Epson 9400 kalibrieren mal anders

  • Ich hatte es in meinem Ersatzlampen-Thema schon geschrieben, die Tage kam meine Austauschlampe für den Epson an, die offenbar gar nicht so krass heller als die alte ist; sicher muss die sich erstmal eingrooven. Je nun, da ich in Spiellaune war habe ich ein wenig rumkalibriert und gemessen und dachte vielleicht ist es für jemanden interessant.


    Bisher habe ich Beamer immer kalibriert, indem ich an Gain und Offset rumgedreht habe bis der Grauverlauf einigermaßen harmonisch war. Sprich so, wie es überall zu lesen ist. Allerdings bietet der 9400 darüberhinaus auch die dedizierte Kalibrierung von 8 verschiedenen Graustufen. Da hatte ich, keine Ahnung warum, bisher einen Bogen drum gemacht, das aber jetzt einfach mal ausprobiert. Und das ist tatsächlich nicht nur drastisch besser (und einfacher!), zudem kann man den sehr hellen Modus ziemlich gut einfangen. Der überschießt über die ganze Grautreppe irrsinnig das Grün, was man eigentlich nicht ertragen kann, weswegen ich den nie benutzt habe. Mit Kalibrierung der 8 Graustufen konnte ich aber oben rum noch ein wenig grün drinlassen (=mehr Licht), es dann aber komplett rausnehmen und den Verlauf neutral bekommen.

    Zudem hatte ich mit Gain und Offset das Problem, dass der Grauverlauf ab 20% weiß aufwärts recht ordentlich war, darunter aber ins blaue weggedriftet ist. Gab's unten neutrales grau konnte ich es in den Mitten nicht mehr gut einfangen, sprich - mein bester Kompromiss. Nun aber ist auch der Blauüberschüss unten futsch, der Verlauf über die ganze Treppe ist nahezu konstant bei Gamma 2,2 und einem delta E <=1,5 - was ich für ein bisschen rumspielen echt gut finde.


    Langer Rede kurzer Sinn - die maximale Helligkeit hat fast 10% an Licht zugelegt, der Blaustich unten rum ist verschwunden. Altes Setting:

    Neues Setting:


    Extra eine dunkle Szene um den Unterschied rauszukehren, alt:

    und neu:


    Die Sättigung habe ich einen Tick runtergedreht, damit passt es nun ziemlich gut. Manche Szenen sind ein bisschen arg bunt, der Anteil beschränkt sich aber wirklich auf sehr wenige Einstellungen pro Film, wenn überhaupt. Natürlich sind's die Hauttöne, die drüber sind. Beispiel altes Setting:

    neues Setting:

    und im Vergleich mit Farbfilter:


    Noch eine Bemerkung zum Schluss - ich hatte keinen Bock, mega gute Fotos zu schießen und habe das wirklich auf die Schnelle gemacht. Mir ging es um den Bildeindruck und nicht um ein möglichst korrektes Abbild der Leinwand; der Umfang von Schwarz zu Weiß auf der Leinwand ist so hoch, dass sich das nicht vernünftig fotografieren lässt. "Gesehen" sind altes und neues Setting sehr dicht beieinander, das neue hat aber sichtbar hellere Spitzlichter und wirkt insgesamt kontrastreicher - plus die dunklen Farbtöne, die ent-farb-sticht sind.


    Epson Besitzer mit Sensor, versucht das mal - das geht echt einfach und unfummelig, kann man wirklich mal zwischendurch machen.


    ...und 3 Engel für Charly übrigens, weil Sony-Scheibe mit Testbildern und ich wusste dass ich gute Highlights, schwierige Hautfarben und dunkle Szenen auf einen Streich bekomme - der Film ist 'n guilty pleasure von mir ;o)

  • Und wie schaut das Gamma aus?


    Durch den Y Wert bei 100 IRE und das gewünschte Gamma hast du ja eine Zielvorgabe für alle Werte unterhalb 100 IRE die du mit der Einstellung der 8 (meist sind es daher 10) Regler treffen solltest.


    So schaut das ja gut aus.

    Ziemlich spot on 2,2 über die ganze Kurve. So gut habe ich es mit gain und offset bei Weitem nicht hinbekommen.

  • Ja, so ein Gamma-EQ mit R/G/B-Regelung bietet schon enorme Möglichkeiten. Bei Epson gibt's diesen in der gesamten 9er-Serie (und bei den Lasern) , die 7er haben diesen nur in deutlich vereinfachter Form. Lt. BDA sind es 9 Einstellpunkte, wodurch sich eine saubere 1:1-Beziehung zu den Graustufen IRE10 bis IRE90 herstellen ließe. (Da IRE0 und IRE100 ohnehin nicht über's Gamma justierbar sind)

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