Ungewöhnliche Voraussetzungen

  • Hallo in die Gruppe,


    wie schon im Vorstellungsthread geschrieben planen wir (meine Frau und ich) den Bau eines Hauses mit einem Raum für ein Heimkino mit davorliegender Bar. Da wir noch mit dem Architekten zu Gange sind ist der Raum in gewissen Grenzen planbar. Daher habe ich mich mit den Abmessungen als erstes beschäftigt. Daher war "Grundlagen für den Heimkinobau" meine erste Anlaufstelle. Hier habe ich die Maße basierend auf einer Deckenhöhe für den Keller von 2,5 Meter wie folgt ermittelt:


    Sepmeyer: 1.0 : 1.28 : 1.54 - 2,5 : 3,2 : 3,85 = 12,3 qm
    Louden: 1.0 : 1.4 : 1.9 - 2,5 : 3,5 : 4,75 = 16,63 qm
    Volkmann 1.0 : 1.5 : 2.5 - 2,5 : 3,75 : 6,25 = 23,44 qm
    Boner: 1.0 : 1.26 : 1.59 - 2,5 : 3,15 : 3,975 = 12,52 qm


    Eigentlich wollte ich in Richtung Volkmann gehen, habe dann aber direkt mal versucht das Stereodreieck zu berechnen. Dabei kam aber heraus, dass bei einem "optimalen" Abstand von mit 38 % von der Rückwand entfernt die Abstände der Lautsprecher bei 4,47 Meter liegen würden. Also außerhalb der Wände...?


    Des weiteren habe ich mir überlegt: wie soll die Wand zum Flur bzw. der Bar ausgelegt werden? Das Heimkino wird im hinteren Teil des Kellers liegen (haben leichte Hanglage, der vordere Teil des Kellers ist ebenerdig). Dort sind die Außenwände entsprechend massiv. Da ich aber ohnehin mit Absorbern etc. arbeiten muss, stellt sich mir die Frage: lege ich die Wand zu Flur/Bar also Leichtbauwand (doppelt beplankt) aus oder auch als gemauert (17,5 oder 25,5er Stein).

    Ich habe mal ein Bild vom aktuellen Grundriss des Kellers angehängt. Der Eingang in die Bar erfolgt aus dem Treppenhaus, man geht durch die Bar in das Kino, an der Seite der Tür soll die Leinwand (mit Baffle Wall?) aufgebaut werden. Der Beamer und die ganze Technik kommt in den Technikraum, der wird über den Heizungraum zugänglich sein. Für den Beamer wird eine Aussparung vorgesehen, ebenso für Kabel (je einen Durchlass für Audio und einen für Strom/Licht). Ich plane zwei Sitzreihen, die zweite Reihe auf einem Podest.


    Daher die Frage: wie sollten die Abmessungen aussehen, wo sollten optimalerweise die Sitze/Lautsprecher stehen, damit man ein möglichst harmonisches Klangbild erhält. Hier gilt wirklich: die Größe ist zwischen 3,5 und 4,5 Meter Breite und 6 und 7 Metern Länge anpassbar! Ich würde das gerne vom Start weg her richtig machen.


    Viele Grüße,


    Harald

  • Da sich noch alles in der Planung befindet:


    Die Tür von der Bar zum Kino ist ungünstig positioniert. Diese sollte nicht in der Ecke des Kinos sein, da hat Du später nur Probleme mit der Positionierung der Lautsprecher und Absorber. Baue die Tür im Plan rechts von der Bar, bedeutet Mitte Kino.

  • Die Wand zwischen Heimkino und Bar/Treppenhaus wird ja wohl eine tragende Wand sein. Ich glaube nicht, dass du so einfach die Maße hier variieren kannst. Zumindest nicht, wenn die Mehrkosten für den ansonsten anfallenden Aufwand eine Rolle spielen.

    Das beantwortet die Frage nach der Leichtbauwand wohl direkt mit.

    Ist dein Architekt ein "Freier Architekt" oder gehört der zum Bauträger?

  • DoXer: danke für den Tipp, hatte ich mir auch schon so überlegt die Tür zu verschieben. Das liegt auch daran, dass ich über eine Baffle Wall nachgedacht habe, die hat ja auch eine gewissen Bautiefe ;-) Zu weit in die Mitte wollte ich nicht gehen, da hinten noch ein Podest für die zweite Reihe rein soll, welches von beiden Seiten der Sitzgruppe erreichbar sein sollte.

    th_viper: Noch ist ja alles in Planung, die Zeichnung stammt von mir. Es ist ein freier Architekt, das heißt kein Bauträger ist involviert und man kann in gewissen Grenzen varieren. Auf dem Plan sind natürlich nicht die oberen Geschosse zu sehen, aber ja: irgendwo im Keller muss wohl eine tragende Wand hin. Aber da du das mit der Leichtbauwand angesprochen hast: was würdest du eher empfehlen? Eine Leichtbauwand, die ich direkt als Absorber nutze/auslege oder eine massive Wand mit aufgesetzten Absorbern da wo man es braucht? Ich hatte eher so an die Massivwand gedacht, bin aber unsicher.


    Habt ihr denn eine Idee wie ich die "perfekten" Abmessungen ermitteln kann? So dass ich dem Architekten sagen kann: so hätte ich das gern, Lage im Keller egal ;-) P.S. sogar die Höhe könnte ich noch varieren, nur jede neue Steinreihe kostet halt extra ;-)


    Und schon mal vielen Dank für die tollen Tipps!

  • Ich würde die Wand massiv auslegen. Gegen Bässe hilft am besten eine hohe Masse.

    Die akustischen Maßnahmen können davor gesetzt werden.


    Und ich würde wohl versuchen, eine Planung z.B. von Fairland machen zu lassen.

    Deine Raumabmessungen werden sich durch Bassfallen, vielleicht BaffleWall und so weiter im nachhinein so verändern, dass die von dir genannten Maßregeln nicht mehr in der Form zum Tragen kommen. Ich vermute, die werden sich sowieso auf weitgehend unbehandelte Räume beziehen.
    Ich halte es für sinnvoller, ein vernünftig benutzbares Raumkonzept zu entwickeln, mit entsprechend Platz für die der Akustischen Maßnahmen, die vor allem für die Bassabsorption große Abmessungen beanspruchen.

  • Nachdem ich so durch die Galerie gestöbert habe, ist mir aufgefallen, dass die Raumgrößen selten diesen "optimalen" Maßen entsprechen. Und die Frage habe ich mir auch schon gestellt: gelten die Maße VOR oder NACH Einbau aller Maßnahmen wir Baffle Wall etc.? Wenn ich das Stereodreieck als Beispiel nehme ist das recht einfach: Abstand vom Lautsprecher selbst (also Schallaustrittspunkt) zum Hörplatz. Bei 2 oder 3 Reihen gibt es einen Sweetspot, aber ich habe schon gesehen, dass viele pro Reihe einfach nochmal Surround-Lautsprecher einsetzen... Fairland ist auf jeden Fall ein guter Tipp, die sind zukünftig nicht zu weit weg. Ich werde dann mal versuchen einen Raum mit 4x6 Meter +/- 1 Meter einzuplanen. Ich denke, damit liege ich in einem guten Bereich. 3x6 Meter oder ähnliche No-Gos werde ich natürlich vermeiden :-)

  • Fairland ist auf jeden Fall ein guter Tipp, die sind zukünftig nicht zu weit weg. Ich werde dann mal versuchen einen Raum mit 4x6 Meter +/- 1 Meter einzuplanen.

    Wie gesagt, ich würde die so früh wie möglich einbinden, also direkt, bevor die Raumabmessungen planerisch feststehen.

    Noch geht das doch alles Hand in Hand.

  • Ich würde mich auch nicht zu sehr auf das Steredreieck fixieren. Es sei denn dir ist Stereo sehr wichtig. Das ist für Surround nicht super wichtig und lässt sich auch mit Dingen wie Front Wide kompensieren.

    Du wirst merken, dass man gewisse Kompromisse immer eingehen muss.


    Ich würde dir empfehlen, dich an den Gradangaben der Dolby Guides zu orientieren:

    https://www.dolby.com/us/en/speaker-setup-guides/index.html


    Für die Front wird hier 22-30 Grad empfohlen. Meine liegen bei 26 Grad was ich für mich sehr gut finde.

  • Dein Projekt war schon eine mega Inspiration für mich :-) Daher vielen Dank für dein Feedback. Ich habe mir mal ein Excel gebastelt in dem ich die Zahlen (Anstellwinkel der Front-Speaker), Entfernung zur Leinwand (in Prozent) etc. Dann wirft mir das Teil die Zahlen aus, auch wie groß die Leinwand bei einem Blickwinkel von x Grad, die ich auch angeben kann. Daher konnte ich auch schnell die Raumgröße für das Stereodreieck ermitteln. Ich liebäugel nach einigem herumspielen mit 4,25 Meter auf 6,25 Meter (oder 4x6 Meter, der einfachheithalber). Trotzdem habe ich schon Kontakt mit einem Dienstleister aufgenommen.

  • Vielen Dank.

    4x6m passt aus meiner Sicht. 4,25 x 6,25 ist noch besser. Gerade die Breite ist oft ein Faktor der immer mal als Ärgernis hochkommt. Ich hätte gern noch etwas mehr an den Seiten, will mich aber nicht beschweren.

    Wo soll denn die Technik hin? Vorraum? Extra Raum?

  • Also ziele ich mal auf die 4,25x6,25 Meter. Dann kann man auch gut die Sitze in der Mitte platzieren und bequem rechts wie links vorbei auf das Podest gehen. Technik kommt in einen eigenen Raum, ich hatte im ersten Post ein Bild angehängt. Der Technikraum wird über den Heizungskeller zugänglich sein. Da ich in der IT Branche arbeite muss sowieso ein 19" Rack ins Haus, der Platz war also schon reserviert. Für den Beamer wird in der Wand eine Aussparung vorgesehen, die Kabel lasse ich über zwei kleine Öffnungen am Boden reinlaufen, die kommen dann unter dem Podest in den Raum. Ein Öffnung für Licht/Elektro und eine für Audio. Hab bei unserer aktuellen Wohnung die komplette Elektroverkabelung und Smart Home verlegt - von daher dachte ich mir: trenne ich Strom und Netzwerk/KNX kann das bei Audio nicht schaden ;-)

  • Ah ok. Dachter das wäre der HWR. Das klingt dann sehr gut. :respect:

    Vergiss nicht die Kabelöffnungen groß genug zu machen :big_smile:

    Hehe danke für den Tipp, aber in der aktuellen Wohnung sind schon für 3 Zimmer zwei Niedax-Kabelrinnen verlegt worden. Nach dem Motto: Platz für Kabel kann man nie genug haben ;-)

    Zum Thema Zugang zur Technik: musst du da wirklich so oft hin? Ich hatte eigentlich gedacht: aufbauen, einstellen, fertig... hier daheim betreibe ich einen ESX Server (noch einen, kommen noch welche dazu im Haus) sowie einige Docker-basierenden Systeme u.a. für das Smart Home. Das ist mittlerweile alles so robust, dass ich da eigentlich gar nicht mehr dran muss. Ich hatte gehofft, dass ich da bei dem Heimkino auch so hinbekomme. Außerdem war mein Gedanken: eine Öffnung weniger im Raum ist was gutes :-)

  • Fairland ist super, aber nicht der Billigheimer. Aber danach bist Du mit dem Thema Akustik durch.


    Die wichtigsten Dinge sind im ersten Schritt die Leinwandbreite und das Akustikkonzept, v.a. im Bassbereich sowie die Anzahl der benötigten Plätze.


    Leinwandbreite: Bei der Wahrnehmung der Leinwand spielen absolute Größe und relative Größe zur Frontwand eine Rolle. 4m sehen immer größer aus als 3m. Allerdings wirkt eine 3m breite Leinwand in einem 5m breiten Raum kleiner als in einem 3m breiten Raum. Ein breiterer Raum wird allerdings besser "klingen", so dass 4m Raumbreite akustisch besser wirken dürften als 3m Breite. Allerdings wird das Bild ab ca. 3-3,5m Breite bei den üblichen Projektoren von JVC und Sony zu dunkel. Dann musst Du vielleicht auf Hochgain mit allen Nachteilen setzen oder auf einen richtig teuren Projektor setzen, der hell genug ist.


    Bass: Das am meisten empfohlene Konzept des DBA erfordert vorne und hinten ordentlich Platz, was einen längeren Raum erfordert. Auch die weiteren akustischen Maßnahmen brauchen Platz mindestens an der Seite und auch oben an der Decke.


    Die Anzahl der Sitzplätze könnte ebenfalls Einfluss auf die nötige Raumgröße haben.


    Leider bedingen sich die verschiedenen Parameter und widersprechen sich leider auch ein Stück weit.

  • Ich sehe schon: es läuft auf einen Raum mit 4x6,5 oder 4x7 Meter raus. Positionierung der Tür gehe ich an, wenn der Architekt die Anordnung der Räume sauber gelegt hat. Durchgang zum Technikraum überlege ich mir nochmal. Gerade eben hatte ich auch Kontakt mit Stefan Becker - danach waren auch die letzten Fragen zum Thema Raumgröße und Abmessungen ausgeräumt. Ich schaue mal, wie der Architekt das Heimkino unterbringt - danach geht die Planung weiter.


    Aber schon mal ein richtig dickes Dankeschön in die Runde für die schnelle und tolle Hilfe bei der Entscheidungsfindung! Echt ein tolles Forum!

  • Den Eingang seitlich in der Mitte. In der Breite würde ich noch mindestens 1 Meter drauflegen.
    Ich will auch nochmal bauen und Plane das Kino mit 5 x 6,5 m ein. Da reicht für zwei komfortable Stuhlreihen und eine breite Leinwand.
    Limitierend ist oft auch die Raumhöhe. Wenn Du noch Einfluß nehmen kannst plane einen hohen Raum für das Kino ein.
    Meine Wunschvorstellung liegt hier bei 3 m.

  • Den Eingang seitlich in der Mitte. In der Breite würde ich noch mindestens 1 Meter drauflegen.
    Ich will auch nochmal bauen und Plane das Kino mit 5 x 6,5 m ein. Da reicht für zwei komfortable Stuhlreihen und eine breite Leinwand.
    Limitierend ist oft auch die Raumhöhe. Wenn Du noch Einfluß nehmen kannst plane einen hohen Raum für das Kino ein.
    Meine Wunschvorstellung liegt hier bei 3 m.

    Ja, hätte auch gerne ein paar qm mehr für das Kino, aber das Baubudget ist leider irgendwann am Ende :-( Muss mal schauen, ob das so realisierbar ist. 4,25 x 6,25 waren so die Minimalanforderungen, aber ich weiß nicht mal, ob ich die halten kann... Raumhöhe aktuell 2,5 Meter, ob da mehr geht: offen. Baubudget von der Gesamtplanung lag leider 20 % über dem, was wir ausgeben wollen. Andererseits habe ich auch keine Lust mich nachher zu ärgern ;-) Von den Sitzen wäre bei 4,25 Meter und Usit-Sitzen auch noch genug Platz - erste Reihe 3 Sitze, zweite Reihe 4 Sitze. Na Montag weiß ich mehr, mal sehen was der Architekt spricht.

  • Nach einiger Zeit mal wieder ein Update: Der Architekt ist (fast) fertig. Für das Kino stehen 4,01 x 6,13 Meter bei ca. 2,5-2,55 Metern Deckenhöhe zur Verfügung - damit komme ich relativ gut an die Volkmann-Werte heran und habe mit 24,5 qm auch ausreichend Platz. Nicht übermäßig, aber für ein oder vielleicht sogar zwei Sitzreihen sollte es reichen. Direkt an das Kino (rückseitig, wie im ersten Bild) grenzt der Technikraum (4,01 x 1,5 Meter). Ich kann also ggfs. den Technikraum etwas verkleinern, aber mehr als 10-20 cm gehen nicht, sonst wird es mit dem Rack zu eng. Ein Trennwand zwischen Kino und Technik als Leichtbauwand oder 11,5er gemauerte Wand ist noch offen. Da ich aber vor haben vorne und hinten eine DBA zu bauen, spielt das wohl keine so große Rolle. Apropos DBA: ich habe schon einiges dazu gelesen, auch hier im Forum tolle Anleitungen gefunden. Allerdings habe ich nirgendwo gelesen, wo die DBA oder auch andere Aufbauten im Raum befestigt werden. Da wir überall (auch im Heimkino) mit Fussbodenheizung planen, würde ich ungerne in den Boden bohren und lieber alles in der Wand befestigen. Die Decke ist auf Grund von Elektro- und Lüftungsrohren für mich auch größtenteils tabu. Das Risiko die 5 cm (die man i.d.R. beim Estrich hat) mal zu überschreiten ist mir zu hoch.

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