• JUDY


    Film: 9/10 Punkte

    30 Jahre nach ihrem Welterfolg mit dem "Zauberer von Oz" steht Judy Garland vor den Trümmern einer glorreichen Karriere. Die Auswirkungen ihres Drogen- und Tablettenmissbrauches führen dazu, dass ihre Ehe zerbrochen ist und selbst Freunde sie in Hollywood nicht mehr als Schauspielerin buchen. Einzig in Europa hat sie noch eine große Fangemeinde unter Theaterbesitzern. Also begibt sie sich mit 46 Jahren nach London, um dort als Sängerin an ihre damaligen Erfolge anzuknüpfen. Doch tiefe Depressionen stehen bereits ihrem ersten Auftritt im Wege...


    Rupert Goold schuf ein sensationelles Biopic über den gefeierten Hollywood-Star Judy Garland, das überaus deprimierend, düster und umso tiefgehender ist. Wer hier ein Musical und Gute-Laune-Film erwartet, ist falsch, weil Judy genau das Gegenteil davon ist. Renée Zellweger (Chicago) verkörpert Judy Garland wahrlich intensiv. Gestiken, Mimik, Körperhaltung und Ausdruck kommen dem einstigen Kinderstar sensationell nah. Darüber hinaus singt sie alle Songs selbst. Diese grandiose Leistung ist völlig zu Recht mit zahlreichen Preisen belohnt worden. Darunter ist auch der Oscar als Beste Schauspielerin, der ihr für die gelungene Leistung verliehen wurde.


    Neben der fantastischen Performance gefallen mir auch die zahlreichen Rückblenden. Diese zeigen eindrucksvoll, worauf Judy als Kind, Jugendliche und junge Erwachsene verzichten musste, um unter Louis C. Meyer zum Weltstar aufzusteigen - und warum sie zu diesem seelischen Wrack geworden ist, so das sie mit 46 Jahren auf eine letzte Chance in London hofft.



    Full-HD-Bild: 8,5/10 Punkte (innerhalb der Full-HD-Bewertung)

    Der farbenprächtige Cinemascope besitzt eine etwas schwankende Schärfe. Teilweise ist jede Falte in Judys Gesicht zu sehen, jede Haarsträhne und jeder Zuschauer perfekt aus der dunklen Saal herausgeschält. Teilweise erscheint das Bild weicher, so dass bereits Gesichter leicht verschwommen erscheinen. Vor allen auf der Bühne kommt der große Kontrastumfang voll zur Geltung. Tänzerinnen in bunten Kostümen, Bandmitglieder in dunklen Anzügen sehen prachtvoll aus.



    Ton: 7/10 Punkte

    Thematisch bedingt läuft der Sound immer dann zur Hochform auf, wenn Judy auf der Bühne steht und singt. Was für eine kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme Renée Zellweger besitzt, ist der Wahnsinn. Darüber hinaus folgen Stimmen immer wieder den Protagonisten über die Bühne. Umgebungsgeräusche verteilen sich herrlich im Raum. Die Musik tönt teilweise echt druckvoll.



    Fazit:

    Rupert Goold schuf ein tiefergreifendes Biopic über den gefeierten Hollywood-Star Judy Garland. Renée Zellweger spielt Judy so überzeugend, dass sie dafür völlig verdient mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, darunter mit dem Academy Award als Beste Hauptdarstellerin.

  • Sorry, da ist mir ein Riesenbock unterlaufen.

    Ich habe Samstag die Full-HD-Blu-ray gesehen und rezensiert; nicht die 4K-Blu-ray wie fälschlicherweise zunächst im Review geschrieben. Das ist mir bislang auch noch nicht passiert, dass ich einen Film auf Blu-ray mit einem Film auf 4K-Blu-ray verwechselt habe. War wohl ein Film zu viel am Samstag oder eine Buddel Hopfen-Kaltgetränkt.

    Text und Bewertung habe ich inzwischen korrigiert.

  • Judy


    FSK 0, 118 min


    Aloha!


    Ich hatte hier weniger ein Drama erwartet, was mir deswegen besser gefiel als gedacht. "Judy Garland" ist mir maximal namentlich ein Begriff, dazu bin ich wohl noch zu jung *hust*, insofern war der Inhalt Neuland. Wobei die jüngere Judy mir weit besser gefiel als die oscarprämierte ältere. Ob sich das Original auch nur so hölzern und ungelenk bewegte wie Renée Z. im Film, das kann ich auch nur vermuten. Gesanglich ist Renée Z. aber wirklich gut, so wenig ich solch einen Singsang im Grunde mag, weit lieber als Hip-Hop ist er mir immerhin. Ob der Oscar als beste Hauptdarstellerin verdient ist, vermag ich noch nicht zu sagen, so überragend fand ich sie jedoch nicht, auch wenn sie kaum zu erkennen war.


    Film: 2

    Ton: 2-

    Bild: 2-

    Gruß Mickey

    Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)

    Rezensionen und deren Bewertungen beruhen auf der BD-Fassung.

    Einmal editiert, zuletzt von MickeyKnox ()

  • Aloha!

    Schau dir mal die Extras an. Da wird explizit darauf eingegangen, wie gut Renée Zellweger die Judy Garland verkörpert hat.

    Danke, aber ich schaue immer nur den reinen Film, keine Extras, ich glaube dem also einfach mal.

    Du willst also ernsthaft behaupten, Du kennst "Der Zauberer von Oz" nicht? Erstaunlich.

    Präzise. Bis auf ganz kleine Ausnahmen schaue ich keine Filme von vor 1980, weil mir die technisch (Ton + Bild) zu schwach sind. Ich kann nicht zu 100 % ausschließen, dass ich den in meiner Kindheit mal auf einer SW-Röhre sah, aber ganz sicher nicht in den letzten 30 Jahren. Auch hier gilt also: nur namentlich.

    Gruß Mickey

    Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)

    Rezensionen und deren Bewertungen beruhen auf der BD-Fassung.

  • Bis auf ganz kleine Ausnahmen schaue ich keine Filme von vor 1980, weil mir die technisch (Ton + Bild) zu schwach sind.

    Also was Bildqualität anbelangt, muss ich Dir deutlich widersprechen. Grundsätzlich kann Filmmaterial selbst wenn es so alt ist wie "Der Zauberer von Oz (1939) " auch heute noch hervorragend aussehen, sogar besser als aus den 80ern (entsprechende Restaurierung vorausgesetzt). Von Oz gibt es sogar eine 4K-Neuabtastung..

  • Erst Recht 70mm Filme!

    Ok, nach den 80i, aber z.B. ist die Bildqualität von T2, Braveheart, Casino sehr, sehr gut. Besser als die meisten Filme aus dem Anfang der Digitalfilmerei und auch besser alsso mancher aktueller Film, welcher für OldSchool Look noch analog aufgenommen wird und gar künstlilch verrauscht wird.

    Bleibt der Ton. Viele sehr gute Filme machen im Kino nur wenig Spaß. Sehe ich mir dann doch lieber im Wohnzimmer an.

  • Mag ja in Einzelfällen so sein, LAH, ich finde z. B. auch Alien von 1979 in der restaurierten Fassung hervorragend, aber im Allgemeinen ist es doch anders, erst recht beim Ton.


    Mankra. T2 ist von 1991, da hast Du leicht das Thema verfehlt. Beim Ton gebe ich Dir aber recht. Ich stelle auch immer wieder fest, dass der Ton im HK noch wichtiger ist als das Bild.

    Gruß Mickey

    Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)

    Rezensionen und deren Bewertungen beruhen auf der BD-Fassung.

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