Family Cinema

  • Einleitung


    Warnung:

    Ich weiß zwar von der Existenz einiger photographischer Dokumente der ersten Evolutionsstufe, konnte diese aber bis dato nicht ausfindig machen. Wer also Fotos erwartet wird im ersten Teil enttäuscht.



    First Contact

    Der erste Kontakt mit dem Thema Kino zu Hause erfolgte während der Schulzeit im zarten Alter von 17 (oder 18, eventuell auch schon mit 16). Im Filmclub des Internats fanden wöchentlich gut besuchte Filmvorführungen statt. Trotz technischer Unzulänglichkeiten der Vorführungen begann in mir ein Feuer zu lodern. Weder die binnen kürzester Zeit höchst unbequeme Holzbestuhlung noch die unabhängig von der gewählten Sitzposition jederzeit vorhandenen Sichtbeeinträchtigungen (Hinterköpfe der Schulkollegen), konnten das einmal entfachte Feuer wieder zum Verlöschen bringen. Das neu erlangte Wissen um die technische Möglichkeit ein privates Kino verwirklichen zu können war der Samen für die Idee dies auch in die Tat umzusetzen. Auch wenn dies unter Berücksichtigung der vorhandenen monetären Mittel (eines Schülers) doch sehr gewagt erschien.


    Band of Brothers

    Doch was wenn die Kosten mit anderen geteilt werden könnten? Dann wären die hohen Ambitionen schon bedeutend näher an einer möglichen Realisierung als ausschließlich Träumerei. Als Bestandteil einer großen Familie war es daher naheliegend es bei den Geschwistern zu versuchen. Bei einem der zwei älteren Brüder gelang es schließlich, dass der Funken übersprang und auch in ihm ein zartes Flämmchen entbrannte. Ab da hatte ich einen Komplizen und Mitinvestor. Manchmal auch ein Korrektiv, wenn (aus meiner Sicht) unbedingt erforderliche Investitionen nach langen Diskussionen in reduzierter Form zur Umsetzung gelangten.


    Die Eroberung des Paradieses

    Gemeinsam wurde bei erster Gelegenheit kurzerhand, während urlaubsbedingter Absenz der Eltern, der bis zu diesem Zeitpunkt als Tischtennisraum gewidmete Kellerraum gekapert und vorhandenes Equipment (HiFi-Anlage, 70cm Röhrenfernseher, VHS) ins erste „Heimkino“ verfrachtet. Bereits diese ersten ungelenken Gehversuche ließen Potential erkennen. Schnell folgten weitere Annäherungsversuche ans große Kino indem ein erster Projektor geordert, ausprobiert und noch im Rahmen des 14 tägigen Rückgaberechts plangemäß wieder retourniert wurde. (Zu meiner Entschuldigung: Ich war jung und hatte kein Geld).


    Goldeneye

    Die Vorführung der Verfolgungsjagd von James Bond in einem T-55-Panzer durch Sankt Petersburg aus Goldeneye auf NTSC Laserdisc mit AC3-Ton im Zuge eines Besuchs im Elektromarkt hinterließ dermaßen Eindruck, dass von nun an nicht nur Großbild sondern auch adäquate Beschallung sowie Zuspielung und Verarbeitung digitalen Surround Sounds auf der Wunschliste einen prominenten Platz erhielt. Ich wusste nun, dass das Durchbrechen des T-55 durch die Betonwand prinzipiell auch in den eigenen 4 Wänden so brachial wie im Kino klingen konnte.


    to be continued

  • Bau des ersten Heimkinos im Elternhaus - Teil 1


    Cinema Paradiso

    Als auch ich schließlich im Berufsleben angekommen war, wurde mit dem ersten selbst verdienten Geld und mit doppelter finanzieller Schlagkraft ausgestattet, das erste Heimkino realisiert. Im 7,8m langen, 3,2m breiten und 2,15m hohen Kellerraum wurde eine 2m breite Rollo-Leinwand installiert und mit dem Sony VPL W400 hielt der erste (gekaufte) Projektor Einzug. Das damals noch nicht gängige 16:9 Format wurde nicht von allen Besuchern als zukunftsfähig erachtet. „Das Format ist komisch, das wird sich sicher nicht durchsetzen, da setzt du aufs falsche Pferd.“


    Wer bastelt mit

    Die von 2 Subwoofern (ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an die Marke erinnern) unterstützten JBL Standboxen wurden durch einen Denon AVC A1 befeuert. Die Dialoge kamen aus einem Boston Acoustics VR12 welcher unter der Leinwand seinen Dienst verrichtete. Über dem Center bekam auch der als Relikt verbliebene Röhrenfernseher im selbst gezimmerten Front-Verbau seinen Platz.

    Den Bass versuchte ich mit 8 selbst gebauten und im Front-Verbau sowie im Rear-Verbau integrierten Helmholtz-Resonatoren zu zügeln. Dazu wurden die Raummoden mit Testtönen ausschließlich nach Gehör ermittelt. Eine Bauanleitung für Helmholtz-Resonatoren fand ich im abonierten Heimkinomagazin (ich denke es war die Audio Vision). Ich weiß, meine damaligen Zugänge erscheinen rückblickend betrachtet wenig fundiert. Ich erspare mir bis heute die akustischen Auswirkungen dieser „Verbesserungen“ messtechnisch zu erfassen um mir nicht die Erfolglosigkeit des Unternehmens vor Augen zu führen.

    Flatterechos wurden mit violetten Vorhängen entlang der Wände der Kampf angesagt. Restlichtoptimierung und zu vermeidende Überdämpfung des Hochtons waren damals noch nicht auf der Agenda des Heimkinobaues. (Also bei mir jedenfalls noch nicht.)


    to be continued

  • Bau des Heimkinos im Elternhaus - Teil 2


    Kalte Füße

    Den wärmetechnischen Unzulänglichkeiten des Raumes (Kellerraum unter der Garage, Baujahr 1977, wenig Dämmung in allen Richtungen) wurde durch die Installation elektrischer Heizkörper entgegen gewirkt. Im Winter war es angebracht diese mindestens eine Stunde vor geplantem Filmstart zu aktivieren um zumindest die Raumluft von 15 Grad auf knapp 20 Grad zu erwärmen. Auf den vorhandenen PVC Boden wurde zur Vermeidung kalter Füße ein hellgrauer Teppich verlegt. (Restlichtoptimierung war auch beim Boden noch kein Thema).

    Die zusammengewürfelten einzelnen Sessel mussten zwei hintereinander angeordneten roten Sofas eines schwedischen Möbelhauses weichen.

    Den Erfahrungen im Filmclub geschuldet und in Anlehnung an das große Vorbild wurde zur Vermeidung allzu intensiven Studiums der Kopfbehaarung des Vordermanns (weibliche Mitbenutzer wurden zu dieser Zeit noch eher selten gesichtet) ein Podest gezimmert und mit Teppich bezogen. Auf das Fensterbrett des Kellerfensters wurden mit Schaumstoff und Samt bezogene Holzplatten gestellt um den Raum bei Filmgenuss untertags abzudunkeln, aber trotzdem bei Bedarf lüften zu können.


    Erdbeben

    Die Zuspielung erfolgte anfänglich mit VHS wurde aber rasch von Laserdiscs abgelöst. Der qualitative Zugewinn durch den Pioneer Laserdisc Player mit AC3-RF Ausgang und doppeltem Lesekopf (die Discs mussten nicht gedreht werden) war beim Bild enorm und beim Ton bei NTSC Laserdiscs mit AC3 exorbitant. Durch modale Unterstützung konnten selbst die kleinen Subwoofer Erschütterungen hervorrufen die unsere Eltern an Erdbeben glauben ließen.

    Jung und naiv wie ich war dachte ich „Besser geht’s nicht mehr. Ziel erreicht!“.

    Von der Erkenntnis, dass sich das Ziel bereits wieder in Bewegung gesetzt hatte und dies unabänderlich jederzeit wieder tun könnte, war ich noch Jahre entfernt.


    Im Auftrag des Teufels

    Von überschwänglichen Testberichten verführt, wurde ein THX zertifiziertes (das erschien mir damals besonders erstrebenswert, schließlich bekam ich beim THX Logo im Kino regelmäßig Gänsehaut) Teufel Theater 8 angeschafft. Mit den drei identischen Frontspeakern M900 war plötzlich eine homogene Frontbeschallung gegeben.

    Als Antrieb der 2 passiven Subwoofer kam ein Denon POA T2 ins Haus. Die Dipol-Surroundboxen wurden in der auf beiden Seitenwänden großflächig vorhandenen DVD und Laserdisc Regalen montiert, welche die Vorhänge Zug um Zug abgelöst hatten. Ja, mittlerweile war bereits das DVD Zeitalter angebrochen. In bester Early Adopter Manier hatten wir bereits mehrere DVDs (Mitbringsel von einem New York Besuch des Bruders) bevor ein entsprechender Player gekauft wurde. Da damals Kinostarts und DVD-Auswertungen in den USA oft bis zu einem halben Jahr dem europäischen Festland voraus waren, hatten wir nicht selten bereits zum heimischen Kinostart die DVD zu Hause. Oft nur teilweises Verstehen der Dialoge, aufgrund offensichtlichem Desinteresses am Englischunterricht (und mangelnder Begabung) in der Schule, schränkte die Freude nicht allzu sehr ein. Schließlich ist Film ein optisches Medium und den damals überwiegend aus Horrorfilmen bestehenden Filmimporten konnte man auch folgen ohne jedes Wort zu verstehen.


    The Lucky One

    Bereits längere Zeit mit dem Floh im Ohr, für wahre Perfektion muss der Ton aus dem Bild kommen, bot sich plötzlich die Chance eine Stewart Leinwand mit akustisch transparenten Tuch zu einem erschwinglichen Preis zu bekommen. Kurz entschlossen die Möglichkeit beim Schopfe packend wurde zum Verkäufer Kontakt aufgenommen, Konditionen verhandelt und das Geschäft abgeschlossen. Vorausgegangen waren allerdings eingehende Diskussionen mit dem Korrektiv, schließlich war trotz ungefähr halbiertem Listenpreis die Investition nicht unerheblich. Der ursprüngliche Käufer hatte sich zu seinem Pech und unserem Glück bei seinen Raumdimensionen vermessen und konnte die eigens für ihn gefertigte Leinwand nicht verwenden. Daher musste er diese noch Originalverpackt wiederverkaufen. Für unseren Raum passte sie wie angegossen. Sie füllte die Front auf ganzer Breite. Es war eine Stewart Luxus Deluxe Screenwall Electrimask Rahmenleinwand mit StudioTek 130 Tuch, in microperforierter Ausführung, im 16 zu 9 Format mit 2,90 m sichtbarer Bildbreite und elektrischer Maskierung. Mit einer Mischung aus Vorfreude und Anspannung wurde die Lieferung erwartet, erfüllte doch ein Versuch im Vorfeld mit einer akustisch transparenten Leinwand eines anderen Herstellers die hoch gesteckten Erwartungen in keiner Weise. Die Lochstruktur war bei diesem Tuch noch aus der hintersten Ecke des Raumes sichtbar. Nach erfolgreichem Aufbau der Stewart Leinwand war der Eindruck, ob der neu gewonnen Breite und des nun aus dem Bild kommenden Tons, trotz der aus heutigen Sicht lächerlichen Helligkeit, schlicht überwältigend. Aus näherem Betrachtungsabstand konnte bei hellen gleichmäßigen Bildteilen während Schwenks zwar manchmal eine gewisse Struktur erspäht werden, doch das war ein verschmerzbarer Schönheitsfehler.


    Die folgenden Jahre vergingen mit dem Aufbau einer umfangreichen DVD Sammlung und unzähligen Filmsessions. Nach gemeinsamen Einkaufsfahrten mussten oft 20 Neuanschaffungen im DVD Regal verstaut werden. Schließlich wurde auch der Projektor auf einen Sony VPL VW10HT upgegradet. Und das Licht ging an.

    Damit war das Ziel erreicht. Wieder einmal. Fürs Erste.

    Doch schon bald kamen Erste Gedanken zum Bau eines eigenen Hauses mit gemeinsamen Kino.

    Aber dies ist eine andere Geschichte.

  • Die Planung des „Family Cinema“


    Im April 2007 begann der Bagger mit den Aushubarbeiten für das Doppelhaus mit gemeinsamen Kino. Vorausgegangen war eine jahrelange Planungsphase. Schließlich ist der Bau eines Eigenheims vermutlich die größte Investition im Leben. Besondere Aufmerksamkeit wurde meinerseits hierbei natürlich auch auf das zukünftige Heimkino gelegt.


    Die für den geplanten Einsatzzweck erforderlichen Raumdimensionen wurden aus den Einschränkungen ebendieser im Kino im Elternhaus abgeleitet. Da wir beide (mein Bruder und ich) mittlerweile sowohl eine Lebensgefährtin als auch jeder bereits einmal Vater geworden war und weiterer potentiell kinobegeisterter Nachwuchs im Bauch meiner Lebensgefährtin heranreifte musste entsprechende Berücksichtigung finden. Zwei Referenzplätze für den Bruder und mich würden auf Dauer sicher nicht reichen. Es musste auf zumindest 8 Plätze ausgelegt werden, mit Option auf mehr. Sowohl Raumbreite von 3,2m als auch Höhe mit 2,15m sind für die gewählte Anzahl an Sitzplätzen deutlich zu gering. Der resultierende Kompromiss aus Bauplatz, Budget und den anderen Räumen des Hauses (rund ums Kino) war letztendlich dieser: 7,76*4,86*2,64m


    Ausschnitt Grundriss Kellergeschoss


    Beide Haushälften wurden über das Kinofoyer miteinander verbunden. Über dieses sind auch die anderen gemeinsam genutzten Räume zugänglich. Die das Kino begrenzenden Wände bestehen aus zumindest 18 cm Stahlbeton. Der Zugang zum Kino liegt unter dem Stiegenaufgang ins Erdgeschoss. Der Keller wurde wie der Rest des Hauses sehr gut gedämmt (36 cm Wärmedämmung)


    Detailplan Heimkino


    Die „Säulenelemente“ dienen als Stauraum und zur Aufnahme der Surroundboxen. In der „Säule“ hinten rechts sind die Geräte untergebracht. Der Wanddurchbruch zum angrenzenden Abstellraum sorgt für ausreichende Tiefe, optimale Platzausnutzung und Zugänglichkeit der Geräterückseiten für Verkabelung, etc. Dort befindet sich auch ein Abluftauslass der kontrollierten Wohnraumlüftung. (Vermeidung Hitzestau und Wärmerückgewinnung über den Wärmetauscher in der KWL)
    Die Zuluft ist in der rechten vorderen „Säule“ integriert.


    Visualisierung Kino in der Planungsphase


    Die Abschrägungen auf der Rückseite waren zur Aufnahme von Eckabsorbern ausgelegt. Wurden in der Bauphase jedoch verworfen. Der vordere Bereich (bis zur ersten Säule) ist bis auf die Decke komplett mit porösen Absorbern versehen. In den Ecken sind raumhoch Eckabsorber und an der Ecke Vorderwand / Decke ebenso. (Also gut 10 lfm)

    Zielsetzung beim Design sollte eine möglichst zurückhaltende, klassische Optik sein. Keine sichtbare Technik, möglichst Restlichtoptimiert.

  • Planung des Kinofoyer


    Im ersten Heimkino wurden die Medien im Kino aufbewahrt. Bereits dort gelang es durch die Bauart als Präsentations-Regale ein gewisses Videotheken-Feeling zu erzeugen. Jedoch erwiesen sich sowohl Reflektionen im Kinobetrieb als auch gelegentliches Herunterfallen von DVDs (wenn Basswellen durchs Kino rollten) als störend. Es musste daher unbedingt ein entsprechender Vorraum mit Videothekenflair, zur Auslagerung und Präsentation der Filme geschaffen werden. Mit weniger würde ich mich nicht zufrieden geben. Anfangs etwas ausufernde Ideen mit Platz für eigene Bar und lebensgroße Filmfiguren, musste ich aber aufgeben.


    Grundriss Kinofoyer


    Pläne für die Regale


    Visualisierung Kinofoyer aus der Planungsphase

  • Bauphase 1


    Nachdem das Haus im Sommer 2008 fertiggestellt und die Ein-/Umzugsphase abgeschlossen war, ruhten die Kinobauambitionen für eine Weile. Der Hausbau musste sowohl mental als auch finanziell erst verdaut werden. Auch hatte sich der Nachwuchs beider Familien mittlerweile auf jeweils zwei erhöht. Das noch immer betriebsbereite Kino im Elternhaus ließ es uns leicht verschmerzen. Die Sucht konnte trotzdem befriedigt werden.

    Noch als Teil des Hausbaues wurde die Decke im Kino schwarz gestrichen und die Regale im Foyer durch einen Tischler angefertigt.
    2010 begannen wir schließlich mir dem Bau der Podeste und des Trockenestrichs.

    Trockenestrich um die Raumhöhe optimal ausnutzen zu können (auf die Einbringung eines Estrichs im Heimkino wurde beim Bau verzichtet) und Podeste weil kurz entschlossen eine dritte Sitzreihe vorgesehen wurde.

    Danach wurden auf den Seitenwänden und der Rückwand mit Kanthölzern eine Unterkonstruktion für die Wandbespannungen geschaffen. Die ca. 12 cm zwischen roher Betonwand und Stoff (bei den Seitenwänden, Rückseite ca. 20 cm) wurde für die Aufnahme der akustischen Elemente geopfert.


    Rückwand, Podeste, links Gerätenische mit Tapetentür


    Skyline Diffusoren auf der Rückwand


    Die erste Wandbespannung ist montiert (Aus Molton, Thema Problemanalyse)

    Tapetentür zum Abstellraum: diese wird im weiteren Ausbau durch ein Säulenelement verdeckt in welchem die Geräte untergebracht sind. Oberhalb sieht man den Abluftauslass der KWL.


    Vorderes Säulenelement als Stauraum


    Linke Seitenwand: vorderer Bereich (bis zur 1. "Säule" komplett mit 8cm Aixfoam Absorbern (auf dem Foto durch Vlies verdeckt) ausgeführt.


    Säule hinten links mit Öffnungen für die Dipole, Sägezahndiffusoren


    Linke Seitenwand


    Rückwand mit fertigen Bespannungen, Decke mit begonnener UK für Diffusoren


    Front mit Unterkonstruktion für Leinwand, seitliche Rahmentüren mit Akustikstoff (dahinter sind Front L+R),

    poröse Absorber (8cm Aixfoam) auf der gesamten Frontwand und seitenwänden bis 1. "Säule" von Boden bis Decke,

    Eckabsorber an der Kante Frontwand / Decke und raumhoch Frontwand / Seitenwände.

  • Bauphase 2


    Die bisherigen Arbeiten wurden mit Ausnahme des Deckenanstrichs in Eigenleistung durchgeführt. Für die Verlegung des schwarzen Teppichs (der ist schwarz auch wenn’s auf dem Foto nicht so ausschaut) wurde professionelle Hilfe in Anspruch genommen.


    Fertiger Teppich, Stufenkantenprofile mit LED, Sockel mit indirekter Beleuchtung


    Und nochmals ohne Sonstiger Beleuchtung


    Dann wurden Lautsprecher, Leinwand und sonstige Geräte vom Heimkino im Elternhaus ins neue Heimkino im Eigenheim transportiert. Der Denon AVC A1 wurde bei dieser Gelegenheit in Pension geschickt und durch einen Onkyo TX NR 5009 ersetzt. Als Projektor war bereits vorher ein Sony VPL VW60 im Einsatz. Die Zuspielung erfolgte natürlich auch schon einige Zeit von einem Blu-Ray-Player.

    Damit war das Kino funktionsfähig und die Motivation die offenen Baustellen abzuschließen ging gegen Null.

  • Bauphase 3: Fertigstellung Decke, Bau Tür, Kinositze


    Nach längerer Schaffenspause wurden 2018 die noch ausständigen Komplettierungen in Angriff genommen. Im vorderen Deckenbereich wurden 16 Skyline Diffusoren angebracht. LED Spots wurden in die Decke verbaut. Schließlich wurde die Decke mit Akustikstoff bespannt (cleane Optik, die Skyline Diffusoren hatten zwar auch ihren Reiz, aber sind im Filmbetrieb doch ablenkend). Geschuldet war der plötzliche Ehrgeiz dem leichtfertigen Versprechen an die Kinder, dass bis Weihnachten die dritte Sitzreihe eine Bestuhlung erhalten wird. Flugs wurden gesamt 7 Ledersitze Modell Matera in 2 Reihen bei Sofanella geordert. Diese sollten fortan die Reihe 1 & 2 bilden. Die noch aus dem ersten Kino stammenden Roten Ikea Sofas In die 3. Reihe wandern.

    Da der Zugang nach Anbringung der Bespannungen und Installation der Sitzen nur mehr erschwert möglich sein würde, wurden vorsichtshalber noch vor Besitz eines Atmos fähigen Receivers Deckenboxen (XTZ S2) beschafft und montiert.

    Auch das Projekt Kinoeingangstür wurde endlich angegangen. Das Anforderungsprofil an die Tür war zum Wohle der akustischen Symmetrie kinoseitig Absorber in gleicher Dicke wie auf der gegenüberliegenden Seite zu integrieren, sowie eine Wandleuchte. Auch Schallschutz war natürlich zu berücksichtigen. Und natürlich flächenbündig für cleane Optik. All dies erschien mir lange im Selbstbau nicht umsetzbar. Nachträglich kann ich sagen, dass es eigentlich wesentlich einfacher war als gedacht.


    Tür noch ohne Absorber

    Tür mit Absorber


    Fertig bespannte Tür

  • Hinter den Kulissen - die Technik


    Technikrack


    Seitliche Säule mit integriertem Dipol Surroundspeaker, verkleidet mit Keilrahmen mit Akustikstoff


    Funkwandsender für Beleuchtung

    (auch über Harmony mit lightmanager steuerbar)


    Skyline Diffusoren im vorderen Deckenbereich


    Front mit geöffneten seitlichen Verkleidungen

  • Problemanalyse & Verbesserungsansätze


    Mit der aktuellen Performance bin ich im Wesentlichen zufrieden, aber außer Zweifel steht für mich, dass noch Luft nach oben vorhanden ist.

    Um ohne Irrwege in der Gesamtperformance signifikant voranzukommen, fehlt mir allerdings einiges an Grundlagen sowie die Zeit sich diese anzueignen.

    Und auf Trial und Error kann ich verzichten. Deshalb werde ich zumindest für die raumakustischen und beschallungstechnischen Aspekte professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.


    Vorher würde ich trotzdem gerne das Schwarmwissen im HKV ausnutzen (bitte!) um abzuchecken wo die weitere Reise hingehen könnte bzw. meine Überlegungen Konsensfähig sind.

    In weiterer Folge habe ich die Problemfelder samt möglicher Verbesserungen aufgelistet:



    Optimierung Raumakustik (im weiteren Sinn):


    Nachhallzeit


    REW Messungen werde ich hier einfügen.


    Problemanalyse: Nachhallzeit Bass: zu lang

    Verbesserungsansatz: DBA (eigentlich Wiedergabe)


    Problemanalyse: Die Nachhallzeit im Hochtonbereich ist sehr kurz

    Verbesserungsansatz: Austausch des Molton gegen weniger stark Hochton absorbierenden Akustikstoff (z.B. Adamantium Audio Dark 2.0, siehe auch Restlichtoptimierung)



    Optimierung Ton-Wiedergabe:


    Dynamik, Klarheit, Sprachverständlichkeit, Ortbarkeit Surround, …

    Problemanalyse: vorhandene Lautsprecher vermutlich nicht mehr auf der Höhe der Zeit

    Verbesserungsansatz: Bafflewall (offen) + DBA + Optimierung Aufstellung + neue Lautsprecher (aktiv, eingemessen auf Raum, ...)



    Optimierung visuelle Immersion:


    Verhältnis Sitzabstand zu Bildgröße bzw. Betrachtungswinkel

    Problemanalyse: Verhältnis Sitzabstand (der Referenzreihe) zu Bildbreite ist mit ca. 1,86:1 nicht mehr zeitgemäß. Da geht im 4k Zeitalter deutlich mehr (Breite).

    Verbesserungsansatz: Neue Leinwand im Format 21:9 mit ca. 4,0m Breite (Anmerkung: Bild soll bei 16:9 nicht kleiner werden), akustisch transparent, Gain > 1 wäre gut, Seitliche Maskierung ebenso



    Restlicht, Reflexionen

    Problemanalyse: Roter Molton ist nicht ideal lichtschluckend, schwarzer Akustikstoff Decke ebenso

    Verbesserungsansatz: Teilweiser oder vollständiger Austausch des roten Moltons auf Adamantium Audio (für Restlicht vorne am relevantesten, für Thema Nachhall überall anders relevanter, für Optik sollten einige rote Elemente erhalten bleiben), ev. Auch 1. Teil Deckensegel Adamantium statt Akustikstoff.



    Optimierung Bequemlichkeit


    Abstand Referenzsitzreihe zu erster Reihe

    Problemanalyse: Abstand zwischen Referenzreihe und erster Reihe nicht ausreichend um in Liegeposition die Füße ausstrecken zu können ohne die vorderen Sitze zu berühren.

    Verbesserungsansatz: Reihenbreite für Referenzreihe von 1,60 m auf ca. 1,90 m vergrößern (ev. Blickbeeinträchtigung durch Reihe 1 beachten, neue LW ggf. etwas höher montieren)



    Optimierung Erscheinungsbild

    Lichtkonzept, Design, …

    Neues Lichtkonzept, an die aktuellen technischen Möglichkeiten angepasst (LED Stripes, Farbstimmungen durch Beleuchtung)

  • Schöne Arbeit und tolles Ergebnis (das ihr nun ja schon einige Zeit nutzt).


    Referenzreihe ist die mittlere, oder? Wie ist der Abstand zur Leinwand (der verschiedenen Reihen)? Ich nutze ja auch drei Reihen und in Bezug auf die Bildgröße kann das schnell zu Kompromiss werden. Ist Euch die Leinwand aus der mittleren Position breit genug?


    Teufel Theater 8 hatte ich auch mal - bei mir hießen die Lautsprecher M800. Sind die M900 eine andere Ausführung?

  • Schöne Arbeit und tolles Ergebnis (das ihr nun ja schon einige Zeit nutzt).


    Referenzreihe ist die mittlere, oder? Wie ist der Abstand zur Leinwand (der verschiedenen Reihen)? Ich nutze ja auch drei Reihen und in Bezug auf die Bildgröße kann das schnell zu Kompromiss werden. Ist Euch die Leinwand aus der mittleren Position breit genug?


    Teufel Theater 8 hatte ich auch mal - bei mir hießen die Lautsprecher M800. Sind die M900 eine andere Ausführung?

    Danke!


    Ja, die Referenzreihe ist die 2. Reihe


    1. Reihe: Abstand Kopf - Leinwand ca. 3,80m

    2. Reihe: Abstand Kopf - Leinwand ca. 5,40m

    3. Reihe: Abstand Kopf - Leinwand ca. 6,60m

    (Hab ich jetzt kurz ausgerechnet, ich werde das am Abend nochmals messtechnisch prüfen, aber so ungefähr müsste es stimmen)


    Leinwandgröße ist dann Thema bei Problemanalyse und Lösungsansätzen, vorweggenommen kann ich verraten, dass ich eine größere Leinwand im Format 21:9 anstrebe


    Meines Wissens gab von Teufel im Lauf der Zeit zwei unterschiedliche Systeme mit gleicher Bezeichnung: meines (siehe Foto Post Nr. 4) muss so 1995/1996 herausgekommen sein.

    Später gabs dann ein Theater 10 (mit zumindest optisch gleichen Frontboxen wie "mein" Theater 8, dann kam ein anderes Theater 8 mit kleineren Frontboxen. Die Frontboxen sind M900.

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