TEST: ALPHALUXX REFLAX – Akustik Leinwand

  • TEST: ALPHALUXX REFLAX – Schalldurchlässige Leinwand für höchste Audio-Ansprüche




    Foto: Michael B. Rehders - Alphaluxx Reflax Rahmenleinwand



    Ausstattung und Design
    Zum Lieferumfang gehören neben dem Stahlrahmen, dem Reflax-Tuch ein bebilderte Bauanleitung und jede Menge Kabelbinder, um das Tuch am Rahmen zu befestigen. Zugegeben, besonders elegant finde ich diese Lösung nicht. Allerdings haben Kabelbinder den großen Vorteil, dass sie sich auch nach Jahren nicht verziehen. Während sich zum Beispiel Spanngummis mit der Zeit lockern, so dass das Tuch nachgespannt werden muss, entfällt diese zusätzliche Arbeit bei Alphaluxx.




    Foto: Michael B. Rehders
    Die Alphaluxx Reflax ist vor den Lautsprechern montiert. Um später noch an die Lautsprecher zu gelangen, zum Beispiel für Wartungszwecke, habe ich für die Befestigung zwei Scharniere verwendet. Auf diese Weise kann ich die Leinwand leicht hochklappen.


    Messungen und Bildeindrücke
    Der Leuchtdichtefaktor beträgt 0,73. Das bedeutet, dass das Tuch 73 Prozent des auftreffenden Lichts reflektiert. Der Rest wird „geschluckt“ – oder besser formuliert, scheint es durch das Tuch hindurch. Deshalb finde ich es wichtig, dass hinter der Leinwand möglichst alles in dunklen Farben gehalten wird. Ansonsten können helle Inhalte schon mal auf einer weißen Wand dahinter als „Geisterbilder“ aufblitzen.
    Die Farbreproduktion ist hingegen sehr gut. Im Grunde reicht es, den Projektor im Lichtstrom zu kalibrieren – oder von einem Dienstleister kalibrieren zu lassen – und die Farben sind dann zu Hause im dedizierten Heimkino nahezu identisch.


    Für die nachfolgenden Messungen habe ich eine Stewart Studiotek 100 als Referenz genommen. Diese Leinwand gilt gemeinhin als das Referenztuch weltweit.




    RGB-Niveau:
    Links die Messungen auf dem Stewart Studiotek 100. Das RGB Niveau beträgt durchweg 100 Prozent. Die Farbtemperatur macht mit 6505 Kelvin (D65) eine Punktlandung.
    Mitte: Das Alphaluxx Reflax ohne Backing weicht von dieser Referenzmessung nur minimal ab. Gerade einmal 2 % liegen Rot und Blau neben den Referenzwert. Damit befinden wir uns im Rahmen üblicher Messtoleranzen und Wiederholungsmessungen. Diese werden allgemein mit 3 % beziffert. Die Farbtemperatur ist mit 6709 Kelvin (D65) auf einem sehr guten Niveau.
    Rechts: Das Alphaluxx Reflax mit weißen Backing erreicht sogar die gleichen Werte wie das Studiotek 100. Das RGB Niveau liegt bei 100 % und die Farbtemperatur macht mit 6506 Kelvin (D65) ebenfalls eine Punktlandung. Lediglich die Leuchtdichte liegt 20 % unter der des Studiotek 100.





    Meine Makroaufnahme beweist: Feinste UHD-Linien in Pixelgröße werden vollständig auf der Reflax abgebildet. Die Webestruktur ist so fein, dass alle Inhalte erhalten bleiben.



    Testbilder decken sehr schnell auf, wie gut die Farbreproduktion demAlphaluxx Reflax gelingt. Grautreppen werden völlig farbneutral dargestellt.Selbst kleinste Inhalte bis zur UHD-Pixelauflösung werden reproduziert. Lediglichempfindlichen Gemütern fällt aus kurzer Distanz auf, dass auf einfarbigen hellenFlächen die Gewebestruktur noch leicht wahrnehmbar ist.


    Zum Ton:
    Heute steht JOKER auf dem Programm.
    Der Dolby-Atmos-Mix besticht mit einer natürlichen Sprachwiedergabe, die direktaus dem Mund des Schauspielers zu kommen scheint. Jeder Event findet präziseauf der Leinwand statt. Der Ton folgt exakt dem Geschehen. Vorbei sind dieZeiten, als Dialoge oberhalb oder unterhalb der Leinwand abstrahlten. So gehtKino. Satter Tiefbass und der mit dem Oscar prämierte Score hören sichfantastisch an. Ich kann förmlich ins Geschehen eintauchen, nichts lenkt linksund rechts von der Leinwand mehr ab. Die aufgeräumte Optik in Verbindung mitdem Ton, der direkt aus dem Geschehen kommt, macht wirklich ganz großen Spaß.



    Pro und Kontra
    + leichte Montage
    + Geruchsneutral
    + Gleichmäßige Lichtverteilung auch auf seitlichen Sitzplätzen
    + gute Verarbeitung
    + Farbneutral
    + kein Hotspot-Effekt
    + sehr stabiler Stahlrahmen
    + 25 Jahre Garantie (Leinwandrahmen)
    + 5 Jahre Garantie (Leinwandtuch)
    – leicht sichtbare Struktur in hellen Flächen
    – 27 % Lichteinbußen


    Weitere Infos inklusive Messungen, Screenshots und Testbildern gibt es in meinem Blog.
    Darüber hinaus verrate ich dort noch, was es mit dem weißen Backing auf sich hat und wie die Bildqualität damit verbessert werden kann - und zwar ganz ohne hörbare Toneinbußen.
    Vollständiger TEST: Alphaluxx Reflax


    Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

  • Tja, die Messungen des Frequenzganges sind aber auch nicht im verlinkten Artikel enthalten. Und es ist schon nicht unwesentlich, wo genau, wie gleichmäßig oder ungleichmäßig die Effekte ab 1000Hz einsetzen...


    Bei nur 0,7er Gain bin ich immernoch froh, damals das Centerstage UF gekauft zu haben.


    VG

  • Tja, die Messungen des Frequenzganges sind aber auch nicht im verlinkten Artikel enthalten. Und es ist schon nicht unwesentlich, wo genau, wie gleichmäßig oder ungleichmäßig die Effekte ab 1000Hz einsetzen...


    Richtig Bolle.
    Kurze Erklärung dazu.
    Meine Frontlautsprecher sind auf den Referenzplatz eingemessen, um den Raumeinfluss auf den Klang "auszugleichen".
    Die Messung "des Tuches" erfolgt hingegen 50 cm vor der Leinwand. Also im absoluten Nahbereich. Einmal nur die Lautsprecher via hochgeklappter Leinwand (siehe Eingangsposting), einmal mit herunter geklappter Leinwand zwischen Lautsprecher und Mikrofon.


    Der Messschrieb ist eindeutig ausgefallen und zeigt, wie die Leinwand ab 1000 Hz zunehmend bis 20.000 Hz bis zu 2,5 Dezibel dämpft. Bei 10 kHz sind es rund 2 Dezibel.


    Gleichwohl sieht der Messschrieb "gruselig" im Nahbereich aus, da hier bereits die korrigierten Lautsprecher aufspielen. Ich hätte eine komplette Neueinstellung der Frontlautsprecher für den Nahbereich durchführen müssen, um einen schicken Messschrieb zu erhalten. Das ist mir für diesen Test aber zu aufwändig.


    Da der Messschrieb so aussehend mehr Fragen aufwirft, sehe ich von einer Publikation für den Test ab.


    Ich hätte auch Pure Direct messen können, habe ich aber nicht.
    Mir geht es ganz am Ende schlichtweg darum, den Einfluss des Leinwandtuches am Sitzplatz zu ermitteln, um zu entscheiden, ob das Tuch bleibt oder ich zu einem anderen Tuch wechsle.

  • Nein, das Backing ist nicht von Alphaluxx.
    Ich habe dieses hier verwendet:
    Backing


    Ob Alphaluxx ein gleichwertiges Tuch im Programm hat, kann ich gerne mal erfragen.


    So sieht es in der Praxis aus:



    Foto: Michael B. Rehders
    Die Ausschnittsvergrößerung zeigt die Wirkung recht gut: Mit Backing (links) ist das Reflax nicht nur sichtbar heller, sondern lässt die feine Gewebestruktur nahezu völlig verschwinden, gegenüber dem Tuch ohne Backing (rechts).

  • Ich habe dieses hier verwendet:
    Backing


    Prima. Danke dir!!!


    Bei dem Preis, ist es auf alle Fälle mal ein Versuch wert.
    Hab zwar ein Prismasonic Tuch. Die sind sich aber beide sehr ähnlich, so daß ich mal davon ausgehe, den gleichen Effekt zu erreichen.

    "A computer lets you make more mistakes faster than any other invention in human history, with the possible exceptions of handguns and tequila." - Mitch Ratcliffe

  • Danke für den Test. Das Ergebnis ist wie (fast) immer - guter Ton und dafür ein dunkles Bild.


    Das Foto mit dem weißen Backing fand ich sehr spannend, da ich das auch bei mir so realisieren wollte.


    Hier hat ANDY auf das Problem der sichtbaren Löcher hingewiesen, das sich bei Hochgainleinwänden weiter verstärkt: https://heimkinoverein.de/foru…kellerkino?start=20#98047


    Nachdem ich dies bei der Studiotek 130 Microperf. geprüft habe, konnte ich diesen Eindruck leider nur bestätigen, die Löcher sind auch für einen Halbblinden wie mich gut sichtbar. Daher kam die Idee, das ST 130 mit einem weißen Backing zu versehen, und ich hatte dasselbe Ergebnis wie George hier: Die Löcher sind weniger sichtbar, das Bild ist sichtbar heller, und sogar das Glitzern schien sich reduziert zu haben.


    Nachteil: Das Backing verstärkt die Hochtondämpfung. Akustikstoff dämpft etwa 2 dB in den Höhen und wiegt etwa soviel wie der Stoff, der oben verlinkt wurde. Zur Dämpfung der Leinwand kommen also noch 2dB hinzu, was je nach Leinwand schon zuviel sein kann. ANDY hatte mir Fahnenstoff empfohlen, der weniger wiegt und nur 0,5 dB dämpfen soll, der aber dafür nicht elastisch und daher schwerer zu verarbeiten ist. Außerdem hat er einen Abstand von 4cm zur Leinwand empfohlen. Da ich irgendwie kein vernünftiges Angebot zu meiner Stewart bekomme, kann ich lider (noch) nicht aus erster Hand berichten.

  • Ich habe hinter meiner at Leinwand also noch vor den Lautsprechern schwarzen Schleiernessel.
    https://www.gerriets.com/at/sc…-cs-treviracs-gewebe-4329
    Ich weiß jetzt nicht genau ob das genau diese Type war/ist.
    Ich hatte einen weißen (bzw. natur?) sogar mal als Leinwand-Tuch.
    War aber ziemlich "düster" - und die Gewebestruktur war zu sehen.


    Akustisch konnte ich da nahezu "nichts" messen.
    Da musste mir jemand dann ein Probestück vorhalten und ich habe mit geschlossenen Augen erkennen müssen ob da was davor ist oder nicht - ich konnte keinen Unterschied hören.
    Vielleicht eine Option.


    Nur wie nach sollte der Stoff den ran?
    4cm ist das der beste Kompromiss zwischen "Doppelbild" und "Wirkung"?


    Ich werde mal bei Gelegenheit mit einem Teststück probieren.
    Sollte noch einiges da sein von dem Zeug (habe vor Jahren haufenweise Reststücke - 4m unsw.) bestellt.


    Werde berichten.
    Wenns funkt - billiger bekommt man wohl nicht mehr Helligkeit.


    mfg

  • Hallo!


    Danke für den Test.
    Wie hast du denn das Backing aufgebracht/montiert?


    mfg


    Für den Test habe ich einen provisorischen Aufbau durchgeführt, in dem ich das Backing mit Wäscheklammern befestigt habe, um nur einen Teilbereich des Reflax Tuches "abzudecken".


    Auf diese Weise hatte ich den direkten A/B-Vergleich, außerdem konnte ich das Backing einfach abziehen, ohne den Messsensor für die Farb/Helligkeitsmessung entfernen zu müssen.


    Für eine dauerhafte Befestigung würde ich das Backing direkt auf das Reflax tackern.
    Eleganter ist natürlich eine Befestigung via Metallösen am Stahlrahmen, so wie es mit dem Alphaluxx Backing gemacht wird.


    Wichtig ist nur die deckungsgleiche Anbringung beider Tücher. Bereits ab 1 cm Abstand sind Doppelbilder zu sehen. Besonders im Abspann und kontrastreichen Übergängen.

  • Das mit dem weißen Backing hab ich im Hififorum los getreten.
    Mich hat die Struktur aus 3m Entfernung extrem gestört. Durch Zufall, da ich die Maskierung noch nicht auf der Leinwand hatte, bemerkt, dass der Rahmen außen rundherum etwas durch scheint und die Struktur der LW dort stärker zu sehen ist.
    Zum Gegentest ein weißes Blatt Papier hinten ran geklebt und sofort den Unterschied gesehen.
    Zuerst hab ich in dem Thread Selbstgespräche geführt, inzwischen ist der Thread Etwas länger und es haben schon Einige Ihre Leinwand nach gerüstet.


    Hier hab ich auch schon mal drauf hin gewiesen, im Leinwand Thread.


    Montiert hab ich es direkt hinter der LW, um Doppelbilder zu verhindern und bringt den besten Effekt.


    Im Hifi Forum hab ich einige Bilder gepostet, auch von der Rückseite, wie viel Licht durch die LW hindurch, auf die Wand fiel.

  • Für diesen Tipp auch an dieser Stelle mal ein dickes Danke, Mankra.


    Inzwischen bin ich voll auf die feine Gewebestruktur konditioniert, so dass ich sie auf 2,80 Meter Abstand mittlerweile regelmäßig sehe. Mit Backing ist diese Struktur vollkommen unstörend - und für mich praktisch nicht mehr sichtbar.
    Das obige Foto gibt den Bildeindruck gut wieder, so wie ich es vom Referenzplatz wahrnehme.

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