„Einfacher“ Diffusor so möglich?

  • Hey,


    In den letzten Tagen habe ich mich viel mit Diffusoren beschäftigt. Natürlich kenne ich die eindimensionalen DIY Versionen und auch die zweidimensionalen Versionen. Insbesondere die Skyline Diffusoren sind jedoch sehr aufwendig herzustellen wenn man sie selber bauen möchte (um sie auch flexibel an die Räumlichkeiten anzupassen). Bei meinen Recherchen bin ich dann jetzt aber auf folgendes Video gestolpert:



    Handwerklich ist da sicher noch Luft nach oben, so dass am Ende alles sauber aussieht und keine Lücken entstehen aber insbesondere die weiße Version die man kurz am Ende des Videos sieht, gefällt mir echt gut. Von meinem bisherigen Verständnis zum Thema Diffusion sollten diese Teile auch gut funktionieren (2D) aber leider scheint es hierfür kein Program zu Berechnung zu geben oder habe ich etwas übersehen? (Für die Skyline Diffusoren gibt es sowas ja). Ich denke jedenfalls, dass diese Version günstiger, schneller und einfacher herzustellen sind und am Ende zumindest für meinen Geschmack echt gut aussehen!


    Ich freue mich auf Rückmeldungen, Ergänzen und Meinungen!

  • Einfach wirkt diese Art der Herstellung nun nicht auf mich... Da ist die Herstellung eines (1D) QRDs auch nicht viel aufwändiger.


    Wo sollen die Diffusoren denn installiert werden? Auf Ohrhöhe machen 1Ds mehr Sinn, da hier (bei ausreichendem Abstand) nur horizontal gestreut werden muss.


    Zumal das keine "engineered surface" ist, d.h. er hat nach Gusto gebaut.. Das kann funktionieren, ist aber vermutlich deutlich schlechter als ein berechneter Diffusor. Auch ist das Stichwort "Lobing" immer ein Thema.


    Schick ist das allemal.


    Eine Art einfach ein wenig zu scattern (nicht diffusieren!) ist ein Binary Amplitude Diffuser: https://www.gearslutz.com/boar…tude-diffuser-anyone.html

    Wirkt natürlich nicht breitbandig und extrem effektiv, ist jedoch einfach zu bauen und benötigt keine großen Sitzabstände.


    Damit verkleide ich z.B. einige nicht-Erstreflektionsabsorber um nicht den Hochton zu überdämpfen.

  • Hey!


    Solche einen Beitrag hatte ich mir erhofft. Klar, Arbeit macht es so oder so, aber ich sehe hier mehr Erfolgsaussichten als bei einem Skyline Diffusor.


    Der Diffusor sollte hauptsächlich an der Decke Verwendung finden. Weil ich ihn aber so hübsch finde würde ich ihn auch an den Wänden wieder aufgreifen.


    Ich hatte gehofft, dass Quasi die Grundfläche sowie die Höhenunterschiede aus einem Berechnungsprogramm wie QRDude übernommen werden könnten aber ich anstelle der Skyline eben die Wellen verwenden könnte. Ich würde auch versuchen alles etwas akkurater zu bauen indem ich beispielsweise eine Schablone und einen Bündigfräser oder so nutzen würde. Damit sollten sich genaue Kopien ergeben.


    Glaubst du damit könnten sich dann ähnlich gute Ergebnisse erzielen lassen?


    Deine anderen Empfehlungen habe ich übrigens nicht ignoriert aber bereits im Vorfeld gesehen. Leider habe ich mich optisch aber etwas in die Wellen Variante verliebt. Ich wäre als gerne bereit Zeit darin zu investieren, wenn am Ende aber kein anständiger Diffusor dabei rum kommt hilft das alles nichts....

  • Leicht provozierend und nicht dass ich es Dir ausreden möchte : ( :zwinker2:)


    Imho : Diffusoren zu bauen/ kaufen ist eine der besten Möglichkeiten viel Geld für wenig Nutzen auszugeben.


    Richtig messen =verifizieren, ist unter Wohnraumbedingungen ist m.W. nur mit sehr hohem Aufwand und durch Laien wohl gar nicht möglich. ( Ich lasse mich da gern belehren, wenn ich falsch liege).


    Und wie war der Sachverhalt mit dem sinnvollen Abstand zu einem Diffusor? Zwei Meter habe ich da in Erinnerung?


    Wer hat denn soooo große Räume.


    Natürlich beruhigt einen das Vorhandensein von Diffusoren - auch ich widerstehe da regelmäßig den Versuchungen, auch weil es einfach "geil" aussieht :big_smile:.


    LG


    Uwe

  • Also einen 1D QRD Diffusor, mit etwa 10cm Tiefe und ca. 1000-5000Hz Bandbreite, funktioniert schon ab einem Abstand von 1m aufwärts. Wenn man ausschließlich den Ref. Platz als Berechnung dafür auslegt, machen Diffusoren selbst in kleinsten Kinos Sinn.

    Auch ich werde meinen Raum ab Sitzplatz nach hinten mit Diffusoren verbauen.

  • Hallo Crown,


    was heißt denn "er funktioniert" Woran machst Du das fest? :zwinker2:


    Wie beurteilt man sowas - nur nach dem Gehör, a la "es klingt weiter und luftiger" ?


    Und hilft da schon 1m² Diffusor, oder sollten es doch lieber 40% der Gesamtwand+Deckenfläche sein, wie hier:


    https://www.gearslutz.com/boar…ackbird-studios-bbird.jpg


    Ich will niemandem die Diffusoren ausreden, aber ich bin bzgl. deren Beitrag zu einer gelungenen Raumakustik im Kino eher skeptisch.


    Aus folgendem Grund:


    Bzgl. der Frontspeaker gibt es ja viele User, die sich die Mühe einer Baffle Wall machen, um einen möglichst sauberen Halbraumstrahler mit geringsten Kantenbrechungen etc. umzusetzen.


    Und im rückwärtigen Bereich mit 2 oder 4 ( 7.1) oder gar 6 Lautsprechern ( 3D) erzeuge ich absichtlich eine stark diffusierende Umgebung? Klingt für mich nicht ganz logisch. ( Aus gleichem Grund sind ja Bipol/Dipolstrahler im Surroundbereich aus der Mode gekommen...)


    Bei reiner Stereowiedergabe bringt das großflächige Belegen von Decken und Wänden mit Diffusoren sicherlich einen "räumlichen" Eindruck. Aber den haben wir ja im Kino schon durch das Surroundumfeld.


    So zumindest meine Ansicht...vielleicht liege ich da ja auch völlig falsch.:sbier:


    LG


    Uwe

  • Du fragtest ja, woran ich das fest mache das "er funktioniert".

    Naja, anhand von genügend gesammelten Material, dass für jeden frei zugänglich ist.

    Die Bauart und tiefe bestimmt die Bandbreite und somit den Mindestabstand des Hörers und Lautsprechers zum Diffusor, um die gesamte Bandbreite zeitlich und richtungsmäßig zu streuen.

    Und in meinem Beispiel von einem 10cm Tiefen 1d QRD mit 1000-5000Hz Bandbreite, sind ab 1m Abstand keine einzelnen frühen Reflexionen mehr unter 10ms zu messen, wenn dieser für die Erstreflexion eingesetzt ist.

    Demnach "funktioniert" er dann halt.

  • Hallo Crown,


    ich glaube ich habe mich unverständlic ausgedrückt. Das der von Dir beschriebene und alle anderen Diffusoren funktionieren ist völlig unstrittig.


    Mir ging es dabei darum, inwieweit Du, ich ,alle anderen von der Funktion des Diffusors profitieren und wie wir das bemerken/ verifizieren können.


    Ist davon auszugehen, dass ein 1m² großer Diffusor in einem 20m² Kino eine "spürbare" Wirkung erzielt - aus meiner Sicht nein.

    Aber wieviele Quadratmeter dann? Aus meiner Sicht sehr viele.


    Und erzeugen wir dann mit einer mit Diffusoren "vollgestopften" hinteren Raumhälfte nicht einen Effekt, der der Anforderung von möglichst direktstrahlenden Surroundlautsprechern entgegengesetzt ist?


    Und dieser Aufwand "nur" um die 3.oder 4. Reflexion der Frontboxen ( welche schon durch die Erstreflektionsabsorber erheblich bedämpft wurden) zu "zerstreuen?


    Wie gesagt, ich bin skeptisch bzgl. der unbedingten Erfordernis von Diffusoren. Aber das ist ja nur meine Meinung.


    LG


    Uwe

  • Guten Morgen Uwe,


    da haben wir oder Ich wohl aneinander vorbeigeredet:beated:


    Ob und inwieweit man von Diffusoren profitiert und es bemerkbar/ verifizierbar ist, hängt natürlich vom Ziel und Gesamtkonzept ab.


    Wie du schon korrekt erwähntest, entsteht der räumliche Eindruck bei einer Mehrkanalinstallation durch die Vielzahl an Lautsprechern und das Quellmaterial selbst, wofür es keine Reflexionen mehr benötigt.


    Ich versuche das mal an einem Beispiel auszumachen:

    In meinem Fall ist das Kino recht klein bzw. schmal.

    Wenn ich mit den Absorbtionsmaßnahmen im Vorderen Bereich, auf eine ausgewogene Nachhallzeit von 200-300ms komme und der hintere Bereich (bis auf die SBA/DBA - Dämpfung noch reflektiv gehalten ist, würde mit weiterer Absorbtion der Nachhall evtl. ungewünscht noch tiefer rutschen. Einzelne harte Reflexionen der Surrounds und Rearsurrounds möchte ich aber auch nicht haben und streue diese dann mit Diffusoren.

    Ob man sich dadurch den eigentlich direkt lokalisierbaren Surroundbereich etwas zerstreut und diffus gestaltet, wird in einem begrenzten Frequensspektrum vermutlich so sein.

    Vielleicht kann das in einem kleinen Raum aber etwas größer/räumlicher klingen, dass muss man vorher abwägen.


    Eine unbedingte Erfordernis von Diffusoren ist im Kino natürlich nicht gegeben und eher zu vermeiden, wenn das Gesamtkonzept es zulässt.



    LG


    Timo

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