Gibt es klangtechnisch ein Referenz Kino?

  • Mich würde mal interessieren ob es ein großes Kino gibt irgendwo ( Cinedome, Imax etc) also ein Kino für Publikum welches man als Referenz her nehmen kann.

    Sprich, so wie sich dort zb.Aquaman oder A Quiet Place etc. anhört ist es das maximale Sounderlebnis.


    Da ich seit Jahren nicht mehr ins Kino gehe ( letzter Film im Kino war Skyfall) kann ich da nix zu sagen.


    Also gibt es solch eine Referenz, oder hören sich Top Heimkinos inzwischen sogar besser an?


    Lg

  • Also gibt es solch eine Referenz, oder hören sich Top Heimkinos inzwischen sogar besser an?

    Die meisten kommerziellen Kinos, die ich kenne, sind weit von einem Referenzniveau entfernt.

    Ein Vergleich zwischen einem Referenz-Großkino und einem Referenz-Heimkino ist mMn jedoch kaum möglich, da die Räume und die Abstände zu den Lautsprechern sich viel zu sehr unterscheiden.

  • Hallo!


    Sehe auch den Unterschied in der Größe als maßgeblich an um einen Vergleich kaum möglich zu machen.

    Denke aber was die großen angeht sind die "echten" Dolby Cinemas und die IMAX zumindest schon mal zumindest irgendwie "abgenommen".

    Ob der Vorführer es dann auch entsprechend richtig macht ist wieder eine andere Sache.


    mfg

  • Mit kommt es ein wenig vor als würde jemand mit Kokusnusschalen durch die Welt reiten auf der Suche nach dem "Heiligen Grahl" (bitte als Spass verstehen)...


    Sowas wie du es suchst gibt es nicht. Mache dich frei von dem Gedanken.


    Für mich ist z.B. das Kino von Aries und mein eigenes die "REFERENZ". Das liegt aber nicht daran, dass unsere Kinos die Besten sind, sondern einfach daran, dass wir, was die Abstimmung betrifft, einen sehr ähnlichen Geschmack zu haben scheinen.

    Kinos von einem Club im Süden sind z.B. ehr extrem im Bass... Ich mag das gar nicht, für andere ist aber genau das "Referenz".


    Insofern kannst du nur für dich selber eine Referenz suchen oder bestimmen.

  • Ich habe auch den Eindruck bei Besuchen unterschiedlicher Heimkinos gewonnen, dass es (ab einer bestimmten Qualität der Technik/Einmessung/...) nur noch um die persönliche Präferenz und die für den jeweiligen Raum geeignete Lösung geht. Es klingt dann halt „anders“, aber nicht immer besser oder schlechter.

  • Ich denke auch daß der Vergleich zwischen kommerziellen Kinos und dem zuhause etwas hinkt.

    Die kommerziellen Betreiber haben ja im wesentlichen dieselben Problem wie wir. Der ständige Formatwechsel von Bild und Ton, die Erweiterung der Soundkanäle, usw.

    Nur eben im größeren Umfang und der Tatsache, daß die damit Gewinne erwirtschaften müssen und wir eben nicht.


    Ich weiß noch daß das Cinemaxx in Essen damals nicht nur THX und Dolby lizensiert war, sondern damals war da in dem großen Kino 2 mit ca.900 Sitzplätzen auch Meyersound verbaut.

    Von der (teuren) THX Lizensierung hat man aufgrund leerer Kassen als erstes Abstand genommen und bei der Formaterweiterung hat man auch das Lautsprechersetup nicht entsprechend erweitert, sondern den Saal verkleinert und zwei seperate Kinos daraus gemacht mit ziemlich "abgespecktem" Setup eines mutmaßlich günstigeren Herstellers.

    Danach war ich da jedenfalls nie wieder drin, so enttäuschend war das.


    Der noch größere Vorteil für uns hier zuhause besteht außerdem darin, daß man ein Kino immer nur auf wenige "Referenzsitzplätze" hin optimieren kann.

    Im ungünstigen Fall sitzt man also in einem kommerziellen Kino irgendwo, wo soundtechnisch gar nichts passt und hat zwei Stunden lang den linken oder rechten Surroundkanal mit reichlich Pegelüberschuß im Ohr, oder der LFE "fehlt" wegen zu großer Entfernung, oder, oder...


    Das sind alles Umstände, die man in den eigenen vier Wänden wesentlich besser lösen kann, mal abgesehen davon, daß man sein bevorzugtes Setup ja selbst ein- und aufstellen kann, was in einem kommerziellen Kino nicht möglich ist.

    Vom Unterschied zwischen PA- und HiFi Setups will ich jetzt gar nicht erst anfangen.


    Gruß

    J

  • Also erstens mal ist Aquaman keine Soundreferenz im Sinne von guter Abmischung, da hier der Bass eigentlich viel zu aufgedickt ist.


    Dann gibt es in einem normgerecht eingestellten öffentlichen Kino (muss man erst mal finden) keine ausgeprägten Spaßkurven und erst Recht keine Moden, in denen man sitzen könnte, weil die Säle im Normalfall dazu zu groß sind. Also anders wie in den meisten Heimkinos.


    Wenn Du wirklich wissen willst, was Referenz (im Sinne von "wie wollte es der Toningenieur") ist, musst Du in das Kino in Hollywood gehen, in dem die Filme mit den Oscarnominierungen vorgeführt werden. Jeder Toningenieur mit diesbezüglichen Ambitionen orientiert sich in der Abmischung an diesem Saal.

    Ob Dir das dann allerdings gefallen würde, bin ich nicht sicher.


    Hier bei uns würde ich den Dolby Cinemas guten Sound bestätigen z.B. im Mathäser in München.


    PS: Hinzu kommt auch noch, dass die Abmischungen der Filme im Kino und für zuhause meistens nicht identisch sind.

  • Also meist gefällt mir der Ton bei mir zuhause besser, als der in den großen kommerziellen Kinos.

    Mit Ausnahme der Eingangsszene in "Der Soldat James Ryan", wenn die Klappe des Landungsboots auf geht. Da hat es mich im großen Kino fast weggeblasen und war an der Schmerzgrenze und drüber hinaus. Jedenfalls hat es zur Szene gepasst und so habe ich das von Disk in Heimkinos noch nicht gehört. Vielleicht lag es am anderen Soundtrack, der so gar nicht auf die Scheiben kommt, wer weiß?

  • Also erstens mal ist Aquaman keine Soundreferenz im Sinne von guter Abmischung, da hier der Bass eigentlich viel zu aufgedickt Ich

    Aber das ist ja am Ende auch wieder Geschmackssache welcher Film gut abgemischt ist und welcher nicht, oder?

    Ich zb. finde Aquaman überhaupt nicht zu aufgedickt, sondern mir macht das riesen Spaß.

    Hört sich nicht gerade so ein Film in einem suboptimalen Kino eher nervig an?


    Ich persönlich empfinde es als sehr schwer bis unmöglich zu sagen wie sich bestimmte Szenen anhören müssen oder sollten.

    Nimmt man zb.die Höhlenszene aus Oblivion als das Seil reißt und Tom Cruise wieder runter fällt , diese Sequenz wird von einer schönen

    Tiefton Sequenz begleitet.

    Ich kann zwar sagen ob mir das gefällt was ich höre und spüre ,aber woher soll ich wissen ob da zb noch was fehlt, ob es noch intensiver sein soll(te)?:think:

    Lg

  • Hört sich nicht gerade so ein Film in einem suboptimalen Kino eher nervig an?

    Eher andersrum. Hier mal die Einschätzung von jemandem, dessen Kino ich kenne und das ich als das genaue Gegenteil von suboptimal bezeichnen würde:


    So, nachdem ich gestern den Aquaman geschaut habe und den Sub (siehe meine Rezession) um 6db runter drehen mußte damit der Film erträglich wurde, hat mir das keine Ruhe gelassen.
    Bei so etwas suche ich immer zuerst den Fehler bei der Anlage. Ist was verstellt oder warum war der so massiv um nicht zu sagen unerträglich im (Tief)Bass?
    Paßt die Nachhallzeit noch?


    Also habe ich gemessen. Ich Nehms mal vorweg. An meiner Anlage liegt es nicht. Der Film ist schlicht und ergreifend viel zu fett abgemischt.

  • Eher andersrum. Hier mal die Einschätzung von jemandem, dessen Kino ich kenne und das ich als das genaue Gegenteil von suboptimal bezeichnen würde:

    Aber eben subjektiv. Ob und ab wann ein Bass zu dick und nervig ist empfindet ja jeder anders!

    Dieser Film hört sich sicher nicht in jedem Kino gleich an.So dass man nur zu diesem Schluss kommen kann.

    Genervt hat mich da bei mir überhaupt nichts.


    Lg

  • Ganz einfach:

    Es ist ein Unterschied ob man einen Film mit einem durchchnittlichem Abhörpegel von 75dB schaut, oder mit 105dB.

    Das hängt mit der Unempfindlichkeit des Gehörs zu tiefen Frequenzen und abnehmender Lautstärke hin zusammen.

    Darum hat der LFE hat im Vergleich zu den Hauptkanälen einen um +10db erweiterten Dynamikumfang.


    Ich vermute mal daß die das bei der Abmischung des Films "vergessen" haben, so daß der jetzt mit bis zu +20db lauter spielt, als die übrigen Kanäle.

    Bei 75db Abhörpegel auf den Hauptkanälen wären das bis zu 95dB auf dem LFE. Das könnte man mit einiger Phantasie noch als Spaßpegel bezeichnen.

    Bei 105dB auf den Hauptkanälen sind das aber bis zu 125dB im LFE und bei dem Pegel klappern dir die Zähne, falls das LFE Gitter dazu überhaupt in der Lage ist.



    Gruß

    J

  • Das ist aber jetzt reine Spekulation oder?

    Also von 50 Leuten die den Film zu Hause schauen oder geschaut haben werden sehr wahrscheinlich

    lange nicht alle das so empfinden.


    Da halte ich es für gewagt zu sagen der Film ist "falsch" oder zu dick abgemischt weil das ein oder zwei User aufgrund

    Ihrer Hörerfahrung so empfinden.


    Lg

  • Das ist aber jetzt reine Spekulation oder?

    Eigentlich nicht.

    Von 50 Leuten haben wohl nicht mal die Hälfte ein vergleichbares Setup wie der Jochen.

    Von daher kommen die gar nicht in den Pegelbereich, ab dem das "unspaßig" wird.


    Natürlich hast du in gewisser Hinsicht Recht, daß jeder das subjektiv anders beurteilt, aber auf irgendeine "Norm" für ein Setup muss man sich ja mal festlegen.

    Sowohl in seinen eigenen Wänden als auch im Tonstudio.

    Von daher ist es auch wenig sinnvoll wenn Filme so unterschiedlich abgemischt werden.


    Gruß

    J

  • Habt Ihr mal euren dB Wert zuhause über einen Film gemessen?

    Aus Interesse hatte ich einfach mal mein IPad über einen Film aufnehmen lassen. Bei mir liegt die Spitze bei c.a. 78-80dB und dies empfinde ich schon recht laut und ,,Kino“.

    Zum entspannten Schauen höre ich meist bei 65-70dB.

  • Habt Ihr mal euren dB Wert zuhause über einen Film gemessen?

    Aus Interesse hatte ich einfach mal mein IPad über einen Film aufnehmen lassen. Bei mir liegt die Spitze bei c.a. 78-80dB und dies empfinde ich schon recht laut und ,,Kino“.

    Zum entspannten Schauen höre ich meist bei 65-70dB.

    65db? Das ist schon arg leise finde ich.

    Ich höre bei 85db bis 90 eh in " normalen "Szenen. Wenn es dann entsprechende Signale gibt komme ich auf ca 110db manchmal 115db in der Spitze.


    Lg

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