Alternative Inbildkontrastmessung

  • Beim Abspann stärt es mich auch nicht, aber da bin ich drauf gekommen, dass wohl wenig bis keine Helligkeitskompensation gemacht wird.


    So lange MadVR noch den Bug hat, dass es beim aktivieren der Scripte, je nach Profil, das Muster A-B-A oder B-A-B schaltet, muss ich leider beim Wechsel HDR <-> SDR immer kurz die FB zur hand nehmen. Da stört es mich weniger, wenn ich für die paar komplett dunklen Filme, bei denen es sich lohnt, die FB nehme und die Auto-Iris anstelle.

  • Beim Abspann stärt es mich auch nicht, aber da bin ich drauf gekommen, dass wohl wenig bis keine Helligkeitskompensation gemacht wird.

    Wenn ich mal davon ausgehe, dass im Abspann die Schrift 100 % weiß ist und der Hintergrund 100 % schwarz ist, kann die Helligkeitskompensation nichts tun: Denn die Schrift ist ja schon so hell wie möglich und wird lediglich von der Blende abgedunkelt.


    Die Automatik müsste dann so schlau sein, Bereiche mit viel weißer Schrift im Bild abzudunkeln: Dazu müsste die eigentlich 100% weiße Schrift dann z.B. nur noch 80% weiß sein und dadurch würde der Kontrast dort leiden.


    Aber nur so könnte man das Pumpen in Griff bekommen, wenn man die Autoblende eingeschaltet haben möchte. Aus meiner Sicht gibt es da keine Lösung...

  • Ich war ja nie ein Freund von dynamischer Helligkeitsregelung. Nicht nur wegen des Pumpens, sondern auch wegen der zeitlich inkonsistenten Darstellung von hellen Tönen. Hier mal eine Messung der Auto-Iris des JVC. Sie greift erst unterhalb von 1% ADL.


    Der Kontrast ist im Folgenden immer bezogen auf ein Weißbild. Innerhalb des Bildes ändert er sich mit Auto-Iris natürlich nicht. Sie verschiebt ja nur den Helligkeitsbereich. So einem Diagramm zeigt eben nicht den zeitlichen Aspekt und trügt daher. Ich denke, dessen ist sich hier jeder bewusst.


    Die Auto-Iris arbeitet ziemlich träge (was erstmal nicht grundsätzlich schlecht ist). Beim Umschalten der Testbilder sieht man schön, wie sich die Iris langsam schließt und öffnet. Auch die garstige Farbanpassung sieht man (warum auch immer die so implementiert ist). Allerdings hängt die Automatik nicht nur an der ADL. Es scheint noch andere Kriterien zu geben. Ich habe mir daher verschiedene Testbilder mit derselben ADL für 0,5% erstellt.


    0,5 %:





    Während mit statischer Iris der Schwarzwert bei den drei Testbildern identisch bleibt (wie im ersten Beitrag bereits herausgefunden), nimmt die Iris im Auto-Modus unterschiedliche Zustände an.


    Bezogen auf das erste Testbild ist der Schwarzwert des zweiten nur noch 56% und beim dritten 43% so hoch. Das heißt, die Quadrate im ersten Testbild wirken genauso hell wie im zweiten, obwohl sie eigentlich doppelt so hell sein müssten. Das ist schon richtig übel und der Grund, warum ich gegen eine Auto-Iris bin. Mit weiß haben die Quadrate dann im ersten Testbild nichts mehr zu tun. Man opfert die hellen Töne für bessere Tiefe. Das kann in einigen Szenen gut funktionieren in anderen wieder nicht. Ich würde jedem empfehlen, sie auszuschalten. So habe ich es von Anfang an gehalten.

  • Bezogen auf das erste Testbild ist der Schwarzwert des zweiten nur noch 56% und beim dritten 43% so hoch. Das heißt, die Quadrate im ersten Testbild wirken genauso hell wie im zweiten, obwohl sie eigentlich doppelt so hell sein müssten.

    Wobei ich daraus ableite, dass die hellen Quadrate schon so wie es sein sollte von 1 nach 3 weniger hell abgebildet werden.

    Nur wird durch die sich schließende Blende von 1 nach 3 der Schwarzwert besser und damit *wirken* die hellen Quadrate ähnlich hell weil unser Auge die Helligkeit relativ zum mehr oder minder schwarzen Hintergrund empfindet.

    Das heißt ein mittelhelles Quadrat wirkt umso heller, je schwärzer der Hintergrund ist.

    Oder allgemeiner formuliert, ein guter Schwarzwert führt nicht nur zu dem schwärzeren Hintergrund sondern er erhöht auch die subjektiv wahrgenommene Helligkeit der helleren Bildelemente.

  • Nur wird durch die sich schließende Blende von 1 nach 3 der Schwarzwert besser und damit *wirken* die hellen Quadrate ähnlich hell weil unser Auge die Helligkeit relativ zum mehr oder minder schwarzen Hintergrund empfindet.

    Das trifft leider nicht zu. Wenn ich die Testbilder hin- und herschalte, wirken die Quadrate aus den Testbildern ähnlich hell. Der bessere Schwarzwert wertet das dunklere Weiß nicht in dem Maße auf, dass der Effekt kompensiert wird. Nicht mal ansatzweise. Die Quadrate aus Testbild 1 wirken richtig grau, so wie die in den anderen beiden Testbildern. Der bessere Schwarzwert fällt dagegen so gut wie gar nicht auf.


    Wohlgemerkt nur in diesen Testbildern, das mag in anderen Verteilungen wieder anders sein.

  • Das trifft leider nicht zu. Wenn ich die Testbilder hin- und herschalte, wirken die Quadrate aus den Testbildern ähnlich hell. Der bessere Schwarzwert wertet das dunklere Weiß nicht in dem Maße auf, dass der Effekt kompensiert wird. Nicht mal ansatzweise. Die Quadrate aus Testbild 1 wirken richtig grau, so wie die in den anderen beiden Testbildern. Der bessere Schwarzwert fällt dagegen so gut wie gar nicht auf.

    Okay, dann hatte ich das falsch interpretiert.

    Es entspricht also eher ungefähr einem Tonemapping-Clipping Effekt, d.h. die oberen Helligkeitsstufen werden einfach abgeschnitten und hellgrau und weiß sind dann alle gleich hell?

  • Umgekehrt funktioniert es etwas besser, weil das Auge schneller auf zuviel Helligkeit reagiert, als umgekehrt:
    Geht man im Sommer ins freie, reagieren die Augen innerhalb weniger Sekunden. Geht man in einen finsteren Raum mit wenig Licht, dauert es einige Minuten, bis die Iris im Auge aufmacht.


    So wirkt neben hellen Objekten ein helleres "Schwarz" dunkler und letztendlich drehen wir uns im Kreis bei der Kontrast Diskussion:


    Wie weit kann das Display innerhalb eines Bildes Schwarz und Weiß spreizen?
    Und als 2. Faktor: Wie genau Helle Pixel von dunklen Pixeln abgrenzen?

  • Es entspricht also eher ungefähr einem Tonemapping-Clipping Effekt, d.h. die oberen Helligkeitsstufen werden einfach abgeschnitten und hellgrau und weiß sind dann alle gleich hell?

    Clipping tritt da nicht auf. Der gesamte Helligkeitsbereich wird ja einfach nur nach unten geschoben. Weiß hat dann in Testbild 1 z.B. keine 16 fL, sondern eben nur ca. 8 fL oder sogar weniger. Das hat das Grau in Testbild 2 aber auch. Das heißt, zwei zeitlich aufeinanderfolgende Szenen bilden völlig unterschiedliche digitale Werte auf denselben physikalischen Wert ab.

  • Stimmt dann das Helligkeitsverhältnis der Punkte zueinander?

    Vermutlich schon. Ich kann es nicht genau erkennen, weil sich die Farbtemperatur der Kästchen ändert. Das weiße wird grünlicher und die dunkleren werden rötlicher. Dadurch ist es schwer. Aber ich würde schon sagen, dass das weiße heller bleibt.



    @alle

    Hier ist noch eine Auswertung, die das bestätigt, was ich schon lange schreibe. Nämlich, dass die Aufhellung prozentual nur in den unteren Stufen eine Relevanz besitzt.


    Ich habe dafür Testbilder erstellt, die in der Mitte ein Quadrat mit dem Wert der zu messenden Stufe (z.B. 0,1% oder 1%) besitzt und außen jeweils die weißen, die 1% ADL entsprechen. Natürlich ist die ADL über die Testreihe nicht konstant, sondern sie steigt leicht. Aber es geht mir ja um den Einfluss der weißen Kästchen auf die unteren Stufen und nicht um eine konstante ADL. Verglichen habe ich dann jeweils ein Testbild ohne weiße Kästchen und eines mit. Die sehen dann für die Stufe 1% z.B. so aus:


    Ohne Aufhellung:


    Mit Aufhellung:


    Daraus habe ich jeweils den Faktor ermittelt, um den das mittlere Kästchen aufgehellt wurde. Also quasi normiert auf die Variante ohne weiße Kästchen. Die X-Achse (also die Stufe des mittleren Kästchens) ist logarithmisch dargestellt, was ja letztendlich auch unserer Wahrnehmung entspricht.



    Wie man sieht, wird der Bereich unter 1 % zu Schwarz hin immer stärker aufgehellt. Darüber haben die weißen Kästchen praktisch keinen Einfluss mehr. Das ist logisch, da die Aufhellung eine Addition darstellt. Es wird ja immer derselbe Wert addiert. Das schlägt sich dann prozentual immer weniger nieder, je höher die Stufe ist.


    Man könnte das Spiel jetzt mit beliebigen ADL wiederholen. Das waren jetzt nur 1%. Bei höherer ADL wird der Einfluss entsprechend nach oben rutschen. Die Kombinatorik ist nahezu beliebig.

  • Interessant wäre das mit Sony-Projektoren. Zumindest aus der HW-Reihe weiß ich dass da die dynamische Blende etwas intelligenter arbeitet. Wenn 100 % weiss im Bild ist, zumindest etwas größere Flächen, machen die nämlich nicht mehr zu, so z.b. beim Abspann. Deswegen pumpt da im Abspann so gut wie nichts, bei JVC ist das ja leider ein Graus.


    Ich denke man geht bei gut programmierten dynamischen Blenden davon aus dass 100 % Helligkeit selten vorkommt, daher kann man in Mischszenen ohne Spitzenhelligkeit die Blende etwas schließen und per Gammaanpassung die hellen Anteile heller machen, die dann bei der Blendenstufe max. Helligkeit entsprechen, aber idealerweise so hell sind, wie vorher bei offener Blende.


    JVC müsste da nachbessern, tun sie aber nicht.


    Ich nutz die dynamische Blende am 5900 nur für HDR, da ich hier volle Lichtleistung fahre und die Blendengrundstellung offen ist. Da bleibt vom statischen Schwarzwert nicht mehr so viel übrig.


    Wirklich nervig arbeiten sehe ich sie dann halt im Abspann.

  • Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass es für die Messung der Testbilder mit den grauen Kästchen ganz wichtig ist, dass der Projektor auf eine Potenzfunktion mit dem Gammafaktor 2,2 kalibriert ist. Denn dafür habe ich die Testbilder erstellt. Weicht die Gammakurve in den entsprechenden Bereichen ab, verfälscht sie sofort das Ergebnis. Im Gegensatz zu Schwarz und Weiß bestimmt die Gammakurve direkt die Helligkeit dieser Grautöne.


    Ich hatte bei meinen Messungen damals das Gamma extra noch mal kontrolliert und kalibriert. Natürlich kann man auch auf ein anderes Gamma kalibrieren, dann muss man die Messwerte allerdings auf ein Gamma 2,2 umrechnen. Oder man passt die Tonwerte der Kästchen für sein eigenes Gamma an.

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