Magic Beans Audio - was haltet ihr davon?

  • Zitat von der Seite:
    "Jeder Raum ist einzigartig, genau wie die Lautsprecher darin. Allgemeine Zielkurven berücksichtigen diese Vielfalt oft nicht.

    Hier kommt True Target ins Spiel: ein revolutionäres System, das die Zielkurve an die spezifischen Eigenschaften Ihrer Lautsprecher, die Akustik Ihres Raums und Ihren bevorzugten Hörabstand anpasst.

    Verabschieden Sie sich von generischen Klangprofilen und nutzen Sie die Präzision von True Target für ein auf Sie zugeschnittenes Klangerlebnis."


    Ich habe dieses Video gesehen und fand das Thema sehr interessant:


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    Allerdings sind 236€ bzw. 377€ auch kein Schnapper.


    https://magicbeansaudio.com/

  • Hallo,


    also z.B. gar nichts machen, denn dann hat man den maximalen Effekt aus Lautsprecher, Hörraum, Aufstellung und Sitzplatz.


    Soweit ich das bisher so gesehen fangen hier ja durchaus einige bei einer default Zielkurve und passen diese dann nach Geschmack an.


    mfg

  • Das Magic Beans ist äußerst interessant!


    Seit Jahrzehnten betätigt sich Floyd Toole im Bereich der Akustik. Insbesondere seine zahlreich veröffentlichten Messreihen zu diversen Räumlichkeiten und Lautsprechern sind hinreichend bekannt. Er hat also z.B. einen Kinosaal vermessen und das Messergebnis als Raumantwort (room frequency response) veröffentlicht. Irgendwer kam dann mal auf die Idee, das ganze umzudrehen und zu sagen "Wenn ich diesen Frequenzgang einstelle, dann sollte es doch so klingen wie im Kino." Die Zielkurven (target curves) waren geboren. Ob das so sinnvoll ist?


    Wer schon mal ein bißchen mit Zielkurven "herumgespielt" hat, fängt irgendwann an diese an seinen Raum anzupassen. Für den Laien eher try and error. Das jetzt mit dem Magic Beans Programm ein Algorithmus dabei hilft eine auf den Raum abgestimmte Zielkurve zu erstellen war ja schon überfällig. Auch Dirac hat zuletzt in der ersten Berechnung den Pegel im Bass und in den Höhen von alleine individuell gesetzt. Das ersetzt keine professionelle Einmessung durch einen Fachmann.


    Soweit ich die Technik dahinter verstehe wird zwischen Nahfeld (direkt am Lautsprecher) und Diffusschall (Lautsprecher im Raum) unterschieden. Das ist doch in den Grundzügen ähnlich zum Trinnov Optimizer, oder!? Trinnov verwendet das 3D-Mikrofon mit vier Mikrofonkapseln um die verschiedenen Schallereignissrichtungen zu bestimmen und daraus den Klang im Nahfeld und im Diffusschall herauszurechnen. Magic Beans verfolgt hier einen stark vereinfachten Ansatz indem man einfach einen Lautsprecher im Nahfeld und am Hörplatz misst.

    Es ist einleuchtend, dass die Abstrahlcharakteristik eines Lautsprechers entschieden zur akustischen Interaktion mit dem Raum beiträgt. Nur wenn der Direkt- sowie der Diffusschall tonal ähnlich sind, kann man von einem akustisch optimierten Setup sprechen, was sich nach meinem Verständnis in einem geschlossenen harmonischen Klangbild äußert. Von der Theorie her halte ich den Ansatz von Magic Beans daher für sehr vielversprechend! Ich gehe von einer deutlich hörbaren Verbesserung im Vergleich zu einer normalen Messung per Audyssey, YPAO, Dirac... ohne Optimierung aus.


    Preislich erscheint es mir etwas zu hoch, aber - sollten die Praxisergebnisse wie erwartet ausfallen - auch gerechtfertigt. jm2c

  • Was ich bei dem System noch nicht verstanden hatte (hab´s mir vor einiger Zeit mal angeschaut):

    Soweit ich das verstanden habe, wird immer von einer festen Zielkurve ausgegangen, die als "die einzig Wahre" angesehen wird und darauf optimiert.

    Andere Einmeßsysteme (ich gehe jetzt mal vom Trinnov Optimizer aus) versuchen ja als Ziel eine Flat Curve - also eine Nulllinie - zu erreichen.

    Darauf setzt man dann seine persönliche(!) Target Curve obendrauf.

    Preislich erscheint es mir etwas zu hoch

    Ernsthaft? €250-350,- sind für ein automatisches Einmeßsystem schon zu viel?...

  • Wenns funktioniert wäre es super billig! Ich stelle allerdings in Frage, ob alleine die 3 Parameter dafür ausreichend sind.

    Ich denke dass unser Hören im Raum deutlich komplizierter ist, wir interpretieren auch Phasenabweichungen differentiell die aus mehr als nur einer einfach Drehung bestehen.

    Messen tut man aber nur eine Superposition aus allem, ich vermute hier die Kurx an der Geschichte warum alle bisher mir bekannten Einmesssysteme nur bestenfalls eine Näherung erzielten.

    Es geht meiner Meinung nach einfach nichts über eine manuelle Einmessung mit viel Korrektur nach Gehör.


  • Es geht meiner Meinung nach einfach nichts über eine manuelle Einmessung mit viel Korrektur nach Gehör.

    Wenn man mit einer automatischen Einmesssoftware wirklich gute Ergebnisse erzielen möchte ist der Prozess genau der gleiche, also die Korrekturkurve mit viel Korrektur nach Gehör einzustellen.

    Ich finde die Logik hinter dem Magic Beans Ansatz absolut richtig, also überhalb der Transitionfrequenz von hauptsächlich diffusschall zu Direktschall den LS quasi Freifeld zu korrigieren bzw. halt mit der Nahfeldmessung. Genau diese Erfahrung habe ich bis auch mit meinen Aktiv DSP Lautsprechern gemacht, den MT -HT habe ich Nahfeld entzerrt und ab dem Grundton und im Bass am Hörplatz.

    Es gibt außer Trinnov keine andere SW die das kann. Mit dem MB kannst du das Ergebnis in sehr viele DSPs imortieren die dann die Korrektur umsetzen (manuell, Audessey, Dirac etc).

    Damit kann man dann auch die Zielkurve weiter verändern wenn man das möchte.


    Ich würde mal folgenden Vorschlag in den Raum stellen dass wir hier im HKV eine Lizen von MB erwerben und das ganze austesten. Wenn genügend Leute Interesse haben und jeder etwas spendet wäre das leicht möglich. Ich denke der Erkenntnisgewinn wäre hier wirklich sehr spannend und interessant.


    Was hält die Community davon?

  • Einmesssoftware wirklich gute Ergebnisse erzielen möchte ist der Prozess genau der gleiche, also die Korrekturkurve mit viel Korrektur nach Gehör

    Genau, aber das trifft auch auf die Trinnov zu, auch wenn es eines der besten (vollautomatischen) Einmessysteme ist.

    Grundsätzlich lieferte acourate bisher das beste Ergebnis, ist aber auch nicht mehr ganz automatisch.

    Hier wird alles von Hörplatz gemessen, man kann auch mit Beamforming messen wenn man noch mehr Direktschallanteil haben möchte.

    Meiner Meinung nach müsste sich grundlegend was an Einmesssoftware ändern, damit man hier noch so viel rumprobieren muss, damit es gut klingt.


    Ich denke dass hier viel Gehörpychologie mit im Spiel ist, wie bestimmte Schall- Ereignisse im Raum verarbeitet werden und sich daraus eine Zielkurve bildet, bzw. dass die Zielkurve nur die Parameter abmildert, die wir bei korrigieren des Raums nicht mehr beeinflussen können.

    Man müsste also wissen, was in der Audiosignalverarbeitung im Gehirn passiert, damit man richtig vorentzerren könnte. (falls man diese Parameter überhaupt am Lautsprecher steuern kann und nicht der Raum generell zu viel Einfluss hat.

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