• Wie Menschen sich in massiven lebensbedrohenden Krisensituationen verhalten, ist doch sehr individuell. Hinzu kommen die filmgestalterischen Freiheiten. Wie "schwachsinnig" sich viele Menschen verhalten, ist doch gerade während der Corona-Krise gut ersichtlich.


    Von daher würde ich es nicht als "Schwachsinn" abtun, wenn Piloten geradeaus weiterfliegen, auch wenn sie in ihrer Ausbildung etwas anderes gelernt haben mögen.


    Kannst Du Dir gerne so zurechtlegen, George, aber ändert nichts an meiner Wahrnehmung. Im oberen Verlauf des Fadens wird ja oft genug dargelegt, dass die Ausbildung und die Fähigkeiten der Piloten zu dieser Zeit genau umgekehrt wie dargestellt waren. Dass also die Piloten der Luftwaffe den Engländern weit überlegen waren.


    Du meinst des Weiteren also ernsthaft, die Corona-Krise und Verfehlungen in dieser mit einem Kampfpiloten im Zweiten Weltkrieg zu vergleichen? Das ist arg konstruiert.


    Übrigens war mein "grober Schwachsinn" vor allem auf das Abschießen einer feindlichen Maschine mit abgestelltem Motor bezogen. Möchtest Du da auch eine abstruse Theorie äußern?

    Gruß Mickey

    Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)

    Rezensionen und deren Bewertungen beruhen auf der BD-Fassung.

  • Du meinst des Weiteren also ernsthaft, die Corona-Krise und Verfehlungen in dieser mit einem Kampfpiloten im Zweiten Weltkrieg zu vergleichen? Das ist arg konstruiert.

    Genau darauf will ich hinaus, Mickey. Was denkst du, wie Menschen erst handeln, wenn es ums nackte Überleben geht, wenn diese Personen schon bei einer relativ (!) harmlosen Corona-Epidemie als nicht erkrankte/betroffene wider Logik, Empfehlungen und Anweisungen handeln?


    Ich muss gestehen, dass ich mich an den Verhaltensweisen/Flugkünsten der deutschen Piloten am wenigsten gestört fühle. Das verbuche ich unterkünstlerischer Freiheit des Filmemachers.

    Immerhin ist der Film ja keine Dokumentation, sondern ein abendfüllender Actionfilm zur reinen Unterhaltung, der lose auf wahren Begebenheiten beruht.

  • Im oberen Verlauf des Fadens wird ja oft genug dargelegt, dass die Ausbildung und die Fähigkeiten der Piloten zu dieser Zeit genau umgekehrt wie dargestellt waren.

    Entsprechend seiner Ausbildung und lebenslangen Erfahrung des Kapitäns der Titanic hätte diese auch niemals mit einem Eisberg kollidieren dürfen.:zwinker2:


    Ich möchte jetzt nicht weiter auf das Beispiel besagter Piloten eingehen, aber grundsätzlich entsteht ein großer Teil von Dramaturgie gerade deshalb, weil Menschen sich eben nicht immer rational verhalten. Im wahren Leben genauso wie im fiktiven.

  • Genau darauf will ich hinaus, Mickey. Was denkst du, wie Menschen erst handeln, wenn es ums nackte Überleben geht, wenn diese Personen schon bei einer relativ (!) harmlosen Corona-Epidemie als nicht erkrankte/betroffene wider Logik, Empfehlungen und Anweisungen handeln?

    Und genau das ist eben durch Erfahrung und eine gute Ausbildung wettzumachen, dass man dann in der Beschusssituation nicht weiter dumm gerade aus fliegt, statt ein Ausweichmanöver zu starten. Durch diverse Kampfeinsätze erhält man eine gewisse Routine und automatisiert Verhaltensweisen. Fern dessen waren die Piloten ausgewählt und nicht einfach welche aus der großen Masse an Idioten, die derzeit auffallen. Insofern ist dieser Corona-Vergleich für mich völlig unpassend.


    Das gilt auch für den Titanic-Kapitän. Wann hat der denn die Kollision mit Eisbergen trainiert oder gar die Fahrt mit diesem völlig neuartigen Schiff? Es war die Jungfernfahrt und ihm wurde seine Überheblichkeit zum Verhängnis. Das kann man wohl kaum auf eine Situation projizieren, in der man als erfahrener Kampfpilot standardmäßig von hinten beschossen wird.


    Ich sehe da auch keine künstlerische Freiheit, weil das einfache Dinge sind, die jeder weiß, der sich mit diesen Schlachten befasst hat – und diese Auseinandersetzung darf man wohl bei einem Regisseur oder Drehbuchautor erwarten, der solch einen Film dreht.


    Wie oben schon geschrieben, grenzt das in diesen Dingen fast schon an den unmöglichen wie lächerlichen "Herz aus Stahl (Fury)"-Film.

    Gruß Mickey

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  • Es war die Jungfernfahrt und ihm wurde seine Überheblichkeit zum Verhängnis. Das kann man wohl kaum auf eine Situation projizieren,

    Also hat er trotzdem Fehler gemacht. Wäre es nicht tatsächlich passiert, würden bestimmt welche sagen "total realitätsfremdes Verhalten für so einen Mann".

    Ich will das gar nicht exakt auf den Piloten übertragen. Mir ging es nur allgemein darum, dass es in Filmen durchaus legitim sein kann, Charaktere nicht erwartungsgemäß agieren zu lassen, besonders wenn es der Dramaturgie dient, auch wenn der eine oder andere Zuschauer dann meint, anders wäre nachvollziehbarer gewesen.

  • IMir ging es nur allgemein darum, dass es in Filmen durchaus legitim sein kann, Charaktere nicht erwartungsgemäß agieren zu lassen, besonders wenn es der Dramaturgie dient, auch wenn der eine oder andere Zuschauer dann meint, anders wäre nachvollziehbarer gewesen.

    Wenn alle Luftwaffenpiloten sich derart verhalten und alle Engländer die deutschen Flugzeuge direkt vom Himmel schießen wie die Fliegen, dann ist da wohl ein Muster zu erkennen. Für mich ist das eher bewusste Geschichtsklitterung als angestrebte Dramaturgie.


    Und was sagst Du zu dem funktionierenden Bordgeschütz bei ausgefallenem Motor?

    Gruß Mickey

    Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)

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  • Für mich ist das eher bewusste Geschichtsklitterung als angestrebte Dramaturgie.

    Das eine schließt das andere nicht unbedingt aus. Was die Hauptintention war, bleibt Spekulation.

    Und was sagst Du zu dem funktionierenden Bordgeschütz bei ausgefallenem Motor?

    Ob ein Bordgeschütz auf einen laufenden Motor angewiesen ist, weiß ich nicht, da kenne ich mich zu wenig aus. Falls das tatsächlich der Fall ist, wäre es selbstverständlich ein Filmfehler.

  • Ob ein Bordgeschütz auf einen laufenden Motor angewiesen ist, weiß ich nicht, da kenne ich mich zu wenig aus. Falls das tatsächlich der Fall ist, wäre es selbstverständlich ein Filmfehler.

    Im ersten Weltkrieg sicher: Da wurden die MGs über die Kurbelwelle angetrieben und somit mit dem Propeller synchronisiert.
    Die ersten Versionen hatten einen Metall verstärkten Propeller, aber mit vielen Querschlägern. Deshalb wurde dies schnell optimiert.

    Im 2. Weltkrieg dürfte es keine mechanische Verbindung mehr geben. Die Frage ist, wie der erste Schuss abgegeben wird. Dazu braucht es nicht viel Energie.
    Ab da an wird der Rückschlag und/oder das ausströmende Gas zum Nachladen verwendet.

  • Im 2. Weltkrieg dürfte es keine mechanische Verbindung mehr geben. Die Frage ist, wie der erste Schuss abgegeben wird. Dazu braucht es nicht viel Energie.

    Bis auf den 1. Schuss wäre es möglich, aber ich würde wirklich einmal gerne einen fragen, der so ein Ding flog bzw. bediente. Aber die meisten oder gar alle dürften tot sein. Ich vermute weiterhin, dass das ohne Motor nicht initialisiert werden kann.


    Nachtrag:


    Ich konnte bisher nur etwas zu den deutschen Jägern aus dem WWII finden, wo es wohl nicht ohne Motor ging, aber nicht, ob das bei der Spitfire ähnlich war, anzunehmen ist es jedoch, dass die in der Bauart vermutlich acht MGs der Spitfire nicht rein mechanisch ausgelöst wurden.


    "Dieser Nachteil wurde erst in den späten 1930ern durch die Einführung von elektrisch gezündeten Patronen, die einen Zündimpuls von einem vom Triebwerk angetriebenen Zündmagneten erhielten, auf ein Minimum reduziert. Diese Technologie wurde im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Jagdflugzeugen verwendet und diente zur Synchronisierung von Maschinengewehren und Bordkanonen."

    Gruß Mickey

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    Einmal editiert, zuletzt von MickeyKnox ()

  • Wie Menschen sich in massiven lebensbedrohenden Krisensituationen verhalten, ist doch sehr individuell. ..

    Naja, ich muss da Mickey beispringen - da wurde "suspension of disbelief" mächtig strapaziert.


    Dein Argument trifft auf ein Individuum zu, das unerwartet mit einer ihm ungewohnten Gefahr konfrontiert wird (der Klassiker: Treppauf flüchten, wenn der Killer das Haus betritt ;-) ).


    Aber wenn

    - 5 von 5 Piloten

    - in genau der Situation,

    - für die sie überhaupt in die Maschine gestiegen sind und

    - für die sie lange gezielt trainiert (und ausgewählt) wurden

    das einzig falsche machen, dann kann man das schon besser machen.

    ;-)


    Mir hat es den Flm nicht wirklich vergällt und ich kann Luftkämpfe auch gar nicht beurteilen, kann aber verstehen, wenn dieser Eindruck entsteht.


    Gruß


    Simon2

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