Nachrüstung von JVC DLA-Projektoren X3/X500/X5000 mit zweiter Streulichtblende

  • h habe vor Jahren mal eine Anleitung zur Nachrüstung einer zweiten Streulichtblende bei den kleineren JVC-Projektoren geschrieben. Da ich mich gerade neu hier angemeldet habe, krame ich die mal raus, da hier evtl. der ein oder andere Interesse daran haben könnte.


    Irgendwann einmal stolperte ich über ein Foto einer zweiten Streulichtblende in JVC Projektoren. Das Foto hat Cine4home einst bei einer Untersuchung verschiedener JVC Projektoren gemacht.

    Insgesamt scheint mir diese zweite Blende der einzige mechanische Unterschied zwischen den jeweils teureren/besseren Modellen und den Einsteigermodellen zu sein.

    Ich hoffe, es ist ok, wenn ich das Bild hier mit Quellenangabe reinstelle:

    Ic

    Quelle: http://www.cine4home.de/knowho…C_DLA_X500_X700_C4HEd.htm


    Ich habe dann flugs aus einer Cola-Dose eine solche Blende gebastelt und in meinen damaligen X3 eingesetzt. Das Ergebnis war eine sehr deutlich sichtbare Steigerung des Kontrastes, vor allem des In-Bild-Kontrastes.
    Meinen aktuellen X500 habe ich auch sofort mit dieser Maßnahme auf den Stand X700 gebracht und soweit ich das überblicken kann, würde es auch bei einem X5000 funktionieren.


    Die nachfolgende Umbauanleitung kann ausschließlich auf eigene Gefahr und auf eigenes Risiko durchgeführt werden. Wer über keinerlei Erfahrung im Umgang mit der Reparatur von elektrischen Geräten verfügt sollte die Finger davon lassen! Solch ein Umbau stellt eine Modifikation eines definierten Systems dar, für deren Folgen ich keinerlei Verantwortung oder Haftung übernehme!


    Betroffen sind die kleinen Modelle, wie z.B. X3/X500/X5000. Hauptunterschied zu den großen und teureren Brüdern mit der 7 im Namen ist die fehlende zweite Streulichtblende.

    Als erstes muss der Deckel ab. Innen sieht es dann so in der Art aus. Je nach Modell leicht anders..


    Die zweite Irisblende steckt unter dieser Lufthutze bzw. gehört dort hinein:


    Will man da richtig ran, muss man alle Kabel abstecken und den optischen Block ausbauen, aber das muss nur einmal einer gemacht haben, um an die Info zu kommen, um die es geht. Das ist also erledigt. Aussehen würde es so:


    Hutze:


    Darunter ist ein Schacht in den die Blende reinpasst, sowie eine Halteklammer für die Blende.


    Die Hutze ist mit zwei Kreuzschlitzschrauben fixiert, die man z.B. mit einer kleinen Ratsche lösen kann. Das Ganze ist etwas fummelig:


    Wenn die Hutze dann gelöst ist, braucht man eine passende Blende. Hier zwei Blenden, die eine aus Cola-Dose, der erste Versuch, die andere aus stabilerem Blech. Maße einer Blende: 9,7 x 4 cm PLUS Ohren. Die Ohren sind 7 mm eingerückt und 14 mm breit. Wo sie zu knicken sind und wie hoch die Ohren sind, muss man ausprobieren, daher empfehle ich dringend eine erste Version mit einem sehr dünnen Blech anzufertigen.

    Die Verfärbungen hatte ich nur mit der Cola-Dosen-Blende. Auf jeden Fall deuten sie drauf hin, dass es WARM wird! Ich habe den Projektor lange im Dauerbetrieb beobachtet und konnte weder Geruch noch Qualm feststellen.


    Blende eingesetzt und nicht ganz bis unten geschoben:


    Das Loch in der Blende bestimmt die Wirkung: Je kleiner das Loch, desto besser der Kontrast aber auch umso größer der Lichtverlust. Die gezeigten Blenden erhöhen den wahrgenommen Kontrast erheblich, bei in etwas bei rund 20% Lichtverlust. Hier mal eine Original-Blende aus einem X7000, dieses Foto hat mich überhaupt auf die Idee gebracht (Es war eigentlich die X3-Blende, aber die sieht identisch aus.


    Wichtig ist, dass die Position der Öffnung in etwa stimmt. Man kann sich entweder auf das Bild verlassen, oder ein Probeblech machen und es bei laufendem Projektor in den Schacht schieben und die Höhe variieren. Ich habe festgestellt, dass mein X3 das Loch unten benötigt, mein X500 mittig.

    Hat man das alles erledigt, muss man nur noch die Ohren umlegen, und die Hutze wieder montieren und am besten einen Testlauf machen, bevor man das Gehäuse wieder zuschraubt.


    Die Ganze Aktion ist - Anfertigungszeit der Bleche außen vor - in unter 30 Minuten zu machen, vorausgesetzt, man hat ein wenig Geschick im Umgang mit solch Fummeleien.


    Ich hatte das Ganze einst im AVS-Forum gepostet und mich hat dort jemand darauf aufmerksam gemacht, dass seiner Ansicht nach diese zweite Blende noch einen Lüfter hätte.

    Ich habe mich nie darum gekümmert, da ich bei einer Metallblende mal nicht davon ausgehe, dass sie anfangen könnte, zu brennen. Es laufen mit dieser Modifikation insgesamt zwei X3 und ein X500 seit Jahren, auch mit teils hohem Lampenmodus.

    Ich wollte auf jeden Fall auf mögliche Risiken hingewiesen haben. Ich für meinen Teil bin da recht schmerzfrei.

  • Jo, hätte ich meinen X5000 noch, hätte ich das vermutlich auch schon gemacht. Für den Kontrast bei niedrigen ADL definitiv empfehlenswert.

    Eines möchte ich aber noch korrigieren: Die 2. Blende ist NICHT der einzige mechanische Unterschied zwischen 5er und 7er. Es ist zudem noch ein Gelbfilter verbaut, der über einen Aktuator in den grünen Zweig des Lichtwegs gefahren werden kann. Erst damit ist eine annähernd vollständige DCI P3 Abdeckung möglich. Für mein Dafürhalten mindestens genauso wichtig. Den 5ern fehlt da deutlich was im Grünen...

  • Großen Respekt vor Deinem Mut, einfach mal so einen JVC derartig zu zerlegen:respect:


    Ich hatte meinen damaligen X7000 wegen defekter Lampenblende auch mal geöffnet (tolle massive JVC Konstruktion) aber obwohl ich keine zwei linke Hände habe und dazu gelernter Kommunikationselektroniker bin, hätte ich mich nie so weit getraut.

    Schon gar nicht die ganze Engine auszubauen.


    Somit auch mein Kompliment, dass er danach auch noch funktionierte :big_smile: und für Dein Ideenreichtum :sbier:


    Der Post wird hier leider nicht die Wertschätzung bekommen, die er im Grunde verdient, aber das wird vermutlich keiner versuchen nachzubauen, da es echt nicht ohne ist und deshalb sei nicht enttäuscht.

  • Danke für die Blumen!


    Das mit dem Filter hatte ich tatsächlich mal gewusst und vergessen!


    Im Grunde entwickelt JVC immer den mittleren Projektor. Daraus wird dann abgeleitet:

    - Ein Gerät mit den gleichen Herstellungskosten und einem weggelassenen Element, damit es schlechter wird: X3, X500, X5000.

    - Ein Gerät mit selektierten Bauteilen, dass aber ansonsten wieder die gleichen Herstellungskosten hat.


    Man kann sich nun in etwa die Herstellungskosten ausmalen, wenn man den Preis des jeweils günstigsten Gerätes anschaut. Daran wird immer noch kräftig verdient.

    OK, man kann auch argumentieren, dass JVC auf die Art die Entwicklungskosten gut verteilt.


    Die Autohersteller machen es ja schon lange genau so.


    Ich jedem Fall fand ich es seit ich auf die Blende aufmerksam wurde, ganz ärgerlich, so ein kastriertes Gerät zu haben und musste mal handeln.. ;)

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