsste man von einer nicht sauber passenden Mess-/Korrekturkonstellation ausgehen trotz Korrekturdatei. Ich halte es für gut möglich, dass die Kombination aus Laser-Spektrum + Kolorimeter + generischer Korrekturdatei + Hochkontrastleinwand hier zu einem Ergebnis führt, das zwar „messbar plausibel“ aussieht, aber visuell nicht passig ist.


    Fazit

    Ich werde meine Versuche, eine 3D-LUT für madVR zu erstellen, vorerst pausieren , zumindest solange ich kein Setup habe, bei dem das Kolorimeter mit einem Spektrometer auf meine konkreten Gegebenheiten (Projektor + Laser + Leinwand) abgeglichen wurde. Das ist aktuell nicht so leicht zu organisieren, daher bleibt das Thema bei mir erstmal liegen.
    Falls jemand in Berlin oder in der Nähe hierzu eine Möglichkeit hat. Ich biete Kaffee und Kuchen :-)



    Vor IMG_0791.jpg


    MitIMG_0792.jpg

    VorIMG_0796.jpg
    MitIMG_0795.jpg

    2002 Sanyo Z1 -----> 2025 JVC D-ILA NZ-500

    Edited 2 times, last by Bollundus ().

  • Fazit

    Ich werde meine Versuche, eine 3D-LUT für madVR zu erstellen, vorerst pausieren , ....

    Es wird immer ein wenig Glücksache sein, darauf zu vertrauen, dass die 3D-LUT ein durchgehend stimmiges Bildergebnis erzeugt. Falls nicht, weiß man nicht woran es liegt und hat kaum weitere Einflussmöglichkeiten.


    Bevor man vermeintlich einfach mit einer 3D-LUT als Alleslöser loslegt, wäre es mMn zunächst sinnvoll zu ermitteln: Wie steht es aktuell um das Gamma und die Farben des Projektors? Wo liegt der Weißpunkt und wie sieht die RGB-Balance der Graustufen aus?

    Dafür gibt es bspw. das kostenlose HCFR. Nach Messung der genannten Punkte ergibt sich ein präzises Bild der Abweichungen. Dann kann man überlegen wie man diese behebt. Ggfls. mit einer AutoCAL, und/oder mit den umfassenden Reglern des CMS, oder mit einer 3D-LUT wenn man mit anderen Möglichkeiten zu keinem befriedigenden Ergebnis kommt - was aber eher unwahrscheinlich ist.


    Bei der Profilierung eines Sensors mit einem Spektrometer für DisplayCAL oder HCFR werden tatsächlich nur 4 Pattern gemessen. R/G/B+W in 100% Helligkeit. Darauf erfolgt der Abgleich. Das ist schon gut und wirkungsvoll, kann aber bspw. nicht berücksichtigen, wenn der Sensor nur in den niedrigen Graustufen ungenau misst.

    Mein Empfehlung ist es deshalb, erstmal das Gamma über 21 Graustufen zu messen. Dafür braucht es auch keinerlei Profilierung des Sensors, denn es geht hier nur um Luminanzen. Weicht das Gamma ab, gehört dies angepasst, denn ohne korrektes Gamma gibt es auch keine korrekten Farben.

  • Mein Empfehlung ist es deshalb, erstmal das Gamma über 21 Graustufen zu messen. Dafür braucht es auch keinerlei Profilierung des Sensors, denn es geht hier nur um Luminanzen. Weicht das Gamma ab, gehört dies angepasst, denn ohne korrektes Gamma gibt es auch keine korrekten Farben.

    Nun mit diesem Tipp wurde mein unterdrücktes Kalibrierfieber wieder einem Ausbruch zugeführt. :-)

    2002 Sanyo Z1 -----> 2025 JVC D-ILA NZ-500

  • Mein Empfehlung ist es deshalb, erstmal das Gamma über 21 Graustufen zu messen. Dafür braucht es auch keinerlei Profilierung des Sensors, denn es geht hier nur um Luminanzen. Weicht das Gamma ab, gehört dies angepasst, denn ohne korrektes Gamma gibt es auch keine korrekten Farben.

    Ich habe dann die üblichen 10 Graustufen mit HCFR gemessen.


    Ohne Eingriff:

    IMG_0834.jpeg

    Nach einer Farbanpassung an den Gains: Rot -15, Grün -14, Blau -0


    IMG_0838.jpeg


    Es deckt sich mit den Erfahrung mit DisplayCal.

    Nun gut. Ich denke eine neue Lut da drauf wird jetzt nicht viel besser sein.
    Mein Kalibrierhunger ist jetzt zumindest stark gesättigt (sic).

    2002 Sanyo Z1 -----> 2025 JVC D-ILA NZ-500

  • Nun gut. Ich denke eine neue Lut da drauf wird jetzt nicht viel besser sein.
    Mein Kalibrierhunger ist jetzt zumindest stark gesättigt (sic).

    Ein perfektes Ergebnis. :respect: Das kann eine 3D-LUT auch nicht sichtbar besser. Ich frage mich aber, wie Du das Gamma von 1.90 auf 2.19 gebracht hast. Die Gain-Regler alleine können es wohl nicht gewesen sein. Ein höheres Gamma ausgewählt?

  • Ein perfektes Ergebnis. :respect: Das kann eine 3D-LUT auch nicht sichtbar besser. Ich frage mich aber, wie Du das Gamma von 1.90 auf 2.19 gebracht hast. Die Gain-Regler alleine können es wohl nicht gewesen sein. Ein höheres Gamma ausgewählt?

    Berechtigte Frage. Danke für das aufmerksame Betrachten. Ich vermute, der Wechsel von einem kleinen Fenster auf eine Messung im Fullscreen waren daran beteiligt. (Siehe Bildquelle).

    2002 Sanyo Z1 -----> 2025 JVC D-ILA NZ-500

  • Ich vermute, der Wechsel von einem kleinen Fenster auf eine Messung im Fullscreen waren daran beteiligt. (Siehe Bildquelle).

    Meine Erfahrung war bisher, dass die Messung im 10%-Fenster zu ca. +0.12 bis +0.15 im Gamma führt. Also genau umgekehrt wie Du es beschreibst. Aber ich kenne auch nur die vorherige Serie der NZ-Serie genauer.

  • Meine Erfahrung war bisher, dass die Messung im 10%-Fenster zu ca. +0.12 bis +0.15 im Gamma führt. Also genau umgekehrt wie Du es beschreibst. Aber ich kenne auch nur die vorherige Serie der NZ-Serie genauer.

    Ich hatte bereits befürchtet, dass es wie von Dir beschrieben logisch ist.
    Ich habe dann noch das Spiel mit dem Farbsegel gespielt und im CMS herumgefuhrwerkt. Die Punkte trafen anschließend die Quadrate im Dreieck. Die Filmdarstellung profitierte jedoch davon eher nicht. Wahrscheinlich mag MadVR Linearität und nicht noch Verbiegungen auf der Farbachse.
    Fazit (diesmal wirklich)
    Alles über Gammakalibration überfordert meine Fähigkeiten und erst recht mein Equipment.
    Eine Erfahrung war es jedoch wert.
    Die entstehende Immersion durch den NZ500 plus ordentlichem Sound kommt sehr nah an meine Vorstellung einer stimmigen Wiedergabe von Filmen im Wohnzimmer heran.
    Ich liebe es einfach damit Filme zu schauen. :-)

    2002 Sanyo Z1 -----> 2025 JVC D-ILA NZ-500

  • Betreff: JVC NZ500 – Rätselraten bei der Farbraum-Zuweisung (madVR & Profile)


    Hallo zusammen,


    Gestern Abend bin ich bei der Kalibrierung und dem Abgleich der Farbräume (es gibt Rückfälle beim Kalibrierfieber) über eine ziemlich kuriose Entdeckung gestolpert.


    Der NZ500 bietet ja fünf primäre Farbmodi (Profile). Wenn ich diese mit den madVR-Ausgaben vergleiche, ergibt sich bei mir eine Zuordnung, die auf den ersten Blick alles andere als intuitiv ist. Es wirkt fast so, als wären die internen Bezeichnungen der Profile „verschoben“.


    Hier ist meine aktuelle Beobachtung der passenden Paare:

    Mapping: JVC Farbmodus vs. madVR Farbraum

    DCI <-> REC 709

    BT.2020 <-> BT.2020

    REC 709 <-> Kino / REC 709

    Video <-> DCI / P3


    Besonders verwunderlich finde ich, dass der Modus „Video“ bei mir am besten zum DCI/P3 Farbraum passt und das DCI-Profil am ehesten die Sättigungspunkte von REC 709 trifft. Das weicht ja doch erheblich von der Namensgebung ab.


    Meine Fragen an die anderen NZ500 (oder NZ-Serie) Besitzer:


    Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, dass die Profile „über Kreuz“ besser passen?

    Nutzt jemand von euch andere Zuspieler (z.B. Zidoo, Shield oder Panasonic UB9004) und wie verhalten sich die Modi dort?

    Hat jemand diese Modi schon mal mit einem Spektrometer (statt nur mit dem Auge oder einem Colorimeter) verifiziert?


    Der Desktop ist unter BT2020<->BT2020 übersättigt, beim Abspielen von Filmen natürlich stimmt wieder Farbraum

    Bei DCI/P3<->Video stimmt der Farbraum sowohl für den Desktop als auch beim Abspielen von Filmen.



    Schönen Tag euch.

    2002 Sanyo Z1 -----> 2025 JVC D-ILA NZ-500

    Edited 2 times, last by Bollundus ().

  • Welche Farbräume man bei JVC unter DCI, Video und Kino versteht, das kann man in der Bedienungsanleitung nachlesen. Aber so wirklich definiert sind diese nicht.


    In Verbindung mit madVR (ohne 3D-LUT-Einsatz) hat man es in aller Regel nur noch mit Bt.709 und BT.2020 zu tun, meistens sogar nur mit Bt.2020. Das ist der Farbraum der dann im JVC eingestellt bleibt. Bei HDR-Content passt der Farbraum dann ohnehin, und SDR-Bt.709-Content codiert madVR automatisch auf Bt.2020 um, damit auch das passt.


    Ob der Bt.709, also der SDR-Farbraum, innerhalb des am Projektor eingestellten Bt.2020 seine Farbziel-Koordinaten trifft, lässt sich bestens mit einer HCFR-Messung der 30 Primär-/ u. Sekundärfarbsättigungen prüfen und ggfls. im CMS nachjustieren. Dazu wird in den Preferences von HCFR der Farbraum UHDTV - Rec2020/Rec709 eingestellt, und damit die Bt.709-SDR-Pattern in Bt.2020-Codierung zugespielt. Erzielt man hier ein korrektes Ergebnis für SDR, stimmt automatisch auch der Farbraum für HDR, denn der tatsächlich abbildbare Bt.2020 ist (am JVC, ohne Filter) nicht so viel größer als der Bt.709. Ein Display Gamma (power law) von 2.2 od. 2.4 in HCFR einzustellen ist auch noch wichtig. Bollundus , du hast in HCFR noch das PJ-kontrastabhängig, variable Gamma Bt.1886 eingestellt.


    Um ohne madVR, bei Desktop-/ oder externer Zuspielung, auch korrekte Farben zu erzielen, benötigt man einfach noch ein zweites Profil im JVC, welches dann üblicherweise mit Bt.709 belegt ist.


    Mehr soll's in diesem Thread dazu nicht sein, denn das sind im wesentlichen madVR-/ u. HCFR-Themen.

Jetzt mitmachen!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!