Wohnzimmerkino in Altbau (mit Deckenlautsprechern)

  • Hallo zusammen,


    wir ziehen demnächst in einen Altbau und ich würde gerne im Zuge der Renovierungsarbeiten mal schauen, ob ich nicht den lang gehegten Traum von Deckenlautsprechern realisieren kann. Wenn, dann habe ich jetzt die Gelegenheit Deckenlautsprecher zu verbauen, sonst wird das nie wieder was.


    Mangels Erfahrung mit Deckenlautsprechern bin ich in Summe noch etwas unsicher, was angesichts unserer Gegebenheiten (siehe Grundriss) am meisten Sinn machen würde und ich verschiedene "Tipps" erhalten habe:

    • Dolby Atmos 5.1.2, weil mangels Abstand nach hinten alles andere keinen Sinn macht
    • Dolby Atmos 5.1.4, weil die Höheneffekte deutlich besser geortet werden können und es kein Problem ist, diese einfach hinters Sofa auf Höhe der unteren Rears zu machen
    • Eine Variante des One-for-all-Setups, weil die deutlich besser als die Dolby Atmos Setups sind selbst wenn das meiste Material heute Dolby Atmos ist. Die FH könnte ich ja vorne in die Decke einlassen; bei grob etwa einen Meter von der vorderen Wand entfernt wäre ich bei 30° Elevationswinkel diagonal gemessen zur Hörposition. Aber sollte ich in diese Richtung überhaupt denken? Zumal Auro 3D ja jetzt auch mit .2 Setups von Atmos-Anlagen seit 2023 klar kommt (wie gut das klappt ist mir allerdings nicht bekannt)


    Bin gespannt auf eure Tipps!


    P.S. Ich habe aktuell ein 5.1 System und eigentlich könnte man auch 7.1 o.ä. andiskutieren - aber das erscheint mir eigentlich nicht sinnvoll...

    • Eine Variante des One-for-all-Setups, weil die deutlich besser als die Dolby Atmos Setups sind selbst wenn das meiste Material heute Dolby Atmos ist. Die FH könnte ich ja vorne in die Decke einlassen; bei grob etwa einen Meter von der vorderen Wand entfernt wäre ich bei 30° Elevationswinkel diagonal gemessen zur Hörposition. Aber sollte ich in diese Richtung überhaupt denken? Zumal Auro 3D ja jetzt auch mit .2 Setups von Atmos-Anlagen seit 2023 klar kommt (wie gut das klappt ist mir allerdings nicht bekannt)

    Es ist eine Mär zu glauben, dass das ‚One-for-all-Setup‘ das bestmöglichste Setup überhaupt ist. Es ist eine Kompromisslösung, damit alle 3D-Formate mit den vermeintlich wenigsten Abstrichen wieder gegeben werden können. Diese Mär wurde und wird von einem bekannten deutschen Händler immer wieder gepuscht in seinen Videos, der auch Auro 3D über den Klee lobt und natürlich so viele Lautsprecher wie möglich verkaufen will.


    Die Frage ist: was willst du überhaupt? Willst du prioritär nativ hören oder willst du alles upmixen (bspw. in Auro 3D)?


    Bei uns bspw. hören wir nur nativ. Auro 3D klingt für mich künstlich. Ich habe Auflösungs- und Dynamikverluste resp. dickt mir den Bass künstlich auf. Kann man geil finden. Ich nicht. Nun, meine 4 Heights wurden über dem Kopf als Deckenlautsprecher je eingewinkelt auf den Masterseat. Dabei sitzt dein Kopf in einem Quadrat mit der Schenkellänge je 1m. Die vier Lautsprecher spoten an je eine Spitze des Quadrates.


    Wer hat diese Aufstellung bei mir so vorgeschlagen und geplant? Ein Akustiker, der in den USA verschiedene Dolby Atmos Mastering Studios begleitet hatte mit seiner Expertise, dies Auftrags Dolby Laboratories.


    Wenn dir upmixing wichtig ist, dann ist das ‚One for all‘ der beste Kompromiss. Wenn es um nativen Klang geht (Atmos), würde ich das überdenken.

    Nichts sieht hinterher so einfach aus wie eine verwirklichte Utopie…


  • Eigentlich geht es mir eher um native Tonspuren, d.h. diskreten Klang. Andererseits streamen wir 100% des Inhalts (kein BD) und hier und da sind die Atmos-Tonspuren leider noch limitiert. Daher will ich nicht ausschließen, auch mal mit Upmixern zu arbeiten und zu schauen, ob mir das gefällt.


    Mal angenommen, der Fokus liegt auf Atmos (so deute ich auch eure Beiträge), was wäre eur Vorschlag für's Setup in unseren Räumlichkeiten?

  • Dann schaue ich mal, dass ich 5.1.2 realisiert bekomme. Was genau meinst du mit einwinkeln? Ich könnte natürlich z.B. B&W 664 mit ausrichtbarem Hochtöner kaufen, aber ist das bei den geforderten ca. 80 Grad Höhenwinkel überhaupt notwendig?

  • Aktuell beschäftige ich mich mit der Lautsprecherwahl für die Deckenlautsprecher. Ich habe aktuell ein 5.1 System aus Heco Celan 700 | 500 | Center 4 | 38A. Ich suche allerdings auf jeden Fall nach etwas Gutem, was ich auch in 10 Jahren mit möglichen Lautsprecher-Upgrade problemlos kombinieren könnte.


    Empfehlungen aus verschiedenen Quellen bisher waren:

    • B&W CCM 664/663 oder sogar 684/683 ("top Tonqualität und ausrichtbar")
    • Magnat Interior IC 82 ("gut und recht günstig")
    • Monitor Audio C1M ("passt zu vielen anderen Lautsprechern, ggf. einfacher kombinierbar als B&W")

    Also: Was wären eure Empfehlungen für Einbau-Deckenlautsprecher für Dolby Atmos?

  • Ich habe aktuell Dayton Audio me650c im Einsatz die in Verbindung mit meinen Dali Opticon super harmonieren.


    Sind bereits in ihrer fixposition 15° angewinkelt und der Tweeter lässt sich seperat in alle Richtungen weiter einwinkeln.


    Bei rund 100€/Stück ein Geheimtipp.

    Sind ähnlich zu den von dir genannten Magnat aufgebaut und haben einen Kevlar Tief/Mitteltöner mit einer Seidenkalotte im coax Prinzip.


    https://www.audiophonics.fr/en…o165cm-o-25cm-p-7526.html

  • Danke für den Tipp. Irgendwie noch schwer für mich überhaupt zu verstehen, auf was ich achten sollte... Muss es ausrichtbar sein? Ansonsten einfach die Dayton nehmen wenn man eher Preis-Leistung in den Vordergrund stellt und B&W wenn man den Overkill will?

  • Oh weia, so ganz klar ist mir mal unabhängig vom exakten Lautsprecher nicht, wie wir diese am besten verbauen. Die Decke (im Altbau von 1938) ist eine Holzbalkendecke, vermutlich mit ca. 20 cm hohen Balken, welche vermutlich noch mit irgendetwas mehr oder weniger verfüllt sind. Darunter ist eine Lattung quer genagelt und darunter wiederum quer eine Schilfmatte, die verputzt ist. Darunter ist als Teil der Renovierungsmaßnahmen eine 1,2 cm Gipskartondecke geplant (rot eingezeichnet), die allerdings nicht abgehängt ist, um die Deckenhöhe zu erhalten (nur zum Ausgleich der unregelmäßigen Putzoberfläche).



    In dieser Situation stellt sich erstmal die Frage - worüber ich sehr unterschiedliche Infos finde - mit oder ohne Backbox?


    Und darüber hinaus: Wie verbaue ich die Lautspreche in dieser Situation am besten? Ohne Backbox würde ich mir das so vorstellen:

    1. Vor der Gipskartondecke an der grob richtigen Position zwischen den Balken den Schilfrohrputz und die Lattung entfernen und zwischen den Balken einen Hohlraum freiräumen

    2. Gipskartondecke verbauen (lassen)

    3. Ggf. Dämmmaterial lose reinlegen (schon mal für groben Staubschutz usw. der Lautsprecher). Ist das sinnvoll? Oder nicht?

    3. Runde Ausschnitte für Lautsprecher an der vorher freigeräumen Position schneiden und Lautsprecher einbauen


    Mit Backbox (blau eingezeichnet) ist mir nicht ganz klar, wie ich nach dem Freiräumen vorgehen sollte - weil diese seitlich zu verschrauben (Position 1) würde zwar gehen, aber dann habe allein aufgrund der Unebenheit des Putzes sicherlich einen mehr oder weniger großen Spalt zwischen der Backbox und der Gipskartondecke (Position 2). Kann man den erst nach Schneiden des Ausschnittes für die Lautsprecher irgendwie abdichten?



    Was sonst gilt es beim Einbau zu beachten, dass das nachher auch was wird?

  • Das geht nicht.

    In der Strohgipsdecke ist in der Regel Torf und Lehm, mal mehr mal weniger. Das würde sich alles in oder an dem Lautsprecher vorbei arbeiten.

    Bei den Decken würde ich dir auch dringend abraten da einfach ne Rigips draufzumachen, das kann sich zu einem Rattenschwsnz entwickeln bzgl. Risse und Ausrisse der Platte.

  • Hallo,

    in meinem Haus ist auch überall eine vergleichbare Deckenkonstruktion verbaut.


    Ich habe mich überall für abgehängte Decken Entschieden - dafür habe ich den Schilfputz mit einem Kreisschneider ausgeschnitten und Direktabhänger auf der Holzlattung verschraubt.

    Bei mir ist die Decke aber auch in jedem Raum von der einen zur anderen Decke 6-7 cm schief. Näheres dazu in meinem Bau-Thread: Wohnzimmerkino mit Altbau-Charme


    Eine Abkastung für Lautsprecher zwischen den Holztramen kannst du machen- aber dir wird vermutlich die Schüttung entgegenkommen… außer es wurde bereits Steinwolle statt der Schüttung rein getan. Die Lautsprecher brauchen da auf jeden Fall eine Box z.B. aus MDF.


    Lg

    Gerald

  • Cypres: Rigips direkt drauf machen ist nichts, was ich selbst machen würde .Das war die Idee des Trockenbauers, mit wir zumindest in anderen (auch kommerziellen) Objekten bisher sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Natürlich wird alles auf den Latten verschraubt. Die Decke ist laut seiner Aussage nicht über größere Strecken wellig; es geht eher darum, die Unsauberheiten des alten Raufaserputzes auszugleichen. Weshalb hättest du hier größere Bedenken?


    Bollwing: Damit, dass ich die Backbox/MDF-Box besser verbaue, habe ich fast gerechnet ;) Ist es ein Problem, wenn mir die Schüttung entgegenkommt? Damit hätte ich gerechnet bzw. ist halt eine Sauerei. Falls das machbar ist, stellt sich für mich aber eben die obige Frage, ob ich eine Backbox einseitig anschraube oder sogar nur aus MDF Brettchen quer zwischen die Balken einziehe, irgendwie verfuge (mit was?) und mit irgendwas absorbierendem auskleide (mit was?). So oder so stellt sich für mich aber die Frage, wie ich die nach unten ggü. der Rigips abdichte...

  • lea342

    Wenn alles auf unterkonstruktion verschraubt wird sehe ich da keine Problem, ich las oben raus das der rigips direkt unter gescheaubt werden soll.

    Das habe ich nämlich schon einige Male gesehen und deren Folgen, der Maler freut sich übern Folgeauftrag :zwinker2:


    Wenn du aber jemanden hast der das beruflich macht und das nicht nur mal über YouTube angesehen hat, lass dir hier nicht reinreden, der wird (hoffentlich) wissen was er tut :sbier:

  • Ist definitiv ohne Unterkonstruktion geplant, aber ich frag nochmal nach... Doppelt fragen schadet nicht :)


    Habt ihr eine Meinung zur Frage, wie man die Backbox/MDF-Konstruktion in Richtung Rigips-Platte abdichtet bzw. wie man damit umgeht?

  • Blödfrage:

    Was ist denn oben drüber / was ist da für ein Boden verlegt (war original ja meist Diele) ?

    Ansonsten könnte man sich vorher die Lage mal von dort begucken, falls der Boden sich einfach hochnehmen lässt... dann könnte man sich auch entspannt um die eventuell vorhandene Schüttung oder Gehäuse kümmern.

  • Im EG ist alter Parkett aus der Vorkriegszeit, im Raum darüber Fischgrätparkett von vor zehn Jahren. Von oben ran sehe ich eher schwieriger - zumal ich mich frage, wie schlimm es ist, von unten ran zu gehen. Rigips kommt ja sowieso drüber, d.h. selbst ein mittlegroßes Loch in der Decke von unten erschneit mir jetzt nicht dramatisch. Mit dem Trockenbauer habe ich eben nochmal gesprochen, der meint, das mit den Rigipsplatten klappt afu jeden Fall :zwinker2: Hoffen wir's!


    Anknüpfend zu Post #10 wäre der Plan jetzt ungefähr folgendermaßen:


    1. Grob an der richtigen Position zwischen den Balken den Schilfrohrputz und die Lattung entfernen und zwischen den Balken einen Hohlraum freiräumen

    2. Aus MDF Seitenwände zwischen den Balken einziehen, sodass ein definierter Raum entsteht/oder eine fertige Backbox seitlich an einem Balken festschrauben --> Wie viel Liter Raumvolumen wären hier gut? Und unten offen, sodass die Box später mit der neuen Rigipsplatte abschließt oder unten zu, sodass hinter der Rigipsplatte nochmal eine MDF-Bodenplatte kommt?

    3. MDF/Balken-Box verfugen --> Wie/mit was?

    4. Mit Absorbermaterial auskleiden --> Wie/mit was?

    5. Gipskartondecke verbauen lassen

    6. Runde Ausschnitte für Lautsprecher an der vorher freigeräumen Position schneiden und Lautsprecher einbauen

    7. Hoffentlich geringe Lücke zwischen Backbox und Rigipsplatte irgendwie noch abdichten?


    Feedback? Anregungen? :freu:

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