• Habe mir gestern den Film endlich mal angesehen.


    Scorseses Art der Kameraführung, Erzählkunst und Schnittführung hat mich stark an Casino erinnert.


    Ich liebe solche Mafia Schinken, wobei The Irishman eher untypisch dafür ist, da hier mehr die komplexe Geschichte (der ich ab und zu nicht ganz folgen konnte) als Gesamtes im Vordergrund stand denn die Schicksale Einzelner.


    Leider bleiben diese typischen Mafia Spannungen auf der Strecke.


    Sehr gefreut hat mich ein Wiedersehen mit Joe Pesci, den mag ich einfach sehr, und Al Pacino spielt großartig.


    Mich hat der Film über die 3+ Stunden gut unterhalten und dann auch veranlasst, mehr über Hoffa erfahren zu wollen. Zumindest lt Wiki sind sehr viele Parallelen zum tatsächlichen Geschehen vorhanden.

  • Ich habe die großen Mafia-Epen früher geliebt. Irgendwann hat man dann alles und jeden Darsteller einmal gesehen. Der letzte Film, der mich da noch richtig abgeholt hat, war "Road to Perdition". Aus diesem Grund und aufgrund der langen Laufzeit schob ich "The Irishman" lang vor mir her. Gestern hatte ich aber Lust drauf, Martin Scorseses aktuellste Produktion zu sichten.


    Die 3,5h vergingen nicht wie im Flug, aber langweilig war mir auch nicht. Ich empfand es als "heimelich" wieder in die einst so vertraute Mafiawelt einzutauchen. MS nimmt sich Zeit den Protagonisten, seinen Werdegang und die Begleiter vorzustellen und zu zeichnen. Alle aus dem Genre bekannten Darstellergrößen sind dabei vertreten und machen einen gewohnt guten Job. Etwas überraschen konnte mich dabei nur Ray Romano, den ich bisher nicht ernst nehmen konnte und eher nur als "Blödeldarsteller" in Sitcoms wahrgenommen habe.


    Dennoch hinterließ der Film am Ende in mir hauptsächlich ein deprimierendes Gefühl. Die De-Aging-Kur finde ich wenig gelungen, da die Bewegungen von sehr alten Männern einfach geblieben sind und es schlicht sehr künstlich aussieht. Auch empfindet man für die Protagonisten aufgrund des hohen Alters zwar "Respekt" aber nicht mehr die Ehrfurcht, wie man sie aus alten Filmen kennt und für den Status der einzelnen Portagonisten erwartet. Es macht sich zum Teil schon eher Mitleid in mir breit. Ich weiß nicht, ob es keine frischen Schauspieler mehr gibt, die diese jungen Rollen besser, dynamischer hätten füllen können, oder einfach alle Beteiligten noch einmal Lust auf ein solches Projekt hatten. Der Film ist auch nicht schlecht, aber irgendwie erscheint es mir so wie "Lasst uns noch mal schnell was um der alten Willen machen, bevor wir alle die Hufe hochreißen".



    Das Bild war nahezu durchgängig top, scharf & gute Farben und Stimmung. Der Ton war bsi auf Ausnahmen eine Gurke. Gefühlt komprimierter Stereo mit 2-3 Erahnungen von Surrounds, wenn dann auch meist eher im Score. Die Pistolenschüsse waren aber gut.


    Film: 7 / 10 (mit Kult-Bonus für Darsteller, Regie und Genre)

    Bild: 8,5 / 10

    Ton: 5,5 / 10

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